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Gamerdingers Fußball-Kolumne: Düsseldorf...

06.08.2018 - Nun sind es nur noch knapp drei Wochen, dann fallen solche "Eilmeldungen" wie die gestern vom Rücktritt Mario Gomez' längst unter die Rubrik "Schnee von gestern". Denn dann ist Showtime, wenn die Fußball-Bundesliga in die 56. Saison seit Gründung startet. Mit dabei ist dann auch wieder die Fortuna aus Düsseldorf. Aber nicht nur sportlich hat sich die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen wieder berappelt, auch aus Sicht der Wohnsituation ist das Einkaufs-Mekka am Rhein schon längst erstklassig.

  • In Ehren ergraut – aber selbst im letzten Zweitligaspiel im Mai zeigte Friedhelm Funkel jugendliche Emotionen, trieb sein Team in Nürnberg an und durfte noch die Meisterschaft bejubeln - Foto: Frank Hoermann/Sven Simon © dpa –...

    In Ehren ergraut – aber selbst im letzten Zweitligaspiel im Mai zeigte Friedhelm Funkel jugendliche Emotionen, trieb sein Team in Nürnberg an und durfte noch die Meisterschaft bejubeln - Foto: Frank Hoermann/Sven Simon © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der Hoffnungsträger: Rouwen Hennings wäre fast schon mal mit dem Karlsruher SC aufgestiegen. Nun sagt er: „Ich habe mir die Bundesliga redlich verdient!“ – Foto: Laci Perenyi © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH  / dpa –...

    Der Hoffnungsträger: Rouwen Hennings wäre fast schon mal mit dem Karlsruher SC aufgestiegen. Nun sagt er: „Ich habe mir die Bundesliga redlich verdient!“ – Foto: Laci Perenyi © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Welcher Fortuna-Torwart auch immer zwischen den Pfosten steht – auf ihn kommt viel Arbeit zu. Raphael Wolf spielte für Werder Bremen schon 48-mal im deutschen Oberhaus, in Österreich sogar bereits 104-mal für Kapfenberg -...

    Welcher Fortuna-Torwart auch immer zwischen den Pfosten steht – auf ihn kommt viel Arbeit zu. Raphael Wolf spielte für Werder Bremen schon 48-mal im deutschen Oberhaus, in Österreich sogar bereits 104-mal für Kapfenberg - Foto: Bernd Thissen © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Champion Campino: Der Vorsänger der Toten Hosen feierte mit der Mannschaft und den Fans den Aufstieg seines Lieblingsklubs. Auch sonst hat er ein Herz für den wahren Fußball, legte sich auch schon mal mit Uli Hoeneß...

    Champion Campino: Der Vorsänger der Toten Hosen feierte mit der Mannschaft und den Fans den Aufstieg seines Lieblingsklubs. Auch sonst hat er ein Herz für den wahren Fußball, legte sich auch schon mal mit Uli Hoeneß an – Foto: Marcel Kusch © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

In keiner deutschen Großstadt leben nämlich so viele Bundesliga-Profis wie in Düsseldorf, was vor allem mit der zentralen Lage und natürlich dem Kulturangebot (dort steht nicht nur die längste Theke der Welt...) zusammenhängt. Waren es jedoch bis dato vornehmlich Kicker von Schalke 04, Borussia Mönchengladbach oder Bayer Leverkusen, die es in die NRW-Landeshauptstadt verschlug, so gehören nunmehr natürlich auch wieder die Akteure der heimischen Fortuna, dem Lieblingsklub der Toten Hosen, dazu.

Funkel fährt Fahrstuhl

Einen nicht unerheblichen Anteil daran hat der Coach der Düsseldorfer, Friedhelm Funkel. Funkel ist nämlich mit 64 Jahren nicht nur der älteste Bundesligatrainer, sondern mit insgesamt sechs Aufstiegen – Düsseldorf, Uerdingen (zweimal), Duisburg, Köln und Frankfurt – ist der Ex-Profi auch der Coach mit den meisten Aufstiegsfeiern in der persönlichen Historie. Allerdings gehören der Vollständigkeit halber die sieben Abstiege, die „FF“ erleiden musste, auch zu seiner Bilanz. Damit gilt der Architekt des neuerlichen Düsseldorfer Aufstiegs ligaweit als „Fahrstuhltrainer“. Es kursiert derzeit der Scherz, Funkel müsste jetzt eigentlich Bundestrainer werden - er kennt sich ja mit zweitklassigen Mannschaften aus...

Härtetest am Limit

Ich denke, in dem Spruch liegt auch ganz viel Respekt für die Leistung des mitunter so griesgrämig dreischauenden Fußballlehrers. Und auch wenn seine erste Trainerstation beim VfR Neuss nun schon 29 Jahre hinter ihm liegt, ist ihm eine gewisse Fußballbesessenheit und der notwendige Erfolgshunger immer noch nicht abzusprechen. Anders wäre auch der Aufstieg mit der Fortuna im schwierigen Düsseldorfer Umfeld kaum möglich gewesen. Vor der jetzt so erfolgreich verlaufenen Saison rumorte es ganz gefährlich unter den Fans, denn die Fortuna hatte in den drei Jahren zuvor nur 14 von 51 Heimspielen gewonnen... Akribische Arbeit und eine Vorbereitung, die ein echter Härtetest für die Akteure ist, sollen nun die Grundlagen für den Klassenerhalt schaffen, denn Funkel weiß, sein Team wird mehr investieren und laufen müssen als andere, wenn es die Klasse halten will. So wurden bereits Stimmen von Spielern laut, die wie Defensivakteur Robin Bormuth vom härtesten Trainingslager ihrer Karriere berichten.

Galligkeit soll es richten

Aber Friedhelm Funkel - der übrigens im März 2016 noch vom Glücklos-Manager Rachid Azzouzi (jetzt in Fürth) verpflichtet wurde - ist zu erfahren, um allein auf Fitness und Einsatzfreude zu setzen. Agressivität und eine große Portion Galligkeit, Bälle erobern zu wollen, sind weitere Eigenschaften, die er ein- und abfordert, aber auch fördert. Er wird nicht müde, davor zu warnen, dass man als Aufsteiger nicht vor großen Namen in Ehrfurcht erstarren darf, sondern dass man – ganz im Gegenteil – auch mal „einen umhauen“ muss und eklige Zweikämpfe zu führen hat. Das passt gut zur Underdog-Rolle, die den Düsseldorfern aus Fachkreisen zugeordnet wurde. Für den erfahrenen Coach ein zusätzlicher Anreiz, diesen „Fachleuten“ zu beweisen, dass auch ohne großartige Neuverpflichtungen und Namen der Bundesliga-Erhalt machbar ist.

Eine Frage der Tauglichkeit

Einziger Neuzugang mit dem Prädikat „Bundesliga-Erfahrung“ ist nämlich Diego Contento vom FC Bayern München. Aber, ob der linke Verteidiger, der 2012 mit den Münchnern im Champions-League-Finale stand, in der Lage ist, den Defensiv-Youngstern den Rücken so zu stärken, dass es für die erste Liga reicht, bleibt abzuwarten. Immerhin steht dahinter geballte Erfahrung, denn mit Raphael Wolf und Michael Rensing streiten sich zwei gestandene Keeper um die „1“, die mehr als 50 beziehungsweise deutlich über 100 Bundesligapartien auf dem Buckel haben.

Stürmische Zeiten

Für Entlastung und Tore sollen der amtierende Torschützenkönig der 2.Liga, Marvin Ducksch, der vom FC St. Pauli verpflichtet wurde, aber für Holstein Kiel auf Torjagd war, sowie Rouwen Hennings, der in seinen vergangenen drei Zweitligaserien (dazwischen war er allerdings noch in Burnley) immerhin 39 Treffer erzielen konnte, sorgen. Ob die Beiden ihre Torgefährlichkeit für das Oberhaus kompensieren konnten, müssen sie erst noch unter Beweis stellen. So oder so: Auf die Fortuna kommen stürmische Zeiten zu! Aber wie sangen einst schon die Toten Hosen: "Wir werden siegen - irgendwann einmal"...

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