"Ein Butler muss alles können", sagt Lorenzo dann plötzlich - und strahlt wieder wie gewohnt. "Ich kann auch Haare schneiden, Massagen geben und Blumen binden." Und ja, gern packt er die Koffer aus, wenn seine Gäste es wünschen. Natürlich putzt er auch Schuhe, bügelt Anzüge und Kleider auf, arrangiert einen privaten Chauffeur, einen Fotografen, einen persönlichen Guide für den Landausflug. "Und sollte mal jemandem erst nach dem Abendessen einfallen, dass er morgen gern einen Helikopter-Rundflug hätte, versuchen wir auch das." Denn Lorenzo und seine 22 Mitarbeiter - 21 Männer und eine Frau, Butlerin Aliona aus Odessa - sind für ihre Gäste immer da. Und das heißt in diesem Fall tatsächlich: 24 Stunden. Jeden Tag.
MSC Yacht Club nennt sich das Reich, über das Lorenzo wacht - und dessentwegen die MSC Fantasia der ganze Stolz der Erfolgsreederei aus Neapel ist. Gianluigi Aponte persönlich, der Patriarch des Familienunternehmens, das seinen eigentlichen Reichtum in der Containerschifffahrt erwirtschaftete, soll die Idee zu diesem "Schiff-im-Schiff-Konzept" gehabt haben. Statt eine eigene Luxusyacht à la Seabourn oder SeaDream zu bauen, lässt er 200 Gäste, die solchen Luxus wollen, einfach auf einem großen Schiff mitreisen. In yachtähnlichem Ambiente und mit, so der Anspruch, "sechs Sternen" im Service. Alle anderen der bis zu 3.274 Passagiere des 133.000-Tonners reisen dagegen unter gefühlten vier Sternen. Zwei Welten also auf einem Kiel: Dass diese Idee auf der im Juli 2009 getauften MSC Splendida wiederholt wurde, zeigt, dass man fest an sie glaubt.








