Keine Schocktherapie für Studenten

Neben diesen Aufgaben, mit denen Rechtsmediziner von der Staatsanwaltschaft, von Gerichten, aber auch von Behörden und zum Beispiel von Versicherungsgesellschaften beauftragt werden, steht die Lehre im Mittelpunkt. Medizinstudenten werden mit den Grundlagen der Rechtsmedizin ebenso vertraut gemacht wie Jurastudenten.

Auch außerhalb der Uni halten sie Seminare ab - etwa für Polizisten, Anwälte, Richter und Schwesternschülerinnen. "Die Schüler und Studenten werden dabei jeweils angemessen auf ihre erste Begegnung am Seziertisch vorbereitet und sehen anfangs nur einzelne Gliedmaßen und erst im weiteren Verlauf der Ausbildung auch Verletzungen", erläutert Schmidt.

Forschung gehört zum Beruf

Schließlich gehört die Forschung zu den elementaren Aufgaben der Rechtsmediziner. Zum einen befassen sie sich mit anwendungsnaher Forschung, bei der es zum Beispiel um neue Methoden zur Beweissicherung geht. Aber auch an Schnittstellen zum Beispiel zur Neurobiologie und zur Anatomie werden grundlegende medizinische Sachverhalte untersucht.

Arbeit finden Rechtsmediziner in erster Linie in rechtsmedizinischen Instituten und Kliniken der Universitäten. Dort verdienen sie ähnlich wie Fachärzte: In ostdeutschen Universitätskliniken werden ihnen monatlich zwischen 4200 und 4800 Euro brutto überwiesen, ihre westdeutschen Kollegen erhalten zwischen 4750 und 5500 Euro brutto.