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The Spirit
 
Mit seiner ersten Solo-Regiearbeit erfüllt sich "Sin City"-Schöpfer Frank Miller einen Traum und verwandelt eine Comic-Serie aus den 40er Jahren in stargespicktes Event-Kino

 

 

 

Comicverfilmung, USA, 2008
Dt. Kinostart: 05.02.2009
 
Mit Gabriel Macht, Eva Mendes, Sarah Paulson

 

 

 

Film-Kritik

 

 
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"The Spirit" Comicverfilmung, USA 2008
 

©Sony Pictures Releasing GmbH

Es ist die Geschichte eines jungen Cops, der auf mysteriöse Weise als Spirit (Gabriel Macht) von den Toten aufersteht, um aus der Schattenwelt heraus das Verbrechen von Central City zu bekämpfen. Doch sein Erzfeind Octopus (Samuel L. Jackson) plant, Spirits geliebte Stadt auszulöschen, während er nach seiner eigenen Version von Unsterblichkeit strebt. Spirit verfolgt den kaltherzigen Killer quer durch Central City und begegnet dabei einem Schwarm exotischer Schönheiten, die den maskierten Kreuzritter entweder verführen, lieben oder töten wollen.
 

 

"The Spirit" Comicverfilmung, USA 2008
 

©Sony Pictures Releasing GmbH

"Ich konnte nicht zulassen, dass irgendein Anderer Hand an Will Eisners Schöpfung legt!" Frank Millers Antwort auf die Frage, warum er sich mit "The Spirit" für seine erste Solo-Regie die Verfilmung eines wegweisenden Kult-Comics aus den 40er Jahren aufgebürdet hat, ist immer dieselbe. Tatsächlich scheint der "Sin City"- und "300"-Schöpfer prädestiniert dafür, aus dem Hauptwerk des legendären Comic-Übervaters Will Eisner einen Film zu machen. Bis zu Eisners Tod im Jahre 2005 sah Miller in dem 40 Jahre älteren Zeichner-Genie seinen Mentor, mit dem er 25 Jahre lang über die Möglichkeiten und Regeln grafischen Erzählens diskutierte und laut eigener Aussage oft auch bis aufs Blut stritt.

Die Legende will es, dass bei Eisners Trauerfeier der im Besitz der "The Spirit"-Filmrechte befindliche Produzent Michael Uslan an Frank Miller herantrat und ihm die Adaption anbot. Ein Angebot, das der letztendlich noch höchst unerfahrene Co-Regisseur von "Sin City" bei aller protektionistischen Verehrung für sein Idol wohl besser hätte ausschlagen sollen.

Anders als in Eisners Vorlage wird der junge Ermittler Denny Colt (Hauptrollen-Newcomer Gabriel Macht) nicht irrtümlich für tot gehalten, sondern ist auf wundersame Weise tatsächlich von den Toten auferstanden - mitsamt der rätselhaften Fähigkeit, trotz schwerster Verletzungen nicht mehr sterben zu können. Seitdem versteckt sich Colt hinter der Geheimidentität des maskierten Gangsterschrecks The Spirit und macht in Central City verbissen Jagd auf seinen Erzfeind Octopus (Samuel L. Jackson). Der völlig durchgeknallte Wissenschaftler mit Weltherrschaftsanspruch erweist sich in ihren übermenschlichen Duellen als ebenso unverwüstlich wie der Spirit und scheint mehr über ihre gemeinsame Super-Fähigkeit zu wissen. Als der Spirit bei seinen Ermittlungen auf die atemberaubende Meisterdiebin Sand Saref (Eva Mendes) stößt, wird die Angelegenheit noch persönlicher. Colt erkennt in Saref seine große Jugendliebe, die mit Octopus unter einer Decke zu stecken scheint. In Wahrheit hat die heißblütige Schönheit aber nur etwas gestohlen, das der Schurke und seine gefühlskalte Sekretärin Silken Floss (Scarlett Johansson) für ihre sinistren Pläne unbedingt brauchen - koste es, was es wolle.

Dass Regisseur Miller beim Inszenieren dieser Geschichte auf die kunterbunte Optik der Eisner-Comics verzichtet hat und stattdessen in monochromer "Sin City"-Düsternis schwelgt, mag Puristen erzürnen. Der dadurch entstandene, phasenweise spektakuläre Kunst-Look ist aber die einzige wirklich Stärke von "The Spirit". Wenn unser maskierter Held als Schattenriss durch ein in den Computern der Trickschmiede The Orphanage ("Iron Man") erbautes Central City schleicht, wird die klassische Atmosphäre der Film-noir-Detektivgeschichten berauschend auf die Spitze getrieben. Und auch die bizarren Showauftritte des Octopus in Samurai- oder SS-Offizier-Verkleidung, die stellvertretend dafür herhalten, dass im Comic der Fiesling als Verkleidungsgenie nie selbst zu sehen war, sind in ihrer durchgestylten Signalfarbengestaltung faszinierende Hingucker.

Das Problem dabei: Die mit allen zur Verfügung stehenden technischen Mitteln auf Coolness getrimmte Optik beißt sich mit dem im Film angeschlagenen Ton. So skurril die Charaktere und so flapsig der Humor in der Vorlage auch waren - mit der hier abgespulten Spaßparade hat "The Spirit" nichts zu tun. Weit schlimmer als der gescheiterte Versuch, den antiquierten 40er-Jahre-Sprachwitz der Comics mit peinlichen Slapstick-Einlagen zu modernisieren, wirkt sich jedoch die Tatsache aus, dass Regisseur Frank Miller in seiner Unerfahrenheit den Darstellern offensichtlich völlig freie Hand in der schauspielerischen Umsetzung der Albernheiten ließ. Dies führt dazu, dass sich der blass bleibende Gabriel Macht in seiner Darstellung nicht zwischen smartem Helden und tollpatschigem Inspektor-Clouseau-Verschnitt entscheiden kann. Dass Scarlett Johansson mit theatralischem Overacting zu kaschieren versucht, dass sie mit ihrer Bösewichtsrolle nichts anzufangen weiß. Und dass Samuel L. Jackson seine zum Markenzeichen gewordene Bad-Motherfucker-Routine derart entfesselt herunterspult, dass die angestrebte Kultwirkung schlicht verpufft.

Einzig Eva Mendes, die mit vollem Einsatz ihres kurvigen Körpers lustvoll und moderat selbstironisch auf den Spuren der Femmes fatales aus der Film-noir-Ära wandelt, macht eine herausragende Figur. Hätten sich die übrigen Darsteller an ihrer lässigen Herangehensweise ein Beispiel genommen, wäre aus "The Spirit" vielleicht mehr geworden als eine visuell beeindruckende Stilübung mit befremdlichem Inhalt.

Text u. Wertung: CINEMA Online
 

 

 
 

 

Cast

 
Regie
 
Frank Miller: The Spirit
Frank Miller
 
Filme
 
The Spirit,
 
 
Sin City,
 
 
2001: Odyssee im Weltraum
 
 
 
Darsteller
 
Frank Miller: The Spirit
Spirit
 
Gabriel Macht
 
Filme
 
Love And Other Drugs - Nebenwirkung inklusive, The Spirit,
 
 
Von Frau zu Frau, Der gute Hirte, Love-Song für Bobby Long, Der Einsatz
 
 
 
 
Eva Mendes
Sand Saref
 
Eva Mendes
 
Filme
 
Holy Motors,
 
 
Die etwas anderen Cops, Last Night,
 
 
Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen, The Spirit,
 
 
The Women
 
 
 
 
Ellen Dolan
 
Sarah Paulson
 
Filme
 
Martha Marcy May Marlene, The Spirit,
 
 
Down With Love - Zum Teufel mit der Liebe, Der lange Weg zurück, Immer wieder Fitz: Liebesbriefe, Kansas - Weites Land
 
 
Commissioner Dolan
 
Dan Lauria
Plaster von Paris
 
Paz Vega
 
Morgenstern
 
Stana Katic
Silken Floss
 
Scarlett Johansson
 
Octopus
 
Samuel L. Jackson
Phobos
 
Paola Lombardi
 
 
Alle Darsteller

 

 

 

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