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Hecking nach Heimpleite: Lernen, mit Titelrennen umzugehen

10.02.2019 - Der Heim-Nimbus der Elf vom Niederrhein ist gebrochen. Gladbach verliert nach zwölf Siegen erstmals zu Hause wieder und fällt auf Platz drei hinter die Bayern zurück. Der Trainer erklärt, was jetzt passieren muss.

  • Die Gladbacher Spieler bedankten sich trotz des 0:3 für die Unterstützung. Foto: Federico Gambarini © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Gladbacher Spieler bedankten sich trotz des 0:3 für die Unterstützung. Foto: Federico Gambarini © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Verlierer wurde wie Sieger gefeiert. Nach dem 0:3-Rückschlag gegen Hertha BSC und dem abrupten Ende ihrer eindrucksvollen Heimserie bekamen die Spieler von Borussia Mönchengladbach dennoch aufmunternden Applaus von den Rängen.

Ihren Trainer Dieter Hecking konnte die positive Fan-Reaktion indes nur bedingt trösten. Er haderte mit seinem Team und dessen fehlender Reife im Titelkampf der Fußball-Bundesliga. «Das, was Dortmund und Bayern München seit Jahrzehnten haben, haben wir das erste Mal seit langer Zeit», sagte der 54-Jährige. «Das muss man lernen, damit umzugehen.»

Nachdem Gladbach, letztmals deutscher Meister 1977, in der Vorwoche auf Platz zwei vorgestoßen war, hatte etwa Experte und Ex-Profi Stefan Effenberg Borussia durchaus Titelchancen zugesprochen. Doch nach dem Berlin-Spiel ist von der Euphorie nach dem perfekten Rückrundenstart mit drei Siegen und 5:0 Toren bei Hecking und seiner Mannschaft erst einmal nichts mehr zu spüren. Die Gladbacher, die zwölf Spiele in Serie im eigenen Stadion gewonnen und damit den Vereinsrekord aus der Saison 1983/84 eingestellt hatten, verloren klar und verdient gegen den Hauptstadt-Club. Es war zugleich die erste Heimpleite gegen die Berliner seit 2008.

Hecking merkte an, dass die Teilnahme am Titelrennen nicht so leicht zu verarbeiten sei, gerade für seine jüngeren Profis, das sei ein «normaler Effekt». Noch fehle die Konstanz. «Du musst dich Woche für Woche mit deiner Leistung beschäftigen», forderte er und hoffte auf einen Lerneffekt: «Das sollte uns eine Erfahrung sein für die nächsten Wochen und Monate.»

Die Möglichkeit, die Spitze unter Druck zu setzen, besitzt Heckings Team trotz des Rückschlags weiterhin. Der Club vom Niederrhein steht in der Tabelle nun acht statt vorher sieben Punkte hinter Dortmund. Zwischen die beiden West-Vereinen hat sich wieder Rekordmeister Bayern München geschoben, der nur noch fünf Zähler hinter dem BVB lauert. Gladbachs Vorsprung auf Eintracht Frankfurt und den ersten Nicht-Champions-League-Rang ist mit neun Punkten indes komfortabel.

Die anstehenden Aufgaben sind allerdings knifflig. Am nächsten Wochenende tritt die Borussia in Frankfurt beim Pokalsieger an, dann kommt das ambitionierte Team aus Wolfsburg, bevor das Heim-Duell mit den Bayern ansteht.

Um in diesen Spielen zu bestehen, braucht die Borussia wieder mehr Stabilität in der Defensive. Gegen die Berliner offenbarte die Reihe um 2014-Weltmeister Matthias Ginter und Nico Elvedi ungewohnte Lücken. Im Spiel nach vorne fehlten nach dem Rückstand durch Salomon Kalou (30. Minute) und einer verletzungsbedingten Auswechslung von Offensivspieler Jonas Hofmann (34.) Ideen und Zielstrebigkeit. Hofmann zog sich eine schwere Prellung am Sprunggelenk mit Knochenhautreizung zu und muss erst mal pausieren. Das ergab eine medizinische Untersuchung am Sonntag.

«Wir haben ein bisschen wild gespielt», kritisierte Kapitän Lars Stindl mit Blick auf die zweite Halbzeit, in der Ondrej Duda (56.) und Davie Selke (76.) den Hertha-Sieg perfekt machten.

Von einem Ende des Gladbacher Höhenfluges wollte Keeper Yann Sommer, der an den Saison-Heimgegentoren vier bis sechs keine Schuld trug, aber überhaupt nichts wissen. «Wir lassen uns jetzt nicht von unserem Weg abbringen wegen einer Niederlage.»

Zu den Ambitionen in Sachen Meisterschaft und im Rennen um die Champions-League-Startplätze wollte der 30 Jahre alte Schweizer keinen Kommentar abgeben. «Natürlich schauen auch wir mal auf die Tabelle», gab er zwar zu. «Aber es bringt nichts. Wir konzentrieren uns darauf, unsere Spiele zu gewinnen. Alles andere kommt dann irgendwann.»

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