Interessant dabei: "Wer Astronaut werden will kann dies nur als offizieller Angehöriger eines Staates, der aktiv Raumfahrt betreibt", sagt Walter. So könne ein Bürger eines europäischen Landes kein NASA-Astronaut werden, solange er nicht zugleich auch US-Bürger ist.
Sind die angehenden Astronauten in dem Verfahren ermittelt worden, werden sie bei der ESA angestellt und bekommen eine einjährige Grundausbildung. Anschließend werden sie bei den einzelnen Projekten eingebunden und lernen vor allem, in der Schwerelosigkeit zu leben und zu arbeiten. Mit speziellem Fitnesstraining werden sie auf die körperlichen Belastungen der Raumfahrt vorbereitet. Grundlagen der Weltraumforschung, Geschichte der Raumfahrt, Technik, Organisation und Fremdsprachen gehören ebenfalls zu der weiteren Ausbildung, die insgesamt bis zu fünf Jahren dauert.
Weg in die Raumfahrt führt über die Uni
"Astronauten tragen zwar kein Verfallsdatum, haben aber ein optimales Berufsalter: Sie sind im Alter zwischen 35 und 50 Jahren am besten für Flugeinsätze geeignet", sagt Walter. Auch wenn die Auswahl eines hervorragenden Wissenschaftlers einem Sechser im Lotto gleicht - für die Zukunft sieht Walter gute Chancen: "Langfristig muss die Flugerfahrung der jetzigen Astronauten und die der internationalen ISS-Crew auf jüngere Astronauten übertragen werden und dazu braucht die ESA eine neue Astronauten-Generation."
Für alle, die entweder nicht in den Orbit fliegen wollen oder die, die bei der Arbeit lieber am Boden bleiben, gibt es Jobs in der Industrie. Raumfahrtingenieure sind dafür bestens geeignet, wie Walter sagt. "Ausgangspunkt ist meist das Studium Maschinenbau, in dem man sich in höheren Semestern auf die Luft- und Raumfahrt spezialisiert." Klassischerweise gehe der Weg zur Raumfahrt über die Universitäten: "Die Technischen Universitäten in München, Berlin, Braunschweig und Dresden bieten Studiengänge in Luft- und Raumfahrttechnik an. Die Universität in Stuttgart hat gar eine eigene Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik."




