Argumente oder die einfachste Lösung den Gegenüber nicht überzeugen, weil dieser ein Meister der Eigenvermarktung ist und grundsätzlich nur als Gewinner aus einem "Infight mit Kollegen" hervorgeht.
Es gibt Studien, deren Ergebnisse sind einfach nur verstörend. So belegen Untersuchungen amerikanischer Wissenschaftler: Die besten Chancen auf eine Führungsposition haben nicht etwa die fähigsten Mitarbeiter eines Unternehmens, sondern jene mit einer ausgeprägten narzistischen Störung. Die, so die Forscher, eigneten sich zwar keineswegs besser zur Menschenführung als Kollegen, die nicht an Selbstüberschätzung leiden. Narzisten neigten aber dazu, sich besonders wenig um andere Menschen zu kümmern. Dies würde oft als Zielstrebigkeit interpretiert und wirke quasi wie ein Karrierebeschleuniger.
Nun ist es eine Sache, einen Chef zu haben, von dessen fachlichen Fähigkeiten man nicht hundertprozentig überzeugt ist. Oft beginnt das Elend aber schon deutlich früher. Bereits wer mit einem Kollegen geschlagen ist, der den Sprung zur Führungskraft noch nicht vollzogen hat, hat im Alltag nicht viel zu lachen. Das gilt zumindest dann, wenn der Ehrgeiz des ambitionierten Wenigkönners die eigene Arbeitsbelastung vermehrt, statt sie zu vermindern.