Cosmopolis
Nach der Theaterstück-Adaption "Eine dunkle Begierde" wagt sich Extremfilmer David Cronenberg an die Verfilmung eines postmodernen Schlüsselromans - mit "Twilight"-Vampir Robert Pattinson als superreichem Finanzjongleur in der Identitätskrise.
Drama, CAN/FRA, 2012
Mit
Robert Pattinson, Juliette Binoche, Sarah Gadon
Dt. Kinostart: 05.07.2012
FSK 12
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Eric Packer (Robert Pattinson) ist ein reicher, gewissenloser und zynischer Spekulant der New Economy. Er träumt von hartem Sex und geilt sich an riskanten Termingeschäften auf. Unterwegs in einer Limousine zu einem Friseurtermin, führt ihn sein Weg durch die 47. Straße quer durch Manhattan. Das Herz von New York steht an diesem Frühlingstag im April 2000 kurz vor dem totalen Kollaps. Der amerikanische Präsident ist in der Stadt, gewalttätige Globalisierungsgegner demonstrieren und der Sufi-Rapper Brutha Fez wird unter großer Anteilnahme seiner Anhänger zu Grabe getragen. Mitten durch dieses Chaos schleicht Packer mit seinen Leibwächtern und Sicherheitsbeamten, seiner Frau, seiner Liebhaberin, und seinem Leibarzt im Schritttempo voran, ohne wirklich vorwärts zu kommen - und am Ende seiner 24stündigen Odyssee durch Manhattan verliert er viel mehr.
Wer in den Tagen von Finanzkrise und Occupy Wall Street zu Don DeLillos 2004 erschienenem Roman "Cosmopolis" greift, kommt nicht umhin, über die prophetische Weitsicht des New Yorker Autors zu staunen. Am abschreckenden Beispiel des Milliardärs und New-Economy-Gurus Eric Packer entzaubert DeLillo die abstrakte Welt des Cyberkapitalismus und lässt die Hybris der Spekulanten auf die Wut der Straße prallen. In David Cronenbergs werkgetreuer und zufällig zum richtigen Zeitpunkt startender Adaption schlüpft Mädchenschwarm Robert Pattinson in die Rolle des von seiner Umwelt und seiner selbst entfremdeten Unsympathen. Gegen den Rat seines Sicherheitschefs besteht der 28-jährige Krösus darauf, für einen Haarschnitt ins ärmliche Hell's Kitchen chauffiert zu werden - auch wenn in Manhattan wegen des angereisten US-Präsidenten der Ausnahmezustand herrscht und ein Exangestellter (Paul Giamatti) einen Mordanschlag auf Packer plant. Während der ganztägigen Schleichfahrt, die sich für den realitätsfernen Theoretiker in eine selbstzerstörerische Odyssee zum Ort seiner Kindheit und zu den archaischen Wurzeln der menschlichen Existenz verwandelt, trifft Packer seine unnahbare Geldadel-Gattin Elise (Sarah Gadon), die sexhungrige Galeristin Didi (Juliette Binoche) und weitere Personen seines Lebens. Dass ein Großteil dieser oft ironisch grotesken Begegnungen im Innenraum einer Stretch-Limo stattfinden, verleiht Cronenbergs "Cosmopolis" eine faszinierende Theaterstück-Aura. Regelrecht magische Momente entstehen, wenn vor den Fenstern des hermetisch abgeriegelten Reichenrefugiums antikapitalistische Demonstrationen in surreale Gewalt umschlagen.
Leider hat der Film zwei Probleme: Pattinson, der den Anforderungen der Charakterrolle nicht gewachsen ist. Und die philosophischen Wortgefechte, die das Personal sich und dem Zuschauer ohne Unterlass um die Ohren haut. Sinnsprüche wie "Der Zerstörungsdrang ist ein kreativer Drang" oder "Das Leben ist zu offensichtlich" zitieren zwar wortwörtlich das Buch und ergeben bei genügend literarischer Muße storyerläuternden Sinn. Als unverarbeitbare Dauerberieselung im Kino wirken sie aber schnell wie unfreiwillig komische Allgemeinplätze.
Text u. Wertung: CINEMA Online
Leider hat der Film zwei Probleme: Pattinson, der den Anforderungen der Charakterrolle nicht gewachsen ist. Und die philosophischen Wortgefechte, die das Personal sich und dem Zuschauer ohne Unterlass um die Ohren haut. Sinnsprüche wie "Der Zerstörungsdrang ist ein kreativer Drang" oder "Das Leben ist zu offensichtlich" zitieren zwar wortwörtlich das Buch und ergeben bei genügend literarischer Muße storyerläuternden Sinn. Als unverarbeitbare Dauerberieselung im Kino wirken sie aber schnell wie unfreiwillig komische Allgemeinplätze.
Text u. Wertung: CINEMA Online
Programminfos
Cosmopolis
läuft in
1
deutschen Kinos
Cast
Kino-Neustarts
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