Als tätowierte Punkerin war Noomi Rapace das Gesicht der "Millennium-Trilogie". Als mysteriöse Zigeunerin umgarnt sie jetzt "Sherlock Holmes". Die schöne Schwedin liebt das Düstere.
Lisbeth. So heißen Frauen mit Haarnetz und Kittelschürze im Ruhrpott oder in Sketchen von Hape Kerkeling. Vielleicht noch die englische Queen, wenn sie mal freihat. Seit Lisbeth Salander, der Antiheldin aus Stieg Larssons "Millennium- Trilogie", ist das anders - und seit Noomi Rapace erst recht. Denn sie ist Lisbeth Salander, die sie in drei Filmen spielte, und wird mit dieser Rolle verbunden bleiben wie Daniel Radcliffe mit Harry Potter und Anthony Hopkins mit Hannibal Lecter. Dabei hätte Rapace (sprich: Rapass) die Rolle fast nicht bekommen, weil sie, kein Witz, zu weiblich war, zu hübsch für diese Lisbeth. Im Roman wird die Hackerin Salander als anorektisches, bleiches Mädchen mit raspelkurzem Haar, Piercings und Tätowierungen beschrieben: "Sie sah aus, als wäre sie gerade nach einer einwöchigen Orgie mit einer Hardrockgang aufgewacht."