Im Jahr 2006 wurde erstmalig in Japan die Idee zum Bau eines neuen Fernsehturms aufgeworfen, nachdem erstmalig ein digitaler Fernsehempfang für Mobilgeräte auf den Markt gekommen war. Zwei Jahre später begannen die Arbeiten am „Tokyo Sky Tree“ im Auftrag der Japanischen Rundfunkgesellschaft (NHK) und fünf weiterer Sendestationen.

Mit einer Höhe von 634 Metern ist das neue Tokioter Wahrzeichen nicht nur der höchste Fernsehturm der Welt, sondern zugleich das zweithöchste Bauwerk der Welt – rund 200 Meter kleiner als der Burj al Khalifa in Dubai.

Das in vergangener Zeit durch düstere Wirtschaftsprognosen, Regierungskrisen und eine rapide Alterung geplagte Japan freut sich über ein Bauwerk, das symptomatisch für den Wiederaufstieg der gesamten Nation stehen soll. Bereits der Standort verweist auf die Einbettung des Giganten in die Tradition des Landes: Der bei Touristen beliebte Stadtbezirk Oshiage liegt im alten Viertel von Shitamachi, einem Zentrum althergebrachter japanischer Handwerkskunst.

In der Architektur spiegeln sich japanische Schönheitsvorstellungen wider: Die weiße Farbe verweist auf den Inbegriff japanischer Ästhetik, die Mischung aus Konkav- und Konvexkurven in der Außenfassade stehen beispielhaft für ein traditionelles Bauprinzip des Inselstaates.

Rund um den Turm entsteht eine rund vier Hektar große urbane Zone mit Bürogebäuden, einem Theater und einem Aquarium. Im Turm selbst bieten zwei Aussichtsplattformen in 350 und in 450 Metern Höhe einen grandiosen Ausblick auf die Hauptstadt samt der Tokioter Bucht, dem Sumida-Fluss und dem kaiserlichen Palast. Ebenso befinden sich Geschäfte und Restaurants im Inneren des stählernen Riesen. Die Kosten beliefen sich auf umgerechnet rund 640 Millionen Euro.

 
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