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App gegen Hasskommentare von Nutzern gut angenommen

19.04.2018 - Viele Internnutzer unterstützen das Vorhaben, Hassbotschaften aus dem Internet zu verbannen. Die aus Österreich stammende App «BanHate» erleichtert es ihnen. Auch in Deutschland wächst das Interesse an dem Programm.

  • Wer Hasskommentare im Netz bequem anzeigen möchte, kann dafür die App «BanHate» nutzen. Das kostenlose Angebot aus Österreich wird auch in Deutschland immer beliebter. Foto: Lukas Schulze © dpa - Deutsche Presse-Agentur...

    Wer Hasskommentare im Netz bequem anzeigen möchte, kann dafür die App «BanHate» nutzen. Das kostenlose Angebot aus Österreich wird auch in Deutschland immer beliebter. Foto: Lukas Schulze © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rund ein Jahr nach dem Start einer App zur Meldung von Hassbeiträgen im Internet sind mehr als 1700 Kommentare zur Prüfung übermittelt worden. Fast die Hälfte der aus Deutschland und Österreich eingegangenen Meldungen wurden rechtlich verfolgt, wie eine erste Auswertung der Hassposting-App «BanHate» ergab.

Das kostenlose Programm wurde von der Antidiskriminierungsstelle Steiermark und der Stadt Graz im April 2017 vorgestellt und seitdem rund 1000 Mal runtergeladen. Per Screenshot können Nutzer hasserfüllte Kommentare anonym von der Antidiskriminierungsstelle prüfen lassen. Diese leitet die Inhalte dann gegebenenfalls an die Staatsanwaltschaft oder Ermittler weiter.

179 Postings, die Inhalte aus Deutschland betreffen, wurden so an das deutsche Bundeskriminalamt übergeben. Am häufigsten handelte es sich laut Daniela Grabovac, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Steiermark, um Volksverhetzungen und NS-Verherrlichungen. Viele Beiträge hätten sich aber auch gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet. «Am meisten hat uns überrascht, wie viel Zeit sich die Menschen nehmen, um diese ausführlichen Postings zu schreiben», sagt Grabovic. Bei 80 Prozent aller bisher eingegangenen Meldungen handle es sich um Inhalte auf Facebook.

Da das deutsche Interesse an der App steigt, versuchen die Gründer nun, Kooperationen im deutschsprachigen Raum aufzubauen. Man sei bereits im Gespräch mit dem Antidiskriminierungsnetzwerk des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg.

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