"In einem gewissen Maß kann Egozentrik auf der Karriereleiter tatsächlich nützlich sein", sagt der Psychologe Jürgen Hesse. Schließlich müsse sich ein Manager für wichtig halten und sich auch sehr gern im Zentrum sehen wollen. "Auf die graue Maus wird man nicht aufmerksam, und wer es immer allen recht machen will, kommt in einem Konzern nicht nach vorn, geschweige denn an die Spitze. Man ist nun mal keine Cheffigur, wenn man das Fähnchen im Wind flattern lässt."
Egozentrik als Zutat zum Erfolg
Der Schweizer Chefarzt und Psychologe Gerhard Dammann beschreibt in seinem Buch "Narzissten, Egomanen, Psychopathen in der Führungsetage: Fallbeispiele und Lösungswege für ein wirksames Management", wie die Mischung aus Intelligenz, Ausstrahlung und narzisstischem Ehrgeiz in die Führungsetage führen kann. Er sieht im Narzissmus, der Eigenliebe, eine Triebfeder, die weniger erfolgreichen Menschen fehlt: "Narzissten wollen immer mehr: mehr Arbeit und Verantwortung, mehr Geld und auch mehr Ruhm." Doch Egozentrik und Narzissmus sind keine Eigenschaften, die man in Karrierebibeln findet oder in Managerseminaren lernt. "Sie sind nur eine Zutat zum Erfolg", erklärt die Hamburger Karriereberaterin Svenja Hofert. Allerdings: "Am Anfang einer Karriere darf sie nur sehr gering dosiert werden." Aus ihrer Erfahrung weiß sie, dass es in Assessment-Centern auf den Teamgeist ankommt. "Jemand, der einfach nur durchprescht, wird da nicht weit kommen."




