Erstens: Der Inhalt hält selten, was pralle Verpackung verspricht.
Zweitens: Gut ist Sex immer dann, wenn nicht technisches Können im Vordergrund steht, sondern das Hemmungslose. Das Gefühl, sich fallen zu lassen und damit den anderen zum Fliegen zu bringen, ist nicht zu überbieten.
Drittens: Ja, es gibt "Passer" und "Nicht-Passer". Wenn die Chemie nicht stimmt, wird es selten mit der Zeit besser.
Das ist Basiswissen, aber die große Herausforderung besteht im Faktor Zeit:
Was fühlt sich in einer Beziehung auch noch nach ein paar Jahren scharf an? In Zeiten sexueller Reizüberflutung interessiert das Männer wie Frauen brennend. Die Blogs sind voll von Menschen, die den schnellen ultimativen Kick suchen, auf neuen Portalen wie secret.de sind wildeste Fantasien nur einen Mausklick von der Erfüllung entfernt. Aber das wirkt nur kurz: Tiefe Befriedigung in deutschen Schlafzimmern sieht anders aus. Umfragen zufolge sind nur 27 Prozent der Frauen und 29 Prozent der Männer mit ihrem Liebesleben restlos zufrieden. Auf Dauer würden sich 56 Prozent der Deutschen sogar trennen, wenn der Sex schlecht bleibt. Vielleicht ist es die rastlose Suche nach dem ultimativen Kick, die guten Sex schlechter macht.
Dan Savage, dessen Online-Kolumne "Savage Love" in den USA Kultstatus hat, findet, dass der Mythos, wilden Sex in Serie erleben zu wollen, viel von dem Potenzial nähme, erfüllenden Sex mit seinem Partner zu erleben. Aus persönlicher Erfahrung weiß er: "Erinnert man sich ehrlich an seine ultimative sexuelle Erfahrung, landet man meist bei einer haarsträubenden Geschichte über unglaublichen, gefährlichen, riskanten Sex. Bei Sex, den man zwar vielleicht nicht bereut, aber auch nicht unbedingt weiterempfehlen würde."






