Knapp 90 Formate, oft Eintagsfliegen, haben sich seit zehn Jahren dem fragwürdigen Fernsehberatungs- und Sozialdienst verschrieben. Verona Pooth war als "Engel im Einsatz" Detlef D! Soost verabreichte "Life Coaching" und immer wieder setzen die Sender mit "S. O.S"- und "Alarm"-Titeln Pseudonotsignale.
Erfolgsquoten mit psychisch Kranken
Machart und Nutzen dieser Art von Reality-Shows wurden kritisiert, seit es sie gibt; mit den relativ neuen "Messie"-Formaten wird es jetzt aber in mehrfacher Hinsicht richtig schmutzig. Mit Sendungen wie "Raus aus dem Messie-Chaos" oder "Das Messie-Team" feiern kleine Sender wie Kabel 1 oder RTL II erstaunliche Quotenerfolge: 1,84 Millionen schauten das "Messie-Team" am 10. Januar.
Messie-TV geht so: Eine Verwandte, die es nur gut meint, schickt einem Verwahrlosten ein Kamerateam mit einem "Experten" in die Wohnung. Beim Abschreiten der Müllberge ist selbst der "Fachmann" sichtlich angeekelt, ein Off-Sprecher betet pflichtbewusst herunter: "Das Messie-Syndrom ist eine Krankheit." Der Experte wundert sich trotzdem: "Wie könnt ihr bloß so leben?" Mithilfe der gesamten Nachbarschaft werden die Räume leergeräumt, die erfolgreich Ge-Helpten mit einer renovierten Wohnung wieder ihren Störungen überlassen.












