Sportgymnasium
Gut 30 Sportgymnasien gibt es in Deutschland, vor allem im Osten der Republik haben sich die ehemaligen DDR-Sportkaderschmieden halten können. Wer jetzt glaubt, sein Kind hartem Drill auszusetzen, kann jedoch beruhigt werden: die meisten Sportschulen bieten durchaus das Standardprogramm mit Englisch, Mathe und Geschichte - und dazu ein paar Turnübungen am Reck und den Leistungskurs Fußball. Für Familien, die in der Nähe der Alpen wohnen, gibt es auch noch die Sonderform Skigymnasium. Wer bei seinem Kind früh das Talent zum Spitzensportler erkennt, könnte sich für ein Sportgymnasium entscheiden.
Tipp: Oft gibt es ein angeschlossenes Internat. Weil es in vielen Gebieten in Deutschland kaum Sportgymnasien gibt, ist das eine gute Möglichkeit sein Kind dennoch in Richtung Spitzensport zu bewegen.
Musikgymnasium
Noch rarer als die Sportschulen machen sich die auf Musik spezialisierten Bildungseinrichtungen. Vor allem im Süden und im Osten Deutschlands gibt es jedoch die teilweise als Privatschulen aufgebauten Gymnasien, die eine Karriere als professioneller Musiker fördern können. Wenn sich also schon auf der Grundschule ein Talent abzeichnet, sind diese eine gute Option. Fächer wie Musiktheorie und Komposition machen sich im Lebenslauf auch einfach besser als Religion und Erdkunde.
Tipp: Um an den Schulen angenommen zu werden, muss ein Kind oft bereits ein oder zwei Instrumente spielen können.
Sudbury Schulen
Bei den Schulen, die sich an dem Sudbury-Konzept orientieren, handelt es sich nicht um eine homogene Bewegung - jede Schule hat ihre Besonderheiten. Als verbindendes Element dient der Glaube, dass die Schüler vieles selbst bestimmen können. Oftmals gibt es keine festen Klassenverbände, Unterrichtszeiten oder Lehrpläne, vielmehr sollen die Inhalte gemeinsam und nach Interessenlage herausgearbeitet werden. Vor allem für Hochbegabte, die sich nicht in die gewöhnlichen Schulstrukturen eingliedern können, sind Sudbury-Schulen gute Alternativen.
Tipp: Die Neue Schule Hamburg bietet eine gute Gelegenheit, sich ein Bild über eine Sudbury Schule im deutschsprachigen Raum zu machen.
Wirtschaftsgymnasium
Die auf Wirtschaft spezialisierten Gymnasien sind in jedem Bundesland unterschiedlich organisiert, die meisten haben nur eine Oberstufe. Gerade wenn ohnehin ein BWL-Studium für den Nachwuchs geplant ist, kann ein Wirtschaftsgymnasium die ideale Voraussetzung sein. Auch Fremdsprachen werden an solchen Schulen nicht vernachlässigt, schließlich sollen die Absolventen eines Tages das deutsche Exportwunder weiterführen und hiesige Produkte in der ganzen Welt an den Mann bringen.
Info: Wer ein Wirtschaftsgymnasium in Niedersachsen abschließt, hat danach das Recht, jedes Fach in jeder deutschen Stadt zu studieren. Stress mit dem NC ist so ausgeschlossen.
Europäisches Gymnasium
Nur für in Bayern oder Baden-Württemberg wohnhafte Bürger, wird bei diesem Modellversuch vor allem auf Fremdsprachen Wert gelegt. Drei Sprachen sind Pflicht, eine vierte kann dazu kommen. Und natürlich kommt auch der europäische Gedanke nicht zu kurz. In Zeiten, wo mal dies und mal jenes Land wegen seiner Schulden kurz davor steht, aus der Euro-Familie zu fliegen, ist dies nicht zu unterschätzen.
Tipp: Neben der Sprachen bieten Europäische Gymnasien auch einen Schwerpunkt in Naturwissenschaften.