Oft führen Rechtsmediziner vor Gericht als Sachverständige ihre Sektionsbefunde in die Hauptverhandlung ein. "Dieser Teil der Arbeit ist für mich besonders interessant, weil ich hier als eine Art Übersetzer meine naturwissenschaftlichen Fakten medizinischen Laien verständlich machen kann."
Vor Gericht bekommt der bis dahin anonyme Tote dann plötzlich eine Geschichte - Hintergründe zur Tat und Fakten aus dem Leben des Toten werden erörtert. Dinge, die auch einen erfahrenen Rechtsmediziner nicht kalt lassen.
Auch Gutachten bei anderen Straftaten
Allerdings haben Rechtsmediziner nicht nur mit Getöteten zu tun. Sie können auch zur Aufklärung von Gewalttaten beitragen, bei denen die Opfer überlebt haben. Beispielsweise werden sie bei Vergewaltigungen, Misshandlungen und Körperverletzungen damit betraut, das erlittene Verletzungsmuster zu analysieren und zur Rekonstruktion der Tat beizutragen.
Ferner untersuchen sie Blut-, Sperma- und Speichelproben, um eventuell vorhandene biologische Spuren eines Täters zu finden und zu charakterisieren und so zu seiner Überführung beizutragen. Daneben machen sie Alkoholanalysen, untersuchen Haare, Blut oder Urin auf Drogenkonsum und fertigen Gutachten beim Vorwurf eines ärztlichen Kunstfehlers an.






