Keine Hochzeit, das Aus nach vier Beziehungsjahren. Hanna: "Alles fühlte sich plötzlich falsch an. Ich spürte, dass es noch so viel mehr gibt als das, was ich bisher kennengelernt hatte." Also lieber die große Ungewissheit als das Gefühl, sich festzulegen und was zu verpassen. Mit Matti verbindet Hanna jetzt eine lose Beziehung - eine "Halbbeziehung" eben.
Offene Türen
In Zeiten der Liebe 2.0 tun sich offensichtlich immer mehr Menschen schwer, das mit der großen Liebe klarzukriegen. Wo man hinschaut, tummeln sich Paare, die immer wieder betonen, kein richtiges Paar zu sein. Die zugeben, dass da zwar "was läuft", aber nicht gerade das ganz große Feuerwerk gezündet hat. "Vielleicht" oder "Das wollen wir beide so" - das sind die Überschriften des neuen Bindungsmusters der Generation Praktikum.
Auch in Beziehungsfragen ist also nur sicher, dass nichts sicher ist. Quasi Liebe auf Probe - und ohne Kündigungsschutz. Als "Affäre mit Reden" bezeichnet Paul seinen Zustand, wenn er mal wieder seine Wochenendliebe zum Bahnhof gebracht hat. Die Dominanz des Internets verstärkt dieses Phänomen. "Auf Facebook hat doch jeder inzwischen so viele Freunde, dass er für seine echten Kumpel eine neue Bezeichnung finden müsste", meint Paul achselzuckend.
No Commitment
Dahinter vermuten Psychologen etwas, das man früher klassisch als Bindungsangst bezeichnet hätte. Davon waren vor allem Männer besetzt, die auch im fortgeschrittenen Alter noch der Meinung waren, zu jung zu sein für eine Familiengründung. Die schon Probleme hatten, eine Langspielplatte zu kaufen, weil sie das zu sehr festgelegt hätte. Heute macht sich unter Frauen und Männern gleichermaßen eine Bindungsunwilligkeit bemerkbar - befeuert von schier unendlichen Möglichkeiten, sich jederzeit real oder virtuell mit Gleichgesinnten zu treffen. Aktuellen Zahlen zufolge sollen inzwischen über 20 Prozent der Deutschen ohne feste Beziehung leben.











