Die Ursachen und Gründe für die Untreue beschäftigen Wissenschaftler wie den Psychologen Dr. Ragnar Beer von der Universität Göttingen. Er hat im Internetforum www.theratalk.de mehrere Studien zum Thema Untreue durchgeführt.
Weibliche Untreue ist kein gesellschaftliches Stigma mehr
Seine Erkenntnis: Die Zeiten, in denen Frauen allein die Betrogenen waren, sind endgültig vorbei. Die Hemmschwelle sinkt, weil für Frauen die möglichen Konsequenzen ihrer Untreue keine Tragödie mehr darstellen. "Heute ist es kein Stigma mehr, geschieden und alleinerziehend zu sein. Außerdem", so der Experte weiter, "spielt auch die Berufstätigkeit eine große Rolle. Dadurch sind Frauen nicht nur weniger kontrollierbar als vor dreißig Jahren, sondern sie sind vor allem wirtschaftlich unabhängiger."
Sexueller Frust führt zur Untreue
Was Wissenschaftler besonders bewegt, ist die spannende Frage, was die Auslöser sind, den Partner zu hintergehen - und zwar oft nicht erst im verflixten siebten Jahr, sondern bereits nach drei Jahren. Auch für Frauen scheint Frust in ihrer Sexualität zunehmend in den Vordergrund zu rücken.
Dieser, gepaart mit mangelnder Aufmerksamkeit und Bestätigung sowie schlechter Kommunikation und Körpersprache - das ist der Dreiklang, bei dem die meisten Frauen untreu werden. Und sich woanders abholen, woran es "zu Hause" mangelt. Dann allerdings selten in One-Night-Stands: Frauen beginnen eher eine Affäre, die über mehrere Monate dauert, als sich die Bestätigung für eine Nacht zu ziehen.
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