Irina wischt sich den Schweiß von der Stirn. Eine Flasche Kwas nach der anderen füllt sie an diesem Spätnachmittag aus ihrem gelben Tankwagen ab. Das Thermometer in Kostroma an der oberen Wolga zeigt 28 Grad im Schatten. Ihren Stand hat sie vor den ehemaligen Handelsreihen postiert. Einheimische und Touristen schlendern in Scharen vorbei und stillen ihren Durst mit dem hellbraunen Erfrischungsgetränk, vergoren aus Roggenbrot, Hefe, Zucker und Rosinen. An sommerlichen Tagen stehen die gelben Wagen an vielen Straßenecken in russischen Kleinstädten. Katharina, Natascha, Dimitri und Sergiy mögen es lieber westlich statt traditionell. Sie decken sich wenige Schritte weiter am Kiosk mit Coca Cola Light, Heineken- und Holsten-Bier ein. Im Schatten des Lenin-Denkmals diskutieren sie über ihre Zukunft im heutigen Russland. Später werden sie weiter ziehen ans Ufer der Wolga und engumschlungen auf den Sonnenuntergang warten.
"Ursprünglich waren die Handelsreihen Umschlagplatz für Waren wie Flachs, Fisch, Gemüse, Mehl, Tabak und Viehfutter, die per Schiff über die Wolga angeliefert wurden", erklärt Gästeführerin Tatjana. Heute stehen viele Läden leer, oder es präsentieren sich Banken, Videotheken und Mobilfunkanbieter. Hinter den klassizistischen Fassaden verbirgt sich im Innenhof ein Markt, der an Gemüse und Obst alles bietet, was der Magen begehrt: Von A wie Aprikose bis Z wie Zucchini gibt es Obst in Hülle und Fülle. Auch eine riesige Auswahl an Blumen, Gewürzen, Fleisch, Brot und Kartoffeln ist im Angebot. Zu Spottpreisen für westliche Touristen. Zu teuer für die meisten russischen Rentner. Um ihre karge Rente wenigstens ein bisschen aufzustocken, bieten einige ältere Frauen auf der Straße vor dem Markt für ein paar Rubel Flieder und Maiglöckchen aus dem heimischen Garten an. Tatjana hat es da leichter. Die pensionierte Hochschullehrerin bessert ihre monatlichen Einkünfte durch deutschsprachige Stadtführungen auf.
"Ursprünglich waren die Handelsreihen Umschlagplatz für Waren wie Flachs, Fisch, Gemüse, Mehl, Tabak und Viehfutter, die per Schiff über die Wolga angeliefert wurden", erklärt Gästeführerin Tatjana. Heute stehen viele Läden leer, oder es präsentieren sich Banken, Videotheken und Mobilfunkanbieter. Hinter den klassizistischen Fassaden verbirgt sich im Innenhof ein Markt, der an Gemüse und Obst alles bietet, was der Magen begehrt: Von A wie Aprikose bis Z wie Zucchini gibt es Obst in Hülle und Fülle. Auch eine riesige Auswahl an Blumen, Gewürzen, Fleisch, Brot und Kartoffeln ist im Angebot. Zu Spottpreisen für westliche Touristen. Zu teuer für die meisten russischen Rentner. Um ihre karge Rente wenigstens ein bisschen aufzustocken, bieten einige ältere Frauen auf der Straße vor dem Markt für ein paar Rubel Flieder und Maiglöckchen aus dem heimischen Garten an. Tatjana hat es da leichter. Die pensionierte Hochschullehrerin bessert ihre monatlichen Einkünfte durch deutschsprachige Stadtführungen auf.












