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The Witcher 2: Assassins of Kings

In The Witcher 2: Assassins of Kings sprintet der Hexer Geralt durch ein packend erzähltes Abenteuer, dem auf der Zielgeraden die Puste ausgeht. Dass der Entwickler CD Projekt hier dennoch ein großes Rollenspiel abgeliefert hat, verrät unser Test.

 

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The Witcher 2: Assassins of Kings

© IDG

 

The Witcher 2: Assassins of Kings

 
 
Geralt Roger Erik du Haute-Bellegard, ach du Schande! Im Roman Die Feuertaufe erzählt der Held, dass er sich zunächst diesen Namen geben wollte, dann aber doch das handlichere »Geralt von Riva« wählte.

Gut so, schließlich leben die auf den Büchern basierenden Rollenspiele The Witcherund The Witcher 2: Assassins of Kingsenorm von ihrer Hauptfigur: dem grauhaarigen Hexer Geralt, seines Zeichens Mutant, Monsterjäger, Weiberheld und coolster Schwertschwinger nördlich von Nilfgaard. Der darf doch nicht heißen wie ein französischer Näselbaron mit Pudelperücke!

In The Witcher 2 erlebt der Graukopf ein neues Abenteuer, das erzählerische Maßstäbe setzt – bis auf den enttäuschenden Endspurt.

Der Day-1-Patch, den CD Projekt zum Verkaufsstart veröffentlicht hat, lag uns zum Test von The Witcher 2 bereits vor. Das Update fließt demnach in unsere Wertung ein, weitere Informationen finden Sie auf Seite 5 im Abschnitt Bugs und der erste Patch.

Die Story: Viel Inszenierung, wenige Atempausen

Wie sein Vorgänger spielt The Witcher 2 in einer düsteren Fantasy-Welt, in der Krieg, Mord und Vergewaltigung an der Tagesordnung sind. Elfen und Zwerge vegetieren als Bürger zweiter Klasse dahin oder ringen als Guerillakrieger gegen ihre menschlichen Unterdrücker.

Der Hexer selbst sitzt zum Spielbeginn im Kerker. Wie er in diese Misere geraten ist, erzählt der hervorragend inszenierte Prolog, in dem Geralt seinen Königskumpel Foltest zu einer Belagerungsschlacht begleitet.

Auf diese Rückblende folgt der erste der drei Story-Akte, der im Schmuddeldorf Flotsam spielt. Dort entspinnt sich die eigentliche Geschichte: Der Hexer jagt einen Glatzkopf, der Monarchen meuchelt. Das Erzähltempo bleibt konstant hoch, gut geschriebene und vertonte Dialoge sowie filmhafte Zwischensequenzen treiben die wendungsreiche Handlung voran.

Zumindest, wenn Sie die Hauptmissionen stur abarbeiten. Alternativ erkunden Sie das Umland von Flotsam, das nicht ganz so weitläufig ausfällt wie die Areale im ersten The Witcher; nach rund 30 Minuten haben Sie alles gesehen. Dafür hat der Entwickler CD Projekt die Welt mit interessanten Nebenaufträgen gefüllt. Dazu gleich mehr.

Die Erzählweise: Spektakel mit Charakter(en)

Nach der Belagerung im Prolog beginnt auch der zweite Akt vor einer famosen Schlachtenkulisse: Gemeinsam mit einigen Begleitern durchquert der Hexer ein Feld, auf dem sich zwei Geisterheere bekriegen. Danach lässt das Erzähltempo ein wenig nach, Geralt verbringt viel Zeit mit Hin- und Herlaufen.

Dennoch bleibt die Geschichte spannend, überraschende Wendungen inklusive. Zwischendurch übernehmen Sie immer mal wieder andere Personen, zum Beispiel schlüpfen Sie ins Gedächtnis eines getöteten Attentäters, um dessen letzte Erinnerungen nachzuerleben.

Diese Rollenwechsel sind ein cleverer Erzählkniff und eine willkommene Abwechslung Überdies trifft Geralt durchweg auf markante Charaktere. Die lebendigen Haupt- und Nebenfiguren zählen zu den zentralen Stärken des Spiels.

Auf die Hintergründe der Personen geht The Witcher 2 allerdings kaum ein. Beispielsweise erfahren Sie allenfalls zwischen den Zeilen und in Tagebuch-Einträgen, dass Geralt bereits zuvor mit Foltest (und dessen Monstertochter) zu tun hatte. Wer alle Anspielungen verstehen möchte, sollte den Vorgänger gespielt haben.

Die wichtigen Charaktere und ihre Motivation lernen aber auch Geralt-Neulinge rasch kennen. Unterm Strich wäre The Witcher 2 folglich ein exzellent erzähltes Rollenspiel voll denkwürdiger Momente. Wenn der dritte Story-Akt nicht wäre.

In Zusammenarbeit mit www.gamestar.de
 
 
Weiter: Der dritte Akt: Schlappe auf der Zielgeraden
 
 
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