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Neuer Golf-Schreck

Beim Preis konnte Hyundai schon immer punkten. Qualitativ reichte es bislang aber noch nicht, um mit den Premium-Marken gleichzuziehen. Mit dem neuen i30 soll sich das ändern. Wir haben den Kompaktwagen getestet

 

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Erste Ausfahrt im neuen Hyundai i30

© Auto News

 

Erste Ausfahrt im neuen Hyundai i30

 
 

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Sevilla, 22. Februar 2012 - Etwas ungewollt verhalf ausgerechnet VW-Chef Martin Winterkorn dem neuen Hyundai i30 bei seinem Messeauftritt auf der IAA 2011 zu großer Berühmtheit. Als er hinterm Steuer des Golf-Konkurrenten Platz nahm und zähneknirschend die Lenkradverstellung des i30 adelte, hielt ein cleverer YouTube-User die unfreiwillige Lobeshymne in einem Video fest: "Da scheppert nix. BMW kann's net, wir können's net. Warum können die's?" Schon nach kurzer Zeit erfreuten sich mehrere Millionen User an dem fachmännischen Urteil über den neuen i30. Klar also, dass auch wir vor unserer ersten Ausfahrt mit dem kompakten Südkoreaner genüsslich die Feinjustierung des Lenkrads unter die Lupe nahmen. Und ja, Winterkorn hat recht. Egal ob man das Lenkrad hoch- oder runterzerrt, nach vorne zieht oder nach hinten drückt, es fühlt sich an, als hätten die Hyundai-Ingenieure die Lenkstange in ein weiches Kissen gewickelt.

Bequeme Sitze wie in der Mittelklasse
Die Lenkradverstellung steht aber nur exemplarisch für den qualitativen Aufschwung bei Hyundai. In Bezug auf die Materialauswahl und die Verarbeitung im Innenraum hat Hyundai deutlich zugelegt und rückt den deutschen Premium-Herstellern auf die Pelle. Die äußerst bequemen Sitze würde man eher in der Mittelklasse erwarten. Der hochwertige Kunststoff am Armaturenbrett wird je nach Ausstattungsvariante durch Klavierlack- oder Alu-Details ergänzt. Sehr zu empfehlen sind das Navi inklusive Rückfahrkamera und sieben Zoll großem Display für 1.120 Euro und das 1.200 Euro teure Panorama-Schiebedach. Das Platzangebot hat Hyundai ebenfalls verbessert. Für einen Kompaktwagen verfügen die Fondpassagiere über mehr als ausreichend Knie- und Kopffreiheit. Das Kofferraumvolumen steigt um 38 auf 378 Liter - bei umgeklappter Rücklehne sind es jetzt bis zu 1.316 Liter.

Schnäppchenpreis mit langer Garantie
Trotz der Qualitätssteigerung bleibt der Hyundai i30 ein richtiges Schnäppchen. Gerade mal 15.850 Euro verlangen die Südkoreaner für das Einstiegsmodell, den 1,4-Liter-Benziner. Angesichts der üppigen Serienausstattung - unter anderem LED-Tagfahrlichter, Nebelscheinwerfer, CD-Radio, Berganfahrassistent und Klimaanlage - ein reizvoller Preis. Zusätzlich gibt es eine fünfjährige Garantiezeit ohne Kilometerbegrenzung. Das Golf-Pendant mit ebenfalls fünf Türen kostet mindestens 17.965 Euro. Standard ist beim Hyundai zudem eine in drei Stufen einstellbare Servo-Unterstützung. Im Comfort-Modus wird das Rangieren in der Stadt zum Kinderspiel - schon mit dem kleinen Finger lässt sich das Lenkrad im Stand drehen. In der Sport-Einstellung lenkt der Kompaktwagen zielgenau ein und passt sich dem straff abgestimmten Fahrwerk an.

Erstmals auch als Dreitürer
Zum Marktstart Ende März 2012 bietet Hyundai die zweite Generation des i30 zunächst nur als Fünftürer in fünf Motorisierungen an. Die beiden Benziner mit 1,4 und 1,6 Liter Hubraum leisten 99 und 135 PS. Dieselseitig stehen ein 1,4-Liter-Aggregat mit 90 PS und ein 1,6-Liter-Triebwerk mit wahlweise 110 und 128 PS bereit. Alle Motoren sind serienmäßig an eine leichtgängige und sehr präzise Sechsgang-Schaltung gekoppelt. Für 1.400 Euro extra rüstet Hyundai die 1,6-Liter-Triebwerke mit einer sanft und ruckelfrei schaltenden Sechsstufen-Automatik aus. Mit dem stärksten Selbstzünder ist man zwar in der Stadt recht flott unterwegs, bei höheren Geschwindigkeiten verlassen ihn aber die Kräfte. In der "blue"-Version mit serienmäßigem Start-Stopp-System kommt der 128-PS-Diesel laut Hyundai mit 3,7 Liter auf 100 Kilometer aus. Warum Hyundai den stärksten Diesel allerdings nur in der Topausstattungsvariante "Style" anbietet, ist uns nicht verständlich. Im Sommer 2012 folgt die "cw" genannte Kombiversion des i30. Im Dezember bringt Hyundai dann erstmals auch einen Dreitürer auf den Markt. Wenn der neue Golf VII im Herbst 2012 anrückt, ist klar, dass wir uns die Lenkradverstellung ganz genau anschauen werden.
 
 
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