Dabei hätte die Glückssträhne um ein Haar abrupt geendet. In der Halbzeitshow des Superbowls 2004 riss Timberlake pünktlich zur Textzeile "I'm gonna have you naked by the end of this song" Janet Jackson ein Stück Stoff vom Leib - und das an äußert sensibler Stelle. "Nipplegate" sorgte für einen Schrei der Entrüstung im puritanischen Amerika. Janet Jacksons Karriere war im Eimer, und Liveübertragungen gehen dank Timberlake nur noch mit Zeitverzögerung über den Äther.

Doch der Skandal perlte an ihm ab. Er entschuldigte sich, gab sich als Opfer, weil er davon ausging, ein Bustier offenzulegen - und versteckte sich vor der Öffentlichkeit. Kein leichtes Unterfangen für jemanden, der den Boulevardmedien Vorlagen wie das Video zu "Cry Me a River" lieferte, in dem er seine gescheiterte Romanze mit Britney Spears vor aller Augen ausschlachtete. Und auch seine Beziehungen mit Cameron Diaz und Jessica Biel halfen ihm nicht gerade, Anonymität zu wahren.

Timberlakes Zufluchtsort ist der Golfplatz. Sein Vater brachte ihm den Sport bei, als er zehn war. Auch daraus wurde Besessenheit. Kaum hatte er 2002 nach langer Pause wieder den Schläger in der Hand, engagierte Timberlake den Ex-Trainer von Tiger Woods, plante seine Konzerte nach den Wetterbedingungen, veranstaltet seit 2007 sein eigenes Profiturnier und steckte 20 Millionen in die Restaurierung eines Golfplatzes in seiner Heimat. "Mirimichi" nannte er den ökologisch vorbildlichen Court - fröhlicher Rückzugsort. "Hier kann ich meine Batterien wieder aufladen", sagte Timberlake bei der Eröffnung - vielleicht sogar für ein neues Album.

R. Meyer für TV SPIELFILM
 
© CONCON Content Consulting GmbH