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Spätes Gegentor: Auch Leverkusen verliert bei Union

15.01.2021 - Nach dem FC Bayern und dem BVB überrumpelt Union Berlin auch das nächste Spitzenteam. Dank eines späten Treffers des eingewechselten Cedric Teuchert gewinnt Union gegen Bayer Leverkusen. Doch nach der Partie überschatten Rassismus-Vorwürfe den Abend.

  • Cedric Teuchert (l) wurde zum Matchwinner von Union Berlin gegen Bayer Leverkusen. Foto: Andreas Gora/dpa-Pool/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Cedric Teuchert (l) wurde zum Matchwinner von Union Berlin gegen Bayer Leverkusen. Foto: Andreas Gora/dpa-Pool/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Union Berlin hat auch Bayer Leverkusen entzaubert, doch Rassismus-Vorwürfe haben die Feierstimmung zerstört. Der deutsche Fußball-Nationalspieler Nadiem Amiri soll der Aussage seines Teamkollegen Jonathan Tah zufolge bei der 0:1 (0:0)-Niederlage beleidigt worden sein.

«Es gab Diskussionen, und dann ist der Begriff «Scheiß-Afghane» gefallen», sagte Tah bei DAZN. «Das will ich hier mit aller Deutlichkeit sagen, dass das hier nicht hingehört.» Die Aussage auf dem Platz sei «das Bitterste am ganzen Abend», betonte Abwehrspieler Tah. «Das funktioniert so nicht, ich hoffe, dass das irgendwie Konsequenzen hat.» Es sei sehr bitter, dass Amiri wegen der Herkunft seiner Eltern «beleidigt» worden sei.

Nach der Partie war zu sehen, dass es Diskussionen zwischen Spielern von Berlin und Leverkusen auf dem Feld gab. Die Berliner stellten sich den Vorwürfen und kündigten eine Aufklärung an. Union-Pressesprecher Christian Arbeit betonte bei der Pressekonferenz, dass Rassismus auf dem Fußballplatz nichts zu suchen habe. Man entschuldige sich dafür. Berlins Trainer Urs Fischer versuchte, auf dem Feld beruhigend auf den aufgebrachten Amiri einzuwirken. Wenn Amiri beleidigt worden sei, entschuldige er sich dafür, betonte der Schweizer. Er habe es selbst nicht direkt mitbekommen, sondern nur etwas vom «Hörensagen», sagte Fischer.

Er habe dabei gehört, dass Wörter gefallen seien, «die nichts auf dem Fußballplatz zu suchen haben. Wir werden das aufarbeiten und darüber sprechen.» Nur wenige Minuten zuvor hatte Fischer noch seine Spieler geherzt, die einem weiteren Favoriten getrotzt hatten.

Die Werkself musste sich zum Auftakt des 16. Spieltags der Fußball-Bundesliga nach dem Tor von Cedric Teuchert (88. Minute) mit 0:1 (0:0) geschlagen geben und verpasste den Sprung auf Platz zwei direkt hinter den FC Bayern München. Nach dem deutschen Rekordmeister (1:1) und Borussia Dortmund (2:1) überrumpelten die Eisernen bei Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt auch das nächste Topteam und kletterten vorläufig auf den vierten Platz direkt hinter Bayer.

Leverkusen hätte mit einem Sieg bis auf einen Zähler an die Bayern heranrücken können, droht durch das vierte sieglose Liga-Spiel in Serie nun aber, den Anschluss nach ganz oben zu verlieren. Union blieb auch das achte Heimspiel und sechste Spiel insgesamt nacheinander ungeschlagen und setzt seine wundersame Überraschungssaison mit einem weiteren Coup unbeirrt fort.

Sportlich beeindruckten die Berliner: Nach einer Viertelstunde hätte Union in Führung gehen können und müssen. Nach einem Eckball von Kapitän Christopher Trimmel kam Marvin Friedrich aus kurzer Entfernung völlig frei zum Kopfball, verfehlte aber das Tor um wenige Zentimeter. Bayer-Torwart Lukas Hradecky, gerade erst in seiner finnischen Heimat als «Sportler des Jahres 2020» ausgezeichnet worden, wäre vermutlich chancenlos gewesen.

Leverkusen suchte mit seinem Geschwindigkeitsplus in der Offensive die Lücke in der Union-Verteidigung und näherte sich gen Ende der ersten 45 Minuten auch einem Torerfolg an. Amiri und Kerem Demirbay (38.) und Julian Baumgartlinger (41.) hatten die Möglichkeit zum 0:1, vergaben aber aussichtsreiche Möglichkeiten.

Auch nach dem Seitenwechsel ging das Konzept von Union-Coach Fischer voll auf. Sein Team blieb gefährlich und frech - und belohnte sich zwei Minuten vor dem Abpfiff mit dem Siegtreffer des eingewechselten Teuchert. Doch die Szenen und Diskussionen nach der Partie trübten die Stimmung. Amiris Teamkollege Demirbay erklärte, er wolle sich zu der Szene auch aus Respekt vor seinen Gegenspielern nicht äußern: «Was auf dem Platz ist, bleibt auf dem Platz.»

Bayer-Coach Peter Bosz erklärte, dass so etwas niemals auf einem Fußballplatz passieren dürfe.

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