Viele kulturelle Einflüsse und unterschiedliche Religionen im Land haben die kulinarische Welt Indiens geprägt. Neben Hindus und Buddhisten spielen auch die Essgewohnheiten der Moslems eine große Rolle. Während Buddhisten hauptsächlich vegetarisch essen, verzichten Hindus nur auf Rindfleisch und Moslems nur auf Schweinefleisch. Allgemein wird Fleisch bei indischen Rezepten selten verwendet. Couscous, Kichererbsen, Linsen und Reis gehören zu den Alltagsgerichten, Milchprodukte und Hülsenfrüchte bestimmen den Speiseplan. Die Hauptrolle in der indischen Küche spielen ganz klar die Gewürze. Diese verbinden die vielen verschiedenen regionale Gerichte und Kochstile, die vom Himalaya bis zur Südspitze Indiens reichen und extrem verschieden sind.

Die Küche der Mogulen
Bei uns am bekanntesten ist die nordindische Küche, insbesondere die der Mogulen. Hier werden besonders viele Milchprodukte wie, Joghurt und ein verhältnismäßig hoher Anteil an Fleischgerichten, meist Ziegen- oder Lammfleisch gegessen. In dieser Küche spielen auch orientalische Einflüsse eine Rolle und führen zur Verwendung vo Nüssen, sowie Gewürzen wie Kreuzkümmel und Safran. Typisch für Nordindien sind die Gerichte aus dem Tandur, einem Lehmofen, in dem nicht nur Brotspezialitäten wie Chapati, sondern auch das bekannte Tanduri-Hähnchen zubereitet werden. Eine weitere Spezialität sind die auch in Pakistan verbreiteten Teigtaschen Samosas. Der Osten des Landes ist vor allem für seine Desserts bekannt. In vielen Nachspeisen und Süßigkeiten werden Nüsse verwendet, wie auch im bekannten Pista Kulfi, dem indischen Pistazien Eis.

In Südindien werden besonders viel Gemüse und Früchte, aber auch Fisch und Meeresfrüchte verwendet. Das tropische Klima ermöglicht eine abwechslungseiche, gesunde Küche und rückt die Kokussnuss in den Fokus. Kokosmilch und Kokosöl sind typisch für die Küche im Süden des Landes. Hier haben auch die beliebten Currys ihren Ursprung, die oftmal mit der gleichnamigen Gewürzmischung verwechselt werden. Dabei haben die soßig-würzigen Gerichte damit nicht viel gemeinsam. Charakteristisch für die Küche Südindiens ist auch die Verwendung von Chillies und Pfeffer, was den Gerichten eine hohe Schärfe verleiht. Der Westen des Landes ist in viele verschiedenen Religionen und Lebensweisen zerteilt, was sich auch in den Rezepten wiederspiegelt. In Goa hat zum Beispiel die Spezialität Vindalho (mariniertes Schweinfleisch) ihren Ursprung, wohingegen die Küstenbevölkerung vermehrt Fischgerichte zubereitet.

"Masala" - spezielle Gewürzmischungen
Gewürze wie Curry, Safran, Kurkuma, Kardamom und Kreuzkümmel bilden die Grundpfeiler aller Gerichte Indiens und finden sich u.a. den traditionellen Lamm-, Fisch-, Kartoffel- und Gemüsecurry wieder. Besonders bekannt sind die "Masala", spezielle Gewürzmischungen, die in vielen Gerichten verwendet werden und diesen meist auch ihren Namen geben. So ist das "Tanduri Chicken" ein beliebtes Gericht, das mit der Gewürzmischung "Tanduri Masala" gekocht wird.

Beliebte Getränke in Indien sind Kaffee, Tee, Masala Chai (Milchtee mit Gewürzen), Fruchtsäfte und Getränke auf Milchgrundlage wie Lassi (ein Joghurtgetränk). Aus religiösen Gründen werden alkoholische Getränke von vielen Indern abgelehnt und ist In einigen Bundesstaaten generell nicht erhältlich.