Ratgeber

 

Burn-out - die Karrierekrankheit

Burn-out ist das Volksleiden einer modernen Gesellschaft. Wir sagen ihnen, warum die Zahl der Ausgebrannten immer weiter wächst und wie Sie sich vor einem Burn-out schützen können.

 
 
Karrierekrankheit Burn-out

© aboutpixel.de / YariK

 

Wenn einfach nichts mehr geht, heißt es häufig Burn-out!

 
 

Tipps zum Thema

 

Hilfreiche Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Burn-Out-Syndrom

 
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Bewusste Pausen machen, tief durchatmen, Ruheinseln schaffen.
 
Das "Centrum für Disease Management" in München ist - ungeachtet seines etwas seltsamen Namens - seit Jahren eine verdienstvolle Einrichtung: Man untersucht beispielsweise die Frage, warum Patienten so oft ihre Tabletten nicht nehmen, und fördert die Rehabilitation von psychisch Kranken durch "therapeutisches Klettern".

Seit vergangenem Jahr jedoch haben die "Krankheits-Manager" (eigentlich eine Abteilung des Klinikums rechts der Isar) fast mehr zu tun, als sie leisten können. Denn das Team um den Leitenden Oberarzt Werner Kissling bietet Firmen auch Schulung und Beratung zum Thema "psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz" an. "Durch die Suizid-Serien in Frankreich kam vieles ins Rollen", sagt Kisslings Assistentin Rosmarie Mendel. Dort musste beispielsweise der Chef von France Télécom gehen, nachdem sich innerhalb zweier Jahre 35 seiner Untergebenen das Leben genommen hatten. Mendel fügt an, nach dem Tod des Fußballtorwarts Robert Enke habe sich das Interesse an der Arbeit des "Centrums" noch einmal gesteigert. Bisheriger Höhepunkt war in der vorvergangenen Woche ein Kongress, zu dem sich über 450 Vertreter von Firmen und Behörden aus ganz Deutschland in München einfanden. Mehr als 200 Anmeldungen musste Rosmarie Mendel aus Platzgründen ablehnen.

Ist es echte Sorge - oder bloß die Angst vor bösen Schlagzeilen, die deutsche Chefs plötzlich die seelische Gesundheit ihrer Mitarbeiter entdecken lässt? Auf dem Podium fiel immer wieder ein Begriff: Burn-out. Welche Vorbeugungsmaßnahmen kann man treffen, wie kann man betroffene Mitarbeiter erkennen, wie ihnen helfen? Nicht nur die weite Verbreitung des "Ausgebranntseins" ist erstaunlich, sondern auch, dass es sich um die einzige Seelenpein handelt, mit der Menschen offenbar gern an die Öffentlichkeit gehen. Gerade in den Rängen der Prominenten und Halbprominenten scheint es zum guten Ton zu gehören, sich entsprechend zu outen. Dies tat Anfang vergangenen Jahres zum Beispiel der Popsänger Peter Plate, männliche Hälfte des Duos Rosenstolz (Songtitel u.a.: "Die Schlampen sind müde"). Angeblich geht es ihm wieder besser, dennoch pausiert Rosenstolz noch das gesamte Jahr 2010.

"Ich konnte nicht so weitermachen wie bisher", erklärt auch der katalanische Küchen-Künstler Ferran Adrià (siehe Interview), spricht davon, "müde" zu sein und "ein normales Leben" führen zu wollen. Bruce Darnell, exzentrischer Juror einer bekannten Model-Casting-Show, gab an, vor einigen Jahren ein Burn-out erlitten und sogar einen Suizidversuch unternommen zu haben.

Die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel, Lebensgefährtin der TV-Journalistin Anne Will, begab sich sogar in eine Klinik - und schrieb ein Buch über ihre Therapie ("Brief an mein Leben"), das in diesen Tagen erscheint. Noch 2007 hatte Meckel in ihrem Vorgängerbuch vor der schnellen elektronischen Kommunikation gewarnt und "das Glück der Unerreichbarkeit" beschworen - aber offenbar nicht am Schopf gepackt. Und auch Bestsellerautor Frank Schätzing bekannte schon, "die Klaviatur des Selbstzweifels, inklusive Burn-out", zu kennen: "Es gab Zeiten, da war mir alles zu viel"

 
 
Weiter: Teil 2: Eine Karrierekrankheit auf dem Weg nach oben
 
 
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