True Grit
Abrechnung in Oklahoma: Jeff Bridges und Matt Damon jagen im breit angelegten Westernremake der Regiebrüder Joel und Ethan Coen schießwütige Outlaws und andere Galgenvögel.
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Die 14jährige Mattie Ross (Hailee Steinfeld) ist fest entschlossen, den kaltblütigen Mord an ihrem Vater nicht ungesühnt zu lassen. Da die Behörden ihr nicht helfen, will sie den feigen Mörder Tom Chaney (Josh Brolin) mit eigenen Mitteln seiner gerechten Strafe zuführen. Für 100 Dollar engagiert sie den trunksüchtigen und raubeinigen U.S. Marshall Rooster Cogburn (Jeff Bridges), der es mit dem Gesetz selbst alles andere als genau nimmt. Widerwillig lässt er sich von Mattie überreden, sie auf die Jagd nach Chaney mit zu nehmen - quer durch die gesetzlosen Weiten der Prärie. Doch sie sind nicht allein, denn auch Texas Ranger LaBoeuf (Matt Damon) will den Flüchtigen stellen, um eine Kopfprämie zu kassieren, die auf Chaney wegen eines weiteren Mordes ausgesetzt ist. Unfreiwillig ziehen sie zu dritt weiter und schon bald kommt Mattie dem Mörder ihres Vaters gefährlich nah...
Es war die größte Überraschung der diesjährigen Oscar-Nominierungen: Das Westernremake "True Grit - Vergeltung" von Joel und Ethan Coen wurde mit zehn Nennungen bedacht und ist somit aussichtsreichster Kandidat hinter dem royalen Drama "The King's Speech" (zwölf Nominierungen). Nach den vier Oscars für den Neuzeitwestern "No Country for Old Men" könnte somit am 27. Februar ein weiterer Mega-Triumph der phänomenalen Coen-Boys bevorstehen.
"True Grit" erzählt eine Old-School-Rächergeschichte, die aber erfrischend unkonfektioniert verpackt ist. Oscar-Preisträger Jeff Bridges verkörpert den raubeinigen US-Marshall Reuben J. "Rooster" Cogburn, der die meiste Zeit auf einer versifften Matratze seinen Rausch ausschläft. Dort sucht ihn eine vorwitzige Göre namens Mattie (Hailee Steinfeld) auf, die den einäugigen Oldtimer darum bittet, den Mörder ihres Vaters zur Verantwortung zu ziehen. Cogburn will die Kleine zunächst abwimmeln, erliegt aber ihren Überredungskünsten und nimmt die Suche nach dem feigen Killer Tom Chaney (Josh Brolin aus "No Country for Old Men") auf. Unterwegs kreuzen sich Cogburns und Matties Wege mit denen des Texas Rangers LaBoeuf (Matt Damon erstmals in einem Film der Coen-Brothers vertreten), der wegen eines anderen Mordes hinter Chaney her ist. Die beiden Männer kommen sich zwar in die Quere, ziehen aber in der Not an einem Strang. Im tiefsten Hinterland treiben sie Chaney auf. Der hat sich mittlerweile in den Schutz der Bande des berüchtigten Gesetzlosen "Lucky" Ned Pepper (Barry Pepper, weder verwandt noch verschwägert) begeben. Eine Konfrontation ist unausweichlich.
"True Grit" basiert wie der gleichnamige John-Wayne-Klassiker von Henry Hathaway auf einem in den USA sehr populären Roman von Charles Portis. Die Coen-Brüder orientieren sich dichter an der Vorlage als das Original aus dem Jahr 1969. Ihr Film ist ungeschliffen, grimmig und von einer düsteren Melancholie durchzogen. Doch wie es längst zu ihrem Markenzeichen geworden ist, blitzt selbst in den tragischsten Momenten absurder, trockener Humor auf.
"True Grit" atmet zwar den Abschiedsschmerz der Clint-Eastwood-Spätwestern "Pale Rider" und "Erbarmungslos", aber sein groteskes, teils bis zur Karikatur überzeichnetes Personal könnte auch in einem Freakwestern beheimatet sein. Die zerknautschte, herrlich vierschrötige Performance von Cogburn-Darsteller Jeff Bridges hat daran einen nicht geringen Anteil. Dieser versoffene Wildwest-Brocken ist in jeder Hinsicht eine Urgewalt: In den Szenen, in denen er trinkt, bekommt man fast vom Zusehen einen Kater, und man ahnt auch instinktiv, wie es aus diesem Menschen wohl riecht. Bridges tut gut daran, sich erst gar nicht als John-Wayne-Imitator zu versuchen. Sein "Rooster" ist ein Geschöpf ganz eigener Kreation, und natürlich werden sich viele an den "Dude" aus "The Big Lebowski" erinnern, der auf "True Grit" sicher den einen oder anderen White Russian heben würde. Die Coen-Brüder haben sich wieder einmal selbst übertroffen. Der Film bietet geschliffene Dialoge, vielschichtige Charaktere und glänzend komponierte Bilder. Vor allem aber zelebriert er mit viel Liebe und Leidenschaft den verloren gegangenen Zauber seines Genres. "True Grit" ist ein Edelwestern, der nicht damit angibt, edel zu sein.
Text u. Wertung: CINEMA Online
"True Grit" erzählt eine Old-School-Rächergeschichte, die aber erfrischend unkonfektioniert verpackt ist. Oscar-Preisträger Jeff Bridges verkörpert den raubeinigen US-Marshall Reuben J. "Rooster" Cogburn, der die meiste Zeit auf einer versifften Matratze seinen Rausch ausschläft. Dort sucht ihn eine vorwitzige Göre namens Mattie (Hailee Steinfeld) auf, die den einäugigen Oldtimer darum bittet, den Mörder ihres Vaters zur Verantwortung zu ziehen. Cogburn will die Kleine zunächst abwimmeln, erliegt aber ihren Überredungskünsten und nimmt die Suche nach dem feigen Killer Tom Chaney (Josh Brolin aus "No Country for Old Men") auf. Unterwegs kreuzen sich Cogburns und Matties Wege mit denen des Texas Rangers LaBoeuf (Matt Damon erstmals in einem Film der Coen-Brothers vertreten), der wegen eines anderen Mordes hinter Chaney her ist. Die beiden Männer kommen sich zwar in die Quere, ziehen aber in der Not an einem Strang. Im tiefsten Hinterland treiben sie Chaney auf. Der hat sich mittlerweile in den Schutz der Bande des berüchtigten Gesetzlosen "Lucky" Ned Pepper (Barry Pepper, weder verwandt noch verschwägert) begeben. Eine Konfrontation ist unausweichlich.
"True Grit" basiert wie der gleichnamige John-Wayne-Klassiker von Henry Hathaway auf einem in den USA sehr populären Roman von Charles Portis. Die Coen-Brüder orientieren sich dichter an der Vorlage als das Original aus dem Jahr 1969. Ihr Film ist ungeschliffen, grimmig und von einer düsteren Melancholie durchzogen. Doch wie es längst zu ihrem Markenzeichen geworden ist, blitzt selbst in den tragischsten Momenten absurder, trockener Humor auf.
"True Grit" atmet zwar den Abschiedsschmerz der Clint-Eastwood-Spätwestern "Pale Rider" und "Erbarmungslos", aber sein groteskes, teils bis zur Karikatur überzeichnetes Personal könnte auch in einem Freakwestern beheimatet sein. Die zerknautschte, herrlich vierschrötige Performance von Cogburn-Darsteller Jeff Bridges hat daran einen nicht geringen Anteil. Dieser versoffene Wildwest-Brocken ist in jeder Hinsicht eine Urgewalt: In den Szenen, in denen er trinkt, bekommt man fast vom Zusehen einen Kater, und man ahnt auch instinktiv, wie es aus diesem Menschen wohl riecht. Bridges tut gut daran, sich erst gar nicht als John-Wayne-Imitator zu versuchen. Sein "Rooster" ist ein Geschöpf ganz eigener Kreation, und natürlich werden sich viele an den "Dude" aus "The Big Lebowski" erinnern, der auf "True Grit" sicher den einen oder anderen White Russian heben würde. Die Coen-Brüder haben sich wieder einmal selbst übertroffen. Der Film bietet geschliffene Dialoge, vielschichtige Charaktere und glänzend komponierte Bilder. Vor allem aber zelebriert er mit viel Liebe und Leidenschaft den verloren gegangenen Zauber seines Genres. "True Grit" ist ein Edelwestern, der nicht damit angibt, edel zu sein.
Text u. Wertung: CINEMA Online
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