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  • 19. Dezember 2014 13:10

    Die Promi-Geburtstage vom 21. Dezember 2014: Gottfried Böttger

    Genau 40 Jahre lang begleitete er als Pianist die TV-Talkshow «3 nach 9» - kurz vor seinem 65. Geburtstag zog er jüngst den Schlussstrich darunter. «Jetzt geht es woanders weiter», sagt Gottfried Böttger, der an diesem Sonntag (21. Dezember) seinen Ehrentag hat. 
    Gottfried Böttger feiert seinen 65. Geburtstag.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Ingo Wagner
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    Sein neu formiertes Quartett will er auf einem Konzert zum Geburtstag präsentieren und danach mit vielen Musikern feiern. Auch Rockstar Udo Lindenberg (68) hat er eingeladen - seinen ehemaligen WG-Mitbewohner.

    «Mein Zimmer war das Durchgangszimmer zu Udos Zimmer. Da kann man sich ja ungefähr vorstellen, was damals los war», erzählt Böttger über jene wilden Zeiten in den 70er Jahren, als er sich mit Lindenberg und anderen Musikern eine Wohngemeinschaft im Hamburger Stadtteil Rotherbaum teilte. Der Rockmusiker hatte ihm den gerade freigewordenen Platz angeboten. Wenig später lebten Böttger und weitere Künstler - Lindenberg ebenso wie Otto Waalkes und Marius Müller-Westernhagen unter dem Dach der «Villa Kunterbunt» im Stadtteil Winterhude. Ihre Bühne war das legendäre «Onkel Pö».

    Bereits mit sechs Jahren nahm er Klavierunterricht, nachdem er seiner Mutter zu Weihnachten die erste eigene Komposition geschenkt hatte: «eine Variation von Hänschen klein». Bald trat der Hamburger Jung in einem öffentlichen Konzert auf, auch ein Junge namens Justus Frantz (später Stardirigent) war damals dabei. Später gründete Böttger die Jazz-Pop-Gruppe Leinemann (1969) und das Panikorchester (1973) mit, war Teil der «Rentnerband», nahm als Boogie-Woogie- und Ragtime-Pianist zahlreiche Schallplatten auf, schrieb TV-Musik und wurde Professor für Mediendidaktik im Bereich Informatik. 

    Von 1974 bis 2014 begleitete der Pianist die Radio-Bremen-Talkshow «3 nach 9». Als er sich im November - fast auf den Tag genau - nach 40 Jahren aus der monatlich freitagabends im NDR Fernsehen ausgestrahlten Sendung verabschiedete, sei dies nicht wegen des 65. Geburtstages geschehen, sagt er. «Wenn man 40 Jahre in derselben Sendung spielt - das ist nicht zu übertreffen», meint er. Außerdem habe er über seinen Abschied von dieser Zeit, «die sehr lebhaft und bestimmend» für sein Leben gewesen sei, selbst entscheiden wollen. 

    Demnächst soll ein Buch erscheinen - «ein Erlebnisbericht, über das, was ich in meinem Leben so wahrgenommen und beobachtet habe, was mich auch beeinflusst hat». Auch Privates will er darin thematisieren, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, denn: «So etwas tut man nicht», sagt der Jazz-Pianist, der vor einigen Jahren mit der Scheidung von seiner Frau, der Pianistin Jasmin Böttger, und mit Alkoholproblemen für Schlagzeilen sorgte («Heute bin ich trocken»). Es gehe ihm inzwischen wieder «wunderbar», betont Böttger, der vor fünf Jahren die geplante Party zum 60. wegen einer schweren Erkrankung ausfallen ließ.

    Dabei sind ihm, der drei Tage vor Heiligabend geboren wurde, diese Feiern wichtig. «Früher hieß es oft: Dein Geburtstagsgeschenk bekommst du Weihnachten», erzählt er. «Als ich dann Abi gemacht habe, habe ich gesagt: So, ab jetzt will ich jeden Geburtstag richtig feiern.» 45 Musiker werden am Samstag in Ahrensburg auf der Bühne stehen, bevor um Mitternacht Böttgers 65. beginnt. Sein Sohn Bendix (15) eröffnet den Abend. «Er spielt schon ganz gut Klavier», sagt der Vater. «Mal schauen, wie sich das weiterentwickelt. Wenn er das aber wirklich mal machen will, würde ich ihm zuraten.»

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    DELPY, Julie französische Schauspielerin und Regisseurin 45 21.12.1969 Paris Frankreich
    SUTHERLAND, Kiefer kanadischer Schauspieler 48 21.12.1966 London Großbritannien
    ENGELKE, Anke deutsche Komikerin und Moderatorin 49 21.12.1965 Montréal Kanada
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  • 17. Dezember 2014 08:28

    Die Promi-Geburtstage vom 20. Dezember 2014: Friederike Mayröcker

    Ihr Dasein hat Friederike Mayröcker einmal lapidar selbst beschrieben: «Ich lebe ich schreibe.» Kein Punkt oder Komma trennt, was für sie nicht trennbar ist.
    Friederike Mayröcker wird 90.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Werner Baum
    Friederike Mayröcker wird 90.
     
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    Seit Jahrzehnten prägt die Frau mit dem tiefschwarzen Haar die Literaturszene Österreichs. Heute wird Mayröcker 90 Jahre alt.

    In der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur nimmt sie mit ihrem eigenwilligen, zwischen Lyrik und Prosa angesiedelten Werk eine herausragende Stellung ein.

    Erste literarische Versuche unternahm die gebürtige Wienerin bereits als 15-Jährige. In der Avantgarde-Zeitschrift «Plan» veröffentlichte sie 1946 erste Gedichte. Im gleichen Jahr begann sie als Englischlehrerin an Wiener Hauptschulen zu unterrichten.

    «Ich war eine schlechte Pädagogin», sagte sie selbst einmal. 23 Jahre lang arbeitete sie in dem ungeliebten Beruf, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Bis heute liest sie regelmäßig selbst aus ihren Werken vor.

    Schreibblockaden schien sie nie zu kennen. Insgesamt veröffentlichte sie an die 100 Bände - Lyrik und Prosadichtung, Romane und poetologische Prosa. Ihr Werk entstand als fortlaufende Sammlung von Gedanken. Kritiker sprachen unter anderem von einer «langen abenteuerlichen Reise durch das Bewusstsein».

    «Um Gottes Willen nur keine Story, sondern einfach schauen. Die Dinge anschauen, die Welt anschauen, das Leben anschauen», sagte sie einmal in einem Interview.

    Als Höhepunkte ihres Schaffens gelten unter anderem der Prosaband «Das Herzzerreißende der Dinge» (1985) oder ihr Roman «brütt oder die seufzenden Gärten».

    Mayröcker wurde für ihr Schaffen vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Georg-Trakl-Preis (1977) und dem Georg-Büchner-Preis (2001). Auch für den Literaturnobelpreis war sie im Gespräch.

    Zu ihrem 90. Geburtstag stehen in Österreich zahlreiche ihr gewidmete Veranstaltungen auf dem Programm. Unter anderem zeigt das Wiener Burgtheater die Uraufführung ihres Werks «Requiem für Ernst Jandl».

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    HILL, Jonah amerikanischer Schauspieler 31 20.12.1983 Los Angeles USA
    KELLY, Joey irischer Popsänger 42 20.12.1972 Gamonal Spanien
    KLOCKE, Piet deutscher Komiker 57 20.12.1957 Essen Deutschland
    © dpa-infocom GmbH
  • 16. Dezember 2014 15:03

    Die Promi-Geburtstage vom 18. Dezember 2014: Willi Wülbeck

    Willi Wülbeck wirkt nicht eitel, redet aber gern über seine Erfolge. Oft wird er in Gesprächen an den großen Tag erinnert, als er 1983 in Helsinki seinen berühmten Schlussspurt zündete und Weltmeister über 800 Meter wurde.
    Willi Wülbeck wird 60.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Roland Weihrauch
    Willi Wülbeck wird 60.
     
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    «Es ist mit das überwältigendste Gefühl, das ein Sportler haben kann», sagte Wülbeck der Deutschen Presse-Agentur vor seinem 60. Geburtstag an diesem Donnerstag. «Der Sieg war aber auch ein Ausrufezeichen und eine Genugtuung für mich.»

    Schon auf seiner Ehrenrunde merkte man Wülbeck an, dass eine Last von ihm gefallen war. Er ließ sich feiern, riss seine Arme nach oben und applaudierte in Richtung Publikum. «Williii», wie sein Name oft durch die Stadien hallte, hatte den Beweis erbracht: Nach seiner Dominanz auf nationaler Ebene mit zehn deutschen Meistertiteln in Serie gelang ihm im Herbst seiner Laufbahn ein Triumph bei einer internationalen Veranstaltung. Der überraschende WM-Sieg über seine Paradestrecke war gleichzeitig der Höhepunkt einer Karriere, die auch ihre Schattenseiten hatte.

    Schlafstörungen und Depressionen begleiteten Wülbeck in den letzten Jahren seiner aktiven Laufbahn, die er als Spätstarter bei Rot-Weiß Oberhausen im Alter von 15 Jahren begonnen hatte. Vor Wettkämpfen habe er manchmal eine Schlaftablette genommen, berichtet er: «Ich hatte Sorgen, dass ich meine Leistung nicht bringen kann.» Vor allem sein Auftritt bei der Europameisterschaft 1978 blieb in Erinnerung, als er auf Toilette ging und den Start seines Vorlaufes verpasste.

    Populär ist Wülbeck trotzdem geblieben. An seine sportlichen Leistungen nach dem WM-Triumph konnte er allerdings nicht mehr anknüpfen. «Ich hatte nicht mehr die 110 prozentige Motivation», gab der ehemalige Mittelstreckenläufer zu. Hinzu kamen Verletzungen an der Achillessehne, am Knie und am Fersenbein, wodurch er letztlich im August 1986 seine Laufbahn auf der Laufbahn beendete.

    Wülbecks Rekorde haben aber noch bis heute Bestand. In Helsinki gewann er das erste Gold überhaupt für die deutschen Männer bei einer Leichtathletik-WM. Seine Zeiten von 1:43,65 Minuten über 800 Meter und 2:14,53 Minuten über 1000 Meter sind weiterhin die gültigen deutschen Rekorde über die jeweilige Distanz. «Das macht mich stolz. Es ist eine Bestätigung meiner sportlichen Klasse», sagte Wülbeck.

    Die Zukunft der deutschen Leichtathletik, vor allem auf der Mittelstrecke, sieht der Weltmeister jedoch kritisch. «Es gibt Läufer wie Robin Schembera, die im Alter von 18 Jahren gut waren, das aber nicht fortsetzen konnten», urteilte Wülbeck. Ein Hauptproblem sei, dass es wegen mangelnder TV-Übertragungen an Identifikationsfiguren fehle.

    Selbst kehrt Wülbeck in seiner Freizeit nicht mehr auf die Tartanbahn zurück. Er steht jetzt am Rand der Strecke und betreut Kinder im Rahmen des «RWE-Schulstaffellaufes». Gleichzeitig betreibt er Fitnesskurse und ist als Eventmanager aktiv. Sportlich hat er die Laufschuhe gegen das Rad und das Fitnesscenter eingetauscht. Die Erinnerung an seinem Triumph wird aber bleiben - und davon wird er an seinem 60. Geburtstag vermutlich auch wieder erzählen.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    AGUILERA, Christina amerikanische Popsängerin 33 18.12.1980 New York USA
    PITT, Brad amerikanischer Schauspieler 50 18.12.1963 Shawnee USA
    SPIELBERG, Steven amerikanischer Regisseur und Produzent 67 18.12.1946 Cincinnati USA
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  • 15. Dezember 2014 12:33

    Die Promi-Geburtstage vom 19. Dezember 2014: Michel Tournier

    Michel Tournier kennt Deutschland gut. Er beherrscht die Sprache und gehört zu den ersten Franzosen, die nach 1945 zum Studieren nach Deutschland gingen.
    Michel Tournier wird 90.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Heinz Hirndorf
    Michel Tournier wird 90.
     
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    Für seinen «Erlkönig», eine Reise durch Ostpreußen während des Zweiten Weltkriegs, hat der Autor, der heute 90 Jahre alt wird, den Prix Goncourt bekommen, Frankreichs begehrtesten Literaturpreis. Als einer der wenigen französischen Schriftsteller hat er auch über den Mauerfall vor 25 Jahren am 9. November 1989 geschrieben.

    «Le bonheur en Allemagne?» (Das Glück in Deutschland?) gehört zu den wenigen Büchern Tourniers, die nicht auf Deutsch übersetzt wurden. In dem 2006 in einer Neuauflage erschienenen autobiografischen Essay geht der Autor vor allem auf seine Beziehung zu Deutschland ein. 

    Tournier hat früh seine ersten Erfahrungen mit dem Nachbar Frankreichs gemacht. Seine Eltern waren Germanisten und er selbst ging 1945 zum Studium der Philosophie nach Tübingen. In seinen Büchern versucht Tournier mit deutsch-französischen Stereotypen aufzuräumen, darunter auch der Vorstellung von der deutschen Pünktlichkeit und Ordnung. Die deutsche Geschichte vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Fall der Mauer sei ein einziges Chaos. Aber die Franzosen glauben, dass es nirgendwo so ordentlich zugehe wie in Deutschland, wie er einst dem «Spiegel» erklärte. 

    Mit seiner Vorliebe für mythische Elemente und die deutsche Sprache machte sich Tournier zu einem Außenseiter unter den französischen Literaten. Zu seinen größten Erfolgen zählen das Erstlingswerk «Freitag oder im Schoß des Pazifik» sowie «Der Erlkönig» aus dem Jahr 1970. Der Roman diente Volker Schlöndorff für seinen 1996 erschienenen Film «Der Unhold» als literarische Vorlage.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    GYLLENHAAL, Jake amerikanischer Schauspieler 34 19.12.1980 Los Angeles USA
    DELUXE, Samy deutscher Rapper 37 19.12.1977 Hamburg Deutschland
    BECKER, Ben deutscher Schauspieler 50 19.12.1964 Bremen Deutschland
    © dpa-infocom GmbH
  • 12. Dezember 2014 17:28

    Die Promi-Geburtstage vom 16. Dezember 2014: Heike Drechsler

    Sie ist ein Kind der DDR, die erfolgreichste deutsche Leichtathletin der Nachwendezeit und eine Große des Weltsports.
    Die ehemalige Weitspringerin Heike Drechsler wird 50.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Thomas Niedermüller
    Die ehemalige Weitspringerin Heike Drechsler wird 50.
     
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    Nun blickt Heike Drechsler, die die Schatten auf ihrer Karriere einfach nicht vertreiben kann, auf fünf Jahrzehnte bewegtes Leben zurück. «Wahnsinn, was alles passiert ist!», sagt die zweifache Weitsprung-Olympiasiegerin vor ihrem 50. Geburtstag am Dienstag (16. Dezember) und atmet tief durch. «Es gab Momente, wo ich ganz schön durcheinandergewirbelt worden bin. Viele Lebensbrüche. Aber jeder einzelne hat mich geprägt, ich möchte sie nicht missen.»

    Die Thüringerin stand wegen ihrer Doping-Vergangenheit oft in der Kritik, das macht ihr bis heute zu schaffen. «Es gab Zeiten nach der Wende, da kam ich mir vor wie Freiwild. Ich war die Gejagte, jeder hat auf mich geschossen», sagt sie der Deutschen Presse-Agentur. Drechsler sitzt in einem Café in ihrem Wohnort Karlsruhe. Seit vielen Jahren schon ist sie in der Marketingabteilung der Krankenkasse Barmer GEK angestellt. Ihren 50. feiert sie in ihrem Geburtsort Gera. «Bei 100 Gästen wollte ich eigentlich Stopp sagen, jetzt werden es doch mehr. Da lassen wir es krachen!»

    Etwas nachdenklich fügt Drechsler hinzu: «Ich hab' ein bisschen was zu erzählen.» 1983 in Helsinki wurde Heike Daute, wie sie damals mit 18 noch hieß, mit einem Satz von 7,27 Metern erstmals Weltmeisterin. 1986 gewann die DDR-Sportlerin bei der EM in Stuttgart ihren ersten von vier Titeln in Serie. 1984 brachte sie der Boykott der Ost-Staaten um mögliches Olympia-Gold in Los Angeles, vier Jahre später in Seoul holte sie Silber im Weitsprung und Bronze über 100 und 200 Meter. Ihre Schnelligkeit, ihre großartige Koordination und Sprungkraft verhalfen ihr zu einer einmaligen Medaillensammlung.

    Als die Mauer 1989 fiel, saß Drechsler zu Hause mit ihrem neugeborenen Sohn Tony. «Ich war damals 24, ich war froh, dass die Wende kam», sagt sie heute. Die Laufbahnen und Sandgruben dieser Welt waren noch die gleichen, aber für Drechsler änderte sich - fast - alles. Das umsorgte Supertalent musste nun auf eigenen Beinen stehen und bekam plötzlich Gegenwind. «Für mich haben sich neue Chancen aufgetan. Aber man hat uns auch einen Stempel auf die Stirn gedrückt: Sport in der DDR - aha: Doping!» Zudem wurde ihr vorgeworfen, für die Stasi gearbeitet zu haben. In Gesamtdeutschland so richtig angekommen fühlte sich Drechsler erst 1993: Damals wurde sie in Stuttgart bei ihrem zweiten WM-Triumph vom Publikum euphorisch gefeiert.

    Die frühere Weltrekordlerin war vor allem über das Buch «Doping- Dokumente» von Brigitte Berendonk gestolpert. Diese hatte mit Aufzeichnungen von Ärzten nachgewiesen, dass die junge Leichtathletin zu DDR-Zeiten unter anderem Oral-Turinabol erhielt. Die Diskussionen um die Enthüllungen schleppte die Weitspringerin wie Blei an den Spikes mit sich herum. Sie nimmt einen Schluck Tee: «Ich stehe zu meinem Leben, auch wenn ich mir mit den heutigen Kenntnissen vorwerfen muss, die damaligen Vorgänge zu wenig hinterfragt zu haben.»   

    Sie habe nie wissentlich und willentlich Dopingmittel genommen, sagt sie jetzt wieder. «Über Dokumente wurde bekanntermaßen aufgezeigt, dass in der DDR flächendeckend gedopt worden ist. Trotzdem hat jeder Athlet und Funktionär seine eigene individuelle Geschichte, und zudem widersprechen sich teilweise die Aufzeichnungen von Ärzten. Hätte ich die am Ende alle verklagen sollen?»

    Zehn Jahre nach ihrem Karriereende hat Drechsler ihre Vergangenheit kürzlich wieder eingeholt. Ihre Aufnahme und die der ehemaligen DDR-Sprinterin Marita Koch-Meier in die Hall of Fame des Weltverbandes IAAF wurde unter anderem vom deutschen Verbandspräsidenten kritisiert. «Ich finde es ungerecht und bin vor allem von den Aussagen von Clemens Prokop enttäuscht», meint sie. «Es sind keine neue Sachen, die jetzt erwähnt werden. Ich habe mich zum Thema Doping immer geäußert und gesagt: Die Doping-Praktiken der DDR verurteile ich aufs Schärfste.»

    Prokop will nichts davon wissen, dass er Drechsler persönlich angegangen hat: «Ich habe mich zum Verfahren der IAAF geäußert, zu den Sportlerinnen aber überhaupt nicht.» Sie sei zweimal Olympiasiegerin geworden und habe zehn Jahre lang Medaillen für die Bundesrepublik und den DLV geholt, betont Drechsler. «Dass meine gesamten Leistungen, auch nach 1989 nun pauschal und undifferenziert verunglimpft werden, ist sehr enttäuschend», erklärt sie.

    Auch zu Nachwende-Zeiten war sie von Erfolg zu Erfolg geeilt: 1992 in Barcelona feierte sie den ersten Olympiasieg. Und dann der Triumph 2000 in Sydney - mit 35 noch einmal Gold. Da sah man die ausgelassenste Heike Drechsler, die es je in der Öffentlichkeit gab: Überglücklich tanzte sie neben der Weitsprunggrube. Die Goldmedaillen von Barcelona und Sydney hat Drechsler heute noch oft dabei, wenn sie Schulklassen besucht oder Vorträge hält. Der Rest - Edelmetall, Pokale, Urkunden, Fotos, Filme und andere Erinnerungsstücke - liegen im Keller. In zehn Kisten.

    Name Beruf Alter Geburtsdatum Geburtsort Land
    JAMES, Theo britischer Schauspieler 30 16.12.1984 Oxford Großbritannien
    RITTER, Krysten Alyce amerikanische Schauspielerin 33 16.12.1981 Bloomsburg USA
    DYK, Paul van deutscher Techno-DJ 43 16.12.1971 Eisenhüttenstad DDR
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  • 11. Dezember 2014 14:51

    Die Promi-Geburtstage vom 12. Dezember 2014: Johann Kresnik

    Das deutsche Theater, so sagte Johann Kresnik vor einiger Zeit in einem Interview, sei viel zu sanft geworden. «Es gibt keine Kritik mehr am politischen System.»
    Berserker des Tanztheaters: Choreograph Johann Kresnik wird 75.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Uwe Anspach
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    Einem wie Kresnik, der seit jeher jede Bühne als politische Plattform versteht, muss dies schwer zu schaffen machen. Mit seinem «choreographischen Theater» überschritt er Jahrzehnte lang Grenzen zwischen Tanz und Schauspiel, provozierte und verstörte. Heute wird Kresnik, einer der bedeutendsten Choreographen im deutschsprachigen Raum, 75 Jahre alt.

    Seinen ersten Erfolg verbuchte der gebürtige Österreicher und ausgebildete Tänzer Kresnik in Köln mit dem abstrakten Ballett «O sela pei». Unter dem Eindruck der 68er-Bewegung verlieh er seinen Stücken bald darauf aber immer mehr sozialkritische Facetten. Im Tanzstück «Paradies?» thematisierte er das Attentat auf den linken Studentenführer Rudi Dutschke. Später entwarf er eine choreographierte Biografie der RAF-Terroristin Ulrike Meinhof.

    Ein «Berserker» des Tanztheaters sei Kresnik, sagt Detlef Brandenburg, Chefredakteur des Theater-Fachmagazins «Die Deutsche Bühne». Seine Bilder seien urgewaltig, seine szenischen Aktionen radikal. Wichtiger noch sei jedoch sein künstlerisches Denken über alle Spartengrenzen hinweg. «Kresnik hat schon Crossover praktiziert, als das Wort noch lange nicht in Mode war», sagt Brandenburg. Dadurch habe er den zeitgenössischen Tanz, aber auch Schauspiel und Musiktheater stark beeinflusst.

    «Ich habe immer versucht, die Wahrheit zu sagen, so wie ich sie sehe», sagte Kresnik selbst einmal, der seit 1957 Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs ist. «Ich war zwar immer das Enfant terrible, aber das war alles Quatsch.»

    Den Geburtstag des Künstlers würdigt unter anderem das ihm gewidmete «Center for Choregraphy» in Bleiburg in Kärnten. Zudem soll sich das dortige Jahresprogramm 2015 mehrfach auf Johann Kresnik und seinen Wahlspruch «Ballett kann kämpfen» beziehen.

    Als nächste Projekte hat er sich «Die 120 Tage von Sodom» nach de Sade und Pasolini vorgenommen. Premiere soll Ende Mai 2015 an der Berliner Volksbühne sein, wie das Theater ankündigte.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    CONNELLY, Jennifer amerikanische Schauspielerin 44 12.12.1970 Catskill Mountains USA
    SHEILA E. amerikanische Sängerin 57 12.12.1957 Oakland USA
    WARWICK, Dionne amerikanische Popsängerin 74 12.12.1940 East Orange USA
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  • 11. Dezember 2014 11:06

    Die Promi-Geburtstage vom 17. Dezember 2014: Milla Jovovich

    Die US-Schauspielerin und Sängerin Milla Jovovich erwartet ihr zweites Kind und kennt auch schon sein Geschlecht. Sie bekommt ein Mädchen, wie sie im Herbst der US-Presse sagte. Heute wird die werdende Mutter 39 Jahre alt.
    Milla Jovovich wird 39.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Claudio Onorati
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    Noch vor ihrer Schwangerschaft stand Jovovich Anfang des Jahres neben Emma Thompson und Pierce Brosnan als Terroristen-Jägerin des US-Außenministeriums in James McTeigues Thriller «Survivor» vor der Kamera. Aufgrund ihres Babybauchs sind die Dreharbeiten zu ihrem neuen Film «Resident Evil: The Final Chapter» dann aber verschoben worden. Bei Imdb.com wird der actionreiche Horror-Streifen für 2016 angekündigt. In der sechsten Ausgabe des verfilmten Videospiels wird die Heldin wieder als Alice gegen fiese Zombies und zähnefletschende Monster kämpfen. Ihr Ehemann Paul W.S. Anderson wird - wie in der Vergangenheit - auf dem Regiestuhl Platz nehmen und auch das Drehbuch liefern.

    Milla Jovovich wurde als Tochter einer russischen Schauspielerin und eines serbischen Arztes in der Ukraine geboren. Die Familie pendelte zwischen Kiew und London, bis sie 1980 nach Sacramento im US-Staat Kalifornien auswanderte. Am Ende landeten sie in Los Angeles.

    Ihre Eltern schickten Milla bereits im Grundschulalter zum Schauspiel- und Sprachunterricht. Als Neunjährige stand sie zum ersten Mal vor der Kamera und posierte bereits zwei Jahre später für die Titelseite eines italienischen Modemagazins. Nach Aufnahmen mit den bekannten Fotografen Herb Ritts und Richard Avedon stieg sie zum Topmodel auf und verdiente schon als 15-Jährige Millionen.

    Jovovich, die von manchen ihrer amerikanischen Mitschüler «Kommunistin» genannt wurde, brach die Schule ab und begann eine Karriere als Schauspielerin. Nach einigen Gastauftritten in Fernsehserien bekam sie 1991 ihre erste Hauptrolle in «Die Rückkehr zur Blauen Lagune». Der Film floppte allerdings in den Kinos.

    Bei den Dreharbeiten zu Richard Linklaters High-School-Film «Dazed and Confused» (1993) verliebte sie sich in ihren vier Jahre älteren Filmpartner Shawn Andrews. Die beiden heirateten in Las Vegas, doch Mutter Jovovich ließ die Ehe nach nur zwei Monaten annullieren.

    1997 hatte Milla in «Das fünfte Element» ihren internationalen Durchbruch als Schauspielerin. An der Seite von Bruce Willis verkörperte sie mit knallroten Haaren das fünfte Lebenselement. Beim Dreh zum SciFi-Actionfilm fand sie erneut gefallen an einem Kollegen - diesmal am Regisseur Luc Besson. 1999 wurde ihre Ehe jedoch nach zwei Jahren geschieden.

    Neben ihren zahlreichen Berufen versuchte sich Jovovich auch als Filmmusik-Komponistin für «Die Regeln des Spiels» (2002) und entwarf Kostüme für «Mona Lisas Lächeln» (2003). Mit dem Historienspektakel «Johanna von Orleans» (1999) und Wim Wenders' «The Million Dollar Hotel» (2000) festigte Jovovich ihren Ruf als vielseitige Darstellerin.

    In der Verfilmung des japanischen Videospiels «Resident Evil» (2002) setzte sie sich ein Denkmal als Action-Heldin und verliebte sich in den Regisseur Paul W.S. Anderson, mit dem sie eine mittlerweile sieben Jahre alte Tochter namens Ever Gabo hat.

    Bei ihrem Weg nach oben hat sich Milla Jovovich nicht nur Freunde gemacht. Nach eigenen Angaben ist sie in Hollywood oft als durchtriebenes Luder («bitch») beschimpft worden - nur, weil sie hart an ihrem Erfolg gearbeitet habe, sagte sie einmal der «Frankfurter Rundschau». «Wer sich in Hollywood, im Musikbusiness und auf den Catwalks dieser Welt durchsetzt, der muss bis zu einem gewissen Grad egoistisch sein», verteidigte sie sich. Nur mit Nettsein komme man nirgendwohin.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    THOMAS, Sean Patrick amerikanischer Schauspieler 44 17.12.1970 Wilmington USA
    TARRACH, Jürgen deutscher Schauspieler 54 17.12.1960 Geilenkirchen Deutschland
    RODGERS, Paul britischer Rockmusiker 65 17.12.1949 Middlesbrough Großbritannien
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  • 11. Dezember 2014 10:54

    Die Promi-Geburtstage vom 13. Dezember 2014: Taylor Swift

    Dieses Jahr ist Taylor Swift bei der Verleihung der Grammy Awards in Los Angeles, dem wichtigsten Musikpreis der Welt, leer ausgegangen. 2015 könnte es wieder klappen. Die Amerikanerin, die heute 25 wird, ist zumindest in gleich drei Kategorien nominiert.
    Taylor Swift wird 25.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Facundo Arrizabalaga
    Taylor Swift wird 25.
     
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    Es wären nicht die ersten Grammys für Taylor Swift. Sieben golden glänzende Grammophon-Trophäen hat sie schon, ebenso wurde sie mit jeder Menge weitere Preise ausgezeichnet, seit sie 2008 die Young Hollywood Awards als «Superstar of Tomorrow» gewann. Innerhalb kürzester Zeit hat sie es geschafft, von einer weithin unbekannten Country-Sängerin zu einem Popstar der Superlative zu werden.

    Am 13. Dezember 1989 in Reading, Pennsylvania, als Tochter eines Vermögensberaters und einer Hausfrau geboren und auf einer Weihnachtsbaum-Farm aufgewachsen, unterschrieb die hoch aufgeschossene Sängerin 2004 ihren ersten Plattenvertrag. Zwei Jahre später kamen ihre Debütsingle «Tim McGraw» und ihr erstes selbstbenanntes Album «Taylor Swift» auf den Markt, mit denen sie es auf Anhieb in die Top Ten der US-Country- sowie in lichte Höhen der regulären Pop-Charts schaffte. Taylor hatte die Single noch eigenhändig eingetütet, um sie an Radiostationen zu schicken, die sie spielen sollten.

    Es sollte jedoch noch besser kommen: Mit ihrem Ende 2008 veröffentlichten Country-Rock-Pop-Album «Fearless» besetzte sie die Spitze der US-Albumcharts gleich elf Wochen hintereinander. Bei den American Music Awards 2009 in Los Angeles räumte sie dafür fünf Trophäen ab, 2011 - mit ihrem dritten Album «Speak Now» am Start - immerhin noch drei, darunter eine als «Künstlerin des Jahres». Medienberichten zufolge konnte Taylor ihr Glück selbst kaum fassen und war einigermaßen sprachlos, als sie zum dritten Mal auf die Bühne gerufen wurde, um den Hauptpreis des Abends entgegenzunehmen.

    Auch mit ihren Nachfolgealben «Red» (2012) und «1989» (2014), die beide jeweils auf den ersten Platz der Charts in den USA und in Großbritannien schnellten und sich millionenfach verkauften, konnte die Singer/Songwriterin ordentlich punkten. Ihre größten Hits bisher hießen «I Knew You Were Trouble» (2012), «We Are Never Getting Back Together» (2012) und «Shake it Off» (2014).

    Für den Erfolg verbiegen lässt sie sich aber nicht. Anders als einige ihrer Kolleginnen im Musikbusiness weigert sie sich beispielsweise, mit viel nackter Haut vor Kameras oder ihr Publikum zu treten. «Ich finde es relativ einfach, meine Klamotten anzubehalten, denn ich habe gar keine Lust darauf, sie auszuziehen. Ich habe nicht den Drang dazu», sagte sie Anfang des Jahres dem US-Magazin «Glamour». Sie drücke ihre persönlichen Erlebnisse und Gefühle in ihren Liedern aus. «Das macht mich verwundbar, vielleicht sogar mehr, als mein Shirt auszuziehen», erklärte sie.

    Sie pflegt ihr Image als züchtige, bodenständige junge Frau. Skandale um ihre Person sind nicht bekannt. Für viel mediale Aufmerksamkeit sorgte die Wahl-New-Yorkerin dieses Jahr dennoch, als sie ihren ganzen Katalog einschließlich «1989» beim Streamingdienst Spotify aus dem Angebot nahm. Der Grund: Sie fühle sich - genau wie einige andere Künstler - für ihre Musik nicht angemessen vergütet, wie sie der Webseite «Yahoo Music» erklärte. Laut US-Magazin «Forbes» gehört Swift zu den Top-Verdienerinnen im Musikbusiness.

    Genervt ist sie manchmal von all den Liebes-Gerüchten, die über sie umschwirren. «Taylor bleibt glücklicher Single», sagte ihr Sprecher dem US-Promiportal «People.com». Vor wenigen Tagen hatte Swift auf Twitter geschrieben: «Als Geschenk zu meinem 25. Geburtstag wünsche ich mir von den Medien, dass sie aufhören, alle meine Freunde zu bezichtigen, sie hätten Dates mit mir.»

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    LEE, Amy Sängerin, Pianistin und Songwriterin 33 13.12.1981 Riverside USA
    DELONGE, Tom Musiker 39 13.12.1975 Poway USA
    FOXX, Jamie Schauspieler und Musiker 47 13.12.1967 Terrell USA
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  • 10. Dezember 2014 14:30

    Die Promi-Geburtstage vom 14. Dezember: Eva Mattes

    Berlin (dpa) – Beim Publikum wurde die junge Eva Mattes mit gleich zwei Skandalen populär: In Michael Verhoevens Vietnamkriegsfilm «O.k.» spielte sie ein Vergewaltigungsopfer. Dessen umstrittene Teilnahme führte 1970 zum Abbruch der Internationalen Filmfestspiele Berlin.
    Eva Mattes wird 60.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Patrick Seeger
    Eva Mattes wird 60.
     
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    In Rainer Werner Fassbinders Film «Wildwechsel» hatte sie dann die Hauptrolle. Dessen Erstausstrahlung wurde 1973 in der ARD vom Bayrischen Rundfunk boykottiert - wegen drastischer Sexszenen. Heute wird sie 60.

    Die 1954 in Tegernsee als Tochter der ungarisch-österreichischen Schauspielerin Margit Symo und des österreichischen Filmkomponisten Willy Mattes geborene Eva war nicht auf Eklats angewiesen. Sie festigte rasch mit kraftvollen Theater- und Filmauftritten den Ruf einer exzellenten Charakterdarstellerin. Seit sie 2002 die Konstanzer «Tatort»-Kommissarin Klara Blum verkörpert, gehört sie zu den bekanntesten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum.

    Kurz vor dem 60. Geburtstag von Eva Mattes wurde allerdings bekannt, dass es nur noch vier Fälle für Klara Blum geben wird. Der verantwortliche Südwestrundfunk hat, im Einvernehmen mit den Hauptdarstellern, für 2016 das Ende der am Bodensee angesiedelten «Tatort»-Folgen beschlossen. Eva Mattes sagt dazu: «Ich mag meine Klara Blum sehr gerne und bin eng mit ihr verbunden, zumal ich wunderbare Partner beim 'Tatort' habe, mit denen ich immer wieder sehr gerne zusammen spiele. Es ist aber an der Zeit, vom Ermitteln Abschied zu nehmen und wieder Neues zu erobern.»

    Wie als Ermittlerin im «Tatort», so überzeugt Eva Mattes in all ihren Rollen immer wieder als starke Frau. Auf den ersten Blick wirken die von ihr verkörperten Figuren meist etwas derb. Doch Eva Mattes lässt jeweils mit kleinen Mitteln hinter die scheinbar raue Schale blicken, gibt den von ihr dargestellten Persönlichkeiten damit eine souveräne Individualität. Das hat ihr den Ruf einer sensiblen Powerfrau beschert.

    Eine Schauspielschule hat Eva Mattes nach eigenem Bekunden nie besucht. Ihre Ausbildung genoss sie als Kind in Synchronstudios. So lieh sie beispielsweise 1969 der Kinderheldin Pippi Langstrumpf in der deutschen Version der noch heute bekannten TV-Serie nach den Romanen von Astrid Lindgren ihre Stimme. Zu ihren wichtigsten Film- und Fernseharbeiten neben der Klara Blum gehören Rollen in Fassbinders Fernsehserie «Acht Stunden sind kein Tag» und im Kinofilm «Woyzeck» von Regisseur Werner Herzog.

    Aus der Arbeitsbeziehung mit Herzog wurde zeitweise auch eine private. Eva Mattes und er haben eine gemeinsame Tochter, Hanna. Ihr jetzt 35-jähriger Sohn Josef Mattes hat sich bereits in einigen Filmen einen Namen als Darsteller gemacht, etwa im TV-Zweiteiler «Die Flucht». Er stammt aus Eva Mattes’ Partnerschaft mit dem neun Jahre jüngeren österreichischen Künstler Wolfgang Georgsdorf, mit dem sie in Berlin lebt.

    Theater, Hörbücher, Filme – Eva Mattes scheint nur so vor Arbeitsdrang und Kraft zu strotzen. Es ist weiterhin viel von ihr zu erwarten. Sicher wird sie noch oft als sensible Powerfrau auftreten. Ein Etikett, das sie akzeptiert. Allerdings gestand sie einmal: «Manchmal fühle ich mich nicht direkt wie eine Hochstaplerin, denn ich mache den Leuten ja nichts vor, aber ich denke: 'Mein Gott, wenn die wüssten, wie es in mir aussieht!' Ich habe ja auch Ängste, Unsicherheiten, Schwächen, mit denen ich umgehen muss.» Mehr dazu verrät sie in ihrem 2011 erschienen Erinnerungsbuch «Wir können nicht alle wie Berta sein.»

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    WEDHORN, Tanja Schauspielerin 43 14.12.1971 Witten Deutschland
    BELA B. Musiker 52 14.12.1962 Berlin Deutschland
    KRÜGER, Mike Entertainer 63 14.12.1951 Ulm Deutschland
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  • 09. Dezember 2014 11:37

    Die Promi-Geburtstage vom 15. Dezember 2014: Don Johnson

    Die Krimiserie «Miami Vice» hat ihn zum Star gemacht: Don Johnson war in den 80er Jahren der Inbegriff von Coolness. Nach hinten gegelte Haare, weißer Anzug, umgekrempelte Ärmel, Pastellshirts und Loafer ohne Socken machte er zur Mode.
    Vom Koks zur E-Zigarette: Don Johnson wird 65. Foto: David Maung © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
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    Dabei benahm er sich, wie es sich für einen Star gehört: Jede Menge Frauen, Drogen und zwischendrin ein bisschen Popmusik gehörten zu seinem Image. Heute raucht er E-Zigarette und sagt, er habe den eigenen Ruhm überlebt. Heute wird Don Johnson 65 Jahre alt.

    Eine Highschool-Lehrerin erkannte Johnsons schauspielerisches Talent und verhalf ihm zu einem Universitätsstipendium. Theaterstücke und Fernsehfilme waren der Beginn seiner Karriere, aber Drogen und Alkohol machten ihn zu unzuverlässig für größere Engagements. «Ich habe getrunken, Gras geraucht, Kokain genommen», sagte er in einem seiner vielen öffentlichen Geständnisse später.

    Sein «Lebensretter» sei 1982 sein Sohn Jesse gewesen. Als der verkaterte Vater nach einem von vielen durchzechten Wochenenden heimkehrte, habe ihm der entsetzte Blick in den Augen des neun Monate alten Jungen klar gemacht, dass er sich ändern musste. Johnson ging in Therapie und wurde abstinent - vorübergehend.

    Mit «Miami Vice» kam der schauspielerische Durchbruch. Als Polizist Sonny Crockett, der undercover gegen Drogenbosse ermittelte, spielte Don Johnson sich in die Herzen eines weltweiten Publikums und gewann damit bereits nach der zweiten Staffel den Golden Globe. Getragen vom Fernseherfolg veröffentlichte er 1986 und 1989 zwei Popalben und startete damit einen kurzen Abstecher in eine Musikkarriere.

    In den 90er Jahren konnte er seinen Fernseherfolg mit der Hauptrolle als «Nash Bridges» in der gleichnamigen Serie wiederholen. Gleichzeitig kam die Sucht zurück. «Ich musste mich wieder ein paar Jahre mit Drogen, Alkohol und gescheiterten Beziehungen quälen», sagt Johnson.

    Ebenso bekannt wie seine Serienerfolge sind seine Erfolge bei Frauen. Als er 22 Jahre alt war, lernte er die damals 14-jährige Melanie Griffith kennen, zwei Jahre später lebten sie zusammen, weitere drei Jahre später heirateten sie und trennten sich wieder. Mit der erneuten Hochzeit 1989 schien ihre Liebesgeschichte ein Happy End zu nehmen, die Ehe hielt jedoch nur bis 1996, aber brachte die gemeinsame Tochter Dakota hervor, die im kommenden Jahr die Rolle der Studentin Anastasia Steele in «Shades of Grey» spielen wird.

    Seit 1999 scheint Johnson mit Ehefrau Kelley Phleger und den drei gemeinsamen Kindern endgültig das große Glück gefunden zu haben. In den «Nash-Bridges»-Jahren habe er Autos, Boote und Flugzeuge besessen, trotzdem habe er sich gefragt: «Warum bin ich so unglücklich?», sagte Johnson. «Ich habe mich massiv gewandelt.»

    Zwischen seinen großen Serienerfolgen wurde es immer wieder sehr ruhig um den Serienstar. Johnson erklärt das damit, dass er sehr wählerisch sei. Es sei selten, dass er ein Drehbuch über die zehnte Seite hinaus lese, «zwischendrin hört mein Telefon auch auf zu klingeln», sagt er.

    So richtig den Anschluss verloren hat er trotzdem nicht. Zuletzt war er unter anderem in Quentin Tarantinos «Django Unchained» zu sehen, in diesem Jahr spielte er in dem Kinofilm «Die Schadenfreundinnen» mit und übernahm einen Part in der neuen Serie «From Dusk Till Dawn». Sein Klamottenstil hat sich seit Miami Vice verändert. Aber die Grübchen, sein Markenzeichen, sind geblieben - und überraschenderweise nur wenig tiefer geworden.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    LUDDINGTON, Camilla britische Schauspielerin 31 15.12.1983 Bracknell Forest Großbritannien
    BRODY, Adam Jared amerikanischer Schauspieler 35 15.12.1979 San Diego USA
    SLATER, Helen amerikanische Schauspielerin 51 15.12.1963 Massapequa USA
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  • 07. Dezember 2014 14:49

    Die Promi-Geburtstage vom 11. Dezember 2014: Manoel de Oliveira

    Das fantastische Leben des Manoel de Oliveira wird mit jedem Tag ein Stückchen außergewöhnlicher. Der älteste aktive Film-Regisseur der Welt, der am Donnerstag (11. Dezember) seinen 106. Geburtstag feiert, denkt immer noch nicht an den Ruhestand.
    Der portugiesische Kinoregisseur Manoel de Oliveira (2010) denkt auch mit 106 Jahren nicht ans Aufhören.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Ian Langsdon
    Der portugiesische Kinoregisseur Manoel de Oliveira (2010) denkt auch mit 106 Jahren nicht ans Aufhören.
     
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    In einem seiner sehr seltenen Interviews antwortete der Portugiese erst Ende November auf die Frage des US-Magazins «Variety», ob er denn Pläne für neue Filme habe, kurz, knapp und klar: «Natürlich.»

    De Oliveira ist heute vor allem für Liebhaber des Autorenkinos aktueller denn je. Die Größen der Filmwelt liegen ihm zu Füßen. «Er ist eine Naturgewalt», sagte jüngst US-Star John Malkovich. Noch bevor er in seiner Wohnung in Porto wieder einmal Kerzen auspusten muss, wird der groß gewachsene und schlanke Mann jetzt für seine «außergewöhnliche Karriere» mit dem höchsten französischen Orden ausgezeichnet, dem Grand Officier de la Légion d"Honneur.

    Der letzte von mehr als 50 Streifen des schon zur Stummfilmzeit aktiven Kino-Methusalems kommt in Portugal pünktlich zum Geburtstag in die Kinos. «O Velho do Restelo» (der Alte aus Restelo) wurde im September in Venedig uraufgeführt und danach unter anderem auf Filmfestivals in New York, Wien und São Paulo gezeigt. «Der Film kam überall sehr gut an», erzählte Cristina Almeida von der Produktionsfirma «O Som e a Fúria» der Deutschen Presse-Agentur.

    Im Kurzfilm lässt de Oliveira portugiesische Literatur-Ikonen verschiedener Jahrhunderte wie Luís de Camões, Teixeira de Pascoaes und Camilo Castelo Branco wiederauferstehen und bei einem Treffen mit der Roman-Figur Don Quijote über Gott und die Welt sinnieren. «Eine Reflexion über die Menschheit», wie der Regisseur sagt.

    De Oliveira wurde 1908 in Porto in einer reichen Familie geboren - nur 13 Jahre, nachdem die Brüder Lumière in Frankreich die Kinotechnik erfunden hatten. Inzwischen geht er am Stock, sprüht aber weiter nur so vor Arbeitswut, Lebensfreude und Kampfeswille. Er legt sich mit den Mächtigen an, kritisiert auch die Sparpolitik der Regierung in Lissabon und legte in jüngsten Werken den Finger in die Wunde der Krise in seiner rapide verarmenden Heimat.

    «Seine Energie ist unglaublich, morgens vor Drehbeginn ist er jeden Tag Schwimmen gegangen», staunte die italienische Filmdiva Claudia Cardinale, die in «Gebo und der Schatten» (2012) neben Michael Lonsdale und Jeanne Moreau eine der Hauptrollen spielte.

    Die Karriere des einstigen Sportlers, Autorennfahrers und Portweinwinzers begann 1930 mit einem Stummfilm über den Fluss Douro. Seit 1990 dreht er einen Film pro Jahr. «Meine Energie bekomme ich von den Sternen», versicherte er einmal. Er drehte mit Stars wie Catherine Deneuve, Malkovich oder Marcello Mastroianni. Bei seinen Filmen führt er nicht nur Regie, sondern ist fast immer auch beim Drehbuchschreiben, beim Schnitt und als Produzent aktiv.

    Für sein Lebenswerk erhielt der Filmpoet 2004 in Venedig den «Goldenen Löwen» und 2007 den Ehrenpreis der Europäischen Filmakademie. Insgesamt wurde er mit über 50 Auszeichnungen überhäuft, 2009 bekam er auch die Berlinale-Kamera. Viele Kenner stellen de Oliveira auf eine Stufe mit Film-Granden wie Luis Buñuel, Jean-Luc Godard oder Federico Fellini. Wim Wenders, der de Oliveira in seinem Film «Lisbon Story» (1994) auftreten ließ, bezeichnete den Portugiesen einmal als sein «größtes Vorbild».

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    STEINFELD, Hailee Schauspielerin 18 11.12.1996 Tarzana USA
    RAACKE, Dominic Schauspieler 56 11.12.1958 Hanau Deutschland
    LEE, Brenda Country- und Rock'n'Roll-Sängerin 70 11.12.1944 Atlanta USA
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  • 04. Dezember 2014 11:41

    Die Promi-Geburtstage vom 10. Dezember 2014: Kenneth Branagh

    Kenneth Branagh hat keine Angst vor Doppelbelastungen als Regisseur und Schauspieler. Das erzählte er zu Jahresbeginn der US-Talkshow-Queen Ellen DeGeneres. So verantwortete er zuletzt den Thriller «Jack Ryan: Shadow Recruit» als Regisseur und hat sich auch selbst für eine Rolle gecastet.
    Der britische Shakespeare-Experte Sir Kenneth Branagh wird 54.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Michael Reichel
    Der britische Shakespeare-Experte Sir Kenneth Branagh wird 54.
     
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    «Ich wusste, dass ich Zeit hatte, und ich wusste, dass ich günstig zu haben war.» Wichtiger war dem britischen Filmemacher, der heute 54 wird, aber offenbar etwas anderes: «Ich war mir sicher, dass ich als Regisseur mit mir selbst als Schauspieler gut auskommen würde.» Sein Fazit: «Es hat alles gut geklappt.» Der Agententhriller mit Keira Knightley, Chris Pine und Kevin Costner lief Ende Februar 2014 in deutschen Kinos an. Die Kritik fiel allerdings nur durchwachsen aus.

    Untadelhaft ist hingegen nach wie vor sein Ruf als großer Shakespeare-Experte. Es kommt also nicht von ungefähr, dass der am 10. Dezember 1960 in Nordirland geborene Branagh dieses Jahr in Weimar Ehrenpräsident der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft wurde. Er habe die alten Stücke für ein neues Publikum neu erzählt und aufbereitet, hieß es in der Begründung.

    Der Film- und Theatermann hatte seit den 80er Jahren mit Literaturverfilmungen wie «Henry V.» (1989) oder «Hamlet» (1996) Furore gemacht. «Früher nahm ich mich selbst zu wichtig und dachte, wie intelligent und großartig ich sei, weil ich immer mit Shakespeare in Verbindung gebracht wurde», sagte er einmal im Interview mit dem Fernsehsender Tele 5. «Heute nehme ich nur noch meine Arbeit wichtig.»

    Und damit feiert er in der Regel große Erfolge: Seine Verfilmung des Comic-Klassikers «Thor» beispielsweise spielte weltweit 400 Millionen Dollar ein. Doch der kommerzielle Aspekt ist für ihn nicht alles. «Es sollte meiner Meinung nach nicht nur ums Geld gehen, aber es wird zunehmend schwieriger, andere davon zu überzeugen», sagte er Tele 5.

    Schon zu Beginn seiner Laufbahn wusste der in Belfast geborene Branagh zu begeistern: Seine Schauspielschule ehrte ihn mit der höchsten Auszeichnung, mit seinem Debüt als Bühnenschauspieler landete er 1982 den Theaterhit des Jahres im Londoner Westend. Weitere Engagements folgten. Bereits zwei Jahre später feierten die Kritiker den Schauspieler als den jüngsten und einen der erfolgreichsten Hamlets in der Geschichte der Royal Shakespeare Company.

    1989 legte Branagh mit «Heinrich V.» sein Erstlingswerk als Regisseur beim Film vor, in dem er auch die Hauptrolle übernahm. Branagh wurde prompt als bester Hauptdarsteller und bester Regisseur für den Oscar nominiert, die begehrte Trophäe gab es aber schließlich in der Kategorie «Beste Ausstattung».

    In den folgenden Jahren brachte der Schauspieler weitere Stücke von Shakespeare auf die Bühne und schließlich 1996 «Hamlet» ins Kino. Star-Kollegen wie Jack Lemmon, Julie Christie, Robin Williams, Gérard Depardieu, Richard Attenborough und Charlton Heston gaben sich die Ehre, die Kritiker jedoch waren über den «Kostümschinken im 70-mm-Breitwandformat» geteilter Meinung.

    Längst ist Kenneth Branagh nicht mehr nur auf Shakespeare fixiert. Die Actionkomödie «Wild Wild West», das Nazi-Drama «Die Wannseekonferenz» oder das Fantasy-Spektakel «Harry Potter und die Kammer des Schreckens» zeigen seine ganze Bandbreite. In Deutschland ist er Fernsehzuschauern auch als Kommissar Wallander bekannt, basierend auf den Krimis des schwedischen Autors Henning Mankell, 2015 meldet er sich mit neuen Fällen zurück.

    Seit zwei Jahren darf er sich übrigens «Sir» nennen: Queen Elizabeth II. schlug ihn 2012 zum Ritter.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    FLUEGER, Patrick Schauspieler 31 10.12.1983 Red Wing USA
    PHOENIX, Summer Schauspielerin 36 10.12.1978 Winter Park USA
    SCHÜTT, Peter Schriftsteller 75 10.12.1939 Basbeck Deutschland
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  • 02. Dezember 2014 16:45

    Die Promi-Geburtstage vom 09. Dezember 2014: Hape Kerkeling

    Wenige Worte reichen und unvergessliche TV-Momente mit Hape Kerkeling tauchen bei fast jedem in Deutschland im Kopf auf.
    Hape Kerkeling wird 50.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Sebastian Kahnert
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    «Lecker Mittagessen» zum Beispiel - mit holländischem Akzent von ihm als vermeintliche Königin Beatrix am Schloss Bellevue gesagt. Oder «Hurz» - ausgerufen von ihm als angeblicher Neue-Musik-Sänger aus Polen. Oder «Schätzelein» - gegrunzt von ihm als Zeitungsjournalist Horst Schlämmer. Millionen haben auch Kerkelings Jakobsweg-Bestseller «Ich bin dann mal weg» gelesen oder vertiefen sich zurzeit in seine Autobiografie «Der Junge muss an die frische Luft».

    Der Komiker Hape Kerkeling gehört zu Deutschland wie Heino, Thomas Gottschalk, Herbert Grönemeyer, Angela Merkel oder die Altkanzler Helmut Schmidt oder Helmut Kohl. Kerkeling scheint eine Institution geworden zu sein. Am 9. Dezember wird er 50.

    Mit der Showbühne soll jetzt Schluss sein. Das hat er mehrmals betont. «Ich habe viele Pläne, aber nichts Konkretes in der Pipeline», sagte Kerkeling im «Hörzu»-Interview vor kurzem. «Keinen Film, keinen Bühnenauftritt. Jetzt mache ich wirklich erst mal gar nichts. Irgendwann setze ich mich wieder an den Schreibtisch.»

    Er freue sich sehr auf den runden Geburtstag, weil er «ganz glücklich» auf 30 Jahre Bühnenkarriere zurückblicken könne. Rund um das eigentliche Geburtsdatum wollte Kerkeling demnach verreisen. «Zwei, drei Wochen irgendwohin, wo es warm ist.»

    Er mache sich nicht rar, um begehrter zu sein, sagte Kerkeling im März in einem dpa-Interview. «Ich mache mich rar, weil ich mich rarmachen will.» Im Frühling brachte er das Schlageralbum «Ich lasse mir das Singen nicht verbieten» heraus, die Erfüllung eines Kindheitstraumes. 2014 war für ihn ein Jahr voller Nostalgie: Anfang Oktober erschienen seine Memoiren, in denen er viel aus seiner Kindheit im Ruhrgebiet erzählt, von seinen prägenden Omas, der bunten Verwandtschaft, lieben Schulfreunden, aber auch bewegenden Begegnungen als Erwachsener, etwa mit dem Dalai Lama.

    Am meisten Medienecho fand jedoch der offene Umgang mit einem Ereignis, das passierte, als er acht Jahre alt war: der Suizid seiner Mutter Margret im Jahr 1973. In Interviews betonte er, er glaube, dass es Betroffenen guttun könne, wenn ein Promi eine Erfahrung wie diese öffentlich mache. Das habe ihm selbst das Beispiel der Moderatorin Sonya Kraus vor ein paar Jahren gezeigt, die im Fernsehen über den Freitod ihres Vaters geredet habe.

    Kerkeling sucht nach seinen vielen Fernseh- und Kino-Erfolgen inzwischen mehr und mehr die Rolle des nachdenklichen Schriftstellers, wird zu einem TV-Altmeister. Kerkeling lebt seit einigen Jahren in Berlin (statt früher Düsseldorf), außerdem ist er oft und gern in Italien. Das Land nannte er in einem «Stern»-Interview «unbelastete Zweitheimat». Zu seinem Privatleben verliert er wenige Worte: In seiner Autobiografie ist diskret von seinem «Freund Henning» die Rede, mit dem er demnach seit 2010 zusammen ist.

    Dass Kerkeling schwul ist, wurde vor 23 Jahren ganz plötzlich öffentlich. Einen Tag nach dessen 27. Geburtstag trat der Schwulenaktivist Rosa von Praunheim bei RTL auf und outete den TV-Liebling wider dessen Willen als homosexuell.

    Etwa ein Jahr nach dem Outing sagte Kerkeling im Magazin «Der Spiegel»: «Sensiblere Naturen als ich hätten sich in einer Kurzschlusshandlung womöglich mit dem Fön in die Badewanne gelegt.» Doch das Publikum habe «irre normal reagiert». «Sogar in der tiefsten bayerischen Provinz, wo ich kurz nach dem Outing auf Tournee war, bin ich nie dumm angequatscht worden. Es gibt in unserem Gewerbe so viele Untergrund-Schwule, die teilweise zur Tarnung in die Ehe geflüchtet sind. Ich kann nur jedem raten, sich nicht zu verstellen.»

    Kerkeling geht heute offen mit dem Thema um. «Seitdem ich denken kann, denke ich schwul», heißt es etwa in seiner Autobiografie. «Schwul oder lesbisch zu denken bedeutet für mich, über Kreuz zu denken, vorsichtiger zu denken, aber auch mutiger, großräumiger und schlicht bunter. Es ist mir in die Wiege gelegt worden und nach meiner Überzeugung, auch wenn das einigen nicht in den Kram passen mag, von Gott gewollt.»

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    HELBERG, Simon Schauspieler und Komiker 34 09.12.1980 Los Angeles USA
    KERNER, Johannes B. Talkmaster 50 09.12.1964 Bonn Deutschland
    ARMATRADING, Joan Sängerin 64 09.12.1950 Basseterre St. Kitts und Nevis (Karibik)
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  • 02. Dezember 2014 15:45

    Die Promi-Geburtstage vom 05. Dezember 2014: Paula Patton

    Im Februar dieses Jahres war Paula Patton international in den Schlagzeilen - allerdings nicht wegen eines neuen Films, den sie gedreht hat. Vielmehr berichtete die Boulevard-Presse über ihre Trennung von ihrem Mann Robin Thicke (37). Heute wird sie 39.
    Paula Patton wird 39.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Michael Neldon
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    2006 hatte Thicke ihr den Song «Lost without U» gewidmet und bei den Grammy Awards im Januar dieses Jahres waren die Schauspielerin und der R&B-Sänger und Songwriter («Blurred Lines») noch zu zweit aufgetaucht. Warum genau die Eltern eines kleinen Sohnes auseinandergegangen sind und inzwischen die Scheidung eingereicht haben, ist nicht öffentlich bekannt geworden. Untreue und Suchtprobleme bei ihm könnten aber im Spiel gewesen sein.

    Sein Versuch, sie mit dem Album «Paula», das im Sommer auf den Markt kam, zurückzugewinnen, ist offensichtlich gescheitert. Im Internet kursieren derweil Gerüchte, dass sich beide mittlerweile anderweitig auf dem Partnermarkt umgeschaut hätten. Schon als Teenager hatten sie sich kennengelernt und 2005 geheiratet.

    In Hollywood hat Paula Patton auch ohne ihren Noch-Gatten einen Namen zu verteidigen, mag sie auch nicht in die A-Liga der US-Stars gehören. Sie selbst gibt sich bescheiden: «Wenn du Schauspielerin bist und nur ein Mensch deinen Namen kennt, kannst du dich glücklich schätzen», hat die Schönheit mit väterlicherseits afro-amerikanischen Wurzeln «Imdb.com» zufolge einmal gesagt.

    Erstmals im Kino zu sehen war sie 2005 in der Komödie «Hitch - Der Date Doktor» (mit Will Smith) - in einer Nebenrolle. Schnell wurde sie aber prominenter besetzt, zum Beispiel im OutKast-Musicalfilm «Idlewild» (2006), im Thriller «Déjà Vu» neben Danzel Washington (2006) oder an der Seite von Kevin Costner in der Komödie «Swing Vote» (2009). Nach «Mission Impossible: Phantom Protokoll» (2011) dreht sie derzeit wieder mit Tom Cruise die vierte Fortsetzung des Action-Thrillers, der Ende 2015 in die Kinos kommt.

    Geboren am 5. Dezember 1975 als Tochter einer Lehrerin und eines Rechtsanwalts, soll sich Paula schon als Kind gewusst haben, was sie werden wollte. Sie schnupperte nach der Schule kurz an der Uni hinter die Kulissen der Filmbranche und atbeite eine Zeitlang als Produktionsassistentin von Dokumentarfilmen, bevor sie begann, Schauspielunterricht zu nehmen, um sich ihren Berufswunsch verwirklichen zu können. Sie hat es geschafft.

    Trotz aller beruflichen Erfolge, Priorität hat in ihrem Leben offenbar etwas anderes: «Mutter zu werden ist das Beste, das mir je passiert ist», zitiert «ImdB.com» die Schauspielerin. Ihr Sohn Julian ist vier Jahre alt.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    HILSON, Keri R&B-Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin 32 05.12.1982 Decatur USA
    KAAS, Patricia Sängerin 48 05.12.1966 Forbach Frankreich
    SITTLER, Walter Schauspieler 62 05.12.1952 Chicago USA
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  • 02. Dezember 2014 08:52

    Die Promi-Geburtstage vom 08. Dezember 2014: Richard David Precht

    Barfüßig steht Richard David Precht in der Tür seiner Kölner Altbauwohnung. «Guten Tag!» Schuhe ausziehen? «Sie müssen nicht...»
    Das Leben meint es gut mit ihm: Richard David Precht wird 50.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Oliver Berg
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    Es geht durch einen Flur mit Fischbildern an der Wand in die große, helle Wohnküche. Hier steht Prechts «Porsche», ein großes Aquarium. Er hat es sich 2006 von dem Vorschuss gekauft, den er vom Verlag für seinen späteren Bestseller «Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?» bekam. Damals war er Anfang 40, nun steht sein 50. Geburtstag bevor - heute ist es soweit.

    Precht war schon als Kind Aquarianer, allerdings mit einem ungleich kleineren Becken. Sein Traum war immer ein richtig großes Aquarium. «Das gleiche gilt für meine präparierten Vögel. Da hab' ich auch aufgerüstet. Ein paar stehen im Wohnzimmer, und dann hab' ich noch ein paar größere in meiner Wohnung in Berlin. Ich war als Kind ein Zoologie-Freak mit einer besonderen Leidenschaft für Greifvögel.»

    Das Aquarium ist schon von vielen Reportern beschrieben worden. Precht, so heißt es, pflege seine Fische mit Mückenlarven zu füttern und seine Besucher mit Geschichten über die Fische. Anfangs mag man entschlossen sein, es nicht so weit kommen zu lassen. Aber dann schwimmt da dieser Fisch mit dem grotesk dicken Hals vorbei. Hat der da seinen Laich drin? «Nein, der lebt allein», antwortet Precht. «Es gibt zwar Selbstbefruchtung, aber in diesem Fall bin ich mir ziemlich sicher, dass das Krebs ist.»

    Im nächsten Moment ist man auch schon aufgestanden und spürt vor der Scheibe den seltsamsten Wesen nach. Elefantenrüsselfischen zum Beispiel, mit einer Art Pharaonenbart am Kinn. Precht steht daneben und streut locker Informationshappen ein. Schon hat er seinen Besucher am Haken. Es ist das Talent, das ihn groß gemacht hat: seine Kenntnisse ebenso verständlich wie interessant weiterzugeben.

    Zum Glück müssen die Fische nicht jeden Tag gefüttert werden. Das wäre sonst ein Problem, denn Precht führt ein Nomadenleben, reist unermüdlich hin und her, zu Lesungen, Diskussionen oder zur Aufzeichnung seiner ZDF-Fernsehsendung in Berlin. Nie mit dem Auto - er hat keins -, sondern fast immer mit der Bahn.

    Precht wäre nicht Precht, wenn er dazu nicht gleich ein paar Reformvorschläge parat hätte: «Es ist die Einteilung in erste und zweite Klasse, die ich zutiefst ablehne. Das passt nicht mehr in unsere Zeit. Ich würde nur eine Klasse machen, aber dafür Arbeitsabteile einrichten.»

    Zuhause schreibt er oft im Morgenmantel direkt nach dem Aufstehen oder auch nachmittags. Abends nicht, denn dann kann er nicht abschalten. «Ich würde dann meiner Lebensgefährtin mit meinen Ideen auf den Keks gehen.» Precht lebt seit zweieinhalb Jahren von seiner Frau getrennt und ist mittlerweile geschieden. Seine neue Partnerin wohnt in Düsseldorf.

    Er ist dankbar dafür, dass das Leben es so gut mit ihm meint, gerade weil er auch die andere Seite kennt und längere Zeit arbeitslos war. «50 zu werden, wenn man das Gefühl hat, dass das Leben nicht das ist, was man leben möchte, muss furchtbar sein. Ich bin in den letzten acht Jahren mit Anerkennung und Erfolg so was von überschüttet worden, dass man sagen kann, das reicht für mehrere Leben. Dann ist es eigentlich eher so, dass man sich dem 50. Geburtstag von einer anderen Seite nähert. Nämlich einerseits sehr dankbar ist und es auf der anderen Seite schon fast als eine Art Abschluss sieht, an dem man das Leben Revue passieren lässt.»

    Eigentlich geht aber alles weiter wie bisher: Die nächsten drei Jahre sind zumindest fest verplant - Precht schreibt ein dreibändiges philosophisches Werk von insgesamt 1200 Seiten. Der erste Band soll im Herbst nächsten Jahres erscheinen. Worum es geht, will er noch nicht sagen.

    Auf einem Schrank steht ein Foto von seinem elf Jahre alten Sohn Oskar, der ihm wie aus dem Gesicht geschnitten ist, was der Vater selbst allerdings nicht findet. Seine Leser wissen, wie sehr ihn die Fragen seines Sohnes beeinflusst haben - so stammt der Titel «Warum gibt es alles und nicht nichts?» von ihm. Oskar hat dieses Buch sogar für die Hörbuchfassung mit gelesen. «Er hat eine ganz tiefe Stimme, von seiner Mutter.»

    Oskar habe kein Problem damit, wenn sein Vater beim gemeinsamen Bummel durch die Stadt von Fremden angesprochen werde. «Er ist damit aufgewachsen, und deshalb ist es für ihn das Normalste von der Welt. In anderer Hinsicht ist er scheu: was Schule anbelangt.» Als Verfasser eines 350-seitigen Plädoyers für eine umfassende Umgestaltung des deutschen Bildungswesens («Anna, die Schule und der liebe Gott») fühlt sich Precht durchaus mal aufgerufen, dem einen oder anderen Lehrer beim Elternsprechtag seine Meinung zu sagen. Das allerdings weiß Oskar zu verhindern: «Papa, um nichts auf der Welt!» Da stößt er dann an die Grenzen seines Einflusses.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    O'CONNOR, Sinéad irische Popsängerin 48 08.12.1966 Glenageary Irland
    HATCHER, Teri amerikanische Schauspielerin 50 08.12.1964 Sunnyvale USA
    BASINGER, Kim amerikanische Schauspielerin 61 08.12.1953 Athens USA
    © dpa-infocom GmbH
  • 01. Dezember 2014 13:56

    Die Promi-Geburtstage vom 03. Dezember 2014: Julianne Moore

    Die Oscars werden zwar erst am 22. Februar 2015 vergeben, aber der Countdown hat schon begonnen. Und als ganz heiße Kandidatin wird Julianne Moore gehandelt, die als beste Schauspielerin einen Goldjungen gewinnen könnte.
    Julianne Moore bei der Premiere von «Die Tribute von Panem - Mockingjay» in Los Angeles. Foto: Nina Prommer © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Julianne Moore bei der Premiere von «Die Tribute von Panem - Mockingjay» in Los Angeles. Foto: Nina Prommer
     
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    Bei der Verleihung der Hollywood Film Awards, die als Auftaktveranstaltung für die Trophäen-Saison gilt und Mitte November über die Bühne ging, gewann sie für ihre Rolle als Alzheimerkranke in «Still Alice» eine Auszeichnung. Das beginnt sehr vielsprechend für die US-Schauspielerin, die bereits vier Mal für einen Oscar nominiert war und heute ihren 54. Geburtstag feiert.

    Moore spielt in dem Familiendrama eine erfolgreiche Universitätsprofessorin und dreifache Mutter, die an der Alzheimer-Krankheit erkrankt und vor den Augen ihrer Familie verfällt. Die Schauspielerin verbrachte unter anderem Tage in einer Pflegeklinik für Patienten im fortgeschrittenen Alzheimer-Stadium. «Das war wirklich hart», sagte Moore beim Filmfestival in Toronto. Die Auseinandersetzung mit dem langsamen Verlust der eigenen Persönlichkeit sei am schwierigsten gewesen.

    Julianne Moore gehört zu den wandelbarsten Schauspielerinnen in Hollywood, schwierigste Rollen meistert sie offenbar mit großer Leichtigkeit. In Tom Fords ästhetischem Hochgenuss «A Single Man» (2009) spielte sie eine schrille Trinkerin, in «The Kids Are All Right» (2010) ist sie als lesbische Mutter zu sehen, in dem TV-Film «Game Change» (2012) verkörperte sie Sarah Palin, die ehemalige Vizepräsidentschafts-Kandidaten der Republikaner und in dem Horror-Remake «Carrie» (2013) trat sie als religionsfanatische Mutter mit Mut zur Hässlichkeit auf. «Gott, ich sehe echt schlimm in dem Film aus», sagt die Schauspielerin dem Magazin «Brigitte».

    Lange Zeit war Julianne Moore auf Dramen abonniert, aber eine reine Tragödin wollte sie nie sein. Im Interview mit der «Gala» sagte sie: «Ich mag Komödien. Wirklich. An manchen Tagen sitze ich da und denke: Warum bin ausgerechnet ich diejenige, die ständig weinen soll.» In der wunderbar großherzigen Liebeskomödie «Crazy Stupid Love» (2011) konnte sie schließlich auch ihre heitere Seite zeigen.

    Auch in den letzten «Tribute von Panem»-Filmen spielt Julianne Moore mit - sehr zur Freude ihrer beiden Kinder: «Endlich mache ich mal etwas, das sie toll finden. Ich habe es ihnen zu verdanken, dass ich mitspiele. Sie haben mir die Bücher gegeben und ich fand sie großartig», sagte Moore, die seit 2003 mit Regisseur Bart Freundlich verheiratet ist, dem TV-Sender Tele 5.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    SEYFRIED, Amanda amerikanische Schauspielerin 29 03.12.1985 Allentown USA
    WITT, Katarina deutsche Eiskunstläuferin 49 03.12.1965 Staaken DDR
    HANNAH, Daryl amerikanische Schauspielerin 54 03.12.1960 Chicago USA
    © dpa-infocom GmbH
  • 01. Dezember 2014 10:33

    Die Promi-Geburtstage vom 07. Dezember 2014: Tom Waits

    Mit seiner rauen, rauchigen, immer wieder brechenden Stimme lässt sich Tom Waits nicht in ein einziges Genre sperren.
    Kein bisschen leise: Tom Waits wird 65.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Robert Voss
    Kein bisschen leise: Tom Waits wird 65.
     
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    Irgendwo zwischen Rock und Folk wird er notdürftig eingeordnet, Blues- und Jazzelemente tauchen auf, manchmal wird seine Musik auch als Indie oder Alternative bezeichnet. Er ist nicht nur Sänger und Komponist, er ist auch Autor und Schauspieler. Als sich stetig wandelnder, mal Vorbildern wie Bob Dylan oder Johnny Cash nacheifernder Sänger, mal als innovativer, rebellischer Musiker hat Tom Waits sich seinen Namen gemacht. Am Sonntag (7. Dezember) feiert der Amerikaner seinen 65. Geburtstag.

    Mit 20 Jahren fing der in Kalifornien geborene Waits an, erste Songs zu schreiben, bald verdiente er damit sein Geld. Der kreative Prozess fiel ihm nie schwer, sagte Waits in einem Interview: «Die Songs brechen aus einem heraus.» Sein erstes Album «Closing Time» veröffentlichte er mit 24, jedoch nicht mit dem Erfolg, den andere Künstler mit seinen Songs feierten. Im Vorprogramm von Frank Zappa wurde Waits regelmäßig ausgebuht. Mit sechs weiteren Alben waren die siebziger Jahre eine künstlerisch fruchtbare, aber auch alkohollastige Zeit für Waits.

    Mit Kathleen Brennan, der laut Waits «größten Liebe seines Lebens», seiner Ehefrau und wichtigsten künstlerischen Partnerin, kam die musikalische und persönliche Wende. 1980 heiratete das Paar, 1983 kam das erste ihrer drei gemeinsamen Kinder auf die Welt. In diesem Jahr veröffentlichten Waits und Brennan auch ihr erstes gemeinsam produziertes Album.

    «Swordfishtrombones» markierte Waits' Abkehr von traditionellen gitarren- oder klavierdominierten Arrangements, abgelöst durch unkonventionelle Klangstrukturen, manchmal mit einem Dudelsack oder einem Marimbaphon im Programm. «Der einzige Grund dafür, dass Leute neue Songs schreiben, ist, dass sie keine Lust mehr auf die alten haben», sagte Waits in einem Interview und gab damit die beste Erklärung für die stete Wandlung seines Sounds.

    Waits war nie ein Fan der Medienaufmerksamkeit, die seine Musik oder seine Filmauftritte - häufig in der Rolle des Musikers - hervorriefen. Die Gespräche mit Medien, die einer Albenveröffentlichung vorangehen, bezeichnet er als «Geschirrspülen», als notwendige, lästige, immer wiederkehrende Aufgabe, die dem Fest des kreativen Schaffens folge.

    Vor drei Jahren wurde Tom Waits in die Rock-and-Roll Hall of Fame aufgenommen. «Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll», kommentierte er und befürchtete den Anfang vom Ende, die Vorbereitung für den Nachruf. Zum Alter sagt er: «Als Kind wollte ich alt sein, weil die Alten die sind mit den großen Geschichten und den coolen Klamotten. Jetzt würde ich das gern mitnehmen und zurück in diese Zeit gehen.»

    Name Beruf Alter Geburtsdatum Geburtsort Land
    HOULT, Nicholas britischer Schauspieler 25 07.12.1989 Wokingham Großbritannien
    BROWNING, Emily australische Schauspielerin 26 07.12.1988 Melbourne Australien
    ZICH, Denise deutsche Schauspielerin 39 07.12.1975 Wolfen DDR
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  • 30. November 2014 16:12

    Die Promi-Geburtstage vom 06. Dezember 2014: Nikolaus Harnoncourt

    Er ist ein Revolutionär wider Willen: Nikolaus Harnoncourt hat wie wohl kein anderer das traditionelle Verständnis der Klassik hinterfragt, in Denkschubladen lässt er sich aber ungern zwängen.
    Nikolaus Harnoncourt wird 85.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Tobias Hase
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    Lange wurde er als Schmuddelkind der Branche belächelt, seine Interpretation der Werke im Geist ihrer Entstehungszeit als Marotte abgetan. «Darmsaitenritter», «Klangfetischist» - Harnoncourt galt als «Enfant terrible» unter den Dirigenten.

    Doch wenn heute Vivaldis «Vier Jahreszeiten» federleicht klingen und Bachs Weihnachtsoratorium auch ohne Weihrauchschwere die Zuhörer bewegt, ist das auch Harnoncourts Verdienst. Der 1929 in Berlin geborene und in Graz aufgewachsene Musiker wird an diesem Samstag (6. Dezember) 85 Jahre alt - seine Erkenntnisse sind aus den Konzertsälen nicht mehr wegzudenken.

    Dabei weist Harnoncourt ausgerechnet jene Begriffe zurück, die mit ihm in Verbindung gebracht werden. «Historische Aufführungspraxis», «Originalklang» - so etwas gebe es nicht. «Wir wissen ja nicht, wie die Musik zur Zeit von Monteverdi oder Bach klang», sagt der Musiker im Gespräch. Helfen könne nur das Studium der Partituren.

    Das macht er seit mehr als 60 Jahren. Schon als junger Cellist bei den Wiener Symphonikern unter Herbert von Karajan interessierte er sich für die sogenannte Alte Musik. Aus der Beschäftigung mit den Quellen zog Harnoncourt eine radikale Konsequenz: Mit einem eigenen Ensemble wollte er sich auf die Suche nach dem durch Tradition und Gewohnheit verschüttetem Klang begeben.

    Anfang der 50er Jahre gründete er mit seiner Frau Alice Hoffelner das Ensemble Concentus Musicus, das sich zunächst der barocken Musik widmete. Dabei hinterfragte er das Bild des allwissenden Maestros und setzte auch auf den Dialog mit seinen Kollegen im Ensemble - Harnoncourt, der Anti-Karajan.

    In Wiener Kreisen hieß es damals spöttisch: «Die Harnoncourts sitzen auf Apfelkisten unter ihren teuren Geigen und ernähren sich von Erdäpfeln und Salat». Seiner Frau Alice wurde Konzertmeisterin des Ensembles und kümmerte sich um die Organisation. Sie beschaffte Harnoncourt seine geliebten Holzfällerhemden in Zehnerpacks, das Paar bekam vier Kinder in acht Jahren.

    Bis in die 70er Jahre spielte das Orchester noch auf handgeschriebenen Noten. In mühsamer Kleinarbeit stellte Harnoncourt das traditionelle Musizieren infrage, dieses «selbstverliebte Baden im üppigen Schönklang», wie der Dirigent Thomas Hengelbrock in einer jetzt erschienen Geburtstags-Festschrift des Berliner Konzerthauses schrieb.

    Ob bei den Kantaten von Bach, den Opern von Monteverdi, die Harnoncourt wieder entdeckte - plötzlich wurde die so fern geglaubte Musik gegenwärtig. Der Mozart-Zyklus an der Zürcher Oper mit dem Regisseur Jean-Pierre Ponnelle wurde ebenso gefeiert wie Beethovens «Fidelio» in Hamburg. Harnoncourt öffnete auch den Opern-Zuhörern eine neuen Sicht auf das Repertoire. Sogar die Traditions-Hochburg Salzburg lag irgendwann auch Harnoncourt zu Füßen. Sein Buch «Musik als Klangrede» wurde eine unerlässliche Lektüre für Profi-Musiker.

    Er widmete sich dann auch der Musik des 20. Jahrhunderts, darunter Komponisten wie Alban Berg und George Gershwin. Mit seiner großen Liebe zu dem Werk Robert Schumanns konnte der immer wieder als zu intellektuell kritisierte Harnoncourt seine emotionale Natur zeigen.

    Für die Musik hatte sich Harnoncourt mit 17 Jahren entschieden. Davor wollte er noch Marionetten-Schnitzer werden. Er studierte Cello an der Wiener Musikakademie und gründete ein Gamben-Quartett. Eher spät entdeckte das Musik-Establishment den lange bespöttelten Außenseiter.

    Harnoncourt dirigierte Spitzenorchester wie das Concertgebouw-Orkest Amsterdam, das Chamber Orchestra of Europe, die Wiener und die Berliner Philharmoniker. Er wurde damit zum Weltstar. Als leidenschaftlicher Musiker, Lehrender und Buchautor kämpfte er um künstlerische Tiefe. Musik, schrieb Harnoncourt, sei «die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Mensch-Sein».

    Name Beruf Alter Geburtstag Geburtsort Land
    SCOTT, Stefanie amerikanische Schauspielerin 18 06.12.1996 Chicago USA
    HELLQVIST, Sofia schwedisches Mode l3 006.12.1984 Täby Schweden
    PRICE, Lindsay amerikanische Schauspielerin 38 06.12.1976 Arcadia USA
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  • 28. November 2014 17:04

    Die Promi-Geburtstage vom 02. Dezember 2014: Botho Strauß

    Brillanter Intellektueller, literarischer Provokateur, reaktionärer Außenseiter, elitärer Sprachkünstler - die Zahl der Etiketten, die Botho Strauß angehängt werden, belegen die Bandbreite dieses ungewöhnlichen Autors.
    Cate Blanchett in dem Theaterstück «Groß und klein» von Botho Strauß (Archivfoto von Dezember 2011).  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / EPA/Tomasetti/Theatre De La Ville
    Cate Blanchett in dem Theaterstück «Groß und klein» von Botho Strauß (Archivfoto von Dezember 2011).
     
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    Mit seinen Stücken hat er das deutsche Nachkriegstheater geprägt wie kaum ein anderer; seine gesammelte Prosa ist wie ein Puzzle längst zu einer Gesamtaufnahme deutscher Befindlichkeiten angewachsen.

    Am Dienstag (2. Dezember) wird Strauß 70 Jahre alt - und bleibt fernab vom Rummel im ungeliebten Berlin weiter in der Einsamkeit der Uckermark. Mit einem handgefertigten Gehstock stromert der hochdekorierte Büchner-Preisträger dort mutterseelenallein durch die Wälder des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin. «Niemals sich blitzen, filmen, verhören, ehren oder sonstwie erwischen lassen», hatte er schon in seinem legendären Prosaband «Paare, Passanten» (1981) als Parole ausgegeben - und sich (fast) immer daran gehalten.

    Vor allem die Theaterstücke haben den Ruf von Botho Strauß als «Glücksfall» für die deutsche Literatur begründet. Nach fünf Jahren als Dramaturg an der West-Berliner Schaubühne schaffte er 1977 mit «Trilogie des Wiedersehens» den Durchbruch als Autor. Auch in seinen weiteren Stücken - etwa «Die Zeit und das Zimmer», «Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle», «Der Kuss des Vergessens» oder «Schändung» - bleibt die Brüchigkeit menschlicher Beziehungen, das Scheitern und Versagen an der Gesellschaft das bestimmende Thema.

    Doch die Zeiten, als große Regisseure wie Claus Peymann, Luc Bondy, Patrice Chérau, Matthias Hartmann und Dieter Dorn sich um jedes neue Stück rissen, sind vorbei. «Man kann nicht mit 70 noch Theaterstücke schreiben, das ist unappetitlich», sagte Strauß dem Schweizer Magazin «Weltwoche» 2013 in einem seiner äußerst raren Journalistengespräche.

    Wie frisch, neu und lebendig selbst das Frühwerk des Meisters noch sein kann, zeigte jedoch Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett als Lotte Kotte in der angelsächsischen Adaption von «Groß und Klein» (1978). Die hochgelobte Produktion der Sydney Theatre Company erntete 2012 auch in Wien, Paris, London und bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen Beifallsstürme.

    Derweil rückt Strauß mehr mit seinem Prosawerk in den Blickpunkt, an dem er seit «Paare, Passanten» ebenfalls mit nicht versiegender Produktivität arbeitet - Kurzgeschichten, Miniaturen, Collagen und Aphorismen. Sein vielleicht größer Fan, der Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk, veröffentlichte zum 70. Geburtstag die Anthologie «Der zurück in sein Haus gestopfte Jäger». Die Werkauswahl solle Botho Strauß auch jenen nahebringen, die ihn bisher gerüchteweise für «zu kompliziert, elitär, anstrengend» gehalten hätten, schreibt Strunk unverblümt.

    Und auch der Autor findet einen ganz neuen Ton. Ende September erschien - bald in dritter Auflage - das Bändchen «Herkunft», in dem er berührend offen von seiner Jugend im Lahnstädtchen Ems erzählt - und vor allem von seiner Sehnsucht nach einem liebevollen, weniger weltenttäuschten Vater. «Den Vater und mich verbindet so etwas wie eine bürgerliche Moral des Scheiterns, das sich über die Generationen fortsetzt in unserem schlichten Geschlecht.»

    Scheitern? Ob er damit wohl auch den Zorn meint, den er sich in der linksliberalen Szene mit seinen kulturpessimistischen bis reaktionären Essays regelmäßig zuzieht? Den Auftakt machte 1993 der Beitrag «Anschwellender Bocksgesang» im Nachrichtenmagazin «Spiegel», der ihm den Vorwurf von Nationalismus und intellektueller Brandstifterei eintrug. Im vergangenen Jahr attackierte er in dem Band «Lichter des Toren» den Siegeszug des Massengeschmacks und attackierte den «Markt des breitgetretenen Quarks» in der Literatur.

    Doch Strauß wäre nicht der «Sonderling» und «Außenseiter», als den er sich selbst so stolz wie klagend sieht, stünde er nicht zu seinen Thesen. «Ich teile nur auf den verschlungenen Pfaden, auf denen ich selbst am liebsten unterwegs bin, etwas mit», sagt er. «Wen es angeht, der wird schon darauf aufmerksam werden.»

    Name Beruf Alter Geburtsdatum Geburtsort Land
    SPEARS, Britney amerikanische Popsängerin 32 02.12.1981 Kentwood USA
    CATTERFELD, Yvonne deutsche Schauspielerin 34 02.12.1979 Erfurt DDR
    LIU, Lucy amerikanische Schauspielerin 45 02.12.1968 Queens USA
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  • 28. November 2014 08:59

    Die Promi-Geburtstage vom 04. Dezember 2014: Jeff Bridges

    Mit seinem grauen Vollbart, den schulterlangen Haaren und seiner relaxten Art wirkt Jeff Bridges ein bisschen wie «The Dude».
    «The Dude» und «Crazy Heart» - Jeff Bridges wird 65. Foto: Tannen Maury © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    «The Dude» und «Crazy Heart» - Jeff Bridges wird 65. Foto: Tannen Maury
     
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    In seiner Paraderolle als Ex-Hippie hängt er in dem Kultklassiker «The Big Lebowski» (1998) am liebsten mit einem Joint, Drinks und ein paar Freunden auf der Bowlingbahn herum. Bridges, der heute das Ruhestandsalter von 65 Jahren erreicht, ist im wirklichen Leben aber anders.

    Er hat gleich mehrere Karrieren. Als Schauspieler mimte er zuletzt in dem Science-Fiction-Drama «Hüter der Erinnerung» einen schnoddrigen Einsiedler. Als Musiker tourt er derzeit mit seiner Band The Abiders an der US-Westküste. Um seinen Geburtstag herum nimmt er allerdings eine Auszeit. Den wird er mit seiner Frau Susan verbringen, teilte die Sprecherin des Schauspielers, Jean Sievers, der Nachrichtenagentur dpa mit.

    Seine Ehe ist nach Hollywoods Maßstäben eine ungewöhnliche Errungenschaft. Seit 37 Jahren ist Bridges mit der Fotografin Susan Geston verheiratet. Sie waren sich bei den Dreharbeiten zu «Rancho Deluxe» im US-Staat Montana begegnet, als Gaston als Dienstmädchen auf einer Ferienranch jobbte. Sie haben drei erwachsene Töchter und auch schon ein Enkelkind. «Was sie dir nicht über das Eheleben sagen, ist, dass es einfach auf jeder Ebene immer besser wird - Gefühle, Sex, Vertrautheit», sagt Bridges in der Septemberausgabe der US-Zeitschrift AARP, die auf ältere Leser zugeschnitten ist.

    Mit dem Älterwerden habe er ein kleines Problem, räumt der Schauspieler in dem Interview ein. Einerseits wolle er noch so viel erleben und erledigen nach dem Motto: «Tue es jetzt, denn bald gibst du den Löffel ab». Doch soll er sich wirklich so viele Aufgaben aufhalsen? «Entspann dich einfach, Mann. Entspann dich», würde ihm seine andere Stimme sagen, erklärt der Star.

    Geduld hat er in seiner langen Hollywoodkarriere mit über 60 Filmen bewiesen. Seine erste Oscar-Nominierung holte Bridges vor über vier Jahrzehnten mit seiner Rolle in dem Kultfilm «Die letzte Vorstellung» von Peter Bogdanovich. Drei weitere Nominierungen folgten 1974 für «Die letzten beißen die Hunde», 1985 für «Starman» und 2001 für «Rufmord - Jenseits der Moral». Erst im fünften Anlauf gewann er 2010 Gold mit seinem Auftritt als abgehalfterter, saufender Country-Sänger in dem Drama «Crazy Hearts».

    Nach dem Oscar-Gewinn sprach er Backstage über seine andere große Leidenschaft. Nun sei er zwar zum besten Schauspieler gekürt worden, doch er wolle vor allem mehr Musik machen, beteuerte Bridges. Ein Jahr später wurde er für seinen Auftritt als versoffener Revolverheld in dem Western «True Grit» wieder für den Oscar nominiert.

    Sein musikalisches Talent zeigte er schon 1989 an der Seite seines Bruders Beau Bridges in «Die fabelhaften Baker Boys» (1989). Als Barmusiker verdreht er einer Sängerin, gespielt von Michelle Pfeiffer, den Kopf. Inzwischen hat er selbst zwei Alben herausgebracht, die Folk-Rock-Sammlung «Be Here Soon» und das Country-Album «Jeff Bridges».

    Der Weg nach Hollywood war Bridges quasi in die Wiege gelegt worden. Seine erste Filmrolle hatte er als Baby in den Armen von Jane Grey in «The Company She Keeps». Das hatte er seinem Vater Lloyd Bridges, einem erfolgreicher Schauspieler, zu verdanken. Er selbst habe aber lange damit gerungen, ob er lieber ins Musik- oder ins Filmgeschäft gehen sollte, verrät Bridges dem AARP-Magazin.

    Wie gut, dass er beides tat. Als Schauspieler entpuppte sich Bridges als Verwandlungskünstler, der fast jedes Genre meistert. In der Militärsatire «Männer, die auf Ziegen starren» glänzt er an der Seite von George Clooney als langhaariger Hippie in Soldatenuniform. In «New York für Anfänger» mimt er einen coolen Altyuppie, in dem Comic-Action-Streifen «Iron Man» wird er zum Gegenspieler des Superhelden. Er gibt auch als US-Präsident («Rufmord - Jenseits der Moral») und als Computergenie («Tron: Legacy») den Ton an.

    In seiner nächsten Rolle als Meister Gregory muss er die Welt retten. Im März kommt das Fantasy-Abenteuer «Seventh Son» mit Julianne Moore als mächtige Hexe und Bridges als Kämpfer gegen das Böse in die deutschen Kinos. Der «Dude» trägt wieder Vollbart und eine lange Mähne, nun aber gänzlich silbergrau.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    MARTERIA deutscher Rapper 32 04.12.1982 Rostock Deutschland
    BANKS, Tyra amerikanisches Model und Schauspielerin 41 04.12.1973 Los Angeles USA
    JAY-Z amerikanischer Rapper 45 04.12.1969 New York USA
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  • 25. November 2014 16:17

    Die Promi-Geburtstage vom 01. Dezember 2014: Bette Midler

    Fast zwei Jahre ist es her, dass die Schauspielerin und Sängerin Bette Midler hierzulande im Kino zu sehen war: In der Komödie «Die Bestimmer» spielte sie neben Billy Chrystal. Jezt hat sie sich mit einem neuen Album im Fifties- und Sixties-Style zurückgemeldet.
    Immer fröhlich und für Scherze zu haben: Bette Midler.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Paul Buck
    Immer fröhlich und für Scherze zu haben: Bette Midler.
     
    © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Paul Buck
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    Unter dem Titel «It's the Girls» sind die neuen Song-Cover gerade in den USA und in Großbritannien erschienen. Der deutsche Markt zieht erst im Januar 2015 nach, und im Frühjahr hat sich die Künstlerin mit dem Hang zu Späßen für Konzerte in den USA, Kanada und Großbritannien angekündigt. Heute wird sie 69.

    Geboren am 1. Dezember 1945 in Honolulu, katapultierte sich die nur 1,55 Meter große Blondine Anfang der 70er Jahre mit der Rockoper «Tommy» und dem Album «The Divine Miss M.» auf die Weltbühne. «It's the Girls» sei ihre 25. Platte, schreibt sie auf ihrer Website.

    Ihr Handwerk lernte sie als Nachtclub-Sängerin mit Auftritten im New Yorker Schwulen-Club «Continental Bath» - mit Barry Manilow am Piano. Seither sammelte sie drei Grammy-Trophäen, drei Emmy-Fernsehpreise, vier Golden Globes, zwei Oscar-Nominierungen, einen Broadway-Tony und viele begehrte Comedy-Preise.

    Vielleicht spielte «Bette» bei dieser Traumkarriere eine Rolle. Von ihrer Mutter nach der großen Hollywooddiva Bette Davis benannt, hatte sie nichts anderes im Sinn, als auf der Bühne zu stehen. Das Geld für den Schauspielunterricht verdiente sich Midler erst als Arbeiterin in einer Ananasfabrik, später in New York als Gogo-Tänzerin.

    Nach Broadway-Auftritten und Erfolgen als Comedy-Star und Sängerin gab Midler mit einer Charakterrolle ihr Leinwand-Debüt. Mit dem Film «The Rose», in dem sie Aufstieg und Ende der Rock- und Blues-Sängerin Janis Joplin darstellte, holte sie sich prompt eine Oscar-Nominierung. Doch Hollywood legte die freche Blondine lieber auf Komödien fest. Durch Hits wie «Zoff in Beverly Hills», «Ruthless People» und «Zwei Mal Zwei» wurde sie in den 80er Jahren zu einer der Top-Verdienerinnen der US-Filmbranche.

    An der Seite von Danny DeVito glänzte sie in «Schnappt Shorty», und mit Diane Keaton und Goldie Hawn als rachsüchtige Ehefrauen im «Club der Teufelinnen». In der skurrilen Horror-Komödie «Die Frauen von Stepford» durfte sie neben braven Ehefrauen als unordentliche Quertreiberin aus der Rolle fallen.

    Im wirklichen Leben ist Midler schon seit 30 Jahren mit dem deutschen Performance-Künstler Martin von Haselberg verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter Sophie hat das Elternhaus längst verlassen.

    Nach über zwei Jahrzehnten in Hollywood lebt Midler seit Mitte der 90er wieder in New York. «Die Erdbeben waren ein Grund», sagte sie nach dem Umzug - «und ich wollte wieder in einer Stadt leben, wo ich über was anderes reden konnte als über Einkommen.» Doch richtig sesshaft ist sie nicht. Im Frühjahr 2008 beispielsweise trat sie im «Caesars Palace» in Las Vegas die Nachfolge von Céline Dion an, zwei Jahre lang 100 Shows pro Jahr. «Das ist eine Chance, viele wunderbare Mädchen mit knappen Kostümen auf die Bühne zu bringen. Ich liebe Federn und Strass und hohe Absätze», schwärmte sie vor dem Showstart.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    SILVERMAN, Sarah Komikerin und Schauspielerin 44 01.12.1970 Bedford USA
    RENNER, Tim Manager, Autor und Politiker 50 01.12.1964 Berlin Deutschland
    BUCK, Detlev Regisseur, Produzent und Schauspieler 52 01.12.1962 Bad Segeberg Deutschland
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  • 24. November 2014 17:05

    Die Promi-Geburtstage vom 29. November 2014: Joel Coen

    Ohne seinen Bruder Ethan kann man sich Joel Coen kaum vorstellen. Drehbuch, Regie und Produktion - die beiden gibt es seit Anfang ihrer Karriere nur im Doppelpack. «The Two-Headed Director» werden sie auch genannt.
    Frances McDormand und Joel Coen. Foto: Claudio Onorati © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Frances McDormand und Joel Coen. Foto: Claudio Onorati
     
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    Jenseits der Leinwand scheinen Joel und Ethan Coen kaum zu existieren. Ganz selten sieht man sie mal auf dem roten Teppich, Twitter und Facebook ist nichts für sie und ihr Privatleben halten die kongenialen Brüder komplett unter Verschluss. Sicher ist: Joel Coen ist mit der Schauspielerin Frances McDormand («Fargo») verheiratet, heute feiert er seinen 60. Geburtstag.

    Schon als Kinder haben Joel und Ethan gemeinsam mit der Kamera gespielt. Ihre ersten professionellen Erfahrungen sammelten die Brüder am Schneidetisch von Horrorfilmen, bevor sie sich als Regisseure, Autoren und Produzenten mit dem Debütfilm «Blood Simple» (1984) auf eigene Beine stellten. Die «Times» und die «Washington Post» kürten dieses Meisterwerk des rabenschwarzen Humors 1985 zu den zehn besten Filmen des Jahres.

    Die surreale Mörderstory «Barton Fink» gewann 1991 die Goldene Palme in Cannes. 1995 kam dann der endgültige Durchbruch mit dem Oscar-Film «Fargo». Nie leuchte Blut so rot im Schnee wie in dieser Entführungs-Groteske, in der die Geschehnisse völlig aus dem Ruder laufen. Frances McDormand, seit 1984 Ehefrau von Joel Coen, wurde für ihre Leistung als schwangere Polizistin mit einem Oscar ausgezeichnet.

    «Wir erschaffen Monster und dann können wir sie nicht mehr kontrollieren», sagte Joel Coen einmal. In der Tat, das filmische Universum der US-Filmemacher ist voller skurriler und schrulliger Gestalten, die man so nur selten auf der Leinwand zu sehen bekommt.

    Die schwangere Polizistin Marge (Frances McDormand), der naive Autor Barton Fink, der kultige Alt-Hippie Dude («The Big Lebowski») - Gestalten für die Ewigkeit. Getoppt wird dieses Sammelsurium nur noch von Javier Bardem als eiskaltem Killer mit furchtbarer Frisur - und einem Druckluft-Rinderschlachtungs-Bolzenschussgerät, mit dem er in «No Country For Old Men» gnadenlos mordet.

    Die Coen-Brüder sind auch wahre Meister des Wortes - ihre Scripts sind voller wunderbarer Sätze: «Dies ist nicht Vietnam, sondern Bowling, da gibt es Regeln» («The Big Lebowski») oder: «Soll ich mich jetzt auf den Rücken legen und mir wie 'ner Hündin den Bauch kraulen lassen?» («Barton Fink»).

    Auf ihr Schreibtalent greifen gerne auch ander Regisseure zurück: Für den neuen Spielberg-Thriller mit Tom Hanks in der Hauptrolle haben Joel und Ethan Coen zusammen mit Matt Charman das Drehbuch geschrieben. Der noch namenlose Film, der während des Kalten Krieges spielt, wird gerade in Berlin und Brandenburg gedreht.

    Auch die Coen sind wieder am Start: Für ihren nächsten Film «Hail, Caesar!» haben sie jede Menge Stars zusammengetrommelt: George Clooney, Josh Brolin, Channing Tatum, Jonah Hill, Scarlett Johansson und Christopher Lambert machen mit.

    Der im Hollywood der 1950er Jahre angesiedelte Film nach wahren Begebenheiten dreht sich um einen Studiomitarbeiter, der den Job hatte, den Ruf von Stars zu schützen und für die Studios Probleme aus der Welt zu schaffen. Die Dreharbeiten sind in Los Angeles bereits angelaufen, 2016 soll der Film in die Kinos kommen.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    MARANO, Laura US-amerikanische Schauspielerin 19 29.11.1995 Los Angeles USA
    FARIS, Anna amerikanische Schauspielerin 38 29.11.1976 Baltimore USA
    HUETTNER, Ralf deutscher Regisseur 60 29.11.1954 München Deutschland
    © dpa-infocom GmbH
  • 24. November 2014 10:42

    Die Promi-Geburtstage vom 25. November 2014: Maarten 't Hart

    Als Biologe hat Maarten 't Hart einst das Verhalten von Fischen und Ratten erforscht. Doch schon in seiner Zeit als Wissenschaftler muss ihn das Verhalten von Menschen weit mehr fasziniert haben. Sonst wäre der Niederländer kaum Schriftsteller geworden.
    Der niederländische Schriftsteller Maarten 't Hart wird 70.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Jörg Carstensen
    Der niederländische Schriftsteller Maarten 't Hart wird 70.
     
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    In diesem Fach hat es 't Hart, der heute (25. November) 70 Jahre alt wird, als Darsteller und Analyst des nur «Allzumenschlichen» zu großer Meisterschaft gebracht - und zu Anerkennung weit über seine Heimat hinaus.   

    Noch längere Zeit nach dem Studium in Leiden blieb der Verhaltensbiologe der Wissenschaft treu. Doch seit 1987 widmete sich Maarten 't Hart als freiberuflicher Autor voll und ganz seiner eigentlichen Liebe. Dabei entstand ein sehr umfangreiches erzählerisches und essayistisches Werk, das in viele Sprachen übersetzt wurde.  

    In seinem heimatlichen Königreich hinter den Deichen wird das Multitalent - 't Hart hatte sich als Kind mit einem Lehrbuch das Klavierspielen selbst beigebracht - von den meisten Kritikern als herausragender Vertreter der niederländischen Gegenwartsliteratur gewürdigt. Manch einer sieht den in Maassluis bei Rotterdam geborenen Autor aber auch als eine Art Nestbeschmutzer - wie sich 't Hart selbst einmal nannte.  

    Das liegt daran, dass diesem Mann nichts heilig zu sein scheint. Jedenfalls nichts, was mit der Bibel, der Kirche oder der menschlichen Freude an mehr oder weniger kleinen Sünden zu tun hat. Nicht zuletzt mit seinem 1998 erschienen autobiografisch angehauchten Bestseller «De vlieger» (auf Deutsch «Der Flieger», 2008) machte sich der Sohn eines streng calvinistischen Totengräbers gnadenlos und mit herrlicher Ironie über die Glaubenskämpfe zwischen Protestanten, Katholiken und Reformierten in den Niederlanden lustig - und erregte damit den Zorn von Klerikern aller Richtungen. 

    Für einen anderen Roman («Der Schneeflockenbaum», 2009) erfand 't Hart einen Universitätsprofessor, der Ehebruch begeht und sich im Rotlichtviertel herumtreibt, aber dennoch sympathisch erscheint. Den Menschen an sich nannte er an einer Stelle das «am meisten verachtenswerte Produkt der Evolution». Begründung: «Nichts ist ihm heilig oder sicher vor ihm, abgesehen von seinen wahnwitzigen Religionen.»

    Kein Wunder, dass der Chef der streng-calvinistischen Partei SGP, Bastiaan van der Vlies, sich weigerte, diesem Autor die Hand zu geben. Dabei übersah er wohl wie andere klerikale Kritiker, dass 't Harts oft spannende und immer mit viel Gespür für anschauliche Details geschriebene Romane eigentlich ein großes Plädoyer für mehr Menschlichkeit und Toleranz sind.

    Den Durchbruch als Romanautor schaffte der Liebhaber klassischer Musik 1978 mit dem später auch verfilmten Roman «Ein Schwarm Regenbrachvögel» (deutsche Ausgabe: 1988). Zu einem der beliebtesten niederländischen Autoren in Deutschland wurde 't Hart spätestens 1997 mit seinem historischen Gesellschaftskrimi «Das Wüten der ganzen Welt». Mit dieser spannenden Geschichte um einen Mord, dessen Motiv bis in die Zeit der deutschen Besetzung der Niederlande zurückreicht, verband der Autor einmal mehr Kritik an religiöser Verbohrtheit und provinzieller Enge. 

    Seinen Landsleuten ist dieses Thema durchaus vertraut. Denn in den Niederlanden gibt es vergleichsweise große Gemeinden mit stockkonservativen Bibelfanatikern. Viele Ausländer aber haben erst durch die Bücher von Maarten 't Hart die Einsicht gewonnen, dass die Niederlande längst nicht überall so liberal und locker sind, wie man es bei Wochenendausflügen ins entspannte Amsterdam erlebt.

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    APPLEGATE, Christina Schauspielerin 43 25.11.1971 Los Angeles USA
    KELLY, Patricia Sängerin 45 25.11.1969 Gamonal Spanien
    PRAUNHEIM, Rosa von Filmregisseur und Autor 72 25.11.1942 Riga Sowjetunion
    © dpa-infocom GmbH
  • 23. November 2014 13:11

    Die Promi-Geburtstage vom 27. November 2014: Peter Lilienthal

    Sich selbst zu loben, das liegt Peter Lilienthal nicht. Blickt der Filmemacher auf seine Karriere zurück, nimmt er das Wort «ungenügend» in den Mund. «Was ich gemacht habe, reicht mir nicht», sagt Lilienthal kurz vor seinem 85. Geburtstag am 27. November.
    Der Regisseur Peter Lilienthal wird 85.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Ursula Düren
    Der Regisseur Peter Lilienthal wird 85.
     
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    Zu viele Ideen blieben in den Jahrzehnten seines Schaffens ungenutzt. Dabei beschreibt sich Lilienthal als «Mensch ohne Ehrgeiz». «Ich habe nie versucht, andere zu überzeugen, sich meine Filme anzuschauen», erzählt er. Auch an seinem Geburtstag findet er nichts Besonderes. «Eigentlich müsste man ja die Mutter feiern, man selbst hat ja gar nichts dafür getan.»

    In den 60er und 70er Jahren gehörte Lilienthal zu den Mitbegründern des Neuen Deutschen Films. Zusammen mit Kollegen wie Wim Wenders und Rainer Werner Fassbinder rebellierte er gegen die «Allmacht der Produzenten und die Fremdbestimmung durch die Filmwirtschaft». In seinen Filmen beschäftigte sich Lilienthal unter anderem mit den Militärdiktaturen in Lateinamerika und später auch mit den Erfahrungen seiner jüdischen Abstammung.

    Seine Themen fand Lilienthal häufig auch in seiner eigenen Lebensgeschichte. Als er zehn Jahre alt war, floh die Familie vor den Nationalsozialisten von Berlin nach Uruguay. Im Hotel seiner Mutter konnte er nach Herzenslust Menschen beobachten. «Mein Interesse gilt den Menschen, die arm sind oder in Unfreiheit leben», erzählt er. Zum Studium kehrte er zurück nach Deutschland. Seine Karriere begann zunächst beim Fernsehen. Es folgten preisgekrönte Filme wie die Trilogie «La Victoria» (1973), «Es herrscht Ruhe im Land» (1976) und «Der Aufstand» (1980).

    Seine Geschichte über einen Vater und seinen geistig behinderten Sohn «Das Schweigen des Dichters» bescherte ihm 1987 ein Filmband in Gold. Für seine Filmporträts von Menschen, die Widerstand gegen politische Herrschaftssysteme leisten, erhielt Lilienthal vor zwei Jahren die Carl-von-Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte.

    Auch mit Facebook und Twitter kennt sich Lilienthal aus - obwohl er die sozialen Netzwerke für albern hält. «Ich kann mir keine 10 000 Freunde leisten», sagt er. Der Regisseur konzentriert sich lieber auf einen kleineren Freundeskreis. «Denen schreibe ich dann eine Mail oder besuche sie.» Trotzdem mache ihm das Internet großen Spaß. «Zur Avantgarde gehöre ich da aber nicht», sagt er.

    Gerne würde er noch einen Film in Uruguay drehen, sagt Lilienthal. Das Land, in dem er aufgewachsen ist, hat ihn schon häufig auf Ideen für seine Filme gebracht. «Die Kinder des Admirals» soll der neue Film heißen. «Ich will die Geschichte von einem Enkel und seinem Großpapa erzählen, die beide spielsüchtig sind», erzählt der Regisseur. Einen Produzenten hat Lilienthal noch nicht gefunden und bisher sei er auch bei keinem Fernsehsender auf Interesse gestoßen. «Gut möglich, dass daraus nichts mehr wird», sagt er. «Jetzt genieße ich erst einmal vergnügt den Herbst.»

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    SKINNER, Mike Musiker und Rapper 36 27.11.1978 London Großbritannien
    LANGTON, Brooke Schauspielerin 44 27.11.1970 Arizona USA
    SANDER, Jil Modeschöpferin und Unternehmerin 71 27.11.1943 Wesselburen Deutschland
    © dpa-infocom GmbH
  • 21. November 2014 09:46

    Die Promi-Geburtstage vom 28. November 2014: Rita Mae Brown

    Tiere sind Rita Mae Brown lieber als Menschen. «Tiere haben keinen Filter zwischen sich und der Realität», sagte die US-Autorin einmal dem «Forbes»-Magazin. «Menschen täuschen sich ständig selbst.»
    Bestseller-Autorin Rita Mae Brown wird 70.  © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Katja Lenz
    Bestseller-Autorin Rita Mae Brown wird 70.
     
    © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH / Katja Lenz
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    Brown war kämpferische Ikone der Feministen-Bewegung, löste mit ihrem Roman «Rubinroter Dschungel» und seinen explizit lesbischen Szenen in den 70er Jahren einen Skandal aus und sorgte für einige Jahre als Frau an der Seite des Tennis-Stars Martina Navratilova für Boulevard-Schlagzeilen.

    Aber all das ist Vergangenheit. Heute wird die Schriftstellerin 70 Jahre alt und lebt inzwischen zurückgezogen mit zahlreichen Hunden und Katzen auf einem Bauernhof im US-Bundesstaat Virginia, jagt Füchse - aber tötet sie dabei nicht - und veröffentlicht einen Katzen-Roman nach dem anderen. Die Krimis mit Titeln wie «Mausetot», «Vier Mäuse und ein Todesfall», «Die kluge Katze baut vor», «Rache auf leisen Pfoten» oder «Die Weihnachtskatze» verkaufen sich auch in Deutschland gut.

    Geboren wurde Brown 1944 in Pennsylvania. Sie studierte in Florida und New York und engagierte sich stark für Frieden, Menschenrechte und in der Frauenbewegung. In den frühen 70er Jahren schrieb sie zunächst Gedichte, dann Romane.

    «Rubinroter Dschungel» wollte erst niemand drucken, erinnerte sich Brown später in einem Interview des «Time»-Magazins. «Irgendwann hat mir dann endlich eine winzige Firma namens «Daughters Press» 1000 Dollar gegeben und das Buch veröffentlicht. Es gab keine Besprechung, keine Werbung und nur eine Taschenbuchausgabe. Dann ist es aber explodiert und sie konnten mit der Nachfrage gar nicht mithalten.» Das Buch sorgte mit seinen expliziten Schilderungen lesbischer Liebe damals für einen Skandal und verkaufte sich schließlich mehr als eine Million Mal.

    Ende der 70er Jahre machte Brown wieder Schlagzeilen, diesmal als Partnerin an der Seite von Tennis-Star Martina Navratilova. Aber die Beziehung endete im Streit und Brown verarbeitet ihre Gefühle in dem Roman «Die Tennisspielerin».

    Heute gibt sich die Schriftstellerin weitaus weniger kämpferisch. «Das lustige ist, dass ich gar nicht an homosexuell und heterosexuell glaube. Wirklich nicht. Ich glaube, dass wir alle irgendwie bisexuell sind.» An die Homo-Ehe glaube sie schon gar nicht. «Ich verstehe noch nicht einmal, warum heterosexuelle Menschen heiraten wollen, so holt man sich doch nur die Regierung in sein Schlafzimmer. Aber das ist schon ok. Es scheint ein grundlegendes menschliches Bedürfnis zu sein, das ich nicht teile.»

    Ändern würde sie an ihrem Leben im Rückblick aber auch nichts, da ist sich Brown sicher. «Dann wäre ich nicht, wer ich heute bin. Ich und der Kampf waren eins. Ich werde ins Grab gehen können und wissen, dass ich mich nicht unterkriegen lassen habe.»

    NAME BERUF ALTER GEBURTSDATUM GEBURTSORT GEBURTSLAND
    SCHÜLE, Emilia deutsche Schauspielerin 22 28.11.1992 Blagoweschtschensk Russland
    WINSTEAD, Mary Elizabeth amerikanische Schauspielerin 30 28.11.1984 Rocky Mount USA
    NELSON, Judd amerikanischer Schauspieler 55 28.11.1959 Portland USA
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Die Promi-Geburtstage vom 21. Dezember 2014: Gottfried Böttger
Genau 40 Jahre lang begleitete er als Pianist die TV-Talkshow «3 nach 9» - kurz vor seinem 65. Geburtstag zog er jüngst den Schlussstrich darunter. «Jetzt geht es woanders weiter», sagt Gottfried Böttger, der an diesem Sonntag (21. Dezember) seinen Ehrentag hat. 
http://www.arcor.de/content/unterhaltung/people/geburtstage/3019423,1,Die-Promi-Geburtstage-vom-21.-Dezember-2014%3A%C2%A0Gottfried-B%C3%B6ttger,content.html
http://www.arcor.de/iimages/gimages/2iTCsuUsVaa1HyhHZn6yKz7E6iK4jJSwQL3DNm0O+jU=.jpg
 
<b>  Tatort: Der Maulwurf</b><br/>So. 21.12. / 20.15 / Das Erste<br/><br/>

Dem Gefängnisinsassen Timo Lemke wird erlaubt, an der Beerdigung seines Vaters teilzunehmen. Lemke wurde wegen Totschlags und Menschenhandels zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Obwohl der ehemalige Rotlichtkönig zwar kurz vor der Entlassung steht, nutzt er aber die Chance zur Flucht - und erschießt dabei einen Polizisten.
 © MDR/Andreas WünschirsTatort: Der Maulwurf
Dem Gefängnisinsassen Timo Lemke wird erlaubt, an der Beerdigung seines Vaters teilzunehmen. Lemke wurde wegen Totschlags und Menschenhandels zu ...  mehr
 
 
 
 
 
 
 
 

Zitatecheck: Wer hat's gesagt?

 
"Ich will einfach nur normal sein. Ich will Anonymität."
 
 
 
 
 

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