TV-Star? Wenn einer das Etikett verdient, dann Jan Josef Liefers. Keiner ist so präsent wie er. Nur eins fehlt ihm: etwas Ruhe.
Erfolg ist oft eine Frage der richtigen Mischung. Es gilt Begabung mit Bauchgefühl und Disziplin in Einklang zu bringen, dabei auch noch Spaß zu haben und Haltung zu zeigen. Jan Josef Liefers hat sein Hitrezept ganz sicher gefunden. Als klamaukiger "Tatort"-Gerichtsmediziner Boerne fährt er regelmäßig Rekordquoten ein, glänzt aber auch in anspruchsvollen Filmen wie "Die Nachrichten" oder schrulligen Komödien wie "Bis zum Ellenbogen", schreibt mit "Soundtrack meiner Kindheit" mal eben einen Bestseller, führt das Werk außerdem als eine Art Musikrevue live auf und ist dabei extrem erfolgreich. Wie macht er das?
Begeistert ein Schauspieler sein Publikum in einer bestimmten Rolle, hat er oft ein großes Problem: er bekommt nur noch Figuren angeboten, die sich an das Erfolgsmodell anlehnen. Nicht so Liefers.
Tritt er im Münster-"Tatort" als Gerichtsmediziner Karl-Friedrich Boerne auf, gucken schon mal 11 Millionen Menschen zu. Quoten wie bei der Folge "Herrenabend" hatte der Tatort seit 1993 nicht mehr. Und trotzdem ist Liefers auch bei Anspruchsprojekten wie dem DDR-Gesellschaftsporträt "Der Turm" erste Wahl für die Hauptrolle.