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Gamerdingers Fußball-Kolumne

17.12.2018 - Selbstkritisch mit Erfahrungen umzugehen, Dinge zu hinterfragen, die man(n) selbst auf den Weg gebracht hat oder einfach mal eine „Rolle rückwärts“ in Entscheidungsfragen – alles Wege, wie man Projekte, Ziele und Entscheidungen aufarbeiten kann. Dass die Entscheider beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eher zu letzterem neigen, dürfte niemanden mehr überraschen. Die Entscheidung in der Markensache „Die Mannschaft“ allerdings schon.

  • Stand mal wieder im Mittelpunkt: Daniel Ginczek erzielte seinen fünften Saisontreffer für den VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen sind nach dem 2:0 in Nürnberg nun bester Nord-Klub der Bundesliga, was zeigt, dass Bruno Labbadia...

    Stand mal wieder im Mittelpunkt: Daniel Ginczek erzielte seinen fünften Saisontreffer für den VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen sind nach dem 2:0 in Nürnberg nun bester Nord-Klub der Bundesliga, was zeigt, dass Bruno Labbadia als Trainer wohl doch mehr als ein Feuerwehrmann ist. © picture alliance / dpa / HMB Media/ Heiko Becker

Ich kenne ja viele Fußball-Fans, für die momentan fast schon der abendliche Blick auf die Darts-WM wichtiger ist als der auf die Bundesligatabelle. Ich nehme mich da nicht aus. Doch was in London gerade passiert, könnte auch von den Verantwortlichen des DFB (oder wahlweise der UEFA/FIFA) gemacht worden sein: Die „Marke“ wird verwässert – nur, um mehr Geld, mehr Geld und nochmal mehr Geld zu verdienen! Der Rücktritt der Ikone Phil Taylor wurde nicht etwa mit einer Konzentration der Kräfte beantwortet – sondern mit einer Aufblähung: Statt 72 nehmen nun 96 Spieler teil, und die WM dauert drei Tage länger. Das bedeutet einerseits, dass drei Tage lang mehr Bier, mehr Tickets und mehr Souveniers verkauft werden können – andererseits spielten gestern Abend die Nummern 55, 86, 90, 92, 98, 108 der Weltrangliste und ein 64-Jähriger ohne Weltranglistenpunkte, ehe dann doch mal Peter Wright einen Pfeil warf. Qualität sieht anders aus. Und an was erinnert mich das...?


So landen wir doch wieder bei der National-"Mannschaft":

Gestörte Wahrnehmung

Im Zuge der groß angekündigten „nachhaltigen und selbstkritischen“ Aufarbeitung der Peinlich-WM im Sommer war es DFB-Präsident Reinhard Grindel höchstselbst, der die Abschaffung des 2015 geschaffenen Markennamens „Die Mannschaft“ auf den Prüfstand stellen wollte, weil der Begriff „als sehr künstlich“ wahrgenommen werde. Vorsichtig ausgedrückt, hatte er mit der Annahme aus meiner Sicht völlig Recht! Ich würde sogar noch Begriffe wie „Hochmut“ oder „Arroganz“ mit dem Markenbegriff „Die Mannschaft“ in Verbindung bringen. Aber sowohl Herr Grindel als auch Herr Gamerdinger scheinen da eine kleine Wahrnehmungsstörung zu haben, denn eine vom DFB in Auftrag gegebene Studie sagt laut Oliver Bierhoff, der diese beim DFB-Vorstandstreffen vergangene Woche vorstellte, ziemlich genau das Gegenteil aus: Hohe Akzptanz bei jungen Leuten und Frauen sowie im Ausland – lediglich ältere Männer ab 60 hätten eine gewisse Abneigung gegen die Begrifflichkeit. Sowohl ich, als auch Reinhard Grindel liegen da aber noch deutlich drunter - unsere Meiningen scheinen aber null repräsentativ und auch keine Relevanz zu haben. Scheint eine gestörte Wahrnehmung zu sein! Oder wir müssen doch mal wieder in unsere Personalausweise schauen...


Freitagsfluch besiegt

Ähnliche Gedanken muss auch Wolfsburgs Coach Bruno Labbadia gehabt haben, als er erstmalig mit dem „Freitagsfluch“ seines VfL Wolfsburg konfrontiert wurde. Siebeneinhalb Jahre lag der letzte Auswärtssieg bei einem Freitagspiel zurück, als die Niedersachsen am Donnerstag nach Nürnberg reisten. Nach einer so langen Zeit kommt man als Trainer dann auch schon mal auf krude Gedanken. Labbadias Idee: den Spielern einfach am Freitagabend eine Zeitung mit dem Aufdruck „Samstag“ in die Kabine legen. Aus gut informierten Kreisen ist aber zu mir durchgesickert, dass es eines solchen Sonderdrucks gar nicht bedurfte, denn Labbadia kann sich aktuell auf den wieder erstarkten Daniel Ginczek verlassen, wie auf ein exakt tickendes Schweizer Uhrwerk, denn der Ex-Nürnberger traf auch an alter Wirkungsstätte und nun bereits im dritten Spiel in Folge und war damit maßgeblich am langersehnten Auswärtssieg zum Wochenendstart beteiligt. Freitagsfluch besiegt!


Wintertransfers beflügeln

Am gestrigen Sonntag hat Fortuna Düsseldorfs neuer Sportvorstand Lutz Pfannenstiel seine Arbeit aufgenommen - und das mit erheblichen Vorschusslorbeeren aus seiner fast achtjährigen Tätigkeit als Scout und Leiter für internationale Beziehungen beim „SAP-Club“ TSG Hoffenheim. Seine Verpflichtung sorgte im Umfeld des stark abstiegsbedrohten Aufsteigers für eine regelrechte Euphoriewelle, die Coach Friedhelm Funkel dazu veranlasste, mal ein bisschen auf die Bremse zu treten: Der erfahrene Trainer-Hase betonte dabei, dass vom ehemaligen Torhüter und Wandervogel Pfannenstiel (insgesamt spielte er binnen 19 Jahren für 28 Vereine im Herrenbereich!!!) nun keine Wunderdinge erwartet werden dürften, denn es würden in der Wintertransferperiode ganz sicher keine acht bis zehn neuen Spieler verpflichtet werden. Es müssten schon Akteure gefunden werden, die stärker seien als die des aktuell ihm zur Verfügung stehenden Kaders. Das ließen sich eben genau Jene nicht zweimal sagen und gewannen am Samstag gegen den SC Freiburg drei eminent wichtige Heimpunkte. Funkel weiß halt, wie man mit "Wintertransfers" am einfachsten zu mehr Leistung beflügeln kann!

Fußball ist so unwichtig

Wie unwichtig das Alles ist, mussten wir leider am Samstag erfahren, als direkt nach dem Abpfiff des Spieles VfB Stuttgart gegen Hertha BSC (2:1) der Vater von VfB-Kapitän Christian Gentner im VIP-Bereich plötzlich verstarb. Dies in einem Moment, als der sportlich erfolgreichste von drei Söhnen gerade ein Interview bei den Kollegen von Sky gab. Sowohl seine beiden Brüder als auch seine Mutter wurden quasi Augenzeugen der Tragödie. Ich wünsche der Familie die nötige Kraft, dieses traurige Ereignis irgendwann einigermaßen verarbeitet zu haben. Es zeigt leider allzu deutlich, wie unwichtig der Fußballsport eigentlich ist. Aber auch, wie sehr wir ihn doch wieder jeden einzelnen Tag genießen sollten!

 

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