Taking Woodstock
Oscar-Preisträger Ang Lee setzt der Hippie-Generation ein fröhliches filmisches Denkmal.
Komödie/Slapstick, USA, 2009
Mit
Demetri Martin, Imelda Staunton, Henry Goodman
Dt. Kinostart: 03.09.2009
FSK 6
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Eigentlich träumt der junge Elliot (Demetri Martin) von einer Karriere als Innenausstatter in New York City. Doch das marode Motel seiner Eltern steht kurz vor der Pleite. Also kehrt Elliot in sein Heimatdorf zurück und sucht nach einer Lösung, die bevorstehende Zwangsvollstreckung doch noch abzuwenden. Als er aus der Zeitung erfährt, dass einem groß angekündigten Open Air Konzert die Genehmigung entzogen wurde, wittert Elliot seine Chance: Er bietet den Veranstaltern als Austragungsort die Kuhwiese auf dem elterlichen Grundstück an, ohne zu ahnen, welche gewaltige Welle er damit lostritt. Schon bald zieht ein Bataillon von Organisatoren und schrillen Künstlern in die kleine, konservative Gemeinde und versetzt die Bewohner in helle Aufregung. Als dann auch unzählige Hippies und Musikbegeisterte in die Kleinstadt pilgern, ist das Chaos perfekt. Der Ansturm bringt zwar den erhofften Geldsegen, ist aber logistisch kaum zu bewältigen. Und je unübersichtlicher die Situation wird, desto klarer sieht Elliot, was er wirklich will - und dass sich hier ein historisches Ereignis anbahnt, das alle im Ort verändern wird...
Der taiwanesische Regisseur Ang Lee gehört zu den vielseitigsten Filmemachern der Gegenwart: Er drehte die Meisterkochkomödie "Eat Drink Man Woman", die Kostüm-romanze "Sinn und Sinnlichkeit", das Familiendrama "Der Eissturm", das Martial-Arts-Spektakel "Tiger &Dragon", den Actionfilm "Hulk" und den Oscar-Preisträger "Brokeback Mountain" über schwule Cowboys. Jetzt überrascht er mit einer leichten Sommerkomödie über das legendärste Rockfestival aller Zeiten: "Taking Woodstock" beschreibt die Vorbereitungen und den chaotischen Ablauf des dreitägigen Love &Peace-Spektakels, das im August 1969 eine halbe Million Zuschauer begeisterte. Ein Ereignis, das prägend war für die Generation der Hippies und Vietnamkriegsprotestler und auch nach 40 Jahren von zeitloser historischer Bedeutung bleibt.
Lee beschreibt die Anfänge des Festivals quasi aus der Mikroperspektive. Der jüdische Einwanderersohn Elliot Teichberg (Hollywood-Newcomer Demetri Martin) lebt eigentlich in New York, besucht aber die Kleinstadt Bethel, wo seine Eltern ein heruntergekommenes Hotel leiten und in permanentem Clinch mit der Bank liegen. Eher zufällig erfährt er, dass im nahe gelegenen Ort Wallkill das Woodstock-Festival abgesagt wurde, weil die dortigen Bauern keine Hippies vor der Haustür haben wollen. Elliot bietet den Organisatoren darauf spontan die Kuhwiese hinter dem Haus seiner Eltern an. Die Örtlichkeit erweist sich als ideal für die Zwecke der Veranstalter - und schon fallen die Langhaarigen in das verschlafene Kaff ein. Wenige Tausend Rockfans werden erwartet. Es kommen ein paar mehr...
Obwohl das eigentliche Festival nur am Rand in die Handlung einbezogen wird, fängt der Film die Atmosphäre und optimistische Aufbruchsstimmung der Flowerpower-Bewegung überzeugend ein. Psychedelische Drogenträume fehlen ebensowenig wie die Nackten im See oder andere ikonenhaften Bilder, die vom "Woodstock"-Dokumentarfilm Michael Wadleighs in Erinnerung geblieben sind. Der Sommer der Liebe wird für den verschüchterten Helden Elliot zur Befreiung von alten Zwängen: Er nabelt sich von den übermächtigen Eltern ab und erlebt beim Tanzen sein ganz persönliches Coming-out.
Lee zelebriert das Woodstock-Festival als letzten Moment der Unschuld, bevor auch die schöne Utopie von Love &Peace zerbrach. Konsequenterweise endet der Film mit einem Verweis auf das berüchtigte Rolling-Stones-Festival von Altamont, das am 6. Dezember 1969 mit einer Messerstecherei vor der Bühne und einem gewalt- und hysteriegeladenen Chaos endete. Der Sommer der Liebe ertrank im Blut.
Text u. Wertung: CINEMA Online
Lee beschreibt die Anfänge des Festivals quasi aus der Mikroperspektive. Der jüdische Einwanderersohn Elliot Teichberg (Hollywood-Newcomer Demetri Martin) lebt eigentlich in New York, besucht aber die Kleinstadt Bethel, wo seine Eltern ein heruntergekommenes Hotel leiten und in permanentem Clinch mit der Bank liegen. Eher zufällig erfährt er, dass im nahe gelegenen Ort Wallkill das Woodstock-Festival abgesagt wurde, weil die dortigen Bauern keine Hippies vor der Haustür haben wollen. Elliot bietet den Organisatoren darauf spontan die Kuhwiese hinter dem Haus seiner Eltern an. Die Örtlichkeit erweist sich als ideal für die Zwecke der Veranstalter - und schon fallen die Langhaarigen in das verschlafene Kaff ein. Wenige Tausend Rockfans werden erwartet. Es kommen ein paar mehr...
Obwohl das eigentliche Festival nur am Rand in die Handlung einbezogen wird, fängt der Film die Atmosphäre und optimistische Aufbruchsstimmung der Flowerpower-Bewegung überzeugend ein. Psychedelische Drogenträume fehlen ebensowenig wie die Nackten im See oder andere ikonenhaften Bilder, die vom "Woodstock"-Dokumentarfilm Michael Wadleighs in Erinnerung geblieben sind. Der Sommer der Liebe wird für den verschüchterten Helden Elliot zur Befreiung von alten Zwängen: Er nabelt sich von den übermächtigen Eltern ab und erlebt beim Tanzen sein ganz persönliches Coming-out.
Lee zelebriert das Woodstock-Festival als letzten Moment der Unschuld, bevor auch die schöne Utopie von Love &Peace zerbrach. Konsequenterweise endet der Film mit einem Verweis auf das berüchtigte Rolling-Stones-Festival von Altamont, das am 6. Dezember 1969 mit einer Messerstecherei vor der Bühne und einem gewalt- und hysteriegeladenen Chaos endete. Der Sommer der Liebe ertrank im Blut.
Text u. Wertung: CINEMA Online
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