Das Oktoberfest (in Bayern auch Wiesn genannt) ist wohl die erste Assoziation, wenn man an Bayern denkt. Das große Volksfest bietet neben der üblichen Kirmes auch die wohl bekanntesten Zelte an. In diesen sitzt man auf langen Bänken, genießt eine Maß (zu Hochdeutsch: ein Liter Bier) und isst dazu eine Schweinshaxe. Das deftige Essen in Kombination mit Bier ist typisch für Bayern, denn die Küche hier ist sehr bodenständig und gehaltvoll.

Zudem wurden viele der bayerischen Rezepte von der böhmischen, österreichischen, fränkischen und schwäbischen Küche inspiriert. Neben Fleisch werden auch Sauerkraut und Rüben sowie Knödel gern gegessen. Die Knödel gibt es in vielen Formen: Germ-, Zwetschgen-, Semmel- und Leberknödel. Wobei die ersten zwei Varianten eher zur süßen Version des Knödels zählen und die letzteren beiden typisch als Fleischbeilage sind. Zum Beispiel zum Krustenbraten (einem Schweinebraten mit Kruste) oder zum Boeuf à la Mode (einem Rinderschmorbraten). Die deftigen Knödel und auch Nudeln zählten einst auch zu traditionellen bayerischen Fastenspeisen.

Die wohl wichtigste und beliebteste bayerische Mahlzeit ist die Brotzeit, auch als zweites Frühstück bekannt. Diese findet zwischen Frühstück und Mittagessen oder auch zwischen Mittagessen und Abendbrot statt. Hierbei handelt es sich um eine deftige Mahlzeit mit Brezeln, Brotaufstrich und Fleisch. Typische Brotaufstriche sind in Bayern der Obazda (eine pikante Käsecreme) und Griebenschmalz. Letzteres ist ein Schweineschmalz, das mit Grieben, also ausgelassenen Speckstücken, durchsetzt ist und mit Äpfeln und Zwiebeln verfeinert wurde. Zwei besondere kulinarische Besonderheiten bei der Brotzeit sind der Leberkäse und die Weißwürste. Der Leberkäse kam vor über 200 Jahren durch den Kurfürsten Karl Theodor nach Bayern. Irrtümlicherweise denkt man bei dem Namen sofort daran, dass dieser aus Leber und Käse besteht. Jedoch ist keine Zutat hiervon im Leberkäse zu finden. Stattdessen besteht diese köstliche Besonderheit aus Schweine- und Rindfleisch. Seinen Namen trägt der Leberkäse aufgrund der Zubereitung, da das Fleisch in einer Käseform gebacken wird. Das Wort Leber stammt in diesem Zusammenhang vom Wortstamm Lab, also Laib oder Körper, ab. Die Weißwurst wurde zum ersten Mal 1857 in Bayern serviert. Seitdem gehört die Brühwurst aus fein gemahlenem und gepökeltem Kalbsfleisch und Schweinerückenspeck zur traditionellen Brotzeit und wird am liebsten mit süßem Senf gegessen.

Die Bayern haben eine ganz besondere Torte - Die Prinzregententorte. Diese wurde von dem Münchner Hofkonditor Julius Rottenhöfer dem Prinzregenten Luitpold gewidmet. Bei der Torte handelt es sich um eine richtige Schokoladenbombe, denn sie besteht aus acht abwechselnden Schichten aus dünnem Biskuitboden und Schokoladencreme. Diese acht Schichten repräsentierten damals die jeweiligen Regierungsbezirke Bayerns. Überzogen ist die Prinzregententorte nochmals mit einem Schokoladenguss.

Nicht nur auf dem Oktoberfest, sondern auch im Sommer in den Biergärten und ganzjährlich in Kneipen und Gasthöfen trinkt die bayerische Bevölkerung sehr gern Bier. Ob Helles, Weißbier oder Starkbier, Bier gilt hier auch als flüssiges Brot. In vielen bayerischen Regionen gibt es die bekannten Starkbierfeste, die traditionell während der Fastenzeit veranstaltet werden. 17 Tage lang gibt es ab dem 19. März, dem Joseftag, das Starkbier, welches mit einem höheren Stammwürzgehalt eingebraut wird, wodurch die Maische dickflüssiger ist. Die Starkbierzeit wird auch gern als fünfte Jahreszeit in Bayern bezeichnet. Als sommerlicher Durstlöscher zählt das Radler, ein Mischgetränk aus Bier und Limonade. Die nichtalkoholische Variante ist das Spezi, das aus Orangenlimonade und Cola besteht. Wer in Bayern ein deftiges Essen genossen hat, der trinkt danach sehr gern den Bärwurzschnaps. Dieser wir aufgrund seiner heilenden Wirkung gern zu den bayerischen Klassikern gezählt, er soll das Völlegefühl mindern.