Zeitersparnis, Stauumfahrungsfunktion und aktuelle Karten: Das sind nach wie vor die wesentlichen Kriterien für gute mobile Navigationsgeräte für Autos. Im Großen und Ganzen sind sie auch besser als Handys mit Navi-App.
Für Handys und Smartphones gibt es nun schon seit langem genügend praktische und gute Navigations-Apps meist kostengünstig, oft auch gratis zum Herunterladen. Das Navi im Smartphone ist dann immer dabei und kostet nichts zusätzlich. So kamen manch einem zuletzt bereits erste Zweifel an der Legitimation der bislang so beliebten mobilen "Navis", die man nur an die Windschutzscheibe und an den Stromkreislauf des Autos zu heften brauchte, um problemlos von A nach B zu kommen. Warum also ein teures Navi mit kostenpflichtigen Karten-Updates kaufen, wenn das Smartphone dasselbe kann, noch dazu günstiger?
Experten des Fachmagazins "Computer Bild" nahmen sich der Frage im Zuge eines Labortests von mobilen Navigationsgeräten an und kamen zu dem Ergebnis, dass es in mancherlei Hinsicht doch besser sei, die Dienste des Altbewährten in Anspruch zu nehmen. Zum einen kann jeder Fahrer eines Autos das angebrachte "Navi" benutzen, samt Halter und Ladekabel. Nicht jeder Fahrer muss also sein eigenes Handy nutzen. Zweitens sind die Anzeigen von Auto-"Navis" immer noch besser, weil präziser als die weithin kleineren Handy-Displays. Das erhöht die Sicherheit des Fahrers. Drittens: Die Ansagen aus Auto-"Navis" sind deutlich besser zu verstehen als die aus Handys. Und schließlich ist, viertens, festgestellt worden, dass der GPS-Empfang bei Handys hin und wieder abreißt – im Gegensatz zu den Auto-"Navis".
Soll es deshalb also ein neues Auto-"Navi" sein, das anzuschaffen wäre, stellt sich die Frage, worauf es beim Kauf im Wesentlichen ankommt. Hier sind die hauptsächlichen Kriterien die Zeitersparnis (welches "Navi" berechnet die flüssigsten und schnellsten Routen?), die Fähigkeit, den Fahrer effektiv um Staus herum zu lotsen, sowie die Aktualität und Preisgestaltung von Karten-Updates.
Was die Zeitersparnis anbetrifft, so setzen die derzeit besten Hersteller auf dem Markt namens TomTom, Navigon und Becker auf Technologien, die den Geräten quasi ein Verkehrsgedächtnis verabreichen. Bei TomTom heißt diese Technologie "IQ-Routes", die dem Fahrer erklärt, welche Strecken in Stoßzeiten zu meiden sind. Becker lässt via "Profile" das beabsichtigte Fahrtempo in drei Stufen einstellen und errechnet daraus eine Routenempfehlung. Navigon orientiert sich bei "My Routes" am individuellen Fahrstil seines Besitzers.
In puncto Stauumfahrung gibt es kaum Unterschiede zwischen den aktuellen Geräten: Nahezu alle nutzen den mittlerweile als Standard etablierten Verkehrsmeldungskanal "Traffic Message Channel" (TMC), der die Meldungen von Polizei, Verkehrsleitzentralen und Ukw-Radios weiterleitet. Am aktuellsten sind dabei jene "Navis", die diese Meldungen über einen eingebauten Mobilfunkchip erhalten.
Die Preise für Karten-Updates richten sich meist nach der Qualität und dem Anschaffungspreis des "Navis". Sprich: Je teurer und besser ein "Navi", desto günstiger sind die Karten-Updates. Bei Geräten der Preisoberklasse werden die Karten meist kostenlos nachgereicht, bei Geräten der Preismittelklasse sind sie meist verbilligt, und Besitzer der ganz günstigen Navis müssen für ihre Updates meist den vollen Preis bezahlen. Die Aktualität betrifft dabei nicht nur das Straßennetz, sondern auch Sonderziele wie etwa Tankstellen, Übernachtungsmöglichkeiten oder Sehenswürdigkeiten.
Die Preisunterschiede bei den "Navis" rühren in der Regel von der Ausstattung her. Geräte um 300 Euro haben größere Displays, günstigere Live-Dienste sowie eine bessere Kartenausstattung samt Aktualisierung. Vielfahrer sollten in dieser Hinsicht also nicht knausern und sich genau dort bedienen. Mittelklasse-"Navis" um 150 Euro sind vom Display her etwas kleiner, enthalten zwar die wichtigsten modernen Navigationsfunktionen, verzichten jedoch oft auf komfortable Zusatzdienste.
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