Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Die Woche der Entscheidungen

06.06.2017 - Nun sind die Würfel gefallen: Von der Champions League bis zur Kreisliga stehen die Sieger, Meister, Auf- und Absteiger, die Saison-Überraschungen und die Enttäuschungen der abgelaufenen Spielzeit fest. Erstaunlich dabei ist, dass insbesondere die vergangenen sieben Tage noch einmal alle Ausprägungen von Abhängigkeiten aufgezeigt wurden, die es im geliebten (Rasen-)Ballsport „Fußball“ so gibt.

  • Abwärts: Investor Hasan Ismaik (r. mit dem zurückgetretenen Geschäftsführer Ian Ayre) gibt bei München 1860 die Richtung vor - Foto: Angelika Warmuth © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche...

    Abwärts: Investor Hasan Ismaik (r. mit dem zurückgetretenen Geschäftsführer Ian Ayre) gibt bei München 1860 die Richtung vor - Foto: Angelika Warmuth © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die schlimmen Auswüchse des Profifußballs: Unzufriedene Anhänger von 1860 machten ihrem Ärger in der Relegation gegen Jahn Regensburg Luft. - Foto: Fotostand © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche...

    Die schlimmen Auswüchse des Profifußballs: Unzufriedene Anhänger von 1860 machten ihrem Ärger in der Relegation gegen Jahn Regensburg Luft. - Foto: Fotostand © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Das waren noch Zeiten...: Werner Lorant trainierte die Münchner Löwen von 1992 bis 2001 - Foto: Hans-Jürgen Schmidt © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur

    Das waren noch Zeiten...: Werner Lorant trainierte die Münchner Löwen von 1992 bis 2001 - Foto: Hans-Jürgen Schmidt © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • In Stuttgart kamen rund 14000 Mitglieder zur außerordentlichen Versammlung und setzten quasi die Meisterfeier fort. Mit dabei: Sportdirektor Jan Schindelmeiser, Trainer Hannes Wolf und Christian Gentner. Mit der Ausgliederung wurde...

    In Stuttgart kamen rund 14000 Mitglieder zur außerordentlichen Versammlung und setzten quasi die Meisterfeier fort. Mit dabei: Sportdirektor Jan Schindelmeiser, Trainer Hannes Wolf und Christian Gentner. Mit der Ausgliederung wurde der Saisonetat um rund zehn Millionen Euro erhöht. - Foto: Avanti-Fotografie © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wie krass dabei die Gegensätze sein können, mag wohl am plakativsten durch die Gegenüberstellung des großartigen Champions-League-Finales, das Real Madrid – unter der Regie „unseres“ einmal mehr überragenden Weltmeisters Toni Kroos  – als erste Mannschaft nun zweimal in Folge gewinnen konnte, und dem erschreckenden Niedergang des einst so ruhmreichen TSV 1860 München.

Hier die faszinierende Fußballshow zwiscen Real und Juventus Turin mit dem „Sahnehäubchen“ #CR7 (alias Cristiano Ronaldo) garniert und dort der fast schon vorhersehbare Niedergang des Deutschen Meisters von 1966, den Münchener „Löwen“. Um Millionen von Euros geht es in beiden Fällen – die Einen (UEFA/Superstars/Investoren) haben sie, und die anderen (1860) haben nichts und sahen sich deshalb gezwungen, wirtschaftliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Mai 2011 wurde der arabische Milliardär Hasan Ismaik als Heilsbringer an die Grünwalder Straße gelotst. Er stieg exakt am 30. Mai 2011 ein, natürlich mit dem Ziel, den Verein durch sein Geld schnellstmöglich in andere, höhere Sphären zu katapultieren.

Einstieg mit Folgen

Doch das Gegenteil war der Fall. Seit 2004, dem letzten Erstligajahr der 60iger, hinterließen neun Präsidenten, 16 Geschäftsführer/Sportdirektoren und 18 Trainer bestenfalls keine Spuren beim Traditionsklub. Investor Ismaiks bisherige Investitionen von 60 Millionen Euro in überbezahlte C-Stars führten nicht nur zu nichts, sondern sogar zum Abstieg in Liga 3. Und zwar auf den Tag genau sechs Jahre nach seinem Einstieg!

„Geld schießt keine Tore“

Nach einem Personalstreit mit dem Vorstand strich Ismaik kurzerhand das notwendige Geld für die Drittliga-Lizenz, mit der Folge, dass es nun gleich ein- bis zwei weitere Treppen nach unten geht – realer Wahnsinn, der traumwandlerisch sicher aufzeigt, dass die alte Fußballweisheit „Geld schießt keine Tore“ aus eben solchen Negativbeispielen entstand.

Ob wir unter diesen Voraussetzungen dem VfB Stuttgart zur gelungenen Ausgliederung seiner Profifußballabteilung (84,2 % der anwesenden Mitglieder stimmten am Donnerstag zu) in die „VfB Stuttgart 1893 AG“ gratulieren sollten, lasse ich hier mal offen. Die bis dato eher missglückte Ausgliederung beim Ligakonkurrenten HSV mag da als mahnendes Beispiel dienen, denn dort treibt es die Verantwortlichen regelmäßig zu Investor Klaus-Michael Kühne, um überhaupt die DFB-Lizenz sicherzustellen oder notwendige Transfers tätigen zu können. Der Erfolg ist gemeinhin bekannt.

Traditionsvereine müssen zusammenhalten

Hoffnung macht, dass die Stuttgarter offensichtlich eher zum HSV Nachbarn, dem Hamburger Traditionsverein Altonaer Fussball-Club von (ebenfalls) 1893 schauen, der als DFB-Gründungsmitglied nach achtjähriger Abwesenheit den Sprung zurück in die Regionalliga Nord geschafft hat. Die Social-Media-Abteilung des VfB hatte nämlich am Mittwochabend spontan per Twitter Glückwünsche an Altona 93 übermittelt. Tradition schweißt offensichtlich doch zusammen!

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren