Die wesentlichen Ausbildungsschritte

Die Ausbildung zum Brunnenbauer findet, wie bei der dualen Berufsausbildung üblich, abwechselnd im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. In der Regel dauert sie drei Jahre. Die Zwischenprüfung findet nach dem zweiten und die Abschlussprüfung im dritten Ausbildungsjahr statt. Wer die Ausbildungszeit auf zwei Jahre verkürzt, legt die Zwischenprüfung nach dem ersten Jahr ab. "In der ersten Stufe, die zwei Jahre dauert, erlernt der Auszubildende die baulichen Grundlagen und erhält eine Fachausbildung, die sich nach seinem Ausbildungsschwerpunkt richtet", erklärt Martin Brack, Leiter des überbetrieblichen Ausbildungszentrums (ÜAZ) Brandenburg/H. - Friesack, eine von zwei Bildungseinrichtungen in Deutschland, die Brunnenbauer ausbilden - neben dem in Rostrup/Mellendorf bei Bremen.

Nach zwei Jahren kann dann der Abschluss als Tiefbaufacharbeiter mit dem Schwerpunkt Brunnen- und Spezialtiefbauarbeiten erreicht werden. "Die Inhalte des Spezialtiefbauers und Brunnenbauers sind aus fachlicher Sicht analog", ergänzt Martin Brack. "Im dritten Ausbildungsjahr - dies ist die zweite Ausbildungsstufe - kann dieser ‚Spezialfacharbeiter' dann entweder Brunnenbauer oder Spezialtiefbauer werden", ergänzt er. Die bundesweit einheitlich geregelte Prüfung der Brunnenbauer findet für die Auszubildenden vom ÜAZ Friesack durch einen gemeinsamen Prüfungsausschuss der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer Potsdam statt.

Als Brunnenbaumeister einen eigenen Betrieb führen

Ausgebildete Brunnenbauer sind gefragt. Die Chance auf einen Job mit lohnender Perspektive ist groß. Die Bezahlung als Brunnenbauer kann sich sehen lassen. Die Stufen der Karriereleiter sind vorgegeben: Gesellenbrief, Vorarbeiter, geprüfter Polier, Bohrgeräteführer, Brunnenbaumeister. Ein Geselle kommt auf rund 2.500 Euro Brutto im Monat. Auch in kleinen Handwerksbetrieben oder auf Großbaustellen sind Brunnenbauer beschäftigt. Als Meister haben sie die Möglichkeit, ein eigenes Brunnenbauunternehmen zu gründen oder als Geschäftsführer in einem Brunnenbauunternehmen Firma tätig zu sein. Wer öffentliche Aufträge bekommen will, muss spezifische, qualifizierte Zertifikate vorweisen, die den Brunnenbauer zum Spezialisten für Baugrunderkundung oder neuartigen Erdwärmeanlagen machen.

Martin Brack denkt weiter: "Wünschenswert wäre eine Regelung, die den Brunnenbauer nach seinem erfolgreichen Berufsabschluss und der erworbenen Berufserfahrung zum Fach- oder Hochschulstudium für Geologie, Tiefbohrtechnik oder ähnliches berechtigt". Im Moment ist dies nur mit der Hochschulreife möglich.