"Das Bett ist noch warm von seinem Körper, alles erinnert daran, dass Andy gerade noch da war", beschreibt sie diese innere Leere. Am meisten gehen ihr die Stunden, die auf den Abschied folgen, unter die Haut: "Man fühlt sich niedergeschlagen in dieser plötzlichen Stille." Doch dann kommt sein Anruf, sie hört sein "Vermiss dich" - und die schmerzende Einsamkeit weicht langsam der großen Vorfreude auf das nächste gemeinsame Wochenende.
WECHSELBAD DER GEFÜHLE
Liebe auf Distanz ist ein Wechselbad der Gefühle. Sanny und Andreas sind seit acht Jahren ein Paar. Die große Liebe, sagen beide, mit Gefühlsexplosionen und ganz viel Nähe. Die letzten sechs Jahre haben sie zusammengewohnt, bevor Andreas aus beruflichen Gründen nach Frankfurt musste. Dort hat er ein Angebot in der Mediaabteilung eines großen Hotels angenommen, in Hamburg war nichts zu machen. "Ich konnte mir das zunächst überhaupt nicht vorstellen", erinnert sich Sanny. Doch diese Ablehnung bescherte ihr nur negative Gefühle. "Letztlich hatten wir keine andere Wahl, ich hätte ja auch nicht meinen Verlagsjob aufgegeben, nur um mit ihm nach Frankfurt zu gehen", gesteht sie.
Eines ist fast allen Paaren, die sich lieben, aber weit voneinander entfernt leben, gemeinsam: Wirklich Lust auf diese Lebensform hat keiner. Aber jeder ist, und das ist ein starkes, positives Gefühl, für diesen einen Menschen bereit, sich darauf einzulassen - auf unzählige traurige Abschiede auf überfüllten Bahnsteigen und sterilen Flughäfen, auf astronomisch hohe Telefonkosten und immer wiederkehrende Einsamkeit.











