Schlagfertigkeit beim Bewerbungsgespräch - geht das? Unbedingt, meinen Rhetorikexperten: Wer keine Phrasen verwendet, sondern interessant formuliert, der macht sich interessant.
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Job-Suche: Neun Tipps für die Online-Bewerbung
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Tipp 1: Achten Sie auf höchste Sorgfalt! Rechtschreibfehler bedeuten immer das Aus - früher in einer postalischen Bewerbung genauso wie heute in einer Online-Bewerbung.
Tipp 2: Nutzen Sie eine seriöse E-Mail-Adresse als Absender! Adressen wie Mausi1983@arcor.de sind in jedem Fall kontraproduktiv. Besser ist: vorname.nachname@arcor.de.
Tipp 3: Nennen Sie einen eindeutigen Betreff! In die Betreffzeile Ihrer E-Mail gehören: die ausgeschriebene Position, der Standort und wenn möglich die Kennziffer aus der Stellenanzeige. So kann der Personaler Ihre Bewerbung leichter zuordnen.
Tipp 4: Achten Sie auf die Größe des Anhangs! Der E-Mail-Anhang einer Online-Bewerbung sollte nicht größer als drei MB sein. Verzichten Sie im Zweifel lieber auf ein Arbeitszeugnis und reichen Sie dieses stattdessen bei Bedarf nach.
Tipp 5: Verschicken Sie nur eine Datei als Anhang! Speichern Sie alle Bewerbungsbestandteile im pdf-Format in einer Datei. Mehrere Dateien erschweren Personalern deren Arbeit.
Tipp 6: Schreiben Sie das Anschreiben direkt in das Mail-Fenster! Hängen Sie es nicht als eigene Datei an Ihre E-Mail. Hintergrund: Personaler bevorzugen - wie erwähnt - nur eine einzige Datei.
Tipp 7: Verwenden Sie ein professionelles Bewerbungsfoto. Das Online-Medium verführt dazu digitale Schnappschüsse zu nutzen. Falsch! Ihr Bewerbungsfoto sollte immer bei einem professionellen Fotografen gemacht werden.
Tipp 8: Auf ein individuelles Anschreiben achten! Keine standardisierten Anschreiben nach Copy-Paste-Manier verschicken. Erfahrene Personaler erkennen das sofort.
Tipp 9: Recherchieren Sie immer die persönliche E-Mail-Adresse des zuständigen Personalers. Geht diese nicht aus der Stellenanzeige hervor, rufen Sie im Unternehmen an. Mails an Sammeladressen wie info@ oder bewerbung@ kommen oft nicht beim richtigen Ansprechpartner an.
Der Bewerber sitzt dem Personalchef gegenüber. Der blättert in den Unterlagen und stellt schließlich die entscheidende Frage: "Warum sollen wir von den 20 Bewerbern gerade Sie einstellen?" Auch Anja Bretschneider kam an der Frage nicht vorbei. Die 31 Jahre alte Leipzigerin, die sich bei einer Werbeagentur beworben hatte, antwortete aus dem Bauch heraus: "Weil ich weiß, wie man überzeugend wirbt. Bei den anderen 19 bin ich mir da nicht so sicher." Noch heute weiß die Werbetexterin nicht, ob jener Satz den Ausschlag für ihre Anstellung gab. "Ich fand mich da sogar ein wenig frech, aber der Geschäftsführer lachte - und schon war die Situation entspannter."
Sich authentisch verkaufen
Silvia Schneider, Personalreferentin eines Berliner mittelständischen Unternehmens, kennt solche Situationen zu Genüge: "Mit solchen Fragen teste ich, ob der Bewerber authentisch ist, denn nichts ist langweiliger als eine auswendig gelernte und hochtrabend klingende Standardantwort." Wer es hingegen schafft, die Personalerin zu überraschen, hat beste Karten.
Für Bewerber hingegen ist das durchaus ein Dilemma: Einerseits muss ein Gespräch gründlich vorbereitet sein, andererseits sollen die Antworten eben nicht vorformuliert, sondern kreativ und geistreich wirken. "Doch das muss kein Gegensatz sein", sagt Rene Borbonus. Der Inhaber des Kommunikationsinstituts Communico ist als Rhetorik-Trainer Experte für vorbereitete Spontaneität und kennt deren Tücken: "Von Winston Churchill ist überliefert, dass ihn nichts so viel Vorbereitung gekostet hat wie seine Stegreifreden", betont Borbonus und zieht Parallelen zu Bewerbungssituationen. "Eine gute Vorbereitung, in der man kritische Situationen im Kopf durchspielt, ist das A und O."