Körperkontakt: Wir berühren - und fühlen!
Der Tastsinn ist die Basis für unsere gesamte Körperwahrnehmung. Und kann bei Körperkontakt magische Wirkung entfalten. Nicht umsonst wird das Tasten als sinnlichster Sinn bezeichnet. Berührungen gehen im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut. Und entfachen dort ein orchestrales Feuerwerk: Denn die Haut ist mit 1,6 Quadratmetern nicht nur das größte, sondern auch das vielseitigste Sinnesorgan. Hunderttausende von Nervenzellen leiten den kleinsten Druck direkt an das Gehirn. Man kann sich die Augen zuhalten, die Ohren verstopfen. Doch unser Tastsinn lässt sich nicht ausschalten, er ist rund um die Uhr auf "on".
800 Millionen Tastrezeptoren melden, ob wir Schmerzen haben, uns warm oder kalt ist oder ob wir uns wohl in unserer Haut fühlen. Unsere Schutzhülle lässt uns rot oder blass werden und die Haare sträuben, sobald wir Angst haben oder uns etwas gegen den Strich geht. Und wenn wir "berührt" werden, dann ist damit nicht nur der taktile Reiz beim Körperkontakt gemeint: Etwas dringt von außen bis ins Innerste vor.
Gesa, 31, Werbekauffrau aus München, weiß genau, wie sich das anfühlt: "Ich hatte schon viele längere Beziehungen. Mit Christoph ist das anders. Ich habe nicht den Wunsch, seine Hände von meinem Körper zu nehmen, weil sie schneller sind als mein Herz. Im wahrsten Sinne des Wortes berührt er mich. Christoph löst in mir den Wunsch aus, mich in ihm aufzulösen", sagt sie. Doch so viel echte Nähe per wirklichem Körperkontakt will im Internet-Zeitalter, wo vermeintlich alles online frei Haus geliefert wird, erst gelernt sein.






