Der fremde Sohn
Ein Junge verschwindet, doch als er zurückkehrt, behauptet die Mutter, dass er nicht ihr Sohn sei.
Drama, USA, 2008
Mit
Angelina Jolie, John Malkovich, Jeffrey Donovan
Dt. Kinostart: 22.01.2009
FSK 12
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Los Angeles, 1928. An einem Samstagmorgen verabschiedet sich Christine Collins (Jolie) von ihrem Sohn Walter und geht zur Arbeit. Als sie wieder nach Hause kommt, ist er verschwunden. Entführt! Die Suche der Polizei bleibt ergebnislos und ihre Gebete bleiben unbeantwortet, bis man ihr nach fünf verzweifelten Monaten mitteilt, man habe ihren Sohn gefunden. Anstelle ihn aber bei seiner Rückkehr in die Arme zu schließen, bezweifelt Christine, dass er wirklich Walter ist - auch wenn er selbst es behauptet und alle anderen davon überzeugt sind.
Mit ihrer Forderung, die Suche nach Walter nicht aufzugeben, gerät sie in die gefährlichen Mühlen einer korrupten und frauenfeindlichen Welt. Von der Polizei als unfähige Hysterikerin mit Wahnvorstellungen abgestempelt und von der Bevölkerung skeptisch beäugt, bekommt sie nur von dem engagierten Pfarrer Briegleb (Malkovich) echte Unterstützung.
Die Morgensonne gießt ihr sanftes Licht auf Los Angeles, als sich Christine Collins (Angelina Jolie) von ihrem Sohn verabschiedet. Der neunjährige Walter muss allein zu Hause bleiben, während die alleinerziehende Mutter als Telefonistin arbeitet. Ein vertrautes Ritual: Küsschen links, Küsschen rechts, pass auf dich auf, einen schönen Tag noch. Nichts deutet an diesem Samstag im März 1928 darauf hin, dass die Mutter ihr geliebtes Kind nie wiedersehen wird.
Als Christine bei ihrer Heimkehr die Haustür offenstehen sieht, wird ihr schlimmster Verdacht zur Gewissheit. Die Polizei beginnt erst am nächsten Tag mit der Suche, doch auch nach Wochen bringt diese kein Ergebnis. Die verzweifelte Mutter wendet sich an die Zeitungen, was den selbstherrlichen Polizeichef Jones (Jeffrey Donovan) in Rage bringt: "Ich lasse mich von so einer Schlampe doch nicht unter Druck setzen." Trotzdem lässt er nach Walter landesweit fahnden. Fünf Monate später wird im 2000 Meilen entfernten Illinois ein Junge aufgegriffen und mit großem Presse-Tamtam der Mutter präsentiert. Doch es ist nicht der vermisste Sohn, sondern ein völlig Fremder.
Aus Mitleid nimmt Christine den verwahrlosten Jungen fürs Erste zu sich, doch ihren Kampf gibt sie nicht auf. Obwohl sie Beweise vorlegt, dass der Findling unmöglich Walter sein kann, wollen ihr die Behörden nicht glauben. Und als sie mithilfe eines Pfarrers (John Malkovich) auf ihrer Position beharrt, überweist sie der Polizeichef ins Irrenhaus - die stolze Lady durchleidet einen Albtraum mit Einzelzelle und Elektroschock-Folter.
Was sich Drehbuchautoren nicht dramatischer ausdenken können, hat sich tatsächlich zugetragen. Der Fall Christine und Walter Collins gilt als einer der größten Skandale seiner Art in der US-Geschichte. Und Clint Eastwoods Verfilmung steht dieser Größe in nichts nach. Stilistisch erinnert sein Porträt der Schattenseite von Los Angeles an die Klassiker "L. A. Confidential" und "Chinatown". Gradlinig und mit ruhigen Einstellungen erzählt der oscarverwöhnte Altmeister ("Million Dollar Baby") die ergreifende Story und vertraut dabei ganz auf die schauspielerische Klasse seiner Hauptdarstellerin Angelina Jolie.
Zu Recht: Die unfreiwillige Glamourkönigin der Boulevardmedien nimmt sich in puncto Gefühlsausbrüche zurück und überträgt dadurch die Wut, den Kummer und die Verzweiflung aufs Publikum. Eine Leistung, die ihr die nächste Oscar-Nominierung einbringen dürfte - mindestens. Auch die übrigen Schauspieler liefern Glanzleistungen ab, allen voran John Malkovich als biederer Pfarrer, der die Korruption in L. A. als Sünde verdammt.
Wie Christine Collins am Ende doch noch zu ihrem Recht kommt, ist mindestens so packend wie ihr Schicksal als Mutter. Und als die Polizei eher zufällig die schockierende Wahrheit hinter dem Verschwinden ihres Sohnes Walter aufdeckt, klammert sie sich trotzdem an die Hoffnung, dass er noch lebt. Man muss nicht Mutter oder Vater sein, um das nachzuempfinden.
Text u. Wertung: CINEMA Online
Als Christine bei ihrer Heimkehr die Haustür offenstehen sieht, wird ihr schlimmster Verdacht zur Gewissheit. Die Polizei beginnt erst am nächsten Tag mit der Suche, doch auch nach Wochen bringt diese kein Ergebnis. Die verzweifelte Mutter wendet sich an die Zeitungen, was den selbstherrlichen Polizeichef Jones (Jeffrey Donovan) in Rage bringt: "Ich lasse mich von so einer Schlampe doch nicht unter Druck setzen." Trotzdem lässt er nach Walter landesweit fahnden. Fünf Monate später wird im 2000 Meilen entfernten Illinois ein Junge aufgegriffen und mit großem Presse-Tamtam der Mutter präsentiert. Doch es ist nicht der vermisste Sohn, sondern ein völlig Fremder.
Aus Mitleid nimmt Christine den verwahrlosten Jungen fürs Erste zu sich, doch ihren Kampf gibt sie nicht auf. Obwohl sie Beweise vorlegt, dass der Findling unmöglich Walter sein kann, wollen ihr die Behörden nicht glauben. Und als sie mithilfe eines Pfarrers (John Malkovich) auf ihrer Position beharrt, überweist sie der Polizeichef ins Irrenhaus - die stolze Lady durchleidet einen Albtraum mit Einzelzelle und Elektroschock-Folter.
Was sich Drehbuchautoren nicht dramatischer ausdenken können, hat sich tatsächlich zugetragen. Der Fall Christine und Walter Collins gilt als einer der größten Skandale seiner Art in der US-Geschichte. Und Clint Eastwoods Verfilmung steht dieser Größe in nichts nach. Stilistisch erinnert sein Porträt der Schattenseite von Los Angeles an die Klassiker "L. A. Confidential" und "Chinatown". Gradlinig und mit ruhigen Einstellungen erzählt der oscarverwöhnte Altmeister ("Million Dollar Baby") die ergreifende Story und vertraut dabei ganz auf die schauspielerische Klasse seiner Hauptdarstellerin Angelina Jolie.
Zu Recht: Die unfreiwillige Glamourkönigin der Boulevardmedien nimmt sich in puncto Gefühlsausbrüche zurück und überträgt dadurch die Wut, den Kummer und die Verzweiflung aufs Publikum. Eine Leistung, die ihr die nächste Oscar-Nominierung einbringen dürfte - mindestens. Auch die übrigen Schauspieler liefern Glanzleistungen ab, allen voran John Malkovich als biederer Pfarrer, der die Korruption in L. A. als Sünde verdammt.
Wie Christine Collins am Ende doch noch zu ihrem Recht kommt, ist mindestens so packend wie ihr Schicksal als Mutter. Und als die Polizei eher zufällig die schockierende Wahrheit hinter dem Verschwinden ihres Sohnes Walter aufdeckt, klammert sie sich trotzdem an die Hoffnung, dass er noch lebt. Man muss nicht Mutter oder Vater sein, um das nachzuempfinden.
Text u. Wertung: CINEMA Online
Cast
Reverend Gustav Briegleb
John Malkovich
Filme
Warm Bodies,
Transformers 3,
Jonah Hex,
R.E.D. - älter, härter, besser!,
Secretariat - Ein Pferd wird zur Legende,
Burn after Reading - Wer verbrennt sich hier...
Kino-Neustarts
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