Unter der Kolonial-Herrschaft der Spanier veränderten sich nicht nur die Sprache und die Kultur Mexikos, sondern auch dessen Essgewohnheiten. Bis heute ist die Küche der Nordamerikaner sowohl von den Ureinwohnern, als auch von den europäischen Eroberern geprägt. Besonders in den Regionalküchen des Landes werden diese Unterschiede sichtbar. Der Norden ist dabei eher von spanischen, der Süden von indigenen Küche beeinflusst.

Mexikos Regionalküchen
Die Indio-Traditio beschäftigt sich viel mit Chili. Die Mayas sind besonders durch den hohen Maisanteil in den Gerichten präsent. Mais spielte früher eine so große Rolle, dass es sogar einen Maisgott gab, der regelmäßig angebetet wurde um eine gute Ernte zu garantieren. Typisch für den Süden sind Eintöpfe und Saucen, die meisten mit Chili in den unterschiedlichsten Schärfen abgeschmeckt werden. Dazu gibt es die weitbekannten Maistortillas. Die Küche aus dem Süden gilt als besonders schmackhaft und variationsreich.

Die Gerichte aus dem Norden sind rindfleischorientiert und stehen eher unter dem spanisch-kolonialen Einfluss, was auch der Grund dafür ist, dass hier die Gerichte nicht so scharf gewürzt werden. Auch Essensgewohnheit werden hier vom Nachbarn Texas beeinflusst. Die Hauptspeisen werden nicht alle zusammen und gleichzeitig auf einem Teller als Mischgericht gegessen, sondern erst die Beilage, bevorzugt Reis oder Bohnen, und dann das Fleisch. Die weitverbreiteten Tortillas werden nicht aus Mais, sondern aus Weizen hergestellt. Die Küstenregionen zeichnen sich vor allem durch Fischgerichte und Meeresfrüchte in den unterschiedlichsten Variationen aus. Diese werden meist mit Tomaten und Kräutern angemacht oder als Beilage serviert. Als Vorspeise wird hier häufig ein Krabben- oder Meeresfrüchtecocktail angeboten. Auch das Hochland von Mexiko hat seine eigenen Spezialitäten. Hier werden gern kleine Häppchen für zwischendurch serviert und zu den größeren Mahlzeiten werden bevorzugt Gerichte vom Schwein gegessen. Das typische Mittagessen besteht in diesem Teil von Mexiko aus Suppe, gefolgt von Reis, dann die Hauptspeise und einem kleinen Dessert im Anschluss. Die Desserts im Hochland sind auf Grund des im Gebiet verbreiteten Bohnenanbaus häufig mit Kaffee, Kakao oder Schokolade zubereitet.

Typisch mexikanisch, oder?
Gerichte die nach unserem Empfinden zur mexikanischen Küche gehören, sind Chili con carne und Nachos. Hierbei handelt es sich jedoch um einen Trugschluss, denn diese beiden Klassiker sind texanische Gerichte, wobei das heutige Texas ehemaliges mexikanisches Gebiet ist. Sie gehören zur Tex-Mex-Küche und sind größtenteils in Mexiko unbekannt.

Anders ist es da bei beliebten Gerichten wie den Tortillas. Diese Fladen aus Maismehl werden mit unterschiedlichsten Füllungen und Saucen bestückt und als Vorspeise oder Snack serviert. Aber auch Suppen werden häufig als Vorspeise gereicht. Eher untypisch als Mexikanische Vorspeisen sind Salate. Typisch mexikanisch ist auch die Chilli. Das Ursprungsland dieser würzigen Schote, verwendet die über 96 verschiedenen Arten in beinah jedem Rezept. Von super scharf bis mild, vom Gewürzpulver bis zu fritierten Jalapeños - die Mexikanische Küche lebt vom einzigartigen Geschmack der Chilli.

Die Essgewohnheiten unterscheiden sich ein wenig von den unseren und beeinflussen den Tagesablauf der Einwohner. Das Frühstück besteht nur aus einem Kaffee und einer kleinen süßen Backware, da einige Stunden später das sogenannte Almuerzo, ein zweites Frühstück stattfindet, welches reichhaltiger ausfällt. Verzehrt werden Eiergerichte oder mit Käse und Sahne zubereitete Tortillas in Chilisauce. Die wichtigste Mahlzeit ist das Mittagessen, weshalb an einem Arbeitstag die Mittagspause recht lang ist. Gegessen wird erst gegen 15 Uhr. Am Abend essen die Mexikaner nur noch einen kleinen Imbiss aus Gemüse und Früchten, auch gerne in den bereits erwähnten Tortillas.

Auf keinen Fall unerwähnt bleiben sollte der Mezcal. Dieser Agaven-Brand ist besonders unter dem Namen Tequilla bekannt und stammt zu 80 % aus dem mexikanischen Bundesstaat Jalisco. Mittlerweile beherrscht die blaue Agave weite Teile dieser Region. Ein Exportschlager und bei Einheimischen beliebt ist "Corona". Dieses Bier hat sich in den letzten Jahren zur echten Trendmarke gemausert und ist auf Platz vier der meistverkauften Sorte weltweit geklettert.