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Stronghold 3

Bugs, KI-Mängel, Bedienung aus der Hölle: Stronghold 3 versemmelt’s im Test gründlich. In kaum einen Spiel liegen Spaß und Frust so dicht beieinander wie hier.

 

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Stronghold 3hätte so schön sein können. Genau zehn Jahre nach dem ersten Strongholdund fünf Jahre nach Stronghold 2haben wir uns auf das nächste Burgenbau-und-Abreißspiel der Firefly Studios gefreut. Die hatten uns vor Kurzem noch eine Version präsentiert, die uns aufatmen ließ: Trotz oller Optik hatten wir einen guten Eindruck von Stronghold 3, konnten allerdings nur kleine Teile der Wirtschaftskampagne ausprobieren, die Militärkampagne gar nicht.

Umso schlimmer die Ernüchterung beim »fertigen« Spiel: Trotz des Blitz-Patches zwei Tage nach dem Erscheinungstermin wimmelt Stronghold 3 nur so von Fehlern und Bedienungsmängeln, unausgereiften Elementen und KI-Kapriolen, Abstürzen und Schludereien. Bei manchen Kämpfen verlieren wir durch solche Macken mehr Truppen als durch Feindeshand.

Auf der anderen Seite erleben wir immer wieder, wie großartig die Neuauflage des ersten Stronghold hätte werden können. Unter Belagerungsdruck eine funktionierende Wirtschaft aufbauen, gleichzeitig die Bevölkerung bei Laune halten, Truppen zusammenstellen und die perfekte Abwehranlage errichten -- das Spielprinzip fesselt in Stronghold 3 immer noch wie vor zehn Jahren. Da muss auch die Grafik nicht perfekt sein, das war sie schon damals nicht.

Achtung Bugs!
Trotz eines ersten Patches zwei Tage nach Erscheinungstermin wimmelt Stronghold 3 von Bugs, Mängeln und Bedienschwächen. Ein paar Beispiele: Mauern lassen sich nur mit viel Gefummel oder gar nicht platzieren, Lücken kaum schließen. Gegner sind schwer anzuvisieren, oft muss man den Mauszeiger neben sie halten, vor allem, wenn sie sich bewegen. Es gibt keine Beschleunigungstaste. Für die Woche vom 31. Oktober ist ein weiterer Patch angekündigt. Unser Test basiert auf der Version 1.1.24196 vom 27. Oktober.

Steam-Pflicht
Strongold 3 basiert auf Valves Online-Plattform Steam. Sie müssen dort ein Benutzerkonto anlegen und das Spiel damit verknüpfen. Deshalb lässt sich der Burgenbau-Simulator auch nicht mehr weiterverkaufen.

Bauen: Wut zur Lücke

Was in Stronghold 3 einfach funktionieren MUSS, ist zum Beispiel der Burgenbau. Tut er aber nicht, immer wieder müssen wir Mauern abreißen und anders bauen, weil das Programm uns keine Treppen errichten lässt – obwohl genug Platz dafür wäre, und unsere Steinvorräte für zehn Treppen reichen würden. Doch ohne Treppe kriegen wir natürlich keine Schützen auf die Zinnen.

Anderes Beispiel: Mauern kann man durch Ziehen anlegen. Doch wehe, wir wollen eine kleine Lücke füllen – das klappt nur selten, und wenn, dann nach extremer Fummelei. Die gute Nachricht: Irgendwann hat sich das Gefrickel von selbst erledigt, weil der KI-Gegner durch genau diese Lücke rauscht und die dösig dahinter stehenden Bogenschützen im Nahkampf umhaut.

Im Gegenzug stellt sich aber auch der KI-Gegner gerne mal dusselig an. In einer Mission errichten wir in Speerwurfweite einen Wachturm neben seinem Holzfällerlager, besetzen das Bauwerk mit Truppen und erledigen die gegnerischen Holzhackerbuam. Und was macht der Feind? Richtig, der schickt seelenruhig weitere Holzmichels als Speerfutter hin. Vielleicht hat der andere Kommandant aber auch einfach nicht mitbekommen, dass seine Untertanen wie die Fliegen sterben – uns sagt das nämlich auch keiner. Das optische und akustische Feedback ist reichlich dünn.

Immer wieder haben wir erlebt, dass Gegner irgendwo durchbrechen und unsere Zivilisten plätten, ohne dass eine Warnmeldung aufploppte. Oft reichte dazu ein einzelner Feindsoldat, denn alle Einheiten sind dermaßen lahmarschig unterwegs, dass wir ihnen am liebsten in die kleinen Pixelhintern treten wollen. Selbst bei Bären- oder Wolfsangriffen, die gern mal die halbe Dorfbevölkerung dahinraffen, schlendern unser Feldherr oder die Infanterie in aller Seelenruhe los, um den Aggro-Pelzen einen auf selbigen zu brennen.

In Zusammenarbeit mit http://www.gamestar.de
 
 
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