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  • 30. April 2016 00:01

    Leute Promi-Geburtstag vom 30. April 2016: König Carl Gustaf

    Schicksalsschläge, Rotlicht-Vorwürfe, Kinderglück: Wenn Schwedens König Carl XVI. Gustaf am Samstag (30. April) runden Geburtstag feiert, blickt er auf 70 bewegte Jahre zurück.
    Königin Silvia und König Carl Gustaf 2010 in Stockholm. Foto: Carsten Rehder © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Königin Silvia und König Carl Gustaf 2010 in Stockholm. Foto: Carsten Rehder
     
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    Auch wenn viele seiner Landsleute sich immer noch wünschen, dass seine Tochter Victoria ihm so schnell wie möglich auf den Thron folgt, haben sie sich nach turbulenten Jahrzehnten mit ihrem Monarchen ausgesöhnt. Carl Gustafs Leben in Stichpunkten:

    VERLIEBT IN EINE DEUTSCHE: Es ist nicht so, dass Schweden nicht viele schöne Frauen hätte. Keine von ihnen hat den jungen schwedischen König Carl XVI. Gustaf aber so umgehauen wie die deutsche Olympia-Hostess Silvia Sommerlath. In München lernen sich die beiden 1972 kennen, vier Jahre später wird geheiratet. Das macht die Monarchie nicht nur auf einen Schlag wieder in Schweden, sondern auch in Deutschland beliebt. Die Geburten der drei Kinder Victoria, Carl Philip und Madeleine bringen dem Paar noch mehr Sympathiepunkte ein.

    ROTLICHT-GERÜCHTE: Ein derber Rückschlag ereilt die beiden 2011, als dem König eine Affäre und Kontakte ins Rotlichtmilieu nachgesagt werden. Im Jahr davor ist die Biografie «Der widerwillige Monarch» erschienen, in der von Herrenabenden und bezahlten jungen Frauen die Rede ist. Schlagzeilen macht auch, dass ein enger Freund von Carl Gustaf versucht haben soll, einem Nachtclubbetreiber verfängliche Fotos vom König abzukaufen. Der Monarch schweigt erst lange und streitet dann alles ab. Während Zeitungen seine Abdankung fordern, stellt sich ein angebliches Beweisfoto als plumpe Fälschung heraus.

    HANDICAP: Auch dass Carl Gustaf in der Öffentlichkeit früher schüchtern auftrat und heute manchmal überheblich wirkt, kommt bei den Schweden nicht immer gut an. Es könnte aber mit einer Schwäche zu tun haben, die er vermutlich an seine Kinder Kronprinzessin Victoria und Prinz Carl Philip vererbt hat: Dyslexie. Wie sehr die Probleme mit dem Lesen, Schreiben und der Sprache ihnen zu schaffen gemacht haben, haben beide Königskinder sehr offen erzählt. Die Angst, bei öffentlichen Auftritten nicht die richtigen Worte zu finden, von der Carl Philip berichtet hat, könnte auch sein Vater verspürt haben.

    DAS LIEBE VIEH: Wäre er nicht König geworden, hätte Carl Gustaf wohl die Landwirtschaft zu seinem Beruf gemacht. Seit rund 50 Jahren ist er Pächter des Guts Stenhammar, auf dem ökologische Landwirtschaft betrieben wird. So oft er kann, ist er selbst in der schwedischen Natur unterwegs. Der König begeistert sich nicht nur für Landmaschinen und das liebe Vieh, sondern ist auch Ehren-Pfadfinder.

    PLANSCHEN IN DER BADEWANNE: Meidet der König der Umwelt zuliebe. Seine alten Schlossgemäuer klimafreundlicher zu machen, ist ansonsten nicht immer ganz einfach. Inzwischen erleuchten aber LED-Lampen des Königs Zuhause, und auf dem Dach will Carl Gustaf Solarzellen anbringen, wenn die Behörden zustimmen. Die Umwelt liegt dem König so am Herzen, dass er Vorsitzender des WWF in Schweden ist.

    FÜNFFACH-OPA: Fünf Enkelkinder hat der König bereits - das jüngste, der Sohn von Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia, ist gerade einmal ein paar Tage alt. Die Töchter Victoria und Madeleine haben jeweils schon zwei Kinder. Als Babysitter muss das Königspaar trotz der vielen Enkel aber nicht oft einspringen. Dazu fehlt ihm schlicht die Zeit, sagt Carl Gustaf in einem «Aftonbladet»-Interview anlässlich seines Geburtstags: «Wir sind ja ziemlich beschäftigt.»

    RENTENALTER: Das hat Carl Gustaf längst überschritten, aber der Ruhestand vom Königsein kommt für den Monarchen nicht infrage. Er kennt auch kaum etwas anderes: Nach dem Tod seines Großvaters - der Vater war gestorben, als Carl Gustaf noch ein Kleinkind war - übernahm er schon mit 27 Jahren den Thron. Da war er noch nicht einmal verheiratet. Seine Tochter Victoria soll so lange wie möglich ein unbeschwerteres Familienglück genießen, meint der Papa. «Ich hoffe, dass sie soviel wie möglich Mutter sein und sich um ihre Familie kümmern kann», sagt er im Interview in «Svenska Dagbladet». Solange er gesund und bei Kräften sei, wolle er weitermachen.

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  • 29. April 2016 00:01

    Musik Promi-Geburtstag vom 29. April 2016: Zubin Mehta

    Zubin Mehta ist heute in vielen Ländern der Welt zu Hause - in den USA, wo er meistens wohnt, in Indien, wo er geboren wurde, in Israel, wo er eine «Liebesbeziehung» mit dem Israel Philharmonic Orchestra eingegangen ist - und in Deutschland, wo er jahrelang Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München war.
    Zubin Mehta sollte eigentlich Mediziner werden. Foto: Atef Safadi © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Zubin Mehta sollte eigentlich Mediziner werden. Foto: Atef Safadi
     
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    Mehta ist Kosmopolit - und jettet auch mit nun bald 80 Jahren noch immer um die Welt. Immer im Dienste der Musik. «Musik ist für mich Liebe», sagte er vor kurzem in Tel Aviv, wo er drei Konzerte des Israelischen Philharmonieorchesters dirigierte. Anlass des Konzertes: Sein 80. Geburtstag am 29. April. «Das ist es auch, was mich am Laufen hält», sagte er über die Musik. «Ich bin aufgewachsen mit der Sprache, die Musik heißt. Es ist mein ganzes Leben.» Vielleicht kann er auch dank der Musik heute sagen: «Ich fühle mich überhaupt nicht wie 80.»

    Ursprünglich hätte er beinahe einen ganz anderen Weg eingeschlagen: Seine Familie wollte ihn zu einer Mediziner-Karriere drängen. «Meine Familie war gegen die Künstlerlaufbahn, und in Indien sucht die Familie die Berufe für die Kinder aus», erinnerte er sich einmal. «Ich sagte zu meinem Vater: 'Schau, wenn ihr wollt, studiere ich Medizin, aber es wird mir nicht gefallen. Ich muss Musiker werden.'»

    Für Orchester auf der ganzen Welt ist es ein Glück, dass er sich durchgesetzt hat. Kaum jemand ist bei so vielen Orchestern Ehrendirigent wie er. Ein Grund: Er verlangt seinen Musikern zwar stets alles - und vor allem Präzision - ab, aber er bleibt freundschaftlich dabei.

    Die kanadische Cellistin Amanda Forsyth sagt: «Er liest Deine Gedanken, bevor Du Deine Phrase spielst.» Ein Blick von ihm reiche, um sich inspiriert zu fühlen. «Er ist so poetisch mit seinen Armen, dass Du Dich wohlfühlst», schwärmt sie. «Es ist einfach schön bei Zubin. Selbst ohne Musik könnte ich einfach seine Hände beobachten.»

    Weil Forsyth nicht als einzige so begeistert von ihm ist, feiert Mehta seinen Geburtstag mit Orchestern in Tel Aviv, Mumbai, Florenz, München und Wien. Nach Wien wird auch seine ganze Familie kommen, wie er in Tel Aviv sagte: «Kinder, Enkel, mein Bruder.»

    Wien ist so etwas wie die Wiege seines musikalischen Erfolges, denn dort begann seine steile Karriere mit einer harten Ausbildung. Dort studierte er unter Anleitung seines strengen Lehrers Hans Swarowsky.

    Die Jahre in Österreich prägten ihn und brachten ihm neben Mahler und Bruckner auch Schönberg näher. Mehta wurde in Montréal und Los Angeles engagiert, bald schon dirigierte er - gerade einmal Mitte 20 - Orchester von Weltrang wie die Berliner und die Wiener Philharmoniker. Er stand bei den Salzburger Festspielen, an der New Yorker Met und an der Mailänder Scala am Pult. Sein Opern-Debüt gab er 1963 in Montréal mit Puccinis «Tosca».

    Mehta war von 1978 bis 1991 Chefdirigent des New York Philharmonic Orchestra und von 1998 bis 2006 Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper München. Allein mit dem Israel Philharmonic Orchestra hat der charmante Maestro mehr als 3000 Konzerte überall auf der Welt gegeben. Den Musikern stand er sowohl im Sechstagekrieg 1967 als auch im Golfkrieg 1991 zur Seite.

    Nachdem er im Herbst 1981 wegen zwei Wagner-Aufführungen in Tel Aviv heftig angegriffen worden war, ernannte ihn das Orchester zum Musikdirektor auf Lebenszeit. «Es ist meine Familie, es ist mein Zuhause», sagte Mehta.

    Auch wenn er sich immer politisch engagiert und geäußert hat - die Verantwortung für Krisen wie den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern liegt seiner Ansicht nach heute in der Hand der jungen Leute. «Ich denke, wir sollten es den jungen Menschen überlassen, das zu lösen», sagte Mehta in Tel Aviv. «Sie sollten heute damit anfangen.» Wenn beide Seiten Frieden wollten, könne es morgen Frieden geben. «Die Politik steht im Weg.»

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  • 28. April 2016 00:01

    Leute Promi-Geburtstag vom 28. April 2016: Penélope Cruz

    Dieses Jahr konnte das Publikum die Hollywood-Schönheit Penélope Cruz bereits in zwei Komödien erleben: in «Zoolander 2» ebenso wie in «Der Spion und sein Bruder». Für 2017 kündigt der Filmdienst «Imdb» zudem das Biopic «Escobar» an, in dem Cruz neben ihrem Ehemann Javier Bardem besetzt ist.
    Penélope Cruz wird 42. Foto: Warren Toda © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
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    ««Mutter zu sein, hat mein Leben völlig geändert», sagte sie einmal der spanischen Zeitung «El País». «Pé», wie sie in Spanien kurz genannt wird, hatte im Januar 2011 einen Sohn und im Juli 2013 eine Tochter zur Welt gebracht. Nach Ansicht von Filmemacher Pedro Almodóvar, der mehrere Filme mit ihr gedreht hatte, hat die Oscar-Preisträgerin in ihrer Karriere die beste Zeit noch vor sich. «Ich habe Penélope immer als eine Mutter gesehen», sagte der Kultregisseur. «Sie ist dazu berufen, das Cliché des spanischen Kinos aus der Welt zu schaffen, wonach Mütter nicht schön sind.»

    Penélope Cruz, die heute 42 wird, gehört zusammen mit ihrem Mann Javier Bardem (47) und Antonio Banderas (55) zu den international bekanntesten spanischen Filmstars. Sie wuchs in der Madrider Vorstadt Alcobendas in bescheidenen Verhältnissen auf und wusste früh, dass sie Schauspielerin werden wollte. Mit 15 Jahren brach sie die Schule ab, nachdem sie sich in einem Talentwettbewerb gegen 300 Konkurrentinnen durchgesetzt hatte.

    Im Alter von 17 Jahren avancierte sie mit ihrer Rolle im Film «Jamón, Jamón» (Lust auf Fleisch), in dem sie neben ihrem späteren Gatten Bardem auftrat, zum Sexsymbol. Der Durchbruch gelang ihr mit der Rolle einer schwangeren, aidskranken Nonne im Almodóvar-Film «Alles über meine Mutter» (1999). Der Erfolg ebnete ihr den Weg nach Hollywood. Dort machte sie zunächst jedoch vor allem wegen ihrer Romanzen mit Tom Cruise (43) oder Matthew McConaughey (46) Schlagzeilen. Ihre ersten Filme in den USA waren keine großen Blockbuster.

    Dagegen begeisterte Cruz die Kritiker mit ihrer Rolle im Almodóvar-Film «Volver» (Zurückkehren, 2006). Die Liebeskommödie «Vicky Cristina Barcelona» von Woody Allen brachte ihr 2009 als erster spanischer Schauspielerin einen Oscar in der Kategorie «Beste Nebendarstellerin» ein. Dabei war der Film in der spanischen Kritik völlig verrissen worden. Almodóvar bezeichnete den Streifen als den schlechtesten Film Allens.

    Bei den Dreharbeiten traf Cruz auch wieder auf ihren Kollegen und Oscar-Preisträger Bardem. Das Paar heiratete 2010, ließ sich in Los Angeles nieder und schirmte sein Privatleben von der Öffentlichkeit ab. Die Geburt ihres Sohnes Leonardo gaben die beiden Hollywood-Stars erst mehrere Tage später in einer knappen Erklärung bekannt.

    Dann zog es die junge Familie wieder nach Madrid. Dort kam im Sommer 2013 die Tochter Luna geboren. «Ich habe tolle Erinnerungen an Los Angeles», sagte Cruz. «Aber leben möchte ich dort nicht», sagte die brünette Hispano-Schönheit, die das US-Magazin «Esquire» 2014 zur «Sexiest Woman Alve» kürte.

    Doch attestierte Schönheit und Sexiness ist für Cruz nicht alles. Die Oscar-Preisträgerin rät jungen Frauen deshalb, gelassener auf Bemerkungen über ihr Aussehen zu reagieren. «Zu bestimmen, welches Alter, welche Körperform oder welchen Look den Maßstab für Schönheit festlegt, ist ein Unding», sagte sie vor kurzem der Zeitschrift «Cosmopolitan». «Wir Menschen sind doch so viel mehr.» Sie freut daher sehr, dass eine frische Brise Feminismus im Filmbusiness weht. «Ich halte es für sehr mutig, dass Jennifer Lawrence die Gehaltsdebatte aufgebracht hat. Gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen, ist sehr respektabel.»

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  • 27. April 2016 00:01

    Leute Promi-Geburtstag vom 27. April 2016: Sally Hawkins

    Der drollige Bär «Paddington» (2014) eroberte die Kinoleinwand - und Golden-Globe-Gewinnerin Sally Hawkins war dabei. 2014 tauchte auch Godzilla 60 Jahre nach seiner ersten Sichtung wieder auf - Sally Hawkins schaute zu.
    Sally Hawkins wird 40. Foto: Hannah Mckay © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Sally Hawkins wird 40. Foto: Hannah Mckay
     
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    Als der erste Frauenstreik Englands verfilmt wurde, ist Sally Hawkins in «We Want Sex» die Anführerin. Und als Woody Allen für sein Drama «Blue Jasmine» eine Nebendarstellerin suchte, engagierte er Sally Hawkins, die für ihre Rolle eine Oscar-Nominierung bekam.

    Keine Frage, die phänomenale Sally Hawkins ist eine der wandelbarsten Schauspielerinnen ihrer Generation. Heute feiert die Britin ihren 40. Geburtstag.

    Den Meisten dürfte die Schauspielerin vor allem aber durch den Mike-Leigh-Film «Happy-Go-Lucky» (2008) in Erinnerung sein, der ihr einen Golden Globe einbrachte. Leighs turbulente Farce bedeutete den ganz großen Durchbruch: Knallbunt gekleidet, immer gut gelaunt und unverzagt repräsentierte sie als Poppy eine Ausnahmefigur inmitten postmoderner depressiver und pessimistischer Großstädter.

    Danach hätte Hawkins eine große Hollywood-Karriere starten können. Man habe ihr zahlreiche Thriller à la Bruce Willis angeboten, was sie aber dankbar ablehnte. «Das war das Letzte, was ich machen wollte», sagte sie dem «Telegraph». Stattdessen drehte sie lieber Filme wie «An Education» an der Seite von Carey Mulligan, «Wüstenblume» oder eben «We Want Sex», eine fesselnde Geschichte um den ersten Frauenstreik Englands.

    Eng verbunden mit Sally Hawkins' Karriere ist der Regisseur Mike Leigh, mit dem die Britin nicht nur «Happy-Go-Lucky» drehte. «Ich habe mich der Aufgabe verschrieben, außergewöhnliche Filme über das gewöhnliche Leben zu machen», meint Leigh, in dessen Filme Hawkins so gut passt.

    Ihre Zusammenarbeit begann mit «All Or Nothing» (2002), einem Sozialdrama über das trostlose Leben einer Londoner Familie, gefolgt von dem Abtreibungsdrama «Vera Drake», das 2004 den «Goldenen Löwen» in Venedig gewann.

    Für Action-Thriller ist diese großartige Schauspielerin in der Tat nicht gemacht, die in «Godzilla» auch nur eine kleine Nebenrolle spielte. Auch mit Glamour kann sie nichts anfangen. «Ich liebe die Gartenarbeit und ich liebe Pflanzen. Es ist mir sehr wichtig, in der Natur zu sein», meint Sally Hawkins über ihr Leben abseits der Kameras.

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  • 26. April 2016 00:01

    Leute Promi-Geburtstag vom 26. April 2016: Channing Tatum

    Muskelbepackte Hünen mit einem perfekt definierten Body - die Hunks haben Hollywood erobert. Chris Hemsworth ist so ein Typ - und auch Channing Tatum, der heute seinen 36. Geburtstag feiert.
    Ein cooler Typ: Channing Tatum wird 36. Foto: Jens Kalaene © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Ein cooler Typ: Channing Tatum wird 36. Foto: Jens Kalaene
     
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    Seinen Körper weiß Channing Tatum, der früher als Model und Tänzer gearbeitet hat, gekonnt in Szene zu setzen - vor allem in den Stripper-Filmen «Magic Mike» und «Magic Mike XXL». Die Musik ist heiß, das T-Shirt hochgeschoben und die Hüfte wird lasziv geschwungen - wenn Charming Channing die Hüllen fallen lässt, ist das Gekreische groß.

    Channing Tatum, der 2012 «Sexiest Man Alive» war, sieht den ganzen Rummel aber ganz gelassen: «Ich renne nicht ständig durch die Gegend und denke: 'Mann, bin ich toll!'», sagte er der »Gala». «Das läuft anders. Jeder Mensch fühlt sich doch erst dann wirklich sexy, wenn er von jemandem begehrt wird.» Und da gibt es nur die Eine: «Ich fühle mich sexy, weil meine Frau mich sexy findet.» «

    Bei den Dreharbeiten zu dem Tanzfilm «Step Up» (2006) lernte er Jenna Lee Dewan kennen - die beiden sind seit 2009 verheiratet und inzwischen Eltern einer kleinen Tochter. Gemeinsam plant das Schauspieler-Paar gerade eine TV-Show, bei er es um das Tanzen geht.

    Der in einem kleinen Ort in Alabama geborenen US-Schauspieler hat eine ganze Menge auf dem Kasten. Langsam aber stetig hat er sich in den unterschiedlichsten Rollen in den letzten zehn Jahren ganz nach oben gespielt.

    In der Nicholas-Sparks-Schmonzette «Das Leuchten der Stille», die von Lasse Hallström inszeniert wurde, zeigt Channing Tatum an der Seite von Amanda Seyfried seine sensitive Seite, in «G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra» (2009) und «White House Down» (2013) ist er der ganz harte Kerl und zusammen mit Jonah Hill ist er in «21 Jump Street» (2012) und «22 Jump Street» (2014) der «funny guy».

    Inzwischen arbeitet Channing Tatum mit den angesehensten Regisseuren zusammen. Quentin Tarantino engagierte ihn für seinen Wineter-Western «The Hateful 8», und als steppender Film-Matrose war er in der Hollywood-Satire «Hail, Caesar!» der Coen-Brüder zu sehen. Der Film «Foxcatcher», in dem er den Olympiasieger im Ringen spielt, war für fünf Oscars nominiert.

    Keine Frage, der Mann hat ein Händchen für gute Filme. Der Lohn: Bei den People's Choice Awards wurde Tatum Anfang des Jahres zum beliebtesten Schauspieler gewählt.

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  • 25. April 2016 00:01

    Kunst Promi-Geburtstag vom 25. April 2016: Markus Lüpertz

    Nadelstreifen, schwarze Krawatte, Ohrring, grauer Spitzbart, dicker Klunker am Finger und ein Gehstock mit silbernem Totenkopf - der Auftritt von Markus Lüpertz ist immer groß.
    Störfaktor Kunst - Markus Lüpertz wird 75. Foto: Roland Weihrauch © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Störfaktor Kunst - Markus Lüpertz wird 75. Foto: Roland Weihrauch
     
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    Der «Malerfürst» wird Lüpertz seit Jahren genannt, doch erst kürzlich verriet er, dass er diese Bezeichnung «widerlich» finde: «Quatsch, an welchem Hof denn?»

    Nicht nur der exzentrische Auftritt des Malers und Bildhauers ist für manchen eine Provokation. Auch Lüpertz' Skulpturen im öffentlichen Raum sind für viele ein Störfaktor. Lüpertz weiß sich selbst und seine Kunst zu inszenieren. Schick und Schock - er kann beides. Heute wird der 1941 in Böhmen geborene Künstler 75 Jahre alt.

    Eitelkeit ist dem langjährigen Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie nicht abzusprechen. Er habe einen «Hang zu guten Klamotten», sagte Lüpertz kürzlich bei einer Ausstellungseröffnung in Duisburg. An die 50 Gehstöcke mit Silberknauf besitze er wohl. Neben Gerhard Richter, Sigmar Polke, Georg Baselitz und Anselm Kiefer wird Lüpertz von namhaften Kuratoren zu den «Big Five» der deutschen zeitgenössischen Kunst gezählt.

    Künstlerisch hat Lüpertz in jüngster Zeit vor allem mit umstrittenen Skulpturen wie der armamputierten und knetartigen Beethoven-Statue in Bonn Proteste ausgelöst. Dem gängigen Schönheitsideal entsprechen auch weder sein 23 Tonnen schwerer und 18 Meter hoher einarmiger Gelsenkirchener Herkules mit blauen Haaren und roten Lippen noch der morbide «Mozart» in Salzburg. In Augsburg waren die üppigen Rundungen der Brunnenfigur «Aphrodite» zu viel für die Bürger - sie verhinderten die Aufstellung. Und der trotzig auf dicken Beinchen im Karlsruher Bundesgerichtshof stehende «Bundesadler» ist alles andere als ein ehrwürdiges Staatssymbol.

    Als «Rache am Banalen» wird Lüpertz' Kunst auch beschrieben. Seinen Erfolg schmälern die beständigen Kritiker-Attacken nicht. Bis ins Kanzleramt schaffte es seine 2,50 Meter hohe dralle «Philosophin» mit den unförmigen Gliedmaßen. Der mit Lüpertz befreundete Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte sie in Auftrag gegeben.

    Überhaupt haben es Großformate dem Künstler angetan, dessen kraftvolle gegenständliche Malerei häufig als «neo-expressiv» bezeichnet wird. Wuchtig und expressiv ist seine Handschrift auch in der Malerei. 15 Meter lang ist seine frühe «Lüpolis»-Arbeit von 1977. «Westwall» kommt auf 12 Meter - die verfremdeten Rauten des abstrakten Großwerks erinnern an das einstige Nazi-Bollwerk aus Panzersperren, aber irgendwie auch an «Toblerone»-Schokolade.

    Lüpertz ist aber nicht nur ein Maler. Er schreibt auch Gedichte und spielt am Klavier in einer Jazz-Band. Als «Allround-Künstler» mit einer «unerschütterlichen Energie» bezeichnet ihn Kurator Götz Adriani. Das Malen aber steht für Lüpertz an erster Stelle: «Ich mache alles was ich mache aus der Sicht des Malers - auch das Schreiben.» Malen sei für ihn «wie Luft holen», sagt Lüpertz. Mehrere Ateliers hat er, unter anderem in Karlsruhe, Teltow (Brandenburg) und Florenz. Doch Kunst zu machen ist für ihn auch «wie ein Fluch». Die Unzufriedenheit mit seiner Arbeit treibe ihn immer wieder zum nächsten Bild. «Ich jage als Künstler dem Ideal hinterher.»

    Lüpertz' Karriere begann allerdings ziemlich holprig. Nach der Flucht der Familie 1948 ins Rheinland scheiterte eine Lehre des jungen Lüpertz als Maler für Weinflaschenetiketten angeblich an mangelndem Talent. Als 17-Jähriger flüchtete er nach eigenen Angaben aus der Fremdenlegion. Nach einem Jahr Maloche unter Tage in einer Kohlenzeche studierte er bis 1961 an der Düsseldorfer Akademie. Allerdings nur ein Semester, räumt Lüpertz im dpa-Gespräch ein. Dann sei er exmatrikuliert worden - «wegen einer Schlägerei», brummt er.

    Seitdem arbeitete Lüpertz als freischaffender Künstler. Eine Genugtuung dürfte für ihn der Ruf als Rektor an die renommierte Düsseldorfer Akademie im Jahr 1988 gewesen sein. Fast 20 Jahre leitete Lüpertz die Kunsthochschule. Als Rektor war er gefürchtet.

    Mit den Anfeindungen seiner Kritiker geht Lüpertz gelassen um. «Natürlich will jeder geliebt werden. Und wenn sie das nicht tun, hab ich Pech gehabt.» Es gebe viele Leute, die ihn ablehnen, aber auch viele, die in mögen. «Insofern: Was soll's? Man kann es nicht jedem Recht machen.» Auf den Geniekult, den er seit Jahren um sich betreibt, möchte Lüpertz allerdings jetzt nicht mehr angesprochen werden. «Hören Sie doch auf damit.»

    Das Altern? Ja, das macht Lüpertz schon etwas aus. «Ich kann mir das nicht vorstellen, alt zu werden», sagt er. Er habe auch Angst vor dem Tod. «Das Leben macht mir einen Riesenspaß.» Was er unbedingt noch machen möchte? «Das nächste Bild malen. Ich bin ja noch nicht da, wo ich bin. Deswegen brauche ich noch ein paar Jahre.»

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  • 24. April 2016 00:01

    Leute Promi-Geburtstag vom 24. April 2016: Kelly Clarkson

    Sie lässt ihren Gefühlen auch in der Öffentlichkeit freien Lauf: Kelly Clarkson weint vor Rührung, als sie vergangenen Sommer dem Publikum verrät, dass ihr zweites Kind unterwegs ist; auch bei ihrem Auftritt während der letzen Ausgabe der US-Casting-Show «American Idol» diesen Februar fließen reichlich Tränen.
    Die US-amerikanische Sängerin Kelly Clarkson wird 34 und kann auf etliche Erfolge zurückblicken. Foto: Win Mcnamee © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Die US-amerikanische Sängerin Kelly Clarkson wird 34 und kann auf etliche Erfolge zurückblicken. Foto: Win Mcnamee
     
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    «Unser kleiner Junge ist da», gibt die US-Sängerin zwei Tage nach der Geburt ihres Sohnes via Kurznachrichtendienst Twitter bekannt. «Remington Alexander Blackstock kam am 12. April 16 zur Welt & er ist gesund & wir könnten nicht glücklicher und verliebter sein», verrät Clarkson weiter in ihrem Tweet. Heute wird sie 34.

    Die inzwischen zweifache Mutter ist 2002 als Beste aus der ersten Staffel von «American Idol» hergegangen und kurz darauf weit über Nordamerika hinaus bekannt geworden. Mit ihrer Debüt-Single «A Moment Like This» (2002) und dem nachgeschobenen Longplayer «Thankful» (2003) landet sie jeweils an der Spitze der «Billboard»-Charts, mit dem Song «Since You Be Gone» erreicht sie 2004 die Top Ten auch in mehreren europäischen Ländern, mit «My Life Would Suck Without You» reklamiert sie 2009 ihren ersten Nummer-eins-Hit parallel in den USA sowie in Großbritannien für sich.

    Auch 2015 steht für die Grammy-Gewinnerin unter einem guten Stern, mögen ihre Single-Verkäufe auch seit Jahren rückläufig sein. Mit ihrem bisher letzten Album, «Piece By Piece», landet sie zumindest zum dritten Mal zu Hause in den USA ganz oben in der Bestsellerliste.

    Seit sie vor 14 Jahren ihre Karriere begonnen hat, konnte die gebürtige Texanerin in zweistelliger Millionenhöhe Platten verkaufen. Nebenher hat sie eine eigene Familie gegründet: Im Herbst 2013 heiratet sie den Sohn ihres Managers, Brandon Blackstock (39), der zwei Kinder aus einer vorherigen Beziehung mit in die Ehe bringt. Im Juni 2014 wird die erste gemeinsame Kind des Paares geboren, ein Mädchen namens River Rose.

    Ob Clarkson sich in Zukunft aus dem Musikbusiness zurückziehen wird, um sich mehr ihrem Privatleben widmen zu können, bleibt offen.

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  • 23. April 2016 00:01

    Leute Promi-Geburtstag vom 23. April 2016: Gigi Hadid

    Sängerin Taylor Swift hat viele berühmte Freundinnen - zum Inner Circle der BFF (Best Friends Forever) gehört auch Gigi Hadid, die heute 21 Jahre alt wird. Das Model hatte sogar als Leder-Lady einen Auftritt in Swifts Video zu ihrem Song «Bad Blood».
    Gigi Hadid zeigt eine Kreation von Versace bei der Mailänder Modewoche. Foto: Daniel Dal Zennaro © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Gigi Hadid zeigt eine Kreation von Versace bei der Mailänder Modewoche. Foto: Daniel Dal Zennaro
     
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    Ein anderes Video sorgte allerdings für mehr Furore: Gigi Hadids Auftritt in Zayns Clip zu seinem Nummer-Eins-Hit «Pillowtalk» war durch die Knutscherei der beiden ein Aufreger - und wurde inzwischen über 300 Millionen Mal bei YouTube angeklickt.

    Mutmaßungen über eine Beziehung der beiden machten die Runde. Und wurden bestätigt: Der Ex-Boygroup-Sänger (One Direction) und das Model sind laut «Vogue» schon seit Herbst 2015 ein Paar. Inzwischen gibt es auch schon Verlobungsgerüchte. Vor allem nach der Modestrecke für das Magazin «Vogue», für die sich die beiden gerade ganz verliebt von Star-Fotograf Mario Testino ablichten ließen.

    Gigi Hadid, die eigentlich Jelena Noura Hadid heißt und in Los Angeles geboren wurde, stammt aus einem äußerst wohlhabenden Elternhaus. Sie ist die Tochter des ehemaligen niederländischen Models Yolanda Foster und des millionenschweren Immobilien-Moguls Mohamed Hadid, einem gebürtigen Palästinenser. Ihre Eltern haben sich zwar 2000 getrennt, sind aber noch immer befreundet.

    Innerhalb weniger Jahre ist Gigi Hadid zum Top-Model aufgestiegen. Auf einen «Engel»-Einsatz bei der Fashion-Show von «Victoria Secret's» musste sie allerdings warten. 2014 wurde sie noch abgelehnt, angeblich weil sie zu kurvig sei, munkelte man. 2015 aber klappte es schließlich mit dem Ritterschlag.

    Wenn Gigi Hadid nicht auf den Laufstegen dieser Welt zu sehen ist oder für berühmte Magazine («Elle», «Vogue» oder «Sports Illustrated») vor der Kamera steht, trifft man sie im Fitnesscenter - beim Boxen. Das «hilft enorm, Stress abzubauen. Es geht mir dabei aber überhaupt nicht darum, jemanden ins Gesicht zu hauen. Früher bin ich viel geritten und habe Volleyball gespielt. Seit ich in New York lebe, gehe ich zwar ins Fitnessstudio, Gewichte heben macht mir jedoch keinen Spaß. Sport muss mich auch geistig fordern - das ist beim Boxen inklusive», sagte sie im Interview der «Vogue».

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  • 22. April 2016 00:01

    Film Promi-Geburtstag von 22. April 2016: John Waters

    John Waters arbeitet auch im Alter hart daran, kein bequemer Langweiler zu sein. Jeden Tag denke er darüber nach, wie man mit 70 Jahren noch «bad», also irgendwie cool und ein bisschen frech sein könne, erzählte der Kult-Regisseur im vergangenen Jahr im Live-Stream «HuffPost Live». Waters, der am Freitag (22. April) seinen 70. Geburtstag feiert, muss sich keine Sorgen machen.
    Regisseur John Waters wird 70. Foto: Michael Nelson © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Regisseur John Waters wird 70. Foto: Michael Nelson
     
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    Der Star mit dem hauchdünnen Oberlippenbärtchen, der so exzentrisch aussieht wie viele seiner Charaktere in den schrägen Streifen «Pink Flamingos», «Polyester» und «Cry-Baby», ist immer noch jemand, der provoziert, schockiert und unterhält. Etwa als Anhalter, der von seiner Heimatstadt Baltimore quer durch die USA nach San Francisco reist. Mit Schildern wie «Midlife-Krise» und «Ich bin kein Psycho» stellte sich der Endsechziger an den Straßenrand, trampte los und hielt seine Abenteuer in dem Buch «Carsick» fest.

    Kurz vor seinem 70. Geburtstag postete der notorische Tabubrecher ein kurzes Video mit einer politischen Botschaft. Darin setzt er sich für die Wahl des schwarzen Bürgerrechtsaktivisten DeRay Mckesson zum Bürgermeister von Baltimore ein. Das sei jemand, der radikaler sei, der «mit wütend erhobener Faust» auftrete, sagte Waters begeistert. «Und außerdem mag ich seinen Modegeschmack», bekannte der Künstler in dem Video.

    1946 wurde John Samuel Waters Jr. in Baltimore im US-Staat Maryland geboren. Schon als Kind sei er anders gewesen, erzählte Waters 2009 der Deutschen Presse-Agentur, voll des Lobes für seine Eltern. «Als ich klein war, hat mich meine Mutter zu Schrottplätzen gebracht, weil ich von Unfällen und Blut besessen war. Sie haben nicht gewusst, was sie mit mir machen sollen. Aber sie haben das Richtige gemacht und mich ermuntert. Sie haben nicht versucht, mich zu ändern. Ich habe eine tolle Familie. Vermutlich bin ich auch deshalb nicht in der Irrenanstalt gelandet.»

    In den 1960er Jahren experimentierte er mit Underground-Kurzfilmen. Mit dem Transvestiten Divine, den er aus Schulzeiten kannte, drehte er 1972 den schrillen Schocker «Pink Flamingos». Die berüchtigte Szene, in der Divine Hundekot verspeist, trug dazu bei, dass Waters als «Trash-Papst» gefeiert wurde. Mit «Female Trouble» und «Desperate Living» war die Trash-Trilogie 1977 komplett.

    Nachdem er sich 1981 in der Gesellschaftssatire «Polyester» über
    das amerikanische Vorstadtleben lustig gemacht hatte, prangerte der
    schwule Filmemacher mit dem Filmmusical «Hairspray» 1988 auf sarkastische Weise Rassismus und Diskriminierung an. Divine übernahm die Rolle der schwergewichtigen Edna Turnblad, die ihrer ebenfalls dicken Tochter Tracy vergeblich erklärt, dass man als Pummelchen bei Tanz-Shows keine Chance hat.

    Mit Divines Tod kurz nach der «Hairspray»-Premiere 1988 war für
    Waters die Ära der wüsten Travestie-Comedys beendet. In «Cry-Baby»
    (1990) ließ er zwei Jugendgangs im Baltimore der 1950er Jahre
    aufeinander los, der junge Johnny Depp spielte den rebellischen
    Rocker Cry-Baby. In der Satire «Serial Mom - Warum lässt Mama das
    Morden nicht?» (1994) machte Waters aus Kathleen Turner eine
    perfekte Hausfrau, Mutter und Mörderin. In der bissigen Satire
    «Pecker» (1998) attackierte Waters mit gehässigen Seitenhieben die
    blasierte New Yorker Kunstszene.

    Für Waters ist das Filmemachen nach eigenem Bekunden ein Stück
    Therapie. «Ich habe gelernt, wie ich ein glücklicher Neurotiker sein kann. Aber wenn ich meine Filme nicht gehabt hätte, und keinen Kanal für all die asozialen Dinge - ich weiß nicht, was passiert wäre».

    Waters macht One-Man-Shows, schreibt Bücher, fotografiert und tritt gelegentlich als Schauspieler auf. Er mischt auch in der Kunstszene mit, zuletzt als Kurator einer seit Mitte April laufenden Ausstellung in San Francisco, für die er zwölf Künstler aussuchte. Die Objekte sind ganz nach seinem Geschmack. Es geht um Haushaltskram wie dreckige Spiegel, Klopapierrollen, Plastiktüten. Er hoffe, die Zuschauer «zu verärgern und zu amüsieren», erzählte Waters vorab der «New York Times». Das sei schon immer seine «liebste Art der Kunst» gewesen.

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  • 21. April 2016 00:01

    Film Promi-Geburtstag vom 21. April 2016: Xaver Schwarzenberger

    Xaver Schwarzenberger gilt als einer der besten und vielseitigsten Kameramänner im deutschsprachigen Raum. Auch als Regisseur machte er sich einen Namen. Im Laufe seiner langen Karriere arbeitete er mit nahezu allen Größen der Branche zusammen und schuf mit seiner ganz eigenen Technik Filmklassiker.
    Von «Alpensaga» bis «Otto»: Xaver Schwarzenberger wird 70. Foto: Andreas Gebert © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Von «Alpensaga» bis «Otto»: Xaver Schwarzenberger wird 70. Foto: Andreas Gebert
     
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    Die Kamera sollte aktiv am Geschehen teilhaben, nicht nur beobachten. Seine ausgeprägte Bildsprache konnte Dialoge ersetzen. Heute feiert der gebürtige Wiener seinen 70. Geburtstag. Wie er seinen Ehrentag begehen wird, wollte er nicht preisgeben.

    Nach einer Lehre bei einem Fotografen zog es Schwarzenberger schon bald zu bewegten Bildern. Seine Kameraführung trug dazu bei, dass Werke wie die «Alpensaga», die mehrteilige Verfilmung von Alfred Döblins «Berlin Alexanderplatz», oder «Außenseiter» mit Jean-Paul Belmondo Fernsehfilm-Geschichte geschrieben haben.

    Zentral wurde die Begegnung mit dem Filmemacher Rainer Werner Fassbinder, der Schwarzenberger Ende der 1970er-Jahre in sein Team holte. Es entstanden viel beachtete Arbeiten wie «Lili Marleen» oder «Die Sehnsucht der Veronika Voss», die ihm die erste Auszeichnung mit dem Deutschen Kamerapreis eintrug. Den erhielt er insgesamt dreimal, Schwarzenberger wurde 2004 «Ehrenkameramann» und erhielt neben Festivalpreisen auch den Grimme-Preis.

    Auch als Regisseur erhielt er Lob: Bereits mit seinem Debüt, das Drama «Der stille Ozean», feierte er 1982 einen Erfolg. Seither führte er bei mehr als 40 Filmen Regie, wie etwa bei «Margarete Steiff» oder einer Neuverfilmung von «Sisi».

    Komödien wie «Otto - Der Film», Loriots «Ödipussi» oder Helmut Dietls «Schtonk» trugen seine Handschrift. Wenig Glück hatte er mit dem Film «Edelweiß», in dem Konstantin Wecker mitwirkte. Kritiker zerrissen die gewollte Vergangenheitsbewältigung. In seinem Gesamtwerk jedoch gelingt es Schwarzenberger wie wenigen Kollegen, Kritik und Publikum zu begeistern.

    Sein Privatleben ist ihm offensichtlich heilig. Interviews gibt es praktisch nicht, auch Society-Auftritte meidet er. 2007 trennte sich der Regisseur nach mehr als 30 Ehejahren von seiner Frau, einer Drehbuchautorin. Mit ihr hat er zwei Töchter. Seither lebt Schwarzenberger mit der deutschen Filmproduzentin Susanne Porsche zusammen.

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  • 20. April 2016 00:01

    Film Promi-Geburtstag vom 20. April 2016: Ryan O'Neal

    Die «Love Story» verfolgt Ryan O'Neal bis ins Rentenalter. Kurz vor seinem 75. Geburtstag am 20. April steht der ergraute Schauspieler mit der nun ebenfalls silberhaarigen Ali MacGraw (77) auf der Bühne.
    Ryan O'Neal wird 75. Foto: Paul Buck © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Ryan O'Neal wird 75. Foto: Paul Buck
     
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    Hollywoods früheres Traumpaar aus der Liebesschnulze «Love Story» tourt mit dem Theaterstück «Love Letters» quer durch die USA. In O'Neal's Geburtstagsmonat steht Detroit auf dem Programm.

    Sie spielen alternde Freunde, die sich über 50 Jahre hinweg Briefe und Karten schrieben und über Liebe und Freundschaft resümieren. Beide Schauspieler stehen beruflich längst nicht mehr im Rampenlicht, doch als «Love Letter»-Paar 46 Jahre nach «Love Story» feiern sie nun ein kleines Comeback. 

    Privat waren sie nie ein richtiges Paar, doch ihre «Love Story»-Beziehung in dem Melodrama von 1970 ist unvergesslich. Millionen Menschen heulten im Kino, als der reiche Harvard-Student Oliver Barrett die schöne, aber arme Jenny Cavalleri gegen den Willen seines Vaters heiratet, sie aber am Ende an den Krebs verliert. Der Kinohit brachte O'Neal eine Oscar-Nominierung und unzählige Fans ein.

    Mit der Screwball-Komödie «Is' was, Doc?» an der Seite von Barbra Streisand ging O'Neals kurzer Höhenflug weiter. In «Paper Moon» (1973) glänzte er als Trickbetrüger, der sich mit einem kleinen Mädchen, gespielt von seiner Tochter Tatum, während der großen Depression durchschlägt. Stanley Kubrick holte ihn zwei Jahre später für die Gesellschaftssatire «Barry Lyndon» vor die Kamera.

    Dann verblasste der Glanz des blonden Stars der 70er Jahre. Doch mit Familiendramen und einem turbulenten Liebesleben brachte es O'Neal immer wieder in die Schlagzeilen. Mit Farrah Fawcett, dem blonden «Drei Engel für Charlie»-Star, verbrachte O'Neal 17 Jahre mit Liebesbekenntnissen, Trennungen und einem filmreifen Heiratsantrag kurz vor Fawcetts Krebs-Tod im Juni 2009.

    «Ich habe erneut um ihre Hand angehalten und sie hat «Ja» gesagt», erzählte O'Neal damals in einem Interview des US-Senders ABC. «Ich habe sie all die Jahre immer wieder gefragt, aber am Ende war es mehr ein Witz», räumte O'Neal ein. Aber jetzt meine er es absolut ernst. Zu einer Hochzeit am Krankenbett kam es nicht mehr, Fawcett lag schon im Sterben.

    In ihrem Testament bedachte Fawcett ihren langjährigen Lebensgefährten aber nicht. Ihr gemeinsamer Sohn Redmond (31) erhielt das Millionenerbe. Der Promi-Sohn kämpft seit seinen Teenager-Jahren mit Drogen- und Alkoholproblemen, hinter Gitter und in Entziehungsanstalten.

    Auch mit seinen anderen Kindern hat der zweimal geschiedene vierfache Vater immer wieder Zoff. Seine Tochter Tatum (52) packte 2004 in ihrer Autobiografie über ihre frühere Heroinsucht aus. Als Zehnjährige hatte sie für ihre Rolle in «Paper Moon» an der Seite ihres Vaters den Oscar als beste Nebendarstellerin erhalten. In einem Interview des Senders ABC sprach die Schauspielerin 2011 über eine jahrelange Funkstille mit ihrem Vater. Erst jetzt komme man sich wieder näher.

    O'Neal macht aus seinen schwierigen Beziehungen keinen Hehl. «Sie ist eine der wenigen Frauen, die noch mit mir spricht», flachste der Schauspieler im vergangenen Jahr vor dem Tourneeauftakt von «Love Letters» über seine Bühnenpartnerin Ali MacGraw. Dem Branchenblatt «Hollywood Reporter» zufolge gestand er auch, MacGraw all die Jahre geliebt zu haben.

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  • 19. April 2016 00:01

    Medien Promi-Geburtstag vom 19. April 2016: Oliver Welke

    Oliver Welke ist in Deutschland eine etwas ungewöhnliche Erscheinung. Viele Entertainer, Schauspieler und Musiker beklagen ja für gewöhnlich, dass das «Schubladendenken» in der Bundesrepublik ganz besonders ausgeprägt sei - jeder solle hier seine feste Rolle und keine andere haben. Für Oliver Welke scheint das nicht zu gelten, denn er hat mindestens zwei.
    Oliver Welke wird 50. Foto: Rainer Jensen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Oliver Welke wird 50. Foto: Rainer Jensen
     
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    Die Leute mögen ihn als seriösen Fußballmoderator, aber auch als bissigen Quatschmacher in der ZDF-Satire-Sendung «heute-show». Heute wird er 50 Jahre alt und man kann fragen, wie er das geschafft hat.

    Interviewanfragen zu seinem Geburtstag lässt er höflich absagen, das sei zu viel Privates. Daher muss man sich zunächst auf die biografischen Fakten verlassen. Welkes Karriere beginnt im Grunde beim Radio. Schon da fällt er als begabter Komiker, Autor und Sprecher auf - deutschlandweit bekannt wird er aber wohl erst als Sportmoderator bei der Sat.1-Fußballshow «ran». 2003 wird ihm die Ehre zuteil, den altehrwürdigen Rudi Carrell bei «7 Tage - 7 Köpfe» (RTL) zu beerben. Es folgen Edgar-Wallace-Parodien fürs Kino («Der Wixxer», «Neues vom Wixxer») und immer wieder Fußball.

    Seine Paraderolle im lustigen Fach findet er allerdings erst 2009. Inspiriert von der amerikanischen «Daily Show» mit Starkomiker Jon Stewart etabliert er als Anchorman die «heute-show» im ZDF, die danach Preis um Preis einheimst und bis heute läuft. Mit Oliver Kahn moderiert er im Fußball die Champions League.

    Wenn man Welke bei der Arbeit zuschaut - einmal im Stadion, einmal bei der «heute-show» - fallen schon Unterschiede auf. Fußball präsentiert er locker, aber nicht spöttisch. Welke sagte selbst mal in einem «Tagesspiegel»-Interview, dass Fußball und Witzigkeit eine «Gratwanderung» seien. Man müsse sich in Erinnerung rufen, dass nach einem Spiel womöglich Millionen «ins Kissen beißen», weil ihr Verein verloren hat. Da könnten Scherze deplatziert sein. «Ein bisschen gesunder Menschenverstand kann da nicht schaden. Ich gehe ja auch nicht auf eine Beerdigung und sage «Herzlichen Glückwunsch».»

    Gesunden Menschenverstand unterstellt man Welke ohne große Zweifel. Das trägt wohl dazu bei, dass man ihm den stetigen Rollenwechsel abkauft. Aus dieser Position lassen sich bei der «heute-show» - in Kombination mit gut geschriebenen Texten - leicht abstruse politische Diskussionsverläufe offenlegen. Sein alter Weggefährte Dietmar Wischmeyer sagt dazu: «Intelligenz und Neugier sind für eine Fernsehkarriere normalerweise eine schwere Last. Olli Welke hat ohne sie abzustreifen trotzdem eine hingelegt.»

    Welke selbst kokettiert dabei mit seiner unverfänglichen Langweiligkeit, auch das ist ein Faktor beim Rollentausch. Geboren in Bielefeld, aufgewachsen in Gütersloh, schon bei Sat.1 «zu alt und zu spießig», um mit Fußballspielern um die Häuser zu ziehen. Er zog sogar von Berlin in das als betulich verschriene Bonn («Ich bin in Gütersloh aufgewachsen, dagegen ist Bonn wie Manhattan»).

    Zu guter Letzt ist anzumerken, dass Welke ungewöhnlich oft auf sein Äußeres angesprochen wird, zum Beispiel auf seine dünnen Haare oder sein Gesicht, das kein klassisches «Fernsehgesicht» sei, wie im Fachmagazin «Journalist» festgestellt wurde. In dem Interview wurde er sogar gefragt, ob sein «suboptimales Aussehen» sein eigentlicher Vorteil sei. Er verströme eine «gewisse Harmlosigkeit».

    Welke pariert derartige Fragen gekonnt. Er weiß, dass auch das zu seinem Erfolg beigetragen hat, etwa als «Fake-Anchor». Es gehe nicht um Attraktivität sagte er. «Sondern um dieses Pseudoseriöse, was man mir zubilligt, weil ich als Sportjournalist seit 15 Jahren ernsthafte Ansagen mache.»

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  • 18. April 2016 00:01

    Leute Promi-Geburtstag vom 18. April 2016: Rosie Huntington-Whiteley

    Von Trennung war über die Jahre immer mal wieder die Rede, nun aber hat es doch geklappt: Rosie Huntington-Whiteley und Jason Statham (48) werden heiraten, ein Datum steht allerdings noch nicht fest.
    Rosie Huntington-Whiteley und Jason Statham sind verlobt. Foto: Nina Prommer © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Rosie Huntington-Whiteley und Jason Statham sind verlobt. Foto: Nina Prommer
     
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    Das Model und der Action-Star: ein schönes Paar. Anfang Januar wurde bekannt, dass die beiden sich nach fünf gemeinsamen Jahren verlobt hätten. «Wir sind beste Freunde. Er bringt mich jeden Tag zum Lachen. Ich fühle mich fast so, als hätte ich noch nie zuvor einen richtigen Partner gehabt», schwärmte Huntington-Whiteley, die heute 29 Jahre alt wird, im letzten Jahr in einem Interview mit dem US-Magazin «Self».

    Berühmt wurde die immer wieder als äußerst sympathisch und natürlich beschriebene Britin als «Engel» des Unterwäsche-Labels «Victoria's Secret». 2003 wurde sie als Model entdeckt, drei Jahre später debütierte sie bereits bei «Victoria's Secret», 2011 endete ihre Engel-Karriere. Glänzend im Geschäft ist das Model gleichwohl.

    Fleißig postetet sie Fotos auf Instagram, um ihre Fan-Gemeinde über ihr Tun auf dem Laufenden zu halten. Zuletzt hatte sie ein Foto-Shooting mit ihrer Kollegin Lily Aldrige. Beide wurden als griechische Göttinnen abgelichtet.

    Auch als Designerin ist Rosie Huntington-Whiteley bereits seit einigen Jahren gut im Geschäft. 2012 startete sie mit «Rosie for Autograph» ihre eigene Lingerie-Serie. Inzwischen wurde die Produktpalette um Sportkleidung, Parfüm, Nachtwäsche und Make-up erweitert.

    Und damit keine Langeweile aufkommt - Rosie Huntington-Whiteley drängt es auch ins Filmgeschäft. Nachdem sich Megan Fox mit einigen unrühmlichen Bemerkungen über «Transformers»-Regisseur Micahel Bay ins Aus geschossen hatte, schlug Rosies große Stunde, die für die geschasste Schauspielerin in «Transformers 3 - Die dunkle Seite des Mondes» (2011) einsprang.

    Auch wenn sich Rosie Huntington-Whiteley nach dem Action-Kracher etwas Zeit gelassen hat - die Kritiken über ihre Schauspielleistung waren damals etwas durchwachsen -, verfolgt sie ihre Filmkarriere weiter. Zuletzt war sie in George Millers Highspeed-Apokalypse «Mad Max: Fury Road» an der Seite von Tom Hardy, Charlize Theron und Nicholas Hoult zu sehen.

    Da ist es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Rosie Huntington-Whiteley in einem gemeinsamen Film mit ihrem Verlobten Jason Statham (»Fast & Furious 7») zu sehen sein wird. Der 48-Jährige verdient mit Filmen der härteren Gangart seine Brötchen verdient. Das würde doch passen.

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  • 17. April 2016 00:01

    Film Promi-Geburtstag vom 17. April 2016: Hilmar Thate

    Er gilt als «Alleskönner» unter den großen Charakterschauspielern. Hilmar Thate war der aufmüpfige Landwirt «Daniel Druskat» mit Manfred Krug als Film-Gegenspieler. Er brillierte als «Mephisto» und feierte als «Richard III.» einen seiner größten Bühnentriumphe.
    In Fassbinders «Die Sehnsucht der Veronika Voss» spielte Hilmar Thate (vorn) den jungen Sportreporter Robert Krohn. Heute wird er 85. Foto: Istvan Bajzat © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    In Fassbinders «Die Sehnsucht der Veronika Voss» spielte Hilmar Thate (vorn) den jungen Sportreporter Robert Krohn. Heute wird er 85. Foto: Istvan Bajzat
     
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    Im wiedervereinigten Deutschland gewinnt Thate als «Der König von St. Pauli» ein großes Fernsehpublikum. Das Angebot, «Tatort»-Kommissar zu werden, lehnt er dagegen ab.

    Heute, am 17. April, feiert Thate seinen 85. Geburtstag. Vor knapp zwei Wochen ist Thates Frau, die «Paul und Paula»-Schauspielerin Angelica Domröse, 75 Jahre alt geworden. Seit 40 Jahren sind die die beiden verheiratet. Sie werden als glamourösestes «DDR-Film-Traumpaar» verehrt. In den vergangenen Jahren ist es allerdings still um die zurückgezogen in Berlin lebenden Schauspieler geworden.

    Ob Shakespeare'scher König, halbseidene Rotlicht-Größe oder Vorsitzender einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft in der DDR - Thates Bandbreite als Schauspieler ist legendär. Nach außen eher ruppige Charaktere mit großer emotionaler Tiefe sind die Spezialität des Darstellers, der immer wieder auch «der Widerborstige» genannt wird.

    Für Rainer Werner Fassbinder stand er für das Drama «Die Sehnsucht der Veronika Voss» vor der Kamera, das 1982 den Goldenen Bären der Berlinale gewann. In Volker Schlöndorffs «Der neunte Tag» (2004) spielte Thate den Bischof Philippe. In nur wenigen, ganz zurückgenommen Auftritten gelingt es dem Schauspieler mit seinem feinen Spiel, die ganze Not eines Gottesmanns im Banne des deutschen Faschismus zu reflektieren.

    Sein Debüt gab der 1931 in Dölau geborene und in Halle an der Saale ausgebildete Schauspieler bereits 1949 am Theater in Cottbus. Schon drei Jahre später spielte er erstmals in Ost-Berlin - rasch wurde er einer der gefeiertsten Bühnenstars der DDR. «Ich bin ein Kriegskind, nicht verwöhnt und hatte Glück», meinte der Schauspieler einmal.

    Von 1959 bis 1970 war Thate am Berliner Ensemble, danach bis 1980 am Deutschen Theater Berlin. Parallel zu seiner Theaterarbeit stand der charismatische Künstler regelmäßig vor der Kamera. Es entstanden Kinofilme wie «Das Lied der Matrosen» (1959), «Der geteilte Himmel» (1964) und «Wahlverwandtschaften» (1974). Mit TV-Filmen wie dem Mehrteiler «Daniel Druskat» (1976) wird Thate zum Publikumsliebling.

    Dann schob das DDR-Regime das Paar Thate/Domröse aufs künstlerische Abstellgleis. Grund war die spektakuläre Protesterklärung von zahlreichen DDR-Künstlern gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann 1976, die auch die beiden unterzeichnet hatten. «Ich bereue im Nachhinein nicht eine Sekunde, diese Unterschrift geleistet und nicht zurückgenommen zu haben», sagte Thate einmal. Doch der Druck wurde zu groß. Das Ehepaar stellte einen Ausreiseantrag und siedelte 1980 in den Westen über.

    Dort finden Thate und Domröse eine neue Heimat am West-Berliner Schillertheater und am Schlossparktheater, wo sie in «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?» auf der Bühne stehen. Beiden gelingt es, in der Bundesrepublik beruflich schnell Fuß zu fassen. Die Hauptrolle in Peter Zadeks Sensationserfolg «Jeder stirbt für sich allein» (1980) und sein packender Auftritt in Fassbinders «Die Sehnsucht der Veronika Voss» sichern Thate erneut einen unangefochtenen Star-Status.

    Thate arbeitete mit Regiegrößen wie George Tabori und Ingmar Bergman zusammen. Zuletzt war Thate in dem Kinofilm «Hitlerkante» (2005) zu sehen. Darin spielt er einen regimekritischen Komponisten, der sich in eine glühende Hitler-Verehrerin verliebt.

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  • 16. April 2016 00:01

    Leute Promi-Geburtstag vom 16. April 2016: Ellen Barkin

    Im Februar geriet Ellen Barkin wieder einmal in den Schlagzeilen. Nein, kein neuer Mann, den Paparazzi neben ihr gesichtet hatten. Die Schauspielerin soll sich vielmehr mittags in einer Drehpause am Set dermaßen verschluckt haben, dass sie in Ohnmacht fiel und ins Krankenhaus kam.
    Ellen Barkin wird 62. Foto: Jason Szenes © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Ellen Barkin wird 62. Foto: Jason Szenes
     
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    Nur einen Tag nach dem Vorfall berichteten verschiedene US-Medien: Entwarnung. Barkin habe wieder ans Set zurückkehren können, um die neue Fernsehserie «Animal Kingdom» für den US-Kabelsender TNT vor der Kamera zu stehen. Sie spielt darin die verruchte Matriarchin einer dysfunktionalen Familie, die ständig mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Heute ist Barkins 62. Geburtstag.

    Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass Barkin in einer Serie zu sehen sein wird. Als ihr Stern auf der großen Leinwand Mitte der 90er Jahre zu sinken begann, ging er dafür im Fernsehen, später im Theater auf. Für ihre Darstellung einer Alkoholikerin im preisgekrönten TV-Drama «Wie ein Vogel ohne Flügel» (im Original: «Before Women had Wings») beispielsweise wurde sie 1997 mit einem Emmy ausgezeichnet, für die einer Aids-Ärztin im Broadway-Stück «The Normal Heart» mit einem Tony Award.

    Der Durchbruch war für sie mit 30 gekommen. Da hatte die gebürtige New Yorkerin, die sich selbst bis heute als «Bronx Girl» bezeichnet, eine langjährige Schauspielausbildung hinter sich und konnte mit einer kleinen Rolle in Barry Levinsons Komödie «American Diner» (1982) erstmals in Hollywood von sich reden machen. In den Folgejahren wurde sie immer wieder beim Film engagiert. Doch der ganz große, der internationale Erfolg kam für sie erst mit «The Big Easy - Der große Leichtsinn» (1986): Als zunächst strenge, bald aber verführerische Staatsanwältin Anne Osbourne erliegt ein korrupter Cop (Dennis Quaid) dem erotischen Charme seiner blonden Gegenspielerin.

    Sie hat sich nicht auf einen Figuren-Typ festlegen lassen, meist aber gibt sie die unabhängig-starke Frau. Sie konnte Morde begehen, Verbrechen aufklären, die Femme fatale geben, aber auch für Lacher sorgen. Zu ihren Filmpartnern gehörten über die Jahre unter anderem Stars wie Mickey Rourke (in «Sea of Love - Melodie des Todes», 1989), Jack Nicholson (in «Trouble Man - Auf den Hund gekommen», 1992), Robert De Niro und Leonardo DiCaprio (in «This Boy's Life», 1993) oder Jeff Bridges (in «Wild Bill», 1995).

    Privat kam sie Ende der 80er Jahre mit ihrem irischen Kollegen Gabriel Byrne zusammen, den sie bei Dreharbeiten zum Thriller «Siesta» kennengelernt hatte. Das Paar, das sich 1999 nach elf Jahren Ehe wieder scheiden ließ, hat zwei inzwischen erwachsene Kinder. Das zweite Mal gab Birkin dann im Jahr 2000 dem schwerreichen US-Unternehmer Ronald O. Perelman das Jawort, dem sie auf einer Oscar-Party begegnet war. Allerdings hatten die beiden keinen Bund fürs Leben geschlossen, wie sich nach sechs gemeinsamen Jahren 2006 herausstellte.

    Die Scheidung wurde zu einer unappetitlichen Schlammschlacht, die die Boulevardpresse in vollen Zügen auskostete. Barkin soll am Ende eine Abfindung in zweistelliger Millionenhöhe von ihrem Ex-Mann bekommen und den Schmuck, den er ihr einst geschenkt hatte, über das Auktionshaus Christie's für weitere 20 Millionen Dollar verkauft haben.

    Ob es gegenwärtig einen neuen Mann an ihrer Seite gibt, bleibt ihr Geheimnis.

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  • 15. April 2016 00:01

    Musik Promi-Geburtstag vom 15. April 2016: Samantha Fox

    Niemand verkörpert wie sie diese vergangene Epoche von Schulterpolstern, blonder Mähne und Synthie-Pop: Samantha Fox, der Inbegriff des Seite-drei-Girls der Boulevardzeitung «The Sun».
    Samantha Fox wird 50. Foto: Jakub Kaczmarczyk © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Samantha Fox wird 50. Foto: Jakub Kaczmarczyk
     
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    Geboren im Londoner Arbeiterviertel East End und aufgewachsen zwischen den Gemüse- und Klamottenhändlern in Chapel Market, sehnte sie sich vor allem nach Ruhm. Und der kam schnell. Zwar machte sie nur den zweiten Platz beim Modelwettbewerb, aber ein «Sun»-Fotograf entdeckte sie auf dem Nachhauseweg. Samantha Fox wurde mit 17 das jüngste Seite-drei-Girl und das einzige mit einem Vier-Jahres-Vertrag.

    Klar war sie vor allem für ihre Oberweite von 91 Zentimetern bekannt, aber was wirklich bei ihren Fans ankam, war, dass sie nett und gewöhnlich wirkte - im besten Sinne. An diesem Freitag (15. April) feiert Samantha Fox ihren 50. Geburtstag.

    Die Oben-ohne-Mädels auf Seite drei sind das Markenzeichen der «Sun», und viele machen auf dem roten Teppich Karriere. Samantha Fox wird der Briten liebstes Nacktmodell. In den 80er Jahren werden nur zwei Damen so häufig fotografiert wie sie: die Handtaschen schwingende Margaret Thatcher und die frühere Kindergärtnerin Lady Di. Als Fox sich 1986 von ihren Millionen Fans mit einem letzten Seite-drei-Auftritt verabschiedet, berichtet sogar die deutsche Presse darüber.

    Da hatte sie schon ihren ersten Erfolg mit der Single «Touch Me (I want to feel your body)». Das Produzenten-Trio Stock Aitken Waterman - bekannt für Disco-Pop vom Fließband und Künstler wie Bananarama, Rick Astley, Kylie Minogue - nimmt sie unter die Fittiche. Ihre vier Alben und Hits wie «Nothing's Gonna Stop Me Now» besetzen die Spitzenplätze der Charts in 15 Ländern. Insgesamt verkauft sie über 30 Millionen Platten weltweit.

    Fox versucht, ihre Popularität auch als Moderatorin im Musikfernsehen und in Sitcoms in klingende Münze zu verwandeln, aber scheitert eher. Legendär ist ihr Auftritt im Jahr 1989 bei den Brit Awards, dem renommiertesten britischen Preis für Popmusik. Sie moderiert die Preisverleihung zusammen mit dem alternden Fleetwood-Mac-Schlagzeuger Mick Fleetwood. Er: 196 Zentimeter lang, plus Hut. Sie: 154 Zentimeter kurz, mit pink-blonder Mähne.

    Beide Stars sind unerfahren im Moderieren von Live-Sendungen, vergessen ihre Texte, der Teleprompter fällt aus, und die beiden sind zu geschockt, um zu improvisieren. Sie kündigen falsche Gäste an, Tina Turner, Annie Lennox, Sade und Boy George kommen nacheinander auf die Bühne. Es ist ein so großes Fiasko, dass die Brit Awards ab dann 18 Jahre lang voraufgezeichnet werden. Und damit war es auch mit dem Blondinen-Bonus für die Sexbombe vorbei. «Ich habe damals wirklich nur auf den Zeitpunkt gewartet, ab dem meine Liebesaffäre mit der britischen Presse endet, und das waren die Brit Awards!», sagt Samantha Fox später in der Rückschau.

    Während sie ihre Karriere auf Männerfantasien aufbaut, ist sie schon als Teenager mehr an Frauen interessiert: «Meine erste Liebe war Lindsay Wagner, die Sieben-Millionen-Dollar-Frau, und ich liebte Julie Andrews in The Sound of Music» verrät sie der britischen Wochenzeitschrift «TNT». Aber erst mit 26 akzeptiert sie schließlich, dass sie lesbisch ist.

    «Ich war ziemlich verwirrt, wirklich», bekennt sie in der Sonntagszeitung «The Observer» 2003. «Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Sex-Symbol und haben diese Gefühle!» Am Anfang habe sie natürlich Angst gehabt, ihre männlichen Fans zu verschrecken. «Ich hatte Stalker in der Vergangenheit. Deshalb denkt man, oh Gott, ich möchte niemanden verärgern, ich behalte es für mich. Aber dann traut man sich, nicht wahr?»

    Ihre treuen Fans lieben sie dafür - Schwule, Lesben, Heteros. Seit 30 Jahren tourt sie regelmäßig durch die Welt, mit ausverkauften Shows vor tausenden Fans in Skandinavien, Russland, den baltischen Staaten, USA, Großbritannien und Europa.

    Gemanagt wurde sie von Myra Stratton, mit der sie seit 2003 auch privat verbandelt war. Stratton starb 2015 nach einem zweijährigem Kampf gegen Krebs. Doch: Die Show muss weitergehen und Samantha Fox tourt weiter. Im Juni tritt sie bei einem Festival in Norwegen auf, im Juli in Estland.

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  • 14. April 2016 00:01

    Film Promi-Geburtstag vom 14. April 2016: Julie Christie

    Hollywood lässt sie nicht los, obwohl Julie Christie Berühmtheit für so überflüssig hält, «als hätte man Kaugummi im Haar kleben». Und seit über 40 Jahren wird sie immer dasselbe gefragt: Ist die Sex-Szene in dem 1973er-Psychothriller «Wenn die Gondeln Trauer tragen» mit Donald Sutherland echt?
    Julie Christie war in den 60er Jahren eine Stilikone. Jetzt wird sie 75. Foto: Bert Reisfeld © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Julie Christie war in den 60er Jahren eine Stilikone. Jetzt wird sie 75. Foto: Bert Reisfeld
     
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    Während ihr Filmpartner die Gerüchte umgehend dementiert, bleibt Julie Christie erst einmal stumm - wie immer, wenn die Gerüchteküche brodelt. «Ich könnte das nie jemandem erzählen», sagt sie schließlich in einem ihrer seltenen Interviews der britischen Boulevardzeitung «Express». «Können Sie sich vorstellen, dieses Mystische zu verlieren? Regisseur Nic Roeg hat seinen Job wunderbar gemacht.»

    An diesem Donnerstag (14. April) feiert die weltbekannte Schauspielerin ihren 75. Geburtstag.

    Für viele ist Julie Christie die Kinogöttin der 60er Jahre. Mit ihren tiefblauen Augen und ihrer wilden blonden Mähne symbolisierte sie in ihren Rollen ein neues Frauenbild: selbstbewusst, unabhängig, unglaublich erotisch - und doch gefühlvoll. Ein Bild, das Christie gleicht: politisch engagiert gegen Atomwaffen und Tierversuche und für mehr Umweltschutz; unabhängig von Männern und Starruhm - aber seit jeher voller Selbstzweifel. «Filme verursachen mir enorm viel Angst, weil ich nicht viel Selbstvertrauen habe», verriet sie 2015 dem «Express».

    Nach ersten Erfolgen am Theater und im Fernsehen Anfang der 60er Jahre verläuft Christies Hollywood-Aufstieg rasant. 1966 erhält sie den Oscar für ihre Rolle als karrierehungriges und ungezügeltes Fotomodell Diana in John Schlesingers «Darling». Zur selben Zeit ist Christie als Krankenschwester Lara in «Doktor Schiwago» zu sehen - eine Rolle, die bis heute unvergessen ist und die ihr den Platz in der ersten Riege der Hollywood-Stars sichert.

    15 Jahre lang gehört Christie zum Hollywood-Establishment, ist lange mit dem Kollegen und Frauenheld Warren Beatty liiert; angeblich bat er sie sogar, ihn zu heiraten. Al Pacino wurde einmal in einem «Playboy»-Interview gefragt, mit welcher Schauspielerin er am liebsten arbeiten würde. Seine Antwort: «Julie Christie, weil sie am poetischsten ist.»

    Zu Hause fühlt sich Christie in der Glitzerwelt nie. Ende der 70er Jahre flüchtet sie schließlich. «Ich dachte, ich werde dort verrückt», sagt sie später. Außerdem gebe es unendlich viele Dinge, die sie lieber mache als schauspielern. Filme macht sie nur noch,um Geld zu verdienen - dafür nimmt sie dann auch Nebenrollen in Filmen wie «Troja» (2004) und «Harry Potter und der Gefangene von Askaban» (2004) an.

    «Ich wünschte, ich könnte gut mit Geld umgehen», gibt sie zu. «Aber ich bin hoffnungslos. Ich verstand nie, was Raquel Welsh vor Jahren sagte: dass Showbusiness aus zwei Worten besteht, Show und Business.» Heute gehen ihre Gagen für Dachreparaturen drauf, verrät sie der «New York Times».

    Was bei anderen Schauspielern nach Koketterie klingt, wirkt bei der stets von Unsicherheiten geplagten Christie authentisch. Geboren als Tochter eines Teeplantagen-Betreibers in der englischen Kolonie Indien, kam sie mit sechs Jahren nach England, wurde von Internat zu Internat geschickt und von strengen Lehrern gepiesackt. «Julie Christie, mach keine Grimassen, du bist hässlich genug» - der Satz einer Nonne prägte sich ihr tief ein, erzählt sie später.

    Nur einmal nach dem Rückzug ins Privatleben fällt sie wieder auf die Erwartungen der Traumfabrik herein: Als ihr langjähriger Lebenspartner und jetziger Ehemann, der britische Journalist Duncan Campbell, in den 90er Jahren an die amerikanische Westküste versetzt wird. «Amerika untergräbt einen wirklich», sagt sie. «Andere sind älter als man selbst, aber man schaut aus wie ihre Mutter.» Deshalb lässt sie sich damals liften. Und tatsächlich: Hollywood ruft wieder an.

    2008 wird ihr Jahr. Im Ehedrama «An ihrer Seite» übernimmt sie auf Bitten der jungen kanadischen Regisseurin Sarah Polley, für die sie fast eine Art Ersatzmutter ist, die Hauptrolle. Für ihre Darstellung einer Alzheimer-Kranken wird Christie mit einem Golden Globe und dem amerikanischen Filmkritikerpreis ausgezeichnet sowie für den Oscar nominiert. Zuletzt spielte sie neben Robert Redford in dem politischen Thriller «The Company You Keep - Die Akte Grant» (2012) eine linksradikale militante Weathermen-Aktivistin.

    Seit vielen Jahren lebt Christie abwechselnd in einer Londoner Mietwohnung, «einem Raum in einem alten Lagerhaus» im East End, und auf einem Bauernhof in Wales, den sie in den 60er Jahren als Hippie-Kommune benutzte. Das Bauernhaus selbst ist vermietet; der ehemalige Weltstar lebt nun quer überm Hof im Austragshaus mit kleiner Küchenzeile und spärlich eingerichtetem Wohn- und Schlafbereich. Enten, Hühner und Katzen tummeln sich um den Eingang, der noch nicht einmal eine richtige Tür habe, berichtet der Waliser Informationsdienst «Wales Online» 2008 entsetzt.

    Doch Julie Christie ist zufrieden: «Ich bevorzuge das wirkliche Leben, was auch immer das ist», sagt sie 2015 dem »Express». «Ich muss mir keine Karriere mehr aufbauen und komme ganz gut klar. Ich halte mich für eine glückliche Frau.»

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  • 13. April 2016 08:19

    Leute Promi-Geburtstag vom 13. April 2016: Ron Perlman

    Nein, den Liebhaber hat er nur selten gespielt. Es sind mehr die finsteren und gewalttätigen Burschen, die monströsen und unheimlichen Gestalten, denen Ron Perlman seit über drei Jahrzehnten ein unverwechselbares Gesicht gibt. Heute wird er 66.
    Mischt mit nun 66 Jahren weiter munter in Hollywood mit: Ron Perlman. Foto: Ficg © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Mischt mit nun 66 Jahren weiter munter in Hollywood mit: Ron Perlman. Foto: Ficg
     
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    Er ist nach wie vor gut im Geschäft und scheint nicht an den Ruhestand zu denken. Allein in diesem Jahr wirkt er laut «Imdb.com» in vier Filmproduktionen mit. Seine Paraderolle ist aber die des Superhelden Hellboy, und die Geschichte könnte der Filmdatenbank zufolge bald in die dritte Runde gehen, was allerdings noch nicht bestätigt ist: Im Mittelpunkt steht ein teuflischer Comic-Held mit roter Haut und Hörnern, der seine zerstörerischen Kräfte zur Rettung der Menschheit einsetzt. 2004 erschien der erste Teil des mit viel Witz und Ironie ausgestatteten fantastischen Abenteuers von Guillermo del Toro («Pans Labyrinth»), vier Jahre darauf gab es eine Fortsetzung.

    Der in New York geborene Perlman studierte in den 70er Jahren Schauspiel an der Universität Minnesota, die er mit dem Abschluss «Master of Fine Arts» verließ. Der Einstieg ins Filmgeschäft gelang ihm dann 1981 in dem preisgekrönten Film «Am Anfang war das Feuer». Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er durch die Rolle des Salvatore in «Der Name der Rose» bekannt. Seitdem spielt der 1,85 Meter große Schauspieler immer wieder die Grobschlächtigen und Monster dieser Welt - und auch die, die nicht von dieser Welt stammen.

    Seine Physiognomie, die ihn auf der Leinwand so unverwechselbar macht, bescherte ihm während seiner Schulzeit Komplexe: «Meine Nase hat nicht zu meinem Mund gepasst, meine Stirn nicht zu meinen Wangen. Und das in den Jahren, in denen ein Junge hauptsächlich nach seinem Aussehen beurteilt wird. Deshalb hatte ich ein sehr geringes Selbstbewusstsein», so der Schauspieler mit der tiefen Stimme.

    Seit 1981 ist Perlman mit der Modedesignerin Opal Stone verheiratet. Die beiden haben zwei gemeinsame, inzwischen erwachsene Kinder, die in «Hellboy II» in einer kleinen Rolle an der Seite ihres Vaters zu sehen waren. Zu seinen Hobbys zählt er Golf, Jazz und Billard.

    Perlman stand stets in der zweiten Reihe der Hollywood-Stars, obwohl er mit Superstars wie Marlon Brando und Sean Connery drehte und 1989 einen Golden Globe für seine Darstellung des Vincent in der Serie «Die Schöne und das Biest» erhielt.

    Für die Hauptrolle als «Hellboy» in den gleichnamigen Filmen gab er alles. Zur Vorbereitung las er sämtliche «Hellboy»-Comics und absolvierte täglich ein dreistündiges Fitnesstraining, um für die Rolle in Form zu kommen. Der Erfolg des ersten «Hellboy»-Films machte den Weg frei für die Fortsetzung, die 2008 ebenfalls erfolgreich die Kinos stürmte.

    Bei der Auswahl seiner Rollen hat Perlman klare Vorgaben: «Ich werde nie eine Rolle spielen, die keine Menschlichkeit besitzt.» Und so musste der Schauspieler auch nicht lange überredet werden, 2012 noch einmal die Maske des Hellboy aufzusetzen, um einem kleinen Jungen, der an Leukämie erkrankt war, seinen größten Wunsch zu erfüllen: einen Tag mit seinem Superhelden Hellboy zu verbringen.

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  • 12. April 2016 00:01

    Musik Promi-Geburtstag vom 12. April 2016: Herbert Grönemeyer

    Autosammler, Fußballfan, Unternehmer, Schauspieler und vor allem: die Stimme der Nation. Kaum ein Sänger berührt die Deutschen so sehr wie Herbert Grönemeyer.
    Ein neues Lebensjahrzehnt beginnt: Herbert Grönemeyer wird 60. Foto: Daniel Reinhardt © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Ein neues Lebensjahrzehnt beginnt: Herbert Grönemeyer wird 60. Foto: Daniel Reinhardt
     
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    Seit mehr als 30 Jahren landet jedes seiner deutschsprachigen Studioalben auf Platz eins der Charts. Dabei wollte Grönemeyer, der am heutigen Dienstag 60 Jahre alt wird, gar nicht Sänger werden, wie er mal in einem dpa-Interview verriet: «Ich dachte, vielleicht werde ich Fußballer oder Gebrauchtwagenhändler». Doch bekanntermaßen kam es anders.

    Am 12. April 1956 wird Herbert Arthur Wiglev Clamor Grönemeyer als jüngster von drei Brüdern geboren. Er wächst in Bochum auf. Nach dem Abitur wird er musikalischer Leiter am dortigen Schauspielhaus unter dem Intendanten Peter Zadek. In den folgenden Jahren steht er auch in Hamburg, Berlin, Stuttgart und Köln als Darsteller auf der Bühne. Bei gemeinsamen Dreharbeiten lernt er die Schauspielerin Anna Henkel - seine große Liebe und Mutter seiner Kinder - kennen. 1981 wird ein Millionenpublikum auf ihn aufmerksam, als er in Wolfgang Petersens Kinoepos «Das Boot» den Leutnant Werner gibt.

    Parallel versucht sich Grönemeyer als Sänger, allerdings ohne Erfolg. Er bringt vier Alben heraus, die allesamt floppen - in der heutigen Zeit des massiven Erfolgdrucks nahezu undenkbar. Auch sein Label rät ihm aufzuhören. Doch dann kommt «4630 Bochum». Die Platte mit Hits wie «Männer», «Flugzeuge im Bauch» oder der Lokal-Hymne «Bochum» - die bis heute bei den Fußball-Heimspielen des VfL ertönt - wird 1984 in Deutschland das erfolgreichste Album des Jahres. Neben Peter Maffay, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen zählt er in den Folgejahren zu den großen Stars des deutschen Rock.

    Drei Jahrzehnte nach «Bochum» hören sich Grönemeyers Stücke komplexer und vielschichtiger an. «Der Spaß und der Sport dahinter ist, sich weiterzuentwickeln. Ob es besser wird, ist eine andere Frage», sagte er anlässlich seines letzten Werks «Dauernd Jetzt» (2014).

    Nach wie vor gehe er ohne Konzept an ein Album, das entstehe eher aus einem Chaos. Er klimpere vor sich hin und wenn er fünf, sechs sinnvolle Stücke zusammen habe, merke er: «Jetzt hast du wieder Hunger, jetzt könntest du wieder eine Platte machen.» Und er scheint wieder Hunger bekommen zu haben. Medienberichten zufolge arbeitet er gerade an einem neuen Album. Die Hälfte der Songs habe er bereits.

    Immer wieder setzt sich der Künstler mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander. In der aktuellen Flüchtlingskrise macht er sich für die Helfer und gegen Fremdenfeindlichkeit stark. Beim G8-Gipfel 2007 erhebt er gemeinsam mit U2-Sänger Bono die Stimme gegen Armut. Grönemeyer sei «lebensfroh, wütend, glücklich, traurig, entschlossen, charmant - und sehr lustig», sagt Bono im ARD-Porträt «Deutschland, Deine Künstler» über seinen Kumpel aus Deutschland.

    So facettenreich wie diese Charakterisierung kommt auch Grönemeyers Musik daher. Sie erzählt von Euphorie und Glück, aber auch von Melancholie und Trauer. Einen doppelten Schicksalsschlag erlebt der Sänger 1998, als innerhalb weniger Tage erst ein Bruder und dann seine Frau Anna an Krebs sterben. Grönemeyer zieht sich zurück. Er verarbeitet seine Trauer auf dem Erfolgswerk «Mensch», laut Bundesverband Musikindustrie mit mehr als drei Millionen verkauften Einheiten das erfolgreichste Album in Deutschland - zumindest seit 1975, seitdem der Verband die Zahlen erhebt.

    Mit der tieftraurigen Ballade «Der Weg» rührt er ein Millionenpublikum. Doch so sehr er sich in seinen Liedern öffnet, sein Privatleben hält der Künstler möglichst privat. Weitgehend unbehelligt wohnt er in den Folgejahren mit Sohn Felix und Tochter Marie in London. Inzwischen hat er wieder einen Wohnsitz in Berlin.

    In der Hauptstadt sitzt auch sein Plattenlabel «Grönland Records», bei dem etwa Sänger Philipp Poisel, das Frauen-Duo Boy oder die Klaas-Heufer-Umlauf-Band Gloria unter Vertrag stehen. Er wolle seinen Künstlern vermitteln: «Arbeite in Ruhe, setze dich nicht unter Druck, wenn der Erfolg mal ausbleibt.» Grönemeyer selbst macht die Erfahrung mit seinem englischsprachigen Album «I Walk», das 2012 im Ausland erscheint und sich nicht durchsetzen kann.

    Zu seinem Ursprung, dem Theater, kehrt er immer wieder zurück. 2015 bringt er am Berliner Ensemble gemeinsam mit dem US-Regisseur Robert Wilson das Musiktheaterstück «Faust I und II» auf die Bühne. Für seinen Freund, den Fotografen und Regisseur Anton Corbijn, schreibt er den Soundtrack für dessen Filme «The American» mit George Clooney und «A Most Wanted Man» mit Philip Seymour Hoffman.

    Grönemeyer selbst bezeichnet sich als «ziemliche Frohnatur». Er habe immer versucht, von Tag zu Tag zu leben, «das mache ich, glaub ich, auch heute noch», sagte er 2014 der dpa. Das Leben finde jetzt statt. «Das ist die Schönheit des Lebens und das macht es auch aus. Genauso gemein ist es, wenn es dir von jetzt auf gleich Mist beschert.» Seit einigen Jahren ist der Sänger auch wieder glücklich verliebt. «Meine Traumfrau ist da», sagte er im Januar in der ORF-Sendung «Frühstück bei mir». Mit ihr wolle er den Rest des Lebens verbringen: «Der Wunsch ist, gemeinsam alt zu werden, und das sieht gut aus.»

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  • 11. April 2016 00:01

    Leute Promi-Geburtstag vom 11. April 2016: Motsi Mabuse

    Sie kam mit 18 aus Südafrika nach Deutschland, ihr Akzent ist neben ihrer charmant-fröhlichen Art zum Markenzeichen geworden - und hat ihr geholfen, nun eine Theaterrolle zu bekommen: Die «Let's Dance»-Jurorin Motsi Mabuse wird Ende Juni bei den Bad Hersfelder Festspielen auf der Bühne stehen.
    Motsi Mabuse wird 35. Foto: Uwe Zucchi © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Motsi Mabuse wird 35. Foto: Uwe Zucchi
     
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    «Regisseur Dieter Wedel suchte für eine Rolle eine dunkelhäutige Frau, die nicht perfekt Deutsch spricht», erklärt die gebürtige Südafrikanerin. Die ehemalige Profi-Tänzerin, die heute 35 wird, soll in Arthur Millers Drama «Hexenjagd» eine schwarze Hausangestellte spielen, die okkulter Rituale bezichtigt und verfolgt wird.

    «Ich habe mächtig Bammel», gesteht Mabuse im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Aber als Tänzerin ist man auch etwas Schauspielerin. Man muss live auf den Punkt etwas abliefern. Dafür habe ich ein bisschen Talent, auf das ich mich verlassen kann.» Sie werde aber in den Proben doppelt so viel arbeiten, damit sie als Amateurin in diesem Metier neben den Profis nicht negativ auffalle.

    Bevor es soweit ist, wird Mabuse den verbliebenen Paaren der neunten Staffel des RTL-Castings «Let's Dance» weiter genau auf die Füße schauen und die gezeigten Leistungen bewerten. Sie selbst trat 2007 als Profi-Trainerin und Partnerin des Sängers Guildo Horn in der Show auf, die beiden flogen allerdings schon in der fünften Folge aus dem Wettbewerb, auch mit Rolf Scheider - bekannt geworden als Juror bei «Germany's Next Top Model» - schaffte sie es 2010 nur ins Mittelfeld. Dennoch bekam sie 2011 die Chance, von der Mitte des Parketts als Mitglied der dreiköpfigen TV-Jury zwischen Joachim Llambi und Jorge González an den Rand zu wechseln.

    So tanzbegeistert sie schon von klein auf gewesen ist, hatte sie zunächst vorgehabt, beruflich in eine andere Richtung zu gehen und irgendwann die Anwaltspraxis ihres Vaters zu übernehmen. Das Jurastudium an der Universität von Pretoria brach sie jedoch, nachdem sie den deutschen Tänzer Timo Kulczak (38) bei einem internationalen Tanzwettbewerb kennengelernt hatte. Sie zog schließlich zu ihm nach Unterfranken. Heirat: 2003. Doch die Ehe hielt nicht ewig. Ende 2014 gab das Paar seine Trennung bekannt.

    Gibt es inzwischen einen neuen Mann an ihrer Seite? Im Herbst 2015 spekulierte die Boulevardpresse wenigstens, sie könnte mit dem Ukrainer Evgenij Voznyuk zusammen sein, mit dem sie 2013 Deutscher Meister im Lateintanz geworden war. Dazu schweigt Mabuse jedoch.

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  • 10. April 2016 00:01

    Leute Promi-Geburtstag vom 10. April 2016: Paul Theroux

    Es gibt nur wenige Flecken auf der Erde, die Paul Theroux noch nicht erkundet hat. In mehr als 40 Büchern schildert er Menschen und Landstriche rund um den Globus.
    Ist bis heute abenteuerlustig: Paul Theroux. Foto: Nancy Kaszerman © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Ist bis heute abenteuerlustig: Paul Theroux. Foto: Nancy Kaszerman
     
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    Um seine Abenteuerlust zu wecken, reiche ein Hinweis auf drohende Gefahr, auf Malaria, unfreundliche Leute oder entsetzliches Essen, sagte er einmal. Umso mehr überrascht jetzt sein Bekenntnis, dass er eigentlich am liebsten zu Hause ist. «Glück kommt von innen», sagte der US-Reiseschriftsteller der Deutschen Presse-Agentur in New York kurz vor seinem 75. Geburtstag an diesem Sonntag (10. April).

    «Glück ist, an einem sonnigen Morgen, nach einem guten Traum, aufzuwachen und die Vögel zwitschern zu hören.» Wenn er nicht auf Achse ist, lebt Theroux in Pupukea, einem Nest im Norden der Hawaii-Insel Oahu, paddelt im Pazifik und züchtet Hühner. Für den Sommer hat er ein Standbein auf Cape Cod an der amerikanischen Nordostküste.

    Nicht, dass ihn die Ferne nicht mehr locke, sagte der Weltenbummler. Zu der handvoll von Zielen, die ihn noch reizen, gehören das krisengerüttelte Swat-Tal in Pakistan, die Sachalin-Insel im äußersten Osten von Russland und die als Darién-Hindernis bekannte Lücke in der Panamericana, der ansonsten durchgehenden Straße zwischen Nord- und Südamerika. 

    International bekannt wurde Theroux Anfang der 70er Jahre mit dem Klassiker «The Great Railway Bazaar» (Deutsch: «Abenteuer Eisenbahn – auf Schienen um die halbe Welt»). Es schildert seine Zugreise von London über den Balkan, Vorder-, Zentral-, Süd- und Südostasien bis nach Japan und zurück durch die Sowjetunion. Bald darauf trampte er durch Mittel- und Südamerika, wanderte rund um Großbritannien, ließ sich von Ägypten bis ans Kap der Guten Hoffnung treiben und paddelte zwischen den Inseln von Ozeanien.

    «Die interessantesten Plätze (...) sind für mich genau die, vor denen mich andere warnen», sagte er. Auch beim Thema Sex ist Theroux, beziehungsweise der Protagonist seiner Bücher, unterwegs auf ständiger Reiz- oder Gefahrensuche. Generell helfe ein Blick auf die Pornografie eines Landes, um dessen Bevölkerung besser verstehen zu können. 

    Witz und Mitgefühl würzen die Berichte des in Dutzenden Sprachen gelesenen Autoren. «Australier sind wahrscheinlich deshalb so laut, weil ihr Land so weit entfernt ist vom Rest der Welt», amüsiert Theroux sich in «Die glücklichen Inseln Ozeaniens». «Wie sonst würde man sie wahrnehmen?» In seinem jüngsten Buch «Tief im Süden» bedauert er die eigenen Landsleute in US-Südstaaten wie Alabama, Arkansas und South Carolina. «Diese armen Leute sind in ihrer Weise schlechter dran und hoffnungsloser als viele Menschen, denen ich in notleidenden Regionen von Afrika und Asien begegnet bin.» 

    Wenig Sympathie hegt Theroux für organisierte Reisen in abgelegene Länder, obwohl sie oft als «Entwicklungshilfe» für deren Bewohner deklariert würden. «Ich halte es eher mit Werner Herzog, der in seinem Buch "Vom Gehen auf Eis" behauptet, Tourismus sei eine Todsünde», sagte er.

    Von den vielen Romanen, die ebenfalls mit seinen Erfahrungen gespickt sind, endeten vier auf der Kinoleinwand: «Saint Jack» unter der Regie von Peter Bogdanovich, «Doctor Slaughter» (Filmtitel «Half Moon Street»), «Mosquito Coast» und «Kowloon Tong» über Großbritanniens Übergabe von Hongkong an China mit dem Filmtitel «Chinese Box».

    Als Sohn katholischer Eltern war Theroux mit fünf Geschwistern im US-Bundesstaat Massachusetts aufgewachsen. Nach dem Studium 1963 zog es ihn erstmals in die Fremde. Als Freiwilliger für die humanitäre Organisation Peace Corps unterrichtete er in Malawi (Südostafrika). Es folgten Posten an der Makerere Universität in Uganda, wo sich Theroux mit dem späteren Nobel-Preisträger V.S. Naipaul anfreundete, sowie später in Singapur und London. Seine beiden Söhne aus erster Ehe, Marcel und Louis Theroux, sind erfolgreiche Fernsehreporter und -moderatoren in Großbritannien.

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  • 09. April 2016 00:01

    Medien Promi-Geburtstag vom 9. April 2016: Cynthia Nixon

    Die wohl am häufigsten gestellte Frage zuerst: Ist Cynthia Nixon privat auch wie Miranda? Die Rolle der zynisch-zähen Anwältin in der Erfolgsserie «Sex and the City» hatte Nixon Ende der 90er Jahre zum Weltstar katapultiert.
    «Sex and the City»-Star Cynthia Nixon wird 50. Foto: Gregor Fischer © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    «Sex and the City»-Star Cynthia Nixon wird 50. Foto: Gregor Fischer
     
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    «Ich wäre absolut eine Miranda», antwortete die Schauspielerin darauf vor kurzem dem britischen «Guardian». «Ich bin überhaupt nicht wie die anderen.»

    Die anderen, das sind ihre drei Schauspielkolleginnen Sarah Jessica Parker, Kim Cattrall und Kristin Davis, die in der Serie ihre besten Freundinnen Carrie, Samantha und Charlotte spielen, mit High Heels, Cocktails und romantischen Männerfantasien. Miranda sticht mit ihrem deutlich geringeren Glamour-Faktor und ihrer demonstrativen Unabhängigkeit von Männern heraus. «Niemand hatte mich vor der Serie je als sexy wahrgenommen», erzählte Nixon der «New York Times». «Aber es gab dann dieses unglaubliche Zusammenkommen von Ereignissen, so dass ich, die nie wirklich Sport gemacht und nie wirklich Stöckelschuhe getragen hatte, plötzlich in dieser Serie über Sex und Körperpflege war.»

    Miranda macht Nixon zum Weltstar - aber diese wird sie auch nicht mehr so richtig los. Seit dem Ende der Serie 2004 und zwei anschließenden Kinofilmen dazu hat Nixon, die heute 50 Jahre alt wird, sich hauptsächlich ans Theater zurückgezogen. Herausragende Rollen in Kino oder Fernsehen gab es bislang seitdem nicht mehr.

    Dabei war Nixon schon lange vor «Sex and the City» in der Branche erfolgreich. Bereits als Teenager stand die 1966 in New York geborene Schauspielerin vor der Kamera. Bei ihrem ersten Kinofilm «Kleine Biester» war sie gerade einmal 14 Jahre alt. Niemals hätte sie da gedacht, dass sie als Kinderstar eines Tages mit knapp 30 Jahren noch einmal so großen Erfolg haben könnte. «Man wusste, dass einem das Verfallsdatum auf die Stirn gestempelt war und dass jeder es sehen konnte», sagte Nixon einmal. Doch alles sollte anders kommen.

    Auch privat erlebte die Schauspielerin, die an der New Yorker Upper West Side lebt, Höhen und Tiefen. Nach einer mehr als 15 Jahre dauernden Beziehung mit ihrem Studienkollegen Danny Mozes und zwei Kindern trennte sich das Paar 2003. Ein Jahr später kam Nixon mit Christine Marinoni zusammen, inzwischen sind die beiden verheiratet und haben einen Sohn.

    Die Beziehung sorgte für aufgeregte Schlagzeilen, aber Nixon reagierte darauf stets pragmatisch, ganz wie Miranda. «Ich habe nie gefühlt, dass es da einen unterbewussten Teil von mir gab, der aufgewacht ist oder sich geoutet hat, es gab keinen Konflikt, es gab keine Versuche, etwas zu unterdrücken. Ich habe diese Frau kennengelernt, ich habe mich in sie verliebt - und ich bin nunmal eine bekannte Person.»

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  • 08. April 2016 00:01

    Leute Promi-Geburtstag vom 8. April 2016: Vivienne Westwood

    London zelebriert dieses Jahr die Punkbewegung - 40 Jahre sind seit dem Erscheinen der ersten Sex-Pistols-Single «Anarchy in the UK» vergangen.
    Punk-Queen Vivienne Westwood wird 75. Foto: Andy Rain © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Punk-Queen Vivienne Westwood wird 75. Foto: Andy Rain
     
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    Mit Ausstellungen in der renommierten British Library und im Kulturbunker Barbican haben Irokesenfrisuren, Bondage-Klamotten und Sicherheitsnadeln auch die Hochkultur erobert. Kein Wunder, dass sich die Erfinderin der Punkmode schon lange auf andere Provokationen verlegt hat: Die britische Moderebellin Vivienne Westwood demonstriert auf einem weißen Panzer vor David Camerons Haus gegen die umstrittene Fracking-Methode zur Erdgas-Gewinnung und posiert nackt für Starfotograf Juergen Teller. Heute feiert sie ihren 75. Geburtstag.

    Ein bisschen exzentrisch war die Tochter einer Baumwollspinnerin und eines Kolonialwarenhändlers aus der englischen Grafschaft Derbyshire schon immer. Schriftstellerin wollte sie werden, entschloss sich dann aber für eine Ausbildung zur Grundschullehrerin und stimmte sogar für die Tories, die konservative Partei in Großbritannien. Mit 21 Jahren heiratete sie schließlich den Flugbegleiter Derek Westwood, der wie sie Rock'n'Roll liebte, und bekam ihr erstes Kind. Ihr Leben schien vorgezeichnet.

    Doch drei Jahre später verlor sie ihr Herz an den Kunststudenten Malcolm McLaren (1946-2010), den Gründer und Manager der Punk-Band Sex Pistols. Er inspirierte Vivienne Westwood, ihr kleinbürgerliches Hausfrauen-Dasein hinter sich zu lassen und Agitprop-Kleidung zu nähen. Zusammen mit McLaren eröffnete sie 1970 auf der Londoner King's Road ihre erste Boutique. Schnell entwickelte sich der Laden zum absoluten Trendsetter. Der Name wechselte wie die Mode: «Let it rock», «Too fast to live, too young to die», «SEX», «Seditionaries» (Aufwiegler) und schließlich «World's End».

    Während sie ihre beiden Söhne großzog - Ben Westwood und Joseph Corré - schuf Westwood Sadomaso-Monturen für die Musiker der Sex Pistols und inspirierte die Punk-Mode wie keine Zweite. Auch nach der Trennung von McLaren blieb sie ihrer rebellischen Kreativität treu. Vor allem schräge Schottenkaros und verzerrte Elemente der exaltierten Mode des 18. und 19. Jahrhunderts wurden ihr Markenzeichen - Korsagen, Wespentaillen, Turnüren für voluminöse Hintern. Das schrille Stilrecycling ist Programm: Als Insignien für ihr Label hat die einstige Punk-Queen einen von einem Saturnring umzirkelten Reichsapfel auserkoren.

    Anfang der 90er Jahre legte Westwood auch als Geschäftsfrau richtig los. Schließlich gehörte sie zu den ganz Großen der Branche, ihre Catwalks zu den Höhepunkten der London Fashion Week. Die britische Königin ließ sich zwar nicht modisch von Westwood inspirieren, hielt ihr Werk aber dennoch in Ehren. 1992 wurde Vivienne Westwood in den «Order of the British Empire» aufgenommen. Klar, dass sich Westwood, die ewige Provokateurin, diese Gelegenheit nicht entgehen lassen konnte. Die Fotografen zumindest waren begeistert, als sich bei einem ungestümen Windstoß herausstellte, dass die Modemacherin auf einen Schlüpfer unter ihrem edlen Rock verzichtet hatte. So geschockt kann die Queen nicht gewesen sein - 14 Jahre später machte sie Westwood zur Dame.

    Provokationen gehören zwar immer noch zu Vivienne Westwoods Repertoire, doch heute trägt sie ihre Überzeugungen lieber als Parolen auf T-Shirts zur Schau, von «I am not a terrorist, please don't arrest me» bis hin zu «Climate Revolution». Ihr Engagement reicht von Protesten gegen Fracking und Massentourismus auf Kreuzfahrtschiffen bis hin zu Klimawandel, den sie seit Jahrzehnten mit Leidenschaft versucht aufzuhalten. «Ich hoffe, dass die Menschen verstehen, dass der Klimawandel vor unserer Haustür steht - und dass wir alle bald Migranten sein werden. Vielleicht haben wir gerade noch die Möglichkeit, es zu stoppen», sagte sie der britischen Tageszeitung «The Guardian».

    Einmal pro Monat besuche sie den umstrittenen Wikileaks-Aktivisten Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft: «Ich quetsche ihn nach neuen Ideen aus. Ich denke, er ist genial.» Und der Botschafts-Kaffee sei wirklich gut. Natürlich ziert eines ihrer T-Shirts der Slogan «I'm Julian Assange.»

    Inzwischen hat ihr Ehemann und langjähriger Designpartner, der 25 Jahre jüngere Tiroler Andreas Kronthaler, die modischen Zügel übernommen. Im März zeigte er seine erste eigene Kollektion unter dem Namen «Andreas Kronthaler for Vivienne Westwood». Das Branchenblatt «Hollywood Reporter» war allerdings wenig beeindruckt und bemerkte trocken: «Genau was der Dalai Lama brauchen würde, falls er sich entscheidet, in einen Club abtanzen zu gehen.» Andere gratulierten zu einem spektakulären Solo-Debüt.

    Die Beifallsrunde auf dem Laufsteg legten die beiden Händchen haltend zurück: Vivienne Westwood neuerdings mit weißer statt flammend orangefarbener Haarpracht - doch wie immer mit ihrem Markenzeichen, dunkelrotem Lippenstift und orangefarbenem Lidstrich und Augenbrauen. Die ewige Rebellin.

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  • 07. April 2016 08:24

    Leute Promi-Geburtstag vom 7. April 2016: Russell Crowe

    Schon in seiner ersten großen Rolle machte er mit einer gewissen Aggressivität auf sich aufmerksam, Zuhause ist er ganz Vater und kümmert sich liebevoll um seine Kinder. Heute feiert Russell Crowe seinen 52. Geburtstag.
    Hollywood-Schauspieler Russel Crowe wird 52 Jahre alt. Foto: Facundo Arrizabalaga © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Hollywood-Schauspieler Russel Crowe wird 52 Jahre alt. Foto: Facundo Arrizabalaga
     
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    Nach einigen Versuchen als Musiker und kleineren Filmen gelang Crowe 1992 in Australien mit «Romper Stomper» der Durchbruch. Die «Süddeutsche Zeitung» schrieb, dass er den von ihm verkörperten Neonazi «in seiner ganzen Widersprüchlichkeit spürbar machte, als brutale Kampfmaschine, aber auch als verlorenen Jungen.» In den folgenden Jahren machte sich der in Neuseeland geborene Schauspieler mit ruhigeren, teils mysteriösen Rollen wie im verrätselten «L.A. Confidential» auch in Hollywood einen Namen.

    Einen Karrierehöhepunkt erlebte Crowe rund um die Jahrtausendwende. Für den Thriller «Insider» war er 1999 für den Oscar nominiert, sein kraftvoller «Gladiator» Maximus brachte ihm 2000 schließlich den Goldjungen ein. Auch für die im folgenden Jahr abgedrehte Verkörperung des Mathematikers John Nash in «A Beautiful Mind» war er wieder nominiert.

    2015 wagte Crowe erstmals den Schritt hinter die Kamera und stellte mit dem opulenten Drama «Das Versprechen eines Lebens» sein Regiedebüt vor. Auch hier kämpft der Protagonist gegen die Widrigkeiten des Lebens. Crowe verkörpert in dem Drama einen traumatisierten Australier, der sich 1919, vier Jahre nach einer Schlacht des ersten Weltkrieges, daran macht, den Verbleib seiner drei in der Türkei verschollenen Söhne zu klären.

    Im Privatleben hat Crowe manches für ein Rüpel-Image getan. Im Juni 2005 geriet er in die Schlagzeilen, weil er bei einem Wutanfall einen Hotelangestellten in New York verletzt hatte. Dabei hätte bereits der Titel der im Alter von 16 Jahren veröffentlichten ersten Musik-Single des jungen Crowe auf seinen schauspielerischen Ehrgeiz und die damit verbundenen Eskapaden deuten können. Die hieß schlicht: «I want to be like Marlon Brando» («Ich möchte so wie Marlon Brando werden»).

    Crowe versucht aber auch, aus seinen Fehlern zu lernen. Die selbstkritische Rückschau sei ihm wichtig, sagte er im Magazin «People»: «Ich verstehe nicht, wie man sich weiterentwickeln kann, wenn man nicht wirklich die Momente erkennt, in denen man nicht gerade in Bestform war.» Es habe Tausende peinliche Momente gegeben, von denen er sich wünschte, sie wären nie passiert. «Aber wenn du Glück hast, lernst du daraus: 'Hey, das muss ich nicht noch mal so machen'».

    Ganz der Rüpel ist Crowe nicht: Vatersein sei das absolut Wichtigste in seinem Leben. Es sei ein Privileg, keine Arbeit. Seit 2012 sind er und die Mutter der beiden Kinder, Danielle Spencer, geschieden; das Sorgerecht teilen sie sich aber. Und wenn er zu Hause ist, dreht sich alles um die Kinder. Er holt seine beiden Söhne von der Schule ab, kutschiert sie zu Sportkursen oder am Wochenende zu Ausflügen. «Da bin ich nur Dad», erzählte der Filmstar der «Bild am Sonntag».

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  • 06. April 2016 00:01

    Medien Promi-Geburtstag vom 6. April 2016: Hans W. Geißendörfer

    Wie er da sitzt auf dem Sofa hinter den Kulissen der «Lindenstraße», wirkt er so entspannt, als habe er alle Zeit der Welt: Filzpantoffeln, blaues Schaltuch und natürlich die obligatorische schwarze Strickmütze.
    Rastlos und voller Tatendrang: Hans W. Geißendörfer wird 75. Foto: Rolf Vennenbernd © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
    Rastlos und voller Tatendrang: Hans W. Geißendörfer wird 75. Foto: Rolf Vennenbernd
     
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    Doch wenn Hans W. Geißendörfer erzählt, wird schnell klar: Er ist rastlos und voller Tatendrang. Das Nichtstun liegt ihm nicht. Dass er am Mittwoch 75 Jahre alt wird, bedeutet für den Regisseur vor allem eins: «Die Zeit wird kürzer, um all die Dinge zu tun, die ich noch tun will.»

    Erst kürzlich war er in Barcelona, wo die jüngste seiner drei Töchter an einem Marathon teilgenommen hat. Zusammen mit seiner Frau will er bald zum dritten Mal in den Oman reisen - «die Wüste fasziniert uns». Er pendelt zwischen seinen drei Wohnsitzen in Griechenland, Köln und England, wo das Ehepaar sich einen alten Pub am Kanal zum Wohnhaus umgebaut hat. Darum hat sich hauptsächlich seine Frau gekümmert, mit der er seit 1978 verheiratet ist. Und wo fühlt der Weltenbummler sich Zuhause? Geißendörfer zuckt die Schultern: «Zuhause ist für mich überall, wo die Familie ist oder die Arbeit.»

    Seine Arbeit, das Filmemachen, ist zugleich seine größte Leidenschaft und lässt ihn somit auch mit 75 nicht los. Der gebürtige Augsburger plant gerade einen neuen Fernsehfilm, ein Kinofilm ist in Vorbereitung und er kann sich auch vorstellen, einen zweiten «Tatort» zu machen.

    Und dann natürlich seine «Lindenstraße». Auch nach mehr als 30 Jahren ist die ARD-Serie seiner Ansicht nach nicht auserzählt. «Früher hatte ich mal eine Zeit, da dachte ich, es gibt keine Themen mehr, es ist alles schon einmal vorgekommen. Aber dann habe ich kapiert, dass die Wiederholung der Alltag ist, den die 'Lindenstraße' ja zeigen will. Deshalb kann man immer wieder Geschichten erzählen, die an der Oberfläche neu sind, aber dasselbe Grundthema haben.» Denn es gebe unzählige Varianten derselben Themen, sei es Liebe, Krankheit oder Tod.

    Tabubrüche wie der erste Schwulen-Kuss, mit dem die «Lindenstraße» einst für Aufruhr gesorgt hatte, seien angesichts der vielen Reality-Formate heute zwar kaum noch möglich. Geblieben ist aber die Mission, aktuelle gesellschaftliche und politische Ereignisse zu thematisieren und dadurch vielleicht auch zu provozieren. «Wir haben zurzeit eine politische Landschaft, in der die 'Lindenstraße' als Unterhaltungssendung gefragt ist, kritisch Stellung zu beziehen», betont Geißendörfer. «Wenn es also zum Beispiel auf Dauer eine starke rechtslastige Gegenbewegung im Parteiengefüge gibt, werden wir daraus einen Handlungsstrang machen und zeigen, wo das hinführen kann.»

    Was die Inhalte in der «Lindenstraße» anbelangt, ist Geißendörfers Meinung weiterhin tonangebend - auch, wenn seine Tochter Hana Anfang vergangenen Jahres als Produzentin miteingestiegen ist und der Meister selbst nur noch selten bei den Dreharbeiten auftaucht. «Aber letzten Endes trägt die Serie nach wie vor seine Handschrift», sagt Joachim Hermann Luger, der den «Hans Beimer» spielt. «Er ist die graue Eminenz im Hintergrund.»

    WDR-Intendant Tom Buhrow schätzt Geißendörfer als einen Mann «mit Kante, streitlustig, visionär, leidenschaftlich». Mit der «Lindenstraße» habe er längst Fernsehgeschichte geschrieben. Ob die Kultserie über 2016 hinaus verlängert wird, ist nach Angaben einer WDR-Sprecherin allerdings noch nicht entschieden.

    Der Fernsehmensch Geißendörfer sieht selbst kaum fern, allenfalls Nachrichten oder Fußball. «Es ist ganz selten, dass ich mal irgendwo hängenbleibe», sagt er. «Vielleicht ist instinktiv eine Abwehr da, dass man sich nicht beeinflussen lassen will, wenn man selber Fernsehen macht.»

    Stattdessen denkt er sich auch privat lieber selbst Geschichten aus, zum Beispiel für seinen Enkel. «Kinder ins Bett bringen und ihnen frei erfundene Geschichten erzählen, das ist toll. Die sind natürlich alle mit Cliffhanger und Fortsetzung - wie bei der 'Lindenstraße'.»

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