Tintenherz
Brendan Fraser ist der Star in der Verfilmung von Cornelia Funkes Weltbestseller Tintenherz. Durch Vorlesen befördert er Figuren aus Büchern in die Realität - und die Fans ins Kino
Fantasy/Märchen, USA, 2008
Mit
Brendan Fraser, Helen Mirren, Sienna Guillory
Dt. Kinostart: 11.12.2008
FSK 12
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Mortimer "Mo" Folchart (Brendan Fraser) und seine zwölfjährige Tochter Meggie (Eliza Hope Bennett) begeistern sich für Bücher. Und beide können die Figuren aus diesen Büchern zum Leben erwecken, wenn sie laut daraus vorlesen. Doch diese außergewöhnliche Gabe ist nicht ungefährlich: Immer wenn eine Romanfigur den Seiten entsteigt, muss ein realer Mensch in ihnen verschwinden.
Als die beiden wieder einmal ein Antiquariat aufsuchen, vernimmt Mo Stimmen, wie er sie seit Jahren nicht mehr gehört hat. Und als er das Buch aufspürt, aus dem sie stammen, läuft es ihm kalt den Rücken hinunter: Genau dieses Buch namens "Tintenherz" mit seinen Illustrationen von mittelalterlichen Burgen und seltsamen Wesen sucht Mo, seit Meggie drei Jahre alt war - damals nämlich ist ihre Mutter Resa (Sienna Guillory) in dieser mystischen Welt verschwunden.
Mithilfe des Buches will Mo Resa nun finden und befreien, doch sein Plan wird vom bösen "Tintenherz"-Schurken Capricorn (Andy Serkis) vereitelt, der Meggie entführt und von Mo verlangt, weitere böse Figuren aus dem Buch zum Leben zu erwecken. Um seine Tochter zu retten und die Buchfiguren in die ihnen angestammte Welt zu verbannen, bittet Mo eine bunt zusammengewürfelte Gruppe aus der realen Welt und aus dem Zauberreich um Hilfe: Gemeinsam machen sie sich auf, um unerschrocken und unter großen Gefahren Ordnung zu schaffen.
Knapp 4,5 Milliarden Dollar haben die fünf Harry-Potter-Filme weltweit in den Kinos eingespielt. Kein Wunder, dass man in Hollywood versucht, das Erfolgsrezept zu kopieren, und verzweifelt auf der Suche nach kindgerechtem Fantasy-Stoff ist. In der Deutschen Cornelia Funke glaubt man die legitime Erbin von Joanne K. Rowling gefunden zu haben. Ihr 2003 erschienener Roman "Tintenherz" wurde nicht nur in Deutschland ein Bestseller, sondern gleich in 20 Sprachen übersetzt. Mit "Tintenblut" und "Tintentod" folgten zwei weitere Romane, die uns - einen Erfolg der Verfilmung des ersten Teils vorausgesetzt - in den kommenden Jahren die Winter- und Weihnachtszeit versüßen sollen. Anders als bei Harry Potter gibt es keine Kobolde, Hauselfen oder Riesen. Die Tintenwelt ist zum großen Teil in der Realität verwurzelt, die fantastischen Elemente entstammen anderen literarischen Werken. Denn die Hauptfigur Mortimer Folchart (Brendan Fraser) ist eine so genannte Silberzunge. Wann immer er aus einem Buch liest, werden Figuren oder Gegenstände daraus lebendig - doch im Gegenzug wird etwas aus unserer Welt in das Buch verbannt. Eine Tatsache, mit der Mortimer auf schmerzhafte Weise Bekanntschaft machen muss. Als er seiner jungen Familie aus dem Buch "Tintenherz" vorlas, erschien nicht nur der Verbrecher Capricorn (Andy Serkis) an seiner Türschwelle, sondern verschwand umgekehrt Mos Ehefrau Teresa (Sienna Guillory) in der mittelalterlichen Tintenwelt. Seither sucht Mo verzweifelt nach einer weiteren Ausgabe des seltenen Romans. Ein Unterfangen, das dadurch erschwert wird, dass Capricorn jedes Exemplar des Buches vernichten will, um nicht wieder in seine mittelalterliche Welt zurückgeschickt zu werden. Doch dann bekommt Mo unerwartete Hilfe. Denn der ebenfalls der Tintenwelt entsprungene Feuerspucker Staubfinger (Paul Bettany) hat Heimweh und Sehnsucht nach seiner Frau. Gemeinsam mit Mo macht er sich auf die Reise zu "Tintenherz"-Autor Fenoglio (Jim Broadbent). Eine Reise, auf der Mortimers zwölfjährige Tochter Meggie (Eliza Bennett) eine Menge Geheimnisse über ihren Vater und sich selbst erfahren wird
Cornelia Funkes "Tintenherz" ist eine Liebeserklärung an die wunderbare Welt der Literatur. Umso schöner, dass Regisseur Iain Softley diese Ideen in den Film übertragen hat. Wenn die Helden in die Festung von Capricorn eindringen, sind an jeder Ecke und in jedem Winkel Tiere und Objekte aus Literaturklassikern zu entdecken, die dem Publikum ein amüsantes Rätselraten bescheren. Woher stammt nochmal der Minotaurus? Wer trug den gläsernen Schuh? Und wer hat von diesen Tellerchen gegessen? All diese Hommagen hat Regisseur Softley visuell eindrucksvoll in Szene gesetzt. Selbst eine gerade mal zehn Sekunden lange Referenz an "Der Zauberer von Oz", in der einer von Capricorns Schergen nach Kansas gerät, sieht aus, als hätte sie einige Millionen Dollar verschlungen. Doch wo es optisch kaum etwas zu bemängeln gibt, kristallisieren sich bei der Besetzung einige Schwächen heraus. Zwar ist die Familie Folchart - besonders der von Cornelia Funke auserkorene Brendan Fraser - optimal besetzt, bei den Nebenrollen liegt hingegen einiges im Argen. So erweist sich der aus "1001 Nacht" gelesene und als komisches Element konzipierte Farid (Rafi Gavron) als überflüssige Nervensäge. Und auch Jim Broadbent wird der in den Fortsetzungen expandierenden Rolle des Fenoglio nicht gerecht. Dennoch ist "Tintenherz" ein wunderbarer Film für die ganze Familie geworden. Und wenn der Erfolg trotzdem ausbleiben sollte, kann Mo in den Fortsetzungen ja immer noch die Figuren aus "Harry Potter" herauslesen.
Text u. Wertung: CINEMA Online
Text u. Wertung: CINEMA Online
Cast
Kino-Neustarts
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