Sachsen-Anhalt
Die Küche aus Sachsen-Anhalt ist neben klassischen Spargel- und Kohl-Gerichten überregional bekannt für ihre Spezialitäten Harzer Käse oder die im Süden angebauten spritzigen Weißweine (wie den Weißburgunder). Auch ist Deutschlands größter Sekthersteller - die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH - in Freyburg (Unstrut) ansässig.

Kalorienbewusste Käseliebhaber halten sich an den Harzer Käse aus Sachsen Anhalt: Ob mit oder ohne Kümmel, dieser Sauermilchkäse wird aus Magerquark hergestellt und enthält nur etwa ein Prozent Fett. Eine besondere Spezialität ist der "Würchwitzer Milbenkäse" - im Geschmack vergleichbar mit einem würzigen Harzer Käse. Grundlage für dieses Käse-Unikum ist Ziegen-, Schafs- oder Kuhmilch. Der daraus getrocknete Magerquark wird in Holzkisten von Milben zu einem leicht bitter schmeckenden Käse fermentiert. Die Herstellung dieser in Deutschland einmaligen Delikatesse hat eine lange Tradition, die aber in Würchwitz nur noch selten gepflegt wird.

Wer auf viel Sahne, Kakaocreme und Schokolade nicht verzichten möchte, sollte von der süßen Spezialität "Halloren-Kugeln" naschen. Sie werden in der ältesten, bis heute produzierenden Schokoladenfabrik Deutschlands hergestellt.

Auch kommt die älteste Biermarke der Welt aus Sachsen-Anhalt: "Garley" aus Gardelegen in der Altmark. Am 16.07.1314 erhielt die Stadt vom Markgrafen Waldemar das Malzrecht. Heutzutage ist das Bier ein wichtiges kulturelles Kleinod der Stadt, das seit 2005 unter der Bezeichnung "Garley Traditionsbrauhaus" vertrieben wird.

Thüringen
Die Küche des südlichen Nachbarns Thüringen ist traditionell eher fleischlastig und deftig. Zu den bekanntesten Spezialitäten gehören die Thüringer Rostbratwurst und die Thüringer Klöße. Sie haben sich vom Arme-Leute-Essen zur Spezialität gemausert. Dazu trinken die Thüringer am liebsten Bier. Besonders das Köstritzer Schwarzbier ist über die Grenzen hinaus bekannt. Thüringer Weine kommen aus der Saale-Region, Bad Sulza im Ilmtal ist das Zentrum des Weinanbaus.

Ein paar Fakten zur Thüringer Rostbratwurst:
- Die Thüringer Bratwurst ist seit 2003 EU-geschützt. Sie ist eine mindestens 15-20 cm lange, mittelfeine Rostbratwurst im engen Naturdarm, roh oder gebrüht, mit herzhaft würziger Geschmacksnote.
Die Würzmischungen sind Geheimrezepte, im Wesentlichen werden aber Salz, Pfeffer, Kümmel, Majoran und Knoblauch eingesetzt.
- Heute werden in Thüringen jährlich 36.000 Tonnen davon hergestellt.
- 12.000 Besucher kommen jedes Jahr in das Bratwurst-Museum in Holzhausen - hier gilt die Wurst sogar als Kulturgut.

Neben der Thüringer Rostbratwurst ist der "Rostbrätel" die zweite Grillspezialität des Landes. Eine Scheibe Schweinefleisch vom Schweinenacken wird mit dunklem würzigem Bier mariniert und über Holzkohle gegrillt. Thüringer Rostbrätel isst man traditionell mit gebratenen Zwiebeln auf Graubrot.

Ein besonderer Genuss sind die Thüringer Kartoffelklöße. Sie werden oft zu reichhaltigen Fleischgerichten wie den Thüringer Mutzbraten (in Schwarzbier marinierter Schweinekamm), Weimarer Zwiebelfleisch oder Sauerbraten serviert oder als Hauptgericht ohne Fleisch verspeist. Der Teig besteht zu zwei Dritteln aus rohen, geriebenen Kartoffeln und zu einem Drittel aus gekochten Kartoffeln. Sie haben in Thüringen als Spezialität so große Bedeutung, dass ihnen sogar ein eigenes Museum gewidmet ist - das Kloßmuseum in Heichelheim nahe Weimar.

Sachsen

Beim Küchennachbarn Sachsen zeigt sich die Vorliebe für süßes Gebäck. Die Sachsen zählen zudem zu den passionierten Kaffeetrinkern, die den Kaffee heiß, süß und stark mögen. Diese Tradition wird oft mit der kulturellen Nähe zu Österreich begründet, die ebenso eine ausgeprägten Liebe zu Kaffeespezialitäten, feinem Gebäck und der Kaffeehaustradition haben. Doch neben den süßen Klassikern sind auch die Spezialitäten Bautz´ner Senf und das obergärige Bier "Leipziger Gose" bekannt.

Zu den sächsischen Gebäckspezialitäten zählen Quarkkäulchen, Dresdner und Freiberger Eierschecken, Leipziger Lerchen, Meißner Fummeln, Pulsnitzer Pfefferkuchen und natürlich der Dresdner Christstollen.

Leipziger Lerchen sind mit Marzipan gefüllte Törtchen, deren Form entfernt an Vögel erinnert. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war das Gebäck mit den gekreuzten Mürbeteigstreifen als "Lerchen am Spieß" bekannt - bis Tierschützer den Namen verboten.

Der in Honig gebackene, süß-würzige Pulsnitzer Pfefferkuchen wird je nach Rezept mit Zimt, Sternanis, Muskat und Kardamom gewürzt und schmeckt nicht nur zur Weihnachtszeit. Die Bezeichnung Pfefferkuchen ist irreführend, Pfeffer wird nämlich nicht für die Herstellung verwendet, und stammt noch aus einer Zeit, in der alle Gewürze als Pfeffer zusammengefasst wurden.

Die Heimat der Bierspezialität "Leipziger Gose" war ursprünglich die Stadt Goslar. 1738 kam es nach Leipzig und war um 1900 das meistgetrunkene Bier der Stadt. Das obergärige Bier verdankt den besonderen Geschmack und das typische Prickeln einem Zusatz von Kochsalz und Koriander und einem hohen Anteil an biologischer Milchsäure.