Kein "echter" Kontakt mehr
Fabian, 14, hockt mit seinen Buddies vorm Computer, sie beratschlagen, ob sie sich lieber CS oder TS reinziehen. Hinter den Kürzeln verbergen sich keine neuen Fast-Food-Kreationen, sondern Cybersex oder Telefonsex. "Wir finden das lustig", gibt der Hamburger Gymnasiast zu. Keine Lust auf "echten" Kontakt zu Mädchen, die er gut findet? Fabian zuckt die Schultern: "Doch, schon", meint er. "Aber im Netz muss sich keiner ausliefern." Für ihn und seine Kumpels sind das alles "Übungen für den Ernstfall". Genau den scheinen viele Junge dann möglichst schnell hinter sich bringen zu wollen, allerdings nur unter "Vollnarkose".
Lars Gellert, 48, Hamburger Architekt und Vater von zwei Töchtern, hat in jüngster Zeit beobachtet, dass in Disconächten mit steigendem Alkoholpegel die letzten Hemmungen und Hüllen fallen. Im Klartext: Es wird so viel getrunken, bis sich keiner mehr erinnern kann. Dem brisanten Thema "Koma-Sex" hat der US-Sänger Joe Jonas auf seinem neuen Album "Fastlife" sogar ein Lied gewidmet.
Die Furcht vo Ablehnung macht es schwierig
Was ganz schön abgebrüht klingt, scheint ein Zeichen neuer allgemeiner Verunsicherung zu sein. Für Elizabeth Brand, 52, Psychologin beim Coaching & Consulting Institute in Hamburg, äußert sich da die Orientierungslosigkeit jener vielen, die keinen Kontakt zu sich selbst haben - ob noch nicht oder nicht mehr. "Wer sich betäuben muss, um möglichst wenig zu empfinden, hat wenig Mitgefühl mit sich selbst", sagt die Expertin. "Der Wunsch nach Nähe und Bindung ist ja vorhanden, aber viele wissen nicht, wie sie den Kontakt herstellen sollen. Vielleicht, weil sie es nie gelernt und Angst vor der Wucht ihrer eigenen Gefühle haben. Weil sie Nähe und Geborgenheit suchen, aber die Furcht vor Ablehnung zu groß ist. Wer auf jemand zugeht, muss sich ausliefern können. Und das fordert Mut und Selbstvertrauen", sagt Elizabeth Brand.
Die Verunsicherung der jüngeren Generation hält auch sie für ein Phänomen des World Wide Web, in dem viele Intimitäten ausgetauscht werden, ohne dass es zu einer echten Begegnung kommt. "Diesen realen Schritt aber braucht man, um berühren zu können und berührt zu werden - mit allen Begleiterscheinungen des vorsichtigen Annäherns wie Schmetterlingen im Bauch und vor Aufregung flauem Magen", sagt die Psychologin.
Fabian, 14, hockt mit seinen Buddies vorm Computer, sie beratschlagen, ob sie sich lieber CS oder TS reinziehen. Hinter den Kürzeln verbergen sich keine neuen Fast-Food-Kreationen, sondern Cybersex oder Telefonsex. "Wir finden das lustig", gibt der Hamburger Gymnasiast zu. Keine Lust auf "echten" Kontakt zu Mädchen, die er gut findet? Fabian zuckt die Schultern: "Doch, schon", meint er. "Aber im Netz muss sich keiner ausliefern." Für ihn und seine Kumpels sind das alles "Übungen für den Ernstfall". Genau den scheinen viele Junge dann möglichst schnell hinter sich bringen zu wollen, allerdings nur unter "Vollnarkose".
Lars Gellert, 48, Hamburger Architekt und Vater von zwei Töchtern, hat in jüngster Zeit beobachtet, dass in Disconächten mit steigendem Alkoholpegel die letzten Hemmungen und Hüllen fallen. Im Klartext: Es wird so viel getrunken, bis sich keiner mehr erinnern kann. Dem brisanten Thema "Koma-Sex" hat der US-Sänger Joe Jonas auf seinem neuen Album "Fastlife" sogar ein Lied gewidmet.
Die Furcht vo Ablehnung macht es schwierig
Was ganz schön abgebrüht klingt, scheint ein Zeichen neuer allgemeiner Verunsicherung zu sein. Für Elizabeth Brand, 52, Psychologin beim Coaching & Consulting Institute in Hamburg, äußert sich da die Orientierungslosigkeit jener vielen, die keinen Kontakt zu sich selbst haben - ob noch nicht oder nicht mehr. "Wer sich betäuben muss, um möglichst wenig zu empfinden, hat wenig Mitgefühl mit sich selbst", sagt die Expertin. "Der Wunsch nach Nähe und Bindung ist ja vorhanden, aber viele wissen nicht, wie sie den Kontakt herstellen sollen. Vielleicht, weil sie es nie gelernt und Angst vor der Wucht ihrer eigenen Gefühle haben. Weil sie Nähe und Geborgenheit suchen, aber die Furcht vor Ablehnung zu groß ist. Wer auf jemand zugeht, muss sich ausliefern können. Und das fordert Mut und Selbstvertrauen", sagt Elizabeth Brand.
Die Verunsicherung der jüngeren Generation hält auch sie für ein Phänomen des World Wide Web, in dem viele Intimitäten ausgetauscht werden, ohne dass es zu einer echten Begegnung kommt. "Diesen realen Schritt aber braucht man, um berühren zu können und berührt zu werden - mit allen Begleiterscheinungen des vorsichtigen Annäherns wie Schmetterlingen im Bauch und vor Aufregung flauem Magen", sagt die Psychologin.






