Der Gaisburger Marsch gilt als Leibgericht unseres ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler. Im Jahr 2004 ließ er dieses über tausend Gästen beim "Mahl der Demokratie" servieren. Bei diesem Gericht, das auch unter den Namen Verheierte, Kartoffelschnitz und Spätzle oder Böckinger Feldgeschrei bekannt ist, handelt es sich um ein schwäbisches Eintopfgericht aus kräftiger Rinderbrühe mit Ochsenfleisch, Suppengrün, Kartoffeln und Spätzle. Daher stammt auch der Name "Verheierte", also Verheiratete. Doch nicht nur der Gaisburger Marsch ist im Schwabenland ein beliebtes Rezept, sondern auch Maultaschen, Sulz mit Bratkartoffeln, schwäbischer Wurstsalat und Ochsenmaulsalat. Letzteres ist eine Spezialität aus dem 19. Jahrhundert und stammt aus der Nürnberger Küche. Ursprünglich wurde für diese kulinarische Besonderheit Ochsenmaul gekocht, entbeint und gehäutet, dann wurde das Fleisch in feine Streifen geschnitten und in eine Marinade aus Essig, Öl, Wein und Zwiebeln eingelegt. Nach 24 Stunden wurde das Fleisch dann kalt mit Schwarzbrot und Butter serviert. Heutzutage wird das Fleisch schon fertig zubereitet verarbeitet und es gibt einige Abwandlungen in Sachen Marinade sowie Beilagen.

Das wohl bekannteste schwäbische Gericht sind die Spätzle, auch als Spatzen oder schwäbische Nudeln berühmt. Diese gehören zu vielen Gerichten, beispielsweise dem Zwiebelrostbraten, und werden auch gern als alleiniger Hauptgang gegessen. Dann handelt es sich zumeist um Kässpätzle oder Linsen mit Spätzlen. Weniger verbreitet, aber trotzdem beliebt sind in Schwaben auch Innereien, Leber, Nieren, Kutteln und Bries. In der Region um den Bodensee werden Süßwasserfische sehr geschätzt. Vor allem kommen hier Kretzer und Felchen, auch Renke oder Maräne, auf die Teller. Der wohl bekannteste Schinken aus der schwäbischen Küche ist der Schwarzwälder Schinken. Hierbei handelt es sich um einen Rohschinken, der im Schwarzwald hergestellt wird. Dafür wird der Schinken zuerst gepökelt, dann mit Knoblauch, Koriander, Pfeffer und Wachholder gewürzt und anschließend in einer Kammer über Tannen- und Fichtenholz geräuchert. Dadurch erhält er ein kräftiges Aroma sowie die typisch schwarzbraune Schwarte.

Der Zibärtle ist ein beliebter Obstbrand mit Marzipanaroma und gilt als eine Rarität unter den Spirituosen. Hergestellt wird dieser aus Bergpflaumen, den sogenannten Zibarten. Diese wachsen in der mittelhohen Lage des Schwarzwaldes. Genauso gern wird der Rossler in Schwaben getrunken. Ein Schnaps aus der Topinambur Knolle, die am Renchtal im Schwarzwald wächst. Der Geschmack ist erdverbunden und knollig. Wie in vielen Teilen Deutschlands wird auch in Schwaben Wein hergestellt und die führenden Sorten aus dieser Region sind Riesling, Trollinger, Schwarzriesling und Lemberger. Ebenfalls bekannt ist der Cuvée, eine Art Schaumwein aus alten und seltenen Äpfel- oder Birnensorten. Natürlich ist auch im Schwabenland Bier sehr beliebt. Es gibt einige Brauereien in dieser Region unseres Landes. Die wohl bekannteste ist Schwaben Bräu.