Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Eiskunstläufer Fentz lässt sich nicht abschreiben

04.01.2020 - Die Deutsche Eislauf-Union hat nicht mehr viel auf Paul Fentz gesetzt. Nach sportlicher Stagnation warf man ihn aus dem Perspektivkader und der Bundeswehr. Bei den deutschen Meisterschaften trumpfte der Berliner auf und hat wieder eine gute Olympia-Aussicht.

  • Paul Fentz läuft auf dem Eis seine Kür. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Paul Fentz läuft auf dem Eis seine Kür. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Kür-Musik von Paul Fentz ist eine klare Botschaft an seine Kritiker. Bei den deutschen Meisterschaften in Oberstdorf hat er zum Elton-John-Lied «I'm Still Standing» seine Sprünge und Figuren präzise und kunstvoll wie lange nicht mehr auf das Eis gebracht.

«Ich bin immer noch da. Das Motto der Kür will ich vermitteln, keiner kann mich abschreiben», sagte der Berliner nach dem dritten Titelgewinn in Serie am Freitag. «Ich wollte unterstreichen, dass ich Deutschlands bester Eiskunstläufer bin.»

Dabei war der inzwischen 27-Jährige nach dem vergangenen Winter fast entschlossen, alles aufzugeben. «Ja, ich war an dem Punkt: Rücktritt oder weiter Leistungssport», bekannte Fentz. Mit schwachen Auftritten und Platz 15 bei der EM in Minsk 2019 sowie endlose Fehlversuche, zumindest den vierfachen Toeloop stabil auf dem Eis zu landen, hatte er nicht nur die Geduld der Deutschen Eislauf-Union überstrapaziert: «Die Kritik brach nicht ab, auch im Internet wurde viel geschrieben.»

Abgesehen von dem Frust über die Dauerkritik hatte sein stagnierendes Leistungsvermögen harte Konsequenzen. Fentz wurde nicht nur die Perspektivkader-Förderung entzogen. Er musste zudem am 31. Dezember den Dienst als Sportsoldat bei der Bundeswehr beenden. «Damit habe ich generell alles verloren», sagte er. Seitdem muss er die Kosten für Reisen zu Wettkämpfen, für Choreographien oder Kostüme weitgehend selbst aufbringen. «Ich lasse mich nicht unterkriegen», so Fentz.

Möglicherweise war das nur ein Denkzettel, um ihn mit Druck wieder auf die Sprünge zu helfen. «Er hat im richtigen Augenblick zu seiner Form zurückgefunden. Das ist unter diesen außergewöhnlichen Umständen bemerkenswert und lässt hoffen», anerkannte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf. «Wenn er die Leistung stabilisiert, kann er uns auch bis zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking gut vertreten.» Eine schnelle Rückkehr in den Perspektivkader sei möglich. «Die Aussichten sind gut», meinte Dönsdorf.

Auch die sportliche Perspektive könnte sich verbessern, wenn Fentz wie in seiner Oberstdorfer Kür den vierfachen Toeloop auch bei der EM vom 20. bis 26. Januar in Graz und bei der WM im März in Montreal tadellos zeigen würde. «Ich merke von Tag zu Tag, dass er meins wird», sagte Fentz. Bei der EM will er zwei vierfache Toeloops und zwei Dreifach-Axel zeigen. «Damit sollte sich mindestens eine Platzierung unter den Besten zehn entwickeln.»

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren