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Einstellungstest: Trainingslauf mit 330 Aufgaben

Wer sich um einen Job bewirbt, muss mit einem Assessment-Center rechnen. Die meisten Aufgaben verlieren ihren Schrecken, wenn man sie vorher schon mal geübt hat.

 
 
Einstellungstest: Trainingslauf mit 330 Aufgaben

© Stockdisc

 

Keine Angst vor der Konkurrenz - Einstellungstests kann man üben!

 
 
In einer Familie hat jeder Sohn dieselbe Anzahl von Schwestern wie Brüder. Jede Tochter hat aber zweimal so viele Brüder wie Schwestern. Wie viele Töchter hat die Familie? Auf solche Fragen muss gefasst sein, wer sich heute um einen Job bewirbt. Auch wer den Traumjob bereits ergattert hat, ist nicht sicher vor einem Psychotest. Viele Firmen setzen Eignungstests ein, um die Kandidaten für eine Beförderung zu vergleichen.

Psychotests werden immer beliebter - und immer härter. Früher waren es oft nur Fragebögen, mit denen Firmen herausfinden wollten, wie intelligent, konzentrations-, leistungs- oder teamfähig der Aspirant auf einen Job ist. Heute müssen die potenziellen Fach- und Führungskräfte oft tagelang gegeneinander antreten. So genannte "Assessment-Center" (abgekürzt AC), ein Methodenmix aus Tests und Arbeitssimulationen, dauern bis zu fünf Tage. Fünf bis 15 Bewerber müssen sich etwa darin messen lassen, wie sie den Postkorb bearbeiten, in Gruppendiskussionen abschneiden oder simple Textaufgaben lösen.

Die meisten Fragen und Aufgaben verlieren ihren Schrecken, wenn man sie vorher schon mal gelesen und vielleicht sogar geübt hat. Die beste Strategie, diesem Thema zu begegnen, ist Training - denn bestimmte Typen von Aufgaben kehren in allen Tests regelmäßig wieder.

Die Tests sind äußerst umstritten. Der Bochumer Universitätspsychologe Rüdiger Hossiep findet es "abwegig und leistungsfeindlich, heute noch Tests abzulehnen". Kritiker wie die Buchautoren Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader, die unseren Trainings-Test zusammengestellt haben, sprechen dagegen von "sadistischen Ritualen", von einer "frühkapitalistisch anmutenden Käufermentalität", die Arbeitnehmer zu Psychosklaven herabwürdige. In ihren Büchern leiten sie daher Bewerber an, die Tests zu "knacken". Die Liste der Antworten, die Personalchefs angeblich gerne hören, liest sich wie das Psychogramm des idealen deutschen Arbeitnehmers.

Übrigens: Wer immer noch nicht weiß, wie sich die kinderreiche Familie zusammensetzt - sie hat drei Töchter und vier Söhne.
 
 
Weiter: Gängige Testmethoden: Welche Methoden Firmen einsetzen
 
 
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