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Endlich auf Augenhöhe

19.11.2019 - Giulia und Stelvio sind die Hoffnungsträger der Traditionsmarke von Alfa Romeo. Seit 2016 (Limousine) und 2017 (SUV) wurden die beiden Mittelklasse-Sportler mit Designpreisen überhäuft. Auf der Strecke dabei blieben jedoch heute so begehrte Details wie moderne Assistenzsysteme, Vernetzung und der Einsatz von digitalen Elementen im Innenraum. Jetzt holen die Italiener das Versäumte nach. Und wagen dabei einen Spagat

  • Äußerlich bleibt Alfas Giulia zum Modelljahr 2020 unverändert © Alfa

    Äußerlich bleibt Alfas Giulia zum Modelljahr 2020 unverändert © Alfa Romeo

  • Die Proportionen der eleganten Limousine stimmen © Alfa

    Die Proportionen der eleganten Limousine stimmen © Alfa Romeo

  • Zentral im Armaturenbrett gibt es jetzt ein Touchscreen mit 8,8 Zoll Bildschirmdiagonale © Alfa

    Zentral im Armaturenbrett gibt es jetzt ein Touchscreen mit 8,8 Zoll Bildschirmdiagonale © Alfa Romeo

  • Zum Modelljahr 2020 gibt es in der Giulia ein neues Navigationssystem © Alfa

    Zum Modelljahr 2020 gibt es in der Giulia ein neues Navigationssystem © Alfa Romeo

  • Das Cockpit der Alfa Giulia setzt weiterhin auf einen Mix aus analogen und digitalen Anzeigen © Alfa

    Das Cockpit der Alfa Giulia setzt weiterhin auf einen Mix aus analogen und digitalen Anzeigen © Alfa Romeo

  • Auch beim Stelvio hat Alfa einige Änderungen vorgenommen © Alfa

    Auch beim Stelvio hat Alfa einige Änderungen vorgenommen © Alfa Romeo

  • Äußerlich bleibt das SUV-Modell der Italiener hingegen unverändert © Alfa

    Äußerlich bleibt das SUV-Modell der Italiener hingegen unverändert © Alfa Romeo

  • Dafür wurden zum neuen Modelljahr die Assistenzsysteme aufgerüstet © Alfa

    Dafür wurden zum neuen Modelljahr die Assistenzsysteme aufgerüstet © Alfa Romeo

  • Aufgeräumt und nobel eingerichtet: Der Arbeitsplatz im Alfa Stelvio © Alfa

    Aufgeräumt und nobel eingerichtet: Der Arbeitsplatz im Alfa Stelvio © Alfa Romeo

  • Dank der Einparkhilfen kann der Fahrer mit dem Stelvio sicher rangieren © Alfa

    Dank der Einparkhilfen kann der Fahrer mit dem Stelvio sicher rangieren © Alfa Romeo

SP-X/Bari. Echte Traditionalisten, diese Alfisti. Für die so benannten Fans muss ein Alfa immer ein purer Alfa sein, darf nicht dem Zeitgeist folgen und stellt Design und „Bella Italia“ stets vor die neumodische Technik seiner Konkurrenten aus Süddeutschland. So war es auch, als der Mutterkonzern Fiat seine lange vernachlässigte Marke neu entdeckte und ihr mit der schicken Limousine Giulia und dem Lifestyle-SUV Stelvio neues Leben einhauchte.

Die Alfisti waren begeistert, beide Autos wurden seit ihrem Erscheinen mit Designpreisen überhäuft und sogar wieder in die USA exportiert. In Deutschland war in den ersten zehn Monaten dieses Jahres jeder zweite verkaufte Alfa ein Stelvio, immerhin jeder Dritte die Limousine Giulia. Klingt erstmal gut, aber in Summe nach wie vor ernüchternd. Alle bis Oktober verkauften 3.450 Alfa Romeo kamen gerade mal auf 0,1 Prozent aller Neuzulassungen in Deutschland. „Da ist noch viel Luft nach oben“, räumt selbst Alfa-Chef Alberto Cavaggioni ein und macht als einen der Gründe das Fehlen vieler technischer Feinheiten aus, die Rivalen zum Beispiel des Stelvio wie selbstverständlich an Bord haben. Also fiel es schwer, so viele neue Kunden wie erhofft in einem Alfa zu locken.

Vorausschauendes Abstandsradar, das im Stau auch dem Vordermann folgen kann, mitlenkender Spurassistent oder Verkehrszeichenerkennung und Toter-Winkel-Warner sind anderswo Standard und glänzten in einem Alfa bislang mit Abwesenheit. So hatte der Stelvio zwar ein schönes Kleid, aber mit dem Innenleben haperte es. Alberto Cavaggioni konnte aber jetzt verkünden: „Wir sind auf Augenhöhe“ und stellte sich auf der Premierenbühne nahe Bari in Südtalien zwischen seine beiden „Neuen“. Mit Hilfe vor allem von Bosch dürfen sich Giulia und Stevio endlich mit all dem schmücken, was heute so üblich ist.

Aber: Hartgesottene Alfisti hatten bei Erscheinen der beiden Modelle vor drei, bzw. zwei Jahren in einschlägigen Foren ausdrücklich gelobt, dass die Objekte ihrer Begierden auf den „neumodischen Kram“ weitgehend verzichtet haben, ihre Fahrer also nicht „entmündigten“. Ein Spagat für den Alfa-Chef. Er muss mit seinen jetzt modernisierten Bestsellern bei den Konkurrenten wie BMW oder Mercedes auf Kundenfang gehen, darf aber seine immer noch zahlreichen Puristen nicht verprellen. Also geht er auf sie zu und hat ein kleines Präsent in der Hinterhand. Die verschiedenen Ausstattungsvarianten der beiden Modelle tragen wie früher die legendären Bezeichnungen: „Super“, „Sprint“, „TI“ oder auch „Veloce“.  Hinzu kommt die Version „Business“, die die Dienstwagen-Nutzer im Visier hat.

Neu sind neben den diversen Assistenzsystemen auch die zwei Monitore, die die analoge Welt hinter sich lassen. Das digitale 7-Zoll-Display hinterm Lenkrad wird durch einen 8,8-Zoll-Bildschirm mit Touchscreen-Technik ergänzt, der wie ein Smartphone durch Wischgesten bedient werden kann. Hier ist auch das neue, jetzt deutlich verbesserte Navi untergebracht. Verändert wurden zudem das Lenkrad und die Gestaltung der Mittelkonsole. Alfa-Nutzer können nun auch eine App nutzen, die sich mit der Elektronik des Fahrzeugs koppelt. Fernabfrage der Position, Notruf und Pannendienst, Diebstahlswarnung und vieles mehr können per Smartphone erledigt werden.

Alles andere bleibt weitgehend unverändert, wenn die beiden Alfas im Frühjahr nächsten Jahres erscheinen werden. Natürlich das hochgelobte Design, aber auch das Motorenangebot (zwei Benziner, zwei Diesel). Preise verrät Alfa derzeit noch nicht. Das Fahrerlebnis bleibt gleich, ebenso die technischen Daten, die Verbräuche der einzelnen Versionen oder die Abmessungen. Zwei Defizite bleiben dem Alfa-Duo weiterhin nicht erspart. Modernes LED-Licht passt nicht in die Scheinwerfergehäuse und die zumindest zeitweise Elektrifizierung ist Zukunftsmusik. Beides soll spätestens bei Erscheinen des kleinen Stelvio-Bruders mit Namen Tonale im nächsten Jahr abgehakt sein. Das Kompakt-SUV auf Basis des Jeep Compass wird dann auch mit Plug-In-Hybrid zu haben sein. Und hellwach aus LED-Leuchten in die Welt gucken.

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