Der 27. April 2011 ist der Stichtag, zu dem der Kindle Touch in Deutschland verfügbar ist. Damit bietet Amazon inzwischen vier verschiedene Kindle-Modelle an: Den Kindle Keyboard 3G der dritten Generation mit Tastatur für 159 Euro, den bisher schon erhältlichen „Kindle“ der aktuellen vierten Generation für 99 Euro und zwei neue Modelle des Kindle Touch . In der einfachen WLAN-Variante kostet der Reader mit Touch-Display hierzulande 129 Euro, mit integrierter Mobilfunkkarte 189 Euro. Käufer der 3G-Variante können in über 100 Ländern Bücher nicht nur über WLAN, sondern auch über das Mobilfunknetz laden, ohne dass zusätzliche Verbindungsgebühren anfallen.
Getestet haben wir die preiswertere Version, mit der Bücherkauf und Datenabgleich nur über WLAN möglich ist. Um es gleich vorneweg zu sagen: Der Kindle Touch verfügt wie die übrigen Amazon-Reader über das ausgezeichnete und kontrastreiche E-Ink-Display. Auf dem sechs Zoll großen Display lassen sich elektronische Bücher selbst bei direktem Sonnenlicht problemlos lesen. Zu diesem Bildschirm auf Basis elektronischer Tinte gehört die im Vergleich zu LCD-Displays extrem lange Akkulaufzeit: Statt in Stunden gibt man die Laufzeit mit einer Akkuladung hier in Wochen – oder noch genauer in Seitenwechseln – an. Denn tatsächlich verbrauchen die Geräte mit E-Ink nur beim Umblättern Strom. Um die 10.000 Seitenwechsel ohne Nachladen sind Standard, da kann man im Urlaub schon ein paar dicke Wälzer lesen.
Exakt nachgezählt beim manuellen Umblättern haben wir natürlich nicht, doch den mehrwöchigen Praxistest hielt der neue Ebook-Reader ohne Nachladen durch. Amazon gibt die Akkulaufzeit des Kindle Touch sogar mit durchschnittlich zwei Monaten an – gegenüber „nur“ einem Monat beim bisherigen Modell.
Kindle oder Kindle Touch: Welcher Ebook-Reader ist besser?Damit stellt sich die Frage: Welches Modell ist besser, der traditionelle Kindle 4 oder der in Deutschland jetzt ebenfalls verfügbare mit berührungsempfindlichem Display? Auf den ersten Blick scheint das Touch-Modell die modernere Variante und tatsächlich arbeitet die Bedienung mit den Fingern zuverlässig und absolut flüssig. Ein Antippen im rechten Fensterbereich blättert eine Buchseite weiter, im linken Bereich eine Seite zurück. Tippt man an den oberen Rand, öffnen sich Kontextmenü und Symbolleiste – das ist alles.
Besser als der bisherige Kindle mit seinen Tasten und Steuerkreuz lässt sich das Touch-Modell dennoch nicht bedienen. Denn der Fokus liegt beim Ebook-Reader, anders als beim Tablet-PC, ganz klar auf dem Lesen. Vielleser hinterlassen damit auf dem Bildschirm durch das ständige Weiterblättern unweigerlich Schmutzspuren.
Wer dagegen auf dem Kindle häufig Zeitungen oder Zeitschriften lesen und damit insbesondere auch über das Inhaltsverzeichnis zu anderen Artikeln springen möchte, ist mit der Touch-Edition besser bedient: Die Navigation mit der Hand ist hier viel schneller als über den Fünfwege-Cursor. Beim Lesen von Büchern fällt dieser Nachteil kaum ins Gewicht, weil man das Inhaltsverzeichnis kaum benötigt. Hier kann man im Gegenteil mit den Blättertasten am Rahmen des traditionellen Kindle auch mal schnell mit einer Hand eine Seite zurückblättern. Beim Kindle Touch muss man umgreifen oder gleich beide Hände benutzen.
Ein paar weitere Unterschiede zwischen beiden Amazon-Modellen fallen ebenfalls in Auge: Der Kindle Touch verfügt mit vier GByte internem Speicher über doppelt so viel Kapazität wie das bisherige Modell. In der Praxis aber dürfte es egal sein, ob man 1.500 oder 3.000 Bücher dabei hat. Sinn macht die größere Speicherkapazität aber durchaus, weil das Touch-Gerät auch Audio-Dateien abspielt – was jedes Handy natürlich auch kann. Daraus folgt noch ein Unterschied: Der Kindle Touch verfügt über eine Vorlesefunktion („Text to Speech“), die bei englischen Texten richtig betont und damit durchaus angenehm anzuhören ist, aber derzeit auch nur im Englischen funktioniert. Schließlich ist der Kindle Touch nicht nur etwas größer und auch 1,5 Millimeter dicker als der Kindle t, sondern mit 210 Gramm (220 Gramm in der 3G-Variante) auch 40 beziehungsweise 50 Gramm deutlich schwerer. Manches spricht also durchaus für das „alte“ Modell, nicht nur der mit 30 Euro günstigere Preis.
Das Amazon-Ökosystem muss man mögen…Im Vergleich zu anderen guten EBook-Readern wie dem Sony PRS-T1 oder dem Kobo Touch macht der Kindle Touch ebenfallseine ausgezeichnete Figur, liegt mit rund 130 Euro aber auch auf deren Preisniveau. Neben dem spiegelfreien Display, auf dem sich stundenlang ohne Ermüdung der Augen lesen lässt, glänzt das Amazon-Gerät durch die einfache Bedienung. Dazu gehört auch die vollständige Integration des unternehmenseigenen Buchshops: Alle Bücher lassen sich auf dem Kindle über das eigene Amazon-Konto kaufen und sofort lesen. Bequemer sind Suche und Auswahl der Bücher natürlich per Tastatur, also am Rechner. Kauft man Bücher dort, dauert es keine 60 Sekunden, bis sie auf dem Lesegerät verfügbar sind.
So gut dieses geschlossene Vertriebssystem funktioniert, so gefangen sind die Kindle-Besitzer darin: Denn dieses Konzept sieht den Kauf elektronischer Bücher ausschließlich bei Amazon vor. Ebooks im in Deutschland verbreiteten Epub-Format kann der Kindle erst nach dem Konvertieren beispielsweise mit der kostenlosen Software Calibre anzeigen. Bei DRM-geschützten Büchern – und das betrifft praktisch alle kommerziellen Werke– funktioniert dies allerdings nicht. Zwar steht eine ganze Reihe von Tools im Internet zur Verfügung, die den Kopierschutz entfernen, das allerdings ist nach dem deutschen Urheberrecht verboten. Bücher, die es im riesigen Amazon-Angebot nicht gibt, bleiben damit außen vor.
Unverständlich ist in diesem Zusammenhang die restriktive Lizenzpolitik von Amazon: Kauft eine Familie einen zweiten Kindle, gibt es keine Möglichkeit bereits erworbene Ebooks auf das neue, mit einem anderen Amazon-Account im selben Haushalt verbundene Lesegerät zu übertragen. Als Ausweg bleibt nur, alle Reader über ein Konto laufen zu lassen. Das allerdings führt die im Übrigen gut funktionierende Whispernet-Synchronisierung geradezu ad absurdum: Denn jedes Familienmitglied soll erst einmal dort weiterlesen, wo ein anderesauf dem anderen Kindle aufgehört hat. Hier sollte Amazon schnell zu einer praxisnahen Lösung kommen!
Test-Fazit: Amazon Kindle TouchAbgesehen von solchen Schwächen ist der Kindle Touch ein ausgezeichneter Ebook-Reader mit langer Akkulaufzeit – mehr aber auch nicht. Denn die übrigen Funktionen wie die Bilderanzeige, derintegrierte Webbrowser oder auch nur die Darstellung gewöhnlicher PDF-Dateien, die nicht für das Lesegerät optimiert sind, taugen allenfalls für den Notfall: Hier ist ein Schwarz-Weiß-Bildschirm nicht mehr zeitgemäß. Gegenüber einem vollwertigen Tablet glänzt der Kindle aber mit dem fürs Lesen optimierten Display und einer extrem langen Akkulaufzeit.
In Zusammenarbeit mit http://www.pcwelt.de
Getestet haben wir die preiswertere Version, mit der Bücherkauf und Datenabgleich nur über WLAN möglich ist. Um es gleich vorneweg zu sagen: Der Kindle Touch verfügt wie die übrigen Amazon-Reader über das ausgezeichnete und kontrastreiche E-Ink-Display. Auf dem sechs Zoll großen Display lassen sich elektronische Bücher selbst bei direktem Sonnenlicht problemlos lesen. Zu diesem Bildschirm auf Basis elektronischer Tinte gehört die im Vergleich zu LCD-Displays extrem lange Akkulaufzeit: Statt in Stunden gibt man die Laufzeit mit einer Akkuladung hier in Wochen – oder noch genauer in Seitenwechseln – an. Denn tatsächlich verbrauchen die Geräte mit E-Ink nur beim Umblättern Strom. Um die 10.000 Seitenwechsel ohne Nachladen sind Standard, da kann man im Urlaub schon ein paar dicke Wälzer lesen.
Exakt nachgezählt beim manuellen Umblättern haben wir natürlich nicht, doch den mehrwöchigen Praxistest hielt der neue Ebook-Reader ohne Nachladen durch. Amazon gibt die Akkulaufzeit des Kindle Touch sogar mit durchschnittlich zwei Monaten an – gegenüber „nur“ einem Monat beim bisherigen Modell.
Kindle oder Kindle Touch: Welcher Ebook-Reader ist besser?Damit stellt sich die Frage: Welches Modell ist besser, der traditionelle Kindle 4 oder der in Deutschland jetzt ebenfalls verfügbare mit berührungsempfindlichem Display? Auf den ersten Blick scheint das Touch-Modell die modernere Variante und tatsächlich arbeitet die Bedienung mit den Fingern zuverlässig und absolut flüssig. Ein Antippen im rechten Fensterbereich blättert eine Buchseite weiter, im linken Bereich eine Seite zurück. Tippt man an den oberen Rand, öffnen sich Kontextmenü und Symbolleiste – das ist alles.
Besser als der bisherige Kindle mit seinen Tasten und Steuerkreuz lässt sich das Touch-Modell dennoch nicht bedienen. Denn der Fokus liegt beim Ebook-Reader, anders als beim Tablet-PC, ganz klar auf dem Lesen. Vielleser hinterlassen damit auf dem Bildschirm durch das ständige Weiterblättern unweigerlich Schmutzspuren.
Wer dagegen auf dem Kindle häufig Zeitungen oder Zeitschriften lesen und damit insbesondere auch über das Inhaltsverzeichnis zu anderen Artikeln springen möchte, ist mit der Touch-Edition besser bedient: Die Navigation mit der Hand ist hier viel schneller als über den Fünfwege-Cursor. Beim Lesen von Büchern fällt dieser Nachteil kaum ins Gewicht, weil man das Inhaltsverzeichnis kaum benötigt. Hier kann man im Gegenteil mit den Blättertasten am Rahmen des traditionellen Kindle auch mal schnell mit einer Hand eine Seite zurückblättern. Beim Kindle Touch muss man umgreifen oder gleich beide Hände benutzen.
Ein paar weitere Unterschiede zwischen beiden Amazon-Modellen fallen ebenfalls in Auge: Der Kindle Touch verfügt mit vier GByte internem Speicher über doppelt so viel Kapazität wie das bisherige Modell. In der Praxis aber dürfte es egal sein, ob man 1.500 oder 3.000 Bücher dabei hat. Sinn macht die größere Speicherkapazität aber durchaus, weil das Touch-Gerät auch Audio-Dateien abspielt – was jedes Handy natürlich auch kann. Daraus folgt noch ein Unterschied: Der Kindle Touch verfügt über eine Vorlesefunktion („Text to Speech“), die bei englischen Texten richtig betont und damit durchaus angenehm anzuhören ist, aber derzeit auch nur im Englischen funktioniert. Schließlich ist der Kindle Touch nicht nur etwas größer und auch 1,5 Millimeter dicker als der Kindle t, sondern mit 210 Gramm (220 Gramm in der 3G-Variante) auch 40 beziehungsweise 50 Gramm deutlich schwerer. Manches spricht also durchaus für das „alte“ Modell, nicht nur der mit 30 Euro günstigere Preis.
Das Amazon-Ökosystem muss man mögen…Im Vergleich zu anderen guten EBook-Readern wie dem Sony PRS-T1 oder dem Kobo Touch macht der Kindle Touch ebenfallseine ausgezeichnete Figur, liegt mit rund 130 Euro aber auch auf deren Preisniveau. Neben dem spiegelfreien Display, auf dem sich stundenlang ohne Ermüdung der Augen lesen lässt, glänzt das Amazon-Gerät durch die einfache Bedienung. Dazu gehört auch die vollständige Integration des unternehmenseigenen Buchshops: Alle Bücher lassen sich auf dem Kindle über das eigene Amazon-Konto kaufen und sofort lesen. Bequemer sind Suche und Auswahl der Bücher natürlich per Tastatur, also am Rechner. Kauft man Bücher dort, dauert es keine 60 Sekunden, bis sie auf dem Lesegerät verfügbar sind.
So gut dieses geschlossene Vertriebssystem funktioniert, so gefangen sind die Kindle-Besitzer darin: Denn dieses Konzept sieht den Kauf elektronischer Bücher ausschließlich bei Amazon vor. Ebooks im in Deutschland verbreiteten Epub-Format kann der Kindle erst nach dem Konvertieren beispielsweise mit der kostenlosen Software Calibre anzeigen. Bei DRM-geschützten Büchern – und das betrifft praktisch alle kommerziellen Werke– funktioniert dies allerdings nicht. Zwar steht eine ganze Reihe von Tools im Internet zur Verfügung, die den Kopierschutz entfernen, das allerdings ist nach dem deutschen Urheberrecht verboten. Bücher, die es im riesigen Amazon-Angebot nicht gibt, bleiben damit außen vor.
Unverständlich ist in diesem Zusammenhang die restriktive Lizenzpolitik von Amazon: Kauft eine Familie einen zweiten Kindle, gibt es keine Möglichkeit bereits erworbene Ebooks auf das neue, mit einem anderen Amazon-Account im selben Haushalt verbundene Lesegerät zu übertragen. Als Ausweg bleibt nur, alle Reader über ein Konto laufen zu lassen. Das allerdings führt die im Übrigen gut funktionierende Whispernet-Synchronisierung geradezu ad absurdum: Denn jedes Familienmitglied soll erst einmal dort weiterlesen, wo ein anderesauf dem anderen Kindle aufgehört hat. Hier sollte Amazon schnell zu einer praxisnahen Lösung kommen!
Test-Fazit: Amazon Kindle TouchAbgesehen von solchen Schwächen ist der Kindle Touch ein ausgezeichneter Ebook-Reader mit langer Akkulaufzeit – mehr aber auch nicht. Denn die übrigen Funktionen wie die Bilderanzeige, derintegrierte Webbrowser oder auch nur die Darstellung gewöhnlicher PDF-Dateien, die nicht für das Lesegerät optimiert sind, taugen allenfalls für den Notfall: Hier ist ein Schwarz-Weiß-Bildschirm nicht mehr zeitgemäß. Gegenüber einem vollwertigen Tablet glänzt der Kindle aber mit dem fürs Lesen optimierten Display und einer extrem langen Akkulaufzeit.
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