Tron Legacy
Wild gewordene Programme planen im virtuellen Raum den Aufstand - und keiner zieht den Stecker raus. Das neonbunte 3D-Spektakel von Regie-Newcomer Joseph Kosinski ist die Fortsetzung eines innovativen Disney-Kultfilms aus den frühen 80er-Jahren. "Big Lebowski"-Star und Oscar-Preisträger Jeff Bridges verkörpert in diesem Hightech-Actionabenteuer zum zweiten Mal den Computergladiator Kevin Flynn.
Science-Fiction, USA, 2010
Mit
Olivia Wilde, Jeff Bridges, Garrett Hedlund
Dt. Kinostart: 27.01.2011
FSK 12
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Sam Flynn (Garrett Hedlund) ist 27, ein Computerspezialist und charmanter Draufgänger wie sein Vater, der vor langer Zeit spurlos aus seinem Leben verschwand. Seit 1989 ist Kevin Flynn (Jeff Bridges), der Schöpfer des revolutionären Computerspiels Tron, verschollen. Bis Flynns alter Freund Alan Bradley (Bruce Boxleitner) eine Nachricht erhält - aus Flynns früherem Büro in einer aufgegebenen Spielhalle, in der die Zeit stehen geblieben scheint. Was Sam dort findet, übersteigt seine Vorstellungskraft. Es ist der Zugang in die virtuelle Tron-Welt, in der sein Vater seit Jahrzehnten gefangen ist. Als Sam unabsichtlich einen digitalen Scanner aktiviert, wird auch er in das Cyber-Universum hineingezogen. Dort entdeckt er seinen Vater und dessen treue Gefährtin Quorra (Olivia Wilde). Aber auch, dass hier Spiel tödlicher Ernst ist. Denn in dieser faszinierenden Welt von Lichtrennen, Wurfduellen und unberechenbaren Programmen geht es für Kevin, Sam und Quorra auch ums Überleben...
Dies wird das Kinojahr des Jeff Bridges. Mit "Tron: Legacy" reaktiviert der Oscar-Preisträger (für "Crazy Heart") in diesem Monat einen Film, der am Anfang seiner Karriere stand. Und schon im nächsten Monat wird er im John-Wayne-Remake "True Grit" ein knurriges Western-Fossil spielen, das wie der Dude aus "The Big Lebowski" in Cowboystiefeln amutet. Doch egal ob mit "Tron"-Neonhelm oder "True Grit"-Augenklappe, dieser Jeff Bridges ist einfach eine Wucht. Eine Ausnahmeschauspieler auf dem Zenit seines Könnens.
Im Science-Fiction-Hightechabenteuer "Tron: Legacy" ist er in einer Doppelrolle zu sehen: als künstlich verjüngter CGI-Bösewicht Clu und als natürlich gealterter Gefangener der digitalen Welt. Das "Tron"-Original von Autor und Regisseur Steven Lisberger war 1982 ein Flop, gilt aber als Pionierleistung, da die Disney-Produktion einer der ersten Filme war, in dem längere computergenerierte Szenen eingesetzt wurden. Er inspirierte zahlreiche Regisseure und Tricktechniker der Gegenwart zur Beschäftigung mit den virtuellen Welten. Bridges verkörperte in der modernisierten "Spartacus"-Version den Computerhacker Kevin Flynn, der bei einer Manipulation des Programms seiner Exfirma Encom in die virtuelle Realität gesogen wird, wo humanoide Wesen tödliche Wettkämpfe ausführen. An der Animation des Films war übrigens Tim Burton beteiligt, der damals in den Disney-Studios arbeitete. Trotz des kommerziellen Misserfolgs von "Tron" - der Titel ist dem Begriff "electronics" entlehnt - wurde lange über eine mögliche Fortsetzung spekuliert. Im Jahr 2003 erschien das Videospiel "Tron 2.0", das den Kult um die grellbunten Computergladiatoren wiederbelebte. Fast 30 Jahre nach dem ersten Film lässt Regiedebütant Joseph Kosinski die ikonische Wunderwelt von "Tron" nun wiederauferstehen - mit modernster Digitaltechnik, in 3D und unterlegt mit einem satten Soundtrack des französischen Dancefloorduos Daft Punk.
Garrett Hedlund aus "Troja" und "Vier Brüder" verkörpert Sam Flynn, den Sohn des unter nie geklärten Umständen verschwundenen Kevin Flynn. Ermutigt von seinem Ersatzvater Alan Bradley (Bruce Boxleitner aus dem "Tron"-Original) stellt der junge Datendieb Nachforschungen in einer stillgelegten Spielhalle der Firma Encom an. Dabei wird auch er ins Innere der Computerwelt teleportiert und muss in einem Universum jenseits aller Vorstellungskraft Kämpfe auf Leben und Tod bestehen.
"Tron: Legacy" ist im Kern als Vater-Sohn-Geschichte angelegt. Sam trifft in der Cyberwelt auf Kevin, der mittlerweile zu einer Art Zen-Buddha des Elektronikstadls gereift ist und von der kurvigen Kriegerin Quorra (Olivia Wilde aus "Dr. House") umhegt wird. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen das böse Computerprogramm Clu (Bridges im "Benjamin Button"-Digitallook) auf, das die Außenwelt der "User" erobern will. "Tron: Legacy" kommt nach dem furiosen Start in der Cyberlandschaft leider nie richtig in die Gänge. Die Effekte erschöpfen sich schnell, der klinische Neonlook der Bilder nutzt sich ab. Zudem verflacht der Film in der Mitte stark und hat am Ende außer seiner atemberaubenden Optik wenig zu bieten. Die 3D-Effekte setzen erst ein, wenn die Handlung aus der analogen äußeren Welt in den Computerkosmos wechselt. Wer also in den Anfangsszenen die Brille absetzt, kann die verschiedenen Helligkeitswerte der 2D- und 3D-Bilder gut vergleichen. Die mangelnde Leuchtkraft bleibt nach wie vor das größte Problem der hochmodernen Projektionstechnik. "Tron: Legacy" ist pures Effektkino, stromlinienförmig und steril, aufgemotzt mit Versatzstücken aus "Matrix", "Star Wars" und "Rollerball". Wer vom Kino mehr erwartet als grellen Designerschick, der wird mit diesem Geist aus der Maschine wohl nicht glücklich werden.
Text u. Wertung: CINEMA Online
Im Science-Fiction-Hightechabenteuer "Tron: Legacy" ist er in einer Doppelrolle zu sehen: als künstlich verjüngter CGI-Bösewicht Clu und als natürlich gealterter Gefangener der digitalen Welt. Das "Tron"-Original von Autor und Regisseur Steven Lisberger war 1982 ein Flop, gilt aber als Pionierleistung, da die Disney-Produktion einer der ersten Filme war, in dem längere computergenerierte Szenen eingesetzt wurden. Er inspirierte zahlreiche Regisseure und Tricktechniker der Gegenwart zur Beschäftigung mit den virtuellen Welten. Bridges verkörperte in der modernisierten "Spartacus"-Version den Computerhacker Kevin Flynn, der bei einer Manipulation des Programms seiner Exfirma Encom in die virtuelle Realität gesogen wird, wo humanoide Wesen tödliche Wettkämpfe ausführen. An der Animation des Films war übrigens Tim Burton beteiligt, der damals in den Disney-Studios arbeitete. Trotz des kommerziellen Misserfolgs von "Tron" - der Titel ist dem Begriff "electronics" entlehnt - wurde lange über eine mögliche Fortsetzung spekuliert. Im Jahr 2003 erschien das Videospiel "Tron 2.0", das den Kult um die grellbunten Computergladiatoren wiederbelebte. Fast 30 Jahre nach dem ersten Film lässt Regiedebütant Joseph Kosinski die ikonische Wunderwelt von "Tron" nun wiederauferstehen - mit modernster Digitaltechnik, in 3D und unterlegt mit einem satten Soundtrack des französischen Dancefloorduos Daft Punk.
Garrett Hedlund aus "Troja" und "Vier Brüder" verkörpert Sam Flynn, den Sohn des unter nie geklärten Umständen verschwundenen Kevin Flynn. Ermutigt von seinem Ersatzvater Alan Bradley (Bruce Boxleitner aus dem "Tron"-Original) stellt der junge Datendieb Nachforschungen in einer stillgelegten Spielhalle der Firma Encom an. Dabei wird auch er ins Innere der Computerwelt teleportiert und muss in einem Universum jenseits aller Vorstellungskraft Kämpfe auf Leben und Tod bestehen.
"Tron: Legacy" ist im Kern als Vater-Sohn-Geschichte angelegt. Sam trifft in der Cyberwelt auf Kevin, der mittlerweile zu einer Art Zen-Buddha des Elektronikstadls gereift ist und von der kurvigen Kriegerin Quorra (Olivia Wilde aus "Dr. House") umhegt wird. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen das böse Computerprogramm Clu (Bridges im "Benjamin Button"-Digitallook) auf, das die Außenwelt der "User" erobern will. "Tron: Legacy" kommt nach dem furiosen Start in der Cyberlandschaft leider nie richtig in die Gänge. Die Effekte erschöpfen sich schnell, der klinische Neonlook der Bilder nutzt sich ab. Zudem verflacht der Film in der Mitte stark und hat am Ende außer seiner atemberaubenden Optik wenig zu bieten. Die 3D-Effekte setzen erst ein, wenn die Handlung aus der analogen äußeren Welt in den Computerkosmos wechselt. Wer also in den Anfangsszenen die Brille absetzt, kann die verschiedenen Helligkeitswerte der 2D- und 3D-Bilder gut vergleichen. Die mangelnde Leuchtkraft bleibt nach wie vor das größte Problem der hochmodernen Projektionstechnik. "Tron: Legacy" ist pures Effektkino, stromlinienförmig und steril, aufgemotzt mit Versatzstücken aus "Matrix", "Star Wars" und "Rollerball". Wer vom Kino mehr erwartet als grellen Designerschick, der wird mit diesem Geist aus der Maschine wohl nicht glücklich werden.
Text u. Wertung: CINEMA Online
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