Welche Kollateralschäden unerwiderte Gefühle beim "starken Geschlecht" anrichten, beweist auch das Buch von Sebastian Leber. Der Autor hat 33 Männer beichten lassen, wie schmerzhaft und schmachvoll sich eine Abfuhr anfühlen kann. Wie stark sie darunter leiden, wenn die Auserkorene sie nicht erhört oder fallen lässt: "Abfuhren zählen zu den extremsten Grenzerfahrungen, die ein Mann in seinem Leben durchstehen muss", findet Autor Sebastian Leber, der jeden Korb bisher härter empfunden hat als eine Zahn-OP. Eine spannende Beichte. Vor allem, weil wir - befeuert durch Sitcoms wie "Sex and the City" - eher den Liebeskummer der Damenwelt auf der Platte haben, bei Männern jedoch denken: "Mensch, eine geht noch."
Männer gehen anders mit Gefühlen um
"Es ist doch merkwürdig, dass Männer nie über ihre Körbe sprechen. Nicht einmal vor den engsten Freunden", bemerkt Leber. "Wenn man Männer fragt, warum sie sich plötzlich nicht mehr für die eine Frau interessieren, in die sie letzte Woche noch unsterblich verliebt waren, kommen so vage Antworten wie ,Hat irgendwie nicht gepasst‘ oder ,So toll ist die doch gar nicht‘." Tarnen, täuschen, waidwund abtauchen - das ist die eine Methode. Oder sie legen sich vorher schon eine Abwehrstrategie zurecht wie Dirk aus Frankfurt. Sein Tipp für wenig Liebeskummer: möglichst schnell nachhaken! Denn so entstehe kaum Liebeskummer, "weil man die Frauen in einem frühen Stadium zur Entscheidung zwingt, in dem man selbst noch nicht hoffnungslos verknallt ist".
Blanke Theorie versus Praxis
Doch manchmal ist das blanke Theorie, und hinter der lässigen Fassade tobt längst der Sturm. Insbesondere dann, wenn man(n) schon in Gedanken mit der Familienplanung beschäftigt war. Solche Fälle sind Psychologin Silvia Fauck nicht unbekannt. Und sie kennt nur ein wirksames Mittel gegen den Schmerz: reden, reden, reden. "Doch damit haben Männer immer noch Probleme, auch wenn langsam ein Umdenkungsprozess einsetzt", so die Expertin. Der Großteil tendiert zur Kompensation. Im Klartext: "Männer reagieren sich durch Sport ab, stürzen sich in Arbeit oder holen sich eine ,Schnellschussbeziehung‘ ins Bett. Phänomen: Hasi als heilsames Hupferl."






